Inflation trifft Geringverdiener

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Bildquelle: Wikipedia

Die offizielle Inflationsrate liegt aktuell bei 1,9%. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, haben sich vor allem Lebensmittel um zirka 5,7% heftig verteuert. Damit sind Geringverdiener und Menschen mit niedrigem Einkommen besonders von der Geldentwertung betroffen.

Zwischen 1900 und 1960 haben die Deutschen zirka 60% ihrer Konsumausgaben für Lebensmittel ausgegeben. Dann kam der Wohlstand und die Konsumlust. Neben Lebensmitteln gaben die Menschen seither ihr Geld auch für Elektronik, Mobilität, Urlaub und vieles mehr aus. Im Schnitt geben wir heute zirka 14% der Konsumausgaben für Nahrungsmittel aus. Die Zahl ist trügerisch, denn nicht alle Bürgerinnen und Bürger haben so hohe Konsumausgaben, dass nur noch 14% auf Lebensmittel entfallen. Bei Geringverdienern und Menschen mit niedrigem Einkommen dürfte das Verhältnis wie bei der Mehrheit der Deutschen zwischen 1900 und 1960 liegen; die Hälfte der Konsumausgaben geht für Lebensmittel drauf. Der ALG2-Regelsatz sieht knapp 36% für Nahrung und Getränke vor. Die Inflation bei Nahrungsmitteln in Höhe von 5,7% kommt daher einer Hartz4-Kürzung in Höhe von 2% gleich.

Auch die Stromrechnung wurde spürbar teurer. Inflation ist ein Phänomen, welches zwar die Geldbeutel füllt, aber den Einkaufswagen leert. Kaufkraftverlust trifft nicht alle Menschen gleich. Die aktuell vorhandene Inflation ist sehr heterogen. Sie trifft vor allem Geringverdiener und Menschen mit niedrigem Einkommen während Sie wohlhabendere Mitbürger verschont. Was hier geschieht ist monetäre Umverteilung über die Ladentheke. Eigentlich müssten die Betroffenen tausendfach auf die Straße um gegen die etablierte Geldpolitik zu demonstrieren. Das tolle an Inflation ist ja, dass man sie nicht schätzen muss. Inflation ist keine Theorie und auch keine Meinung. Inflation ist einfach da und man spürt sie; manchmal kann sie sogar wehtun. Diese Entwicklung steckt noch in den Kinderschuhen, denn die EZB hat das geldpolitische Ziel, zirka 2% Inflation zu halten. Es ist traurig, dass es die Schwachen trifft und nicht die Starken. Die vom Parteienkartell beworbene Euro-Geldpolitik ist daher sozial ungerecht. Leider wollen am 22.09. weit über 85% dieses Parteienkartell wählen. Warum das so ist, erschließt sich mir nicht.


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
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liebe Grüße, eure Jenny

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6 Antworten zu “Inflation trifft Geringverdiener

  1. Offtopic: Gutes Theme! Super.

  2. Pingback: Armut für die Massen, Fressen für die 0,01% | Aktionsbündnis Direkte Demokratie

  3. Klar trifft die Inflation immer die kleinen Leute. Aber so neu ist das Thema nicht. Jetzt ist die Ingflation der Energiepreise siehe http://www.prabelsblog.de/2013/02/welchen-jahrlichen-prozentsatz-hat-die-teuerung/ bei den Lebensmitteln angekommen. Landwirtschaft ist energieintensiv, genauso wie das Bauwesen oder Metallurgie. Landwirtschaft ist Verbrauch von Diesel und rumfahren mit Riesenmaschinen. Auch die Biolandwirte pflügen nicht mehr mit dem Ochsen und transportieren ihre Bioeier nicht mit dem Esel zum Markt. Alles aus dem grünen Märchenland.

    • °F(ahrenheit)

      Ahja – und wenn es so ist, dass die kurzen Wege der einheimischen Bauern durch die Energiepreissteigerung – so verstehe ich nicht, dass ausgerechnet technisches Gerät, welches zwar besser wird, aber nicht billiger – Flat 32″ z.B. kosten immer um die 300 Euronen ebenso wie brauchbare Computer, naja, sie werden zwar billiger, wenn man den stehenden Preis anschaut, aber dennoch: steigende Energiepreise haben vielleicht mit bis zu 2 % – Punkten was mit der Lebensmittelpreissteigerung zu tun – aber was ist mit dem Rest?

      Gerade Milch, Butter (auch Margarine) , Brot und Getreideprodukte – wer hätte für ein einfaches Brötchen/Semmel/Knüppel etc. den vor Jahren eine Mark und zwanzig Pfennige bezahlt? – da sind die höchsten Preissteigerungen zu vermerken. Ich, wie viele andere auch, arbeite schon über Gebühr, seit Jahren zum gleichen Preis, und bekomme somit die volle Wucht der Inflation zu merken.

      Btw.: Ich versuche immer meine Waren beim Bauern zu bekommen – direkt vom Erzeuger. Da bezahle ich auch nur 52 Eurocent (Mehr dürfen die Bauern hier nicht nehmen sic!) den Liter Vorzugsmilch (übrigens: die Rohmilch kommt vom Milchbauern erst in die Molkerei und dann wieder zurück zum Bauern).

      Achso: und frische Gurken, Zucchini, Bohnen – selbst Erdbeeren und Kirschen alles viel günstiger und gesünder direkt von den Bauern.

      Hm, irgendwie ärgere ich mich immer über solche Aussagen wie „Klar trifft die Inflation immer die kleinen Leute. Aber so neu ist das Thema nicht. “ und damit wird es dann abgetan und die Leute sollen bleiben, wo sie sind.

      //Sarkasmus an:
      Es gibt ja noch die Tafeln
      // Sarkasmus aus

  4. Pingback: SilberNews – 14.08.13 – Das Ende des Scheins | DER KLARE BLICK

  5. das hat auch immer etwas mit bildung zu tun,

    außerdem denken die meisten eher daran, dass sie das geld verdienen, um dinge zu bezahlen. nicht daran, dass dinge eher teurer werden, als was sie an einkommen haben. also der zusammenhang erschließt sich den leuten nur bedingt, weil sie immer nur separate probleme sehen.

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