Geldpolitik – Der reinste Porno!

220px-EZBIn diesem Land wird über vieles geredet. Abend für Abend sitzen Gutmenschen und Strahlemänner in Talkshows und unterhalten sich über Sozial-, Familien-, Gesundheits-, und sogar Wirtschaftspolitik. Der Volksmund sagt schon, „Geld und Sex sind zwei Tabus, über die man nicht spricht“. Warum ist die Geldpolitik ein so dreckiger Hinterzimmerporno, über den man nicht spricht, obwohl ihn alle schauen?

Statt die Ursache zu analysieren verwaltet man lieber nur die Folgen. All das was in Hinterzimmern passiert ist „schmutzig“ und sogar „pervers“. Man schaltet den schlechten Porno lieber aus statt seine Produktion zu verändern. Viele Menschen wissen nicht was Geldpolitik ist. Sie wird sehr oft mit Finanz-, Wirtschafts, oder sogar Steuerpolitik verwechselt. All dies ist keine Geldpolitik. Die genannten Disziplinen stehen eine Stufe unter der Geldpolitik – sie verwalten nur ihre Folgen. Wikipedia sagt: „Als Geldpolitik (auch Geldmarktpolitik) bezeichnet man zusammenfassend alle wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die eine Zentralbank ergreift, um ihre Ziele zu verwirklichen.“ Ich rede also von reinster Hinterzimmerpolitik, denn Zentralbanker können eigentlich tun und lassen, was sie wollen. Niemand hinterfragt es, niemand weiß wer sie legitimiert und niemand weiß, wie man darüber redet. Aber komischerweise haben wir doch alle diese bunten Zettelchen im Geldbeutel, auf denen „Euro“ steht. Wir alle schauen den Porno – sprechen aber nicht darüber. Woher kommt diese Ignoranz? Warum spricht man in Talkshows über Steuern, Sozialleistungen etc.. nicht aber über geldmarktpolitische Instrumente der EZB? Ist es nicht gewünscht, dass man darüber spricht oder sind die Leute (gewollt) zu dumm dazu?

Geldpolitik ist das Instrumentarium, das festlegt, welche Kaufkraft eure bunten Zettelchen in der Geldbörse haben. Ferner legt sie fest, was eure Altersvorsorge in Jahrzehnten einmal wert sein wird. Sie legt auch fest, wie hoch die Inflation ausgewiesen wird, woran sich dann eure Gewerkschaften bei der Lohnfindung orientieren. Zudem greift die Geldpolitik aktiv ins Marktgeschehen ein, glättet Kurse und stürzt sowie pusht Anleihen, Rohstoffe oder Devisen. Über den Hauptrefinanzierungssatz zieht sie über Nacht Geld aus dem System, welches dann in der Wirtschaft fehlen soll und mit der Spitzenrefinanzierungsfazilität können Geschäftsbanken, ebenfalls über Nacht, verbriefte Forderungen zu neuem, frischem Zentralbankgeld machen. Spätestens jetzt schwindet das Interesse der Menschen. Es ist einfach zu pervers diesen Porno zu schauen, deshalb schaut man lieber weg. Geldpolitik ist der reinste Porno: Wenn überhaupt, dann schaut man ihn heimlich, aber um Gottes Willen, auf keinen Fall redet man öffentlich darüber, oder leben wir etwa in einer richtigen Demokratie?

Wer bestimmt über unser Geld und wie tun das diese Leute? Welche demokratische Legitimation haben die Notenbanker in den Hinterzimmern? Was qualifiziert den ex-Goldman Sachs-Manager Mario Draghi nun unser oberster Währungshüter zu sein? Sozial- und Steuerpolitik ist machtlos gegen die Geldpolitik, denn entscheidend über den Wohlstand ist nicht wie viel Geld jemand hat, sondern was es Wert ist. 350€ ALG2 reicht vollkommen aus, wenn man hiervon den Lebensunterhalt bezahlen könnte. Ich bin stark dafür, die Geldpolitik für die Allgemeinheit zu öffnen. Jeder muss diesen Porno schauen, aber niemand redet darüber. Hinterzimmerpolitik hat noch nie lange funktioniert und Demokratie lebt von Teilhabe. Dies sollte auch bei der Geldpolitik gelten. „Mehr Transparenz und politische Teilhabe“ – müsste man jetzt fordern! Es wäre schön, wenn es eine Partei gäbe, die das fordern würde…


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
oder via Twitter an http://twitter.com/_JennyGER_  Wer mit mir quatschen will, der kann mich gerne im SocialGame Utherverse treffen.

liebe Grüße, eure Jenny

5 Antworten zu “Geldpolitik – Der reinste Porno!

  1. Sorry, niemand anders, als wir selbst können diese Teilhabe einfordern.“Mehr Transparenz und politische Teilhabe” – darum geht es, alles andere ist Wischi-Waschi und alle die politisch aktiv sind, müssen hören, dass wir dies von ihnen fordern und sie nicht mehr ungefragt, über unsere Köpfe hinweg entscheiden. Wir wollen gefragt werden und blanko Schecks gibt es keine mehr. Die Wahl ist kein Freibrief für permanenten Verfügbarkeit unseres politischen Einverständnisses. Für mich heißt es als Bürger der Politik nicht-mehr-so-zur-Verfügung-zu-stehen. Wir müssen nicht den Kopf für alles hinhalten und immer die Zeche für ihre Politik bezahlen. Ist es nicht wie beim Sex? „Gegenseitig“, „einvernehmlich“ und „freiwillig“? Wir bestimmen mit und werden gefragt und die Politik schafft die Rahmenbedingungen für maximale Mitbestimmung. Das ist was Beppe Grillo in Italien propagiert und was wir auch hier in D. brauchen. Die Schweiz schafft es ohne Staatsoberhaupt mit einen sieben köpfigen Bundesrat, nach dem Konkurdanzprinzip – wieso sollte das nur in der Schweiz gelingen? Ich brauchen kein Staatsoberhaupt, Ich brauchen keinen permanenten Vormund. Sie werden es uns nicht leicht machen, besonders wenn wir ihnen erklären, das wir es selber besser können und ihre Bevormundungen satt haben.

  2. Moin Jenny! Du schreibst:
    “Mehr Transparenz und politische Teilhabe” – müsste man jetzt fordern! Es wäre schön, wenn es eine Partei gäbe, die das fordern würde…

    Natürlich ist das eine berechtigte Forderung. Keine Frage. Und vielleicht gibt es ja eine Partei, die Deinen Wünschen entspricht.
    Die Alternative für Deutschland (AfD9 hat in ihrem Programm:
    „Wir werden uns für eine Reform der EU stark machen, um die Brüsseler Bürokratie abzubauen und Transparenz und Bürgernähe zu fördern.“
    „Wir bestehen auf dem uneingeschränkten Budgetrecht der nationalen Parlamente. Eine Transferunion oder gar einen zentralisierten Europastaat lehnen wir entschieden ab.“

    Wir haben es in der Hand, mit dem richtigen Kreuz im September die Geldpolitik vielleicht aus dem schmuddeligen Hinterzimmer zu holen.

  3. @klausschapper: immer diese Werbung für eine Partei, die letztlich doch nur den selben Mist macht wie alle anderen.
    Sie empfehlen allen ernstes die AfD, und jetzt kommts, weil in deren Programm die von Ihnen zitierten Passagen geschrieben stehen?!
    Das ist alles?
    Ich hole mal weiter aus:
    Das Programm der neoliberalen SPD (ja die, die mit den Grünen den 1. Kriegseinsatz für einen SItz im UN Sicherheitsrat (ich erwähne Joschka FIscher) wieder ermöglicht haben und den Sozialstaat vernichtet haben, sowie den ultimativen Niedriglohnsektor eingeführt haben) beinhaltet folgende „Ziele“:

    -Finanzmärkte umfassend regulieren : ich sag nur mal Steinbrück der Nebeneinkunftsmillionär als Bundeskanzler lol wut?, ausserdem haben die maßgeblich dazu beigetragen, den Finanzsektor zu DEregulieren!

    -„eigenes Energieministerium“ :die SPD hat zusammen mit den grünes unter anderem so tolle Gesetze erschaffen, mit dessen Hilfe z.B. ein Betreiber eines AKWs im Falle eines Zwangs zur Abschaltung eines AKWs die verluste der Restlaufzeit des abgeschalteten Meilers auf einen anderen Meiler zu übertragen! Das heisst wenn zB bei uns ein Meiler abgeschaltet werden soll, dann kann er sagen „ok, aber die Jahrzehnte an Restlaufzeit die ich dadurch verliere, packe ich jetzt auf nen anderen MEiler drauf, egal wie alt der ist“ -> was das mit Energiewende zu tun hat weiss ich nicht.

    -„Vollbeschäftigung in guter Arbeit“: dank SPD+Grüne sind wir Europaweit führend im Niedriglohnsektor, wir unterbieten ebend alle Preise. Wer allen ernstes diese Scheisse den Sozialdemokraten abkauft, ist entweder total uninformiert und hat kein Plan, oder, er ist dafür!

    -„Familie: Betreuungsgeld wieder abzuschaffen und das dadurch gesparte Geld komplett in den Ausbau von Kitas und Tagespflege zu investieren“ : dank niedriglohn können sich imemr weniger Paare Kinder überhaupt leisten, schaut nur mal auf die abartige Vergreisung und der kranke Anstieg an Parallelgesellschaften. Ich habe zufällig Öfter in Kitas, Kigas, Heime etc Zutritt und mit den Leitungen mich unterhalten, es fehlt überall Geld, das war schon immer so. Und wer etwas Hirn hat, der hat begriffen das die Elite in Zeiten der Not immer da spart, wo es am „sinnvollsten“ ist: im Gesundheitswesen, im Sozialwesen, Rentensystem etc pp. Und da wir alle wissen, dank des Euros, welcher notwendig ist um den Europäisches Superstaat zu schaffen, welcher genau aus diesem Grund niemals abgeschafft wird, wird der ganze Krisenmist uns bis an usner Ende verfolgen, also, wird das Geld niemals dort ankommen, denn es gibt viel wichtigere Institutionen wie zB das Militär und der Polizeiapparat!
    -„Gesundheit: Gesundheit und Pflege wieder zu Kernaufgabe des Sozialstaats“ : im Ernst, wer abseits der Masse sich informiert, wird feststellen, das genau dort auch imemr weiter gespart wird und werden wird. Bsp eine Harz4 Familie: Ich kenne einen Fall bei dem die Familie wegen fehlender Sozialleistungen in einer total verschimmelten Wohnung leben muss, da „ja kaum Wohnungen frei sind die preisgünstig sind“. Wohnen in einer Wohnung diese Art ist Körperverletzung aber Arme können nicht klagen, wie sagt man? Der Tod ist der Armen Arzt!

    -„Rente: Die Rente mit 67 dürfe sich nicht wie eine Kürzung der Renten auswirken. Die Anhebung des Renteneintrittsalters sei deshalb erst dann möglich, wenn mindestens die Hälfte der 60- bis 64-jährigen Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt sei und weitere Rentenansprüche erwerben könne. “ -> Jaja die übliche Leier, aber Mal ehrlich, welche Firma sucht nicht einen jungen dynamischen Menschen mit viel Berufserfahrung, hohem Abschluss und niedrigem Alter?
    Ich kann mich nicht erinnern, Stellen zu sehen bei denen Ältere gesucht oder bevorzugt werden, und die Idee mit der Hälfte der BEschäftigung der Fast-Rentner ist praktisch nicht realisierbar, vor allem, da wir aus demografischer Sicht zunehmend vergreisen, also quasi in der Zukunft keinen haben der das bezahlen kann!

    Anhand der vergangenen Zeiten in denen die SPD an der Macht war und regierte kann man sagen, das sie zu allen was schlecht läuft mit verantwortlich sind und beihilfe geleistet haben, die Gesellschaft auszuplündern, den Staat zu zerstören etc pp.
    Trotz allem immer die selben Wahlversprechen die eh nicht eingehalten werden.
    Und wie es immer ist, wenn die Leute merken, die Parteien bringen nix, da alle die selben Konzerninteressen vertreten, zack kommt oh WUnder eine , nein 2 neue Parteien die zufällig nicht wie die grünen Enden wollen und sich kaufen lassen, das ich nicht lache.
    Ich rede von der Afd und den Piratten.
    Da kommen Sie dann, sehen das die Afd die Wut der Leute kanalisiert und mitschwimmt wie es erfahrene Opportunisten eben machen und wettert gegen den Euro, und glauben denen auch noch nur weil es irgendwo , viell auf Plakaten viell auf der Seite geschrieben Steht?

    Da frage ich mich: Hallo?

    Zum Abschluss ein Paar Zitate, Uralt, doch immer gültig:

    “Erfahrene Opportunisten schwimmen so mit dem Strom, dass sie später behaupten können, sie wären abgetrieben worden.”

    „Je erfolgreicher einer lügt und je mehr Menschen er überzeugt, desto mehr Aussicht besteht, dass er am Ende an seine eigenen Lügen glaubt.“

    „keine staatsform bietet ein bild hässlicherer entartung, als wenn die wohlhabenden für die besten gehalten werden.“

    und das beste: „Wenn Wahlen etwas ändern würden, währen sie verboten“

    Keine Partei hat Je etwas für den kleinen Mann getan, alles nur heisse Luft und Täuschung, denn Demokratie, so sagt ein auch Sprichwort, ist die Herrschaft der Dummen, also letztlich, des Kapitals.

    Wieder ein guter Artikel, liebe Jenny, Hut ab und weiter so.

    Grüße

    • Moin „Anonym“ (warum eigentlich?)!

      „@klausschapper: immer diese Werbung für eine Partei, die letztlich doch nur den selben Mist macht wie alle anderen.“
      Ich mache keine Werbung, sondern schrieb mit Absicht:
      Zudem ist die AfD noch in keinem Parlament präsent, so dass sich noch nicht sagen läßt, ob sie tatsächlich den selben Mist wie andere Parteien verzapft.

      „Sie empfehlen allen ernstes die AfD, und jetzt kommts, weil in deren Programm die von Ihnen zitierten Passagen geschrieben stehen?!
      Das ist alles?“
      Ja, mehr ist im Moment nicht zu sagen. Ich möchte ihr jedoch eine Chance einräumen, da die etablierten Parteien m.E. bislang versagt haben und sich immer weiter von demokratischen Grundsätzen entfernen.

      „Ich hole mal weiter aus:“
      Diese Betrachtung über die SPD ist hier wenig zielführend. Jenny geht es um die Geldpolitik. Und gerade bei dieser haben SPD/CDU/CSU/FDP/GRÜN/LINKS unisono versagt. Natürlich besteht ein solches Risiko auch bei der AfD, doch einen Versuch ist es wert. Schlechter geht es nimmer.

      „Da kommen Sie dann, sehen das die Afd die Wut der Leute kanalisiert und mitschwimmt wie es erfahrene Opportunisten eben machen und wettert gegen den Euro, und glauben denen auch noch nur weil es irgendwo , viell auf Plakaten viell auf der Seite geschrieben Steht?
      Da frage ich mich: Hallo?“
      Fragen ist immer erlaubt.
      Bei mir ist da jedoch weniger der Glaube im Spiel, als die Verdrossenheit über die anderen Parteien. Siehe auch meinen Blog dazu http://www.klausschaper.de/politikblog/ Und das fing schon an, ehe die AfD mit Plakaten präsent war.
      Warum nun AfD und nicht „Biebeltreue Christen“ oder „Rentnerpartei“ o.ä.?
      Nur ersterer traue ich den Sprung über 5% zu und auch eine hohe Kompetenz in Sachen Geldpolitik (und diese ist die Grundlage für alles weitere Handeln).

  4. „Nur ersterer traue ich den Sprung über 5% zu und auch eine hohe Kompetenz in Sachen Geldpolitik (und diese ist die Grundlage für alles weitere Handeln).“

    Nicht, das ich sagen möchte, die anderen etablierten Parteien haben die Geldpolitik trotz Jahrelanger Erfahrung im Griff, dennoch möchte ich gerne wissen weshalb Sie der AfD Kompetenz „zutrauen“, ich hätte gerne ein Beispiel das Belegt, das die Leute von der AfD dem gewachsen sind, denn Sie verstehen mich sicherlich, dass ich ja auch kein Auto von jemanden reparieren lasse, der groß angibt, Ahnung vom Fach zu haben, aber niemals eine Werkstatt von Innen gesehen hat.

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