Vermögensaufbau – auf die Kosten kommt es an!

Szenario zur Vermögensbildung: Es sollen jeden Monat 50€ angespart werden und dies für die nächsten 40 Jahre. Der Teufel steckt im Detail. Ich rechne verschiedene Finanzinstrumente mit jeweils 6% p.a.; durch die unterschiedlichen Kosten kommen verschiedene Endguthaben heraus.

Fondssparen: Bei 6% Rendite (p.a. und nach laufenden Kosten) sowie 5% Ausgabeaufschlag kommen 91.081€ heraus. Das Kapital wäre jederzeit zum Kurswert verfügbar gewesen. Ebenso wären individuelle Ein- und Auszahlungen möglich gewesen. Es gab bei Vertragsabschluss keine hohe Abschlussgebühr, weil die Ausgabeaufschläge erst bei jeder Einzahlung anfallen.

Fondsgebundene Rentenversicherung: Den selben Fonds mit ebenfalls 6% Jahresrendite könnte man auch in eine fondsgebundene Rentenversicherung legen. Vorteil: Es fallen keine Ausgabeaufschläge an. Aufgrund der hohen Abschlusskosten kommen aber nur 75.544€ heraus. Der Vertrag wäre ziemlich unflexibel; Ein- und Auszahlungen wären nur bedingt möglich gewesen. Immerhin: Die Besteuerung ist etwas niedriger wie beim herkömmlichen Fondssparen.

Normale Rentenversicherung: Angenommen es gäbe 6% Rendite pro Jahr; das ist Utopie aber dient der Vergleichbarkeit: Es kämen 83.922€ heraus. Auch hier fressen Vertriebs- und Verwaltungskosten die Rendite schmerzhaft auf. Anders wie bei den meisten Fonds hat man auch ein gewisses Ausfallrisiko, denn Guthaben in Versicherungen liegt zum Großteil in Staatsanleihen und unterliegt nicht der gesetzlichen Einlagensicherung.

Sparkonto/Tagesgeld: Um besser vergleichen zu können berechne ich natürlich auch noch ein klassisches Sparkonto. Es gibt keine Kosten. Bei durchschnittlich 2% Zinsen würden immerhin 36.643€ heraus kommen. Das wäre demnach die dämlichste Möglichkeit zum langfristigen Vermögensaufbau. Vorteil ist die Flexibilität. Ebenfalls positiv ist, dass man keine Volatilität hat.

Physische Werte: Hier kann es sich zum Beispiel um Gold handeln. Bei 6% pro Jahr und durchschnittlich z.B. 0,5% Lagerkosten käme ein „Guthaben“ in Höhe von 83.367€ heraus. Problem dabei ist natürlich, dass man nicht wirklich zu 50€ monatlich Gold kaufen kann. Ohne Lagerkosten kämen 95.875€ heraus. Vorausgesetzt, dass Gold jährlich 6% ggü. dem Euro wertvoller wird.

Interessant sind die Werte, bei vorzeitiger Vertragsauflösung. Versicherungen langen hier kräftig zu. Neben den Vertriebskosten werden auch Verwaltungskosten und ein Betrag nach VVG §169 Abs. 5 abgezogen. Als Beispiel soll eine klassische Rentenversicherung mit 1,75% Garantiezins dienen. Sie wird mit 50€ monatlich auf 40 Jahre abgeschlossen. Wenn es beim Garantiezins bleibt und der Sparer nach 4 Jahren den Vertrag kündigt, dann bekommt er nur ca. 1.335,08€. Einbezahlt hätte er zirka 2.400€. Selbst bei einer Kündigung im 39. Laufzeitjahr würden nur knapp über 17.000€ ausbezahlt werden, obwohl bereits über 23.400€ in den Vertrag liefen. Bleibt es also nur beim 1,75%-Garantiezins dann lohnt eine Rentenversicherung nicht; bei vorzeitiger Kündigung lohnt sie sich quasi nie. Dieser Vertrag würde bei Abschluss mit knapp 900€ Vertriebskosten belastet werden. Zudem würden von jeden 50€ Sparrate zirka 5,50€ an Kosten an die Gesellschaft gehen.

Quelle/Hinweise: Die zur Berechnung angenommene Rendite von 6% ist ein Beispiel und keinesfalls eine Prognose. Die Leistungen der Versicherungen stammen aus Angeboten einer Versicherungsgesellschaft (wird hier nicht genannt). Angebote anderer Versicherer können abweichen. Tipp: Augen auf und Hirn an beim Kauf von Finanzprodukten!


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
oder via Twitter an http://twitter.com/_JennyGER_  Wer mit mir quatschen will, der kann mich gerne im SocialGame Utherverse treffen.

liebe Grüße, eure Jenny

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2 Antworten zu “Vermögensaufbau – auf die Kosten kommt es an!

  1. Milchmädchenrechnung…

  2. Pingback: CDU sieht keinen Bedarf für mehr Transparenz bei Finanzprodukten | Jenny´s Blog

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