Hilfspaket für Griechenland: Man will das Geld verschenken und den Bundestag umgehen

Flag_of_Greece.svgNachdem Wolfgang Schäuble (CDU) offen eingestanden hat, was alle wussten, nämlich dass Griechenland mit den bisher vereinbarten Rettungspaketen nicht auskommen wird, ist die Debatte um ein neues Paket entbrannt. Nach den Berechnungen des IWF wird im griechischen Etat in den Jahren 2014 und 2015 eine Finanzlücke von rund 11 Milliarden Euro klaffen. Die Summe soll wohl nicht vom „Rettungsfonds“ ESM kommen. Nach einer Erklärung der Euro-Gruppe könnten auch Mittel aus EU-Strukturfonds verwendet werden.

Für was hat man den ESM, wenn das „Rettungsgeld“ aus EU-Strukturfonds kommen soll? Die Idee des ESM war es, den Finanzmarkt zu ersetzen. Länder, die sich nicht mehr am Bondsmarkt finanzieren können, kommen in den Genuss der im ESM steckenden Steuergelder. Der ESM gibt dann günstige Kredite und erwartet im Gegenzug eine leidende Bevölkerung. Diese antieuropäische und unsolidarische Geschäftspraxis wurde an dieser Stelle schon oft beschrieben. Nun soll Griechenland aber Geld direkt aus dem EU-Haushalt bekommen. Warum wohl? Der ESM vergibt Kredite, das heißt er will das Geld wieder zurück. Geld aus EU-Strukturfonds (man kennt das aus der Landwirtschaft) muss nicht zurück bezahlt werden; es handelt sich nicht um Kredite. Ein weiterer Vorteil für die „Euro-Retter“ ist, dass man den Bundestag umgehen kann, denn dieser hat bei Mitteln aus den Strukturfonds kein Mitspracherecht. Man möchte den Griechen also unser Steuergeld schenken. Korrekterweise darf man eigentlich nicht „den Griechen“ sagen, denn die Menschen in Griechenland sehen am wenigsten von den Hilfsgeldern, wie man immer wieder auf dem „Griechenland-Blog“ lesen kann. Was hier wieder gespielt wird ist eine groß angelegte Steuergelderverschwendung. Man kauft sich wieder Zeit. Griechenland wird nie auf einen grünen Zweig kommen, denn die griechische Volkswirtschaft ist in der falschen Währung gefangen.


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
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liebe Grüße, eure Jenny

8 Antworten zu “Hilfspaket für Griechenland: Man will das Geld verschenken und den Bundestag umgehen

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  3. Manchmal staune ich über die Menschen, wenn die sich in Sachen Griechenland aufregen. Es ist nicht das griechische Volk, was von den Schuldenschnitten profitiert, sondern ausschließlich das Kapital.

  4. Vielleicht sollte man mal die Möglichkeit ins Auge fassen, das die unrühmliche Rolle Griechenlands bewusst so konzipiert wurde, das es als eine Art Drainage für europäsisches Kapital dient. Es gibt mehrere Gründe das anzunehmen. Zunächst verweise ich mal auf diesen Artikel in DWN.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/06/15/bloomberg-klagt-gegen-die-ezb-was-hat-mario-draghi-zu-verbergen/

    Dort wird detailliert beschrieben, wie Goldman-Sachs seit 2001 die Bilanzverschleierung GR’s für den EU-Beitritt und die anschließende Verschuldung eingefädelt hat. Außerdem zelebriert Professor Wilhelm Hankel in seinen Vorträgen genüßlich den Umstand, das der Euro die griechischen Buchstaben beinhaltet und der schon ausgegeben worden war bevor man überhaupt vom Beitritt GR’s wusste. Das passt ja auch gut ins Bild. Wir werden über Griechenland von der Hochfinanz systematisch ausgeplündert.

  5. http://www.vice.com/en_uk/read/larry-summers-and-the-secret-end-game-memo

    Das geheime Memo von Larry Summers zur weltweiten völligen Deregulierung des Bankensektors. Einfach mal nach „larry summers and the secret end game memo“ googlen, macht gerade die Runde.

  6. Bei Griechenland hilft die Drachme nichts, weil der Exportsektor gegenüber dem Staatssektor viel zu klein ist. Die Exportindustrie müßte 10 Jahre mit zweistelligen Zuwachsraten wachsen, genauso der Tourismus, um den aufgeblasenen Staatsapparat durchschleppen zu können. Es ist eine Frage der volkswirtschaftlichen Proportionen, und nicht des Wechselkurses. Ich habe mal Details recherchiert: http://www.prabelsblog.de/2012/12/griechenland-und-der-wohlstand-der-nationen/

  7. Falls sich irgendjemand fragt, was das soll:

    1. Die “hohe Politik” ist weitaus dümmer, als es sich der “Normalbürger” vorzustellen wagt, und Dummheit ist ein unvergleichlich gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit.

    2. Es geht nicht um Griechenland, sondern darum, das “Vertrauen der Anleger” für das Konstrukt “Europäische Währungsunion” so lange wie irgend möglich zu erhalten, koste es, was es wolle.

    3. Geht das “Vertrauen der Anleger” endgültig verloren, kommt es zur größten anzunehmenden Katastrophe der Weltkulturgeschichte:

    Was passiert wenn nichts passiert

  8. Pingback: Matthiass Space

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