In den USA droht wieder das Zahlungsunfähigkeits-Murmeltier zu grüßen

Was war das für ein Medientheater rund um die „Fiskalklippe“ als die USA im Sommer 2011 knapp der Zahlungsunfähigkeit entgingen. Im Frühjahr 2012 wiederholte man dann den Streit, weil die sogenannte Schuldenobergrenze schon wieder erreicht war. Im Oktober 2013 dürfte diese Grenze erneut erreicht sein. Finanzminister Lew warnt davor, dass die USA im Oktober zahlungsunfähig sein könnten. Schon wieder. *gääÄÄhn*

US_Public_Debt_Ceiling_1981-2010

„Ein solches Szenario könnte die Finanzmärkte erschüttern und unsere Wirtschaft empfindlich treffen“, erklärte der US-Finanzminister gegenüber dem Kongress und wirbt für eine erneute Anhebung der Schuldenobergrenze. Der Fall zeigt, wie kurz die Halbwertszeit von politischen Entscheidungen ist. Noch im März 2013 haben sich die Amerikaner gefeiert, den „Etatstreit“ beigelegt zu haben. Die automatischen Kürzungen traten nicht in Kraft und alle waren glücklich. Dies ging natürlich nur mit neuen Schulden; wie immer. Eine andere Lösung scheint es in diesem Schuldgeldsystem sowieso nicht mehr zu geben. Die USA hat mehr Schulden wie die Eurozone. Auch beim Verhältnis Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt, steht die USA der Eurozone mit 113%  in nichts nach.  Das ist mehr als Spanien, Zypern, Frankreich oder Belgien. Irland (119%) und Portugal (124%) sind nur geringfügig stärker verschuldet. Die Schuldenobergrenze ist eine amerikanische Spezialität. Es handelt sich um eine nominelle Größe, also um einen richtigen Geldbetrag. Wir haben eine globale Schuldenkrise. Das hat nicht viel mit der Eurokrise zu tun. Die Eurokrise hat andere Ursachen, wie z.B. den fehlenden Wechselkursmechanismus.

Man könnte diese Grenze mit einem Dispokredit vergleichen. Immer wenn dieses Kreditlimit erreicht wurde, hat es die Politik per Gesetz erhöht; eine andere Lösung gibt es seit Jahrzehnten nicht. Die Medien hypen sich dann mit Begriffen wie „FiscalCliff“. Am Ende feiert man aber immer die selbe Lösung: Mehr Schulden. Aktuell hat die USA ca. 17,5 Billionen Dollar Schulden. Ähnlich wie auch die deutsche Bundesschuld ist dieser Betrag exponentiell gewachsen. Die Einschlaglöcher kommen immer näher; das Tempo erhöht sich. Die Schuldenobergrenze wurde früher nur alle paar Jahrzehnte erhöht. Jetzt scheint die Fiskalklippe alle paar Monate erreicht zu sein. Mehr Schulden heißt auch immer mehr Zinsen und mehr Abhängigkeit von den Kreditgebern. Dieses System geht immer so lange gut, bis die Leistungserbringer die Zinslast nicht mehr tragen können. Dann kommt der Reset und das Spiel beginnt von neuem. Ob wir uns im Endstadium dieses Spiels befinden, weiß ich nicht. Aber eine erneute drohende Zahlungsunfähigkeit der USA ist mehr als ein Anzeichen dafür.

Wir haben Krise in Europa, Krise in den USA und Krise in Ländern wie Indien, Brasilien oder China. Wir haben nicht mehr nur eine Eurokrise sondern eine globale Schuldenkrise; eine Krise unseres Geldsystems. Bevor wir uns über Lösungswege streiten, sollte diese Tatsache in der breiten Bevölkerung bekannt sein. Manche sprechen auch von einer Kapitalismuskrise, aber ist es wirklich der Kapitalismus, der in der Krise ist, oder ist es nicht eher das zentral geplante Geldmonopol?


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liebe Grüße, eure Jenny

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6 Antworten zu “In den USA droht wieder das Zahlungsunfähigkeits-Murmeltier zu grüßen

  1. Kriege werden an der Finanzfront verloren. Wem geht zuerst das Geld aus? Den Krieg der USA und der Nato im Irak- & in Afghanistan hat China finanziert. Wer wird den Syrieneinsatz bezahlen? Bei der anstehenden BTW geht es auch darum, was wir uns mit dem Freibrief für Merkel III einhandeln. Einen Krieg, um die Karten in Kleinasien neu zumischen? Wer hat hier zukünftig das Sagen und wer ist der starke Mann für die nächsten 10-20 Jahre?

  2. „…Eine andere Lösung scheint es in diesem Schuldgeldsystem sowieso nicht mehr zu geben…“

    „Schuldgeld“-System ?
    Und was ist mit dem sogenannten „high-powered money“ ?
    (Hast du da nicht ein ein bisschen verkürztes volksirtschaftliches Verständniss ? )
    mfg. Werner

  3. Pingback: Die Schuldenbremse ist defekt | Jenny´s Blog

  4. Die Schuldenexplosion ist nicht mehr zu stoppen. Nur Schuldenschnitte sind möglich. Weltweit. Da die Profiteure der Schulden logischerweise die Vermögenden, also die mächtigsten sind, wird sich nichts ändern. Damit steuert alles auf den Crash zu. Wie die Bundestagswahl gezeigt hat, ahnen die Menschen nicht mal was. Sparen bringt keine Lösung. Man kann solche Summen nicht einsparen. Alle Sparprogramme der Regierungen sind gescheitert. Die Menschen wollen die Wahrheit nicht wissen. Sie verdrängen lieber. Das wissen die Medien und beteiligen sich an der Verdrängung. Es werden nur Politiker gewählt, die beruhigen und den Eindruck vermitteln, als haben sie alles im Griff. Diese Rolle wird von Merkel erfolgreich verkörpert. Von den Medien gefördert. Diese Frau hat aber in Wahrheit nicht die geringste Macht.
    Die Schulden wachsen bedingt durch das Zinssystem exponentiell. Kein Sparprogramm kann in der gleichen Geschwindigkeit wie die Schulden wachsen die Ausgaben reduzieren. Warum auch? Das hätte den sofortigen Wirtschaftskollaps zur Folge.
    Also warten wir auf den Zusammenbruch?

  5. Pingback: Die Schulden­bremse ist defekt | FreieWelt.net

  6. Was sagte meine Kuhsine vor der Wahl?
    Merkel und Schäuble haben uns gut durch die Krise geführt.
    Diese Frau hat Kinder und Enkelkinder.
    Aber anscheinend kein Verantwortungsgefühl.

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