Bombenstimmung an der Börse

wallstreetDer drohende Militärschlag gegen Syrien belastet die Börsen und lässt die Anleger vor Angst erzittern; manche fürchten sogar eine neue Öl-Krise. Ich habe mir historische US-Bombardements angeschaut und dabei kam heraus, dass die Börse den Krieg liebt. Schon ein altes Börsensprichwort sagt: „Kaufe wenn die Kanonen donnern“. Ein Krieg kostet Geld. Damit verdienen die Geldgeber. Nach dem Krieg muss wieder aufgebaut werden und auch daran verdienen die Geldgeber. Die Reaktionen der Börse sind sehr ähnlich. Vor den Überfällen kommt es aufgrund von Unsicherheiten zu Verlusten und ab Beginn der Angriffe steigen die Kurse wieder.

Desert Storm, 1991:  Der Irak besetzte Kuwait. Das US-Börsenbarometer S&P 500 viel in der Zeit bis zum Luftschlag der USA um 16% während die Öl-Preise um fast 70% stiegen. Am ersten Tag der Luftschläge sprang der S&P 500 um 3,7% nach oben. In den Folgewochen stieg der Index um weitere ca. 17%.

NATO Luftschlag in Bosnia and Herzegovina, 1995: Nach einer dreijährigen Flugverbotszone und serbischer Gewalt startet die NATO am 30.08.1995 einen Luftschlag. Von Beginn bis Schluss der Operation (knapp 2 Wochen) stieg der S&P 500 um 4%.

Irak, 1998: USA und UK führten eine 4 tägige Operation gegen angebliche Massenvernichtungswaffen im Irak durch. Im Vorfeld gab die Börse stark nach. In den 4 Tagen der Operation stieg der S&P 500 um 3,5%.

Jugoslawien, 1999: Die NATO kämpfte 78 Tage lang im ehemaligen Jugoslawien. Der bereits genannte Aktienindex stieg in dieser Zeit um 3,2%. Auch hier waren die Rückgänge eher vorher zu sehen.

Irak, 2003: Im Januar 2003 wurde der Irakkrieg konkret, weil man Massenvernichtungswaffen vermutet. Der S&P 500 fiel im Januar 2003 um knapp 7%. Bis zur ersten Angriffswelle im März stieg der Aktienindex um 12%. Bis zur berühmten “Mission Accomplished”-Rede von George Bush stieg der Index noch mal um 7%.

Libyen, 2011: In der ersten Monatshälfte des März 2011 hatte die Börse Angst vor einem Luftschlag in Libyen. Der S&P 500 gab um zirka 2% nach. In den 2 Wochen ab dem Zeitpunkt der Luftangriffe bis zur Flugverbotszone durch die NATO stieg der Index um fast 4%.

Zweiter Weltkrieg, 1939-1945: In der Vorab-Angst 1937-1939 fiel der DowJones von 194 Punkten auf 98 Puntke. Der Verlauf ist mit den erstgenannten Beispielen kaum zu vergleichen; es dauerte alles länger und war heftiger. Bis 1942 fiel der DowJones weiter bis 93 Punkte. Erst ab Anfang 1942 findet die Wallstreet gefallen am Krieg. Der DowJones stieg seither bis Kriegsende auf 146 Punkte. 1947 stand der Index sogar 9% höher als 1938, wo die Angst allmählich begann. Mit dem Nachkriegsgeschäft stieg der DowJones dann bis 1957 auf 512 Punkte.

Daher die sarkastische Idee: Jetzt fallen die Börsen wieder, weil man Angst vor einem Syrien-Krieg hat. Sobald der Krieg beginnt, könnten die Kurse wieder ansteigen. Je heftiger, desto besser für die Börse. Der aktuell zu sehende Rückgang ist alles andere als ungesund. Die Aktienmärkte sind in letzter Zeit sehr gut gelaufen. Ein bereinigender Rückgang ist daher mehr als normal. Auch spielen Rezessionsängste eine Rolle. Die Aktienmärkte brauchen frisches Geld von den Notenbanken; das bekommen sie nur bei Krieg und Rezession. Man muss daher etwas umdenken. Aktienmärkte orientieren sich in diesen Zeiten nicht an der Realwirtschaft. Sie schmeicheln sich wie ein Drogenabhängiger an seinen Dealer, in diesem Fall an die ultralockere Geldpolitik der Zentralbankenkartelle.


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3 Antworten zu “Bombenstimmung an der Börse

  1. Hat dies auf LOB's Metier rebloggt.

  2. super überblick, danke 😉
    meine idee: die kurse könnten diesmal auch wie in 37-39 verlaufen….aber vielleicht seh ich das auch zu negativ…..

    die großen gewinne im ww2 wurden glaube ich erst ab 42 gemacht, würde zum kursverlauf passen.

  3. Ohne FED und Börse hätte es keine WeltKriege gegeben.

    DowJones Bild sagt mehr als die Worte:
    „Ich werde Deutschland zermalmen“ F.D. Roosevelt 1932

    Die wahren KriegsTreiber sind die WeltKRIEGer.
    IWF Horst Köhler und die RohStoffKriege
    GIER ist die Mutter aller Schlachten
    http://bilddung.wordpress.com/2013/08/31/gier-ist-die-mutter-aller-schlachten/

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