Jetzt kommen die Leugner der Eurokrise

Schönreden war gestern. Seit neustem wird die Eurokrise einfach geleugnet. Es wird dreist behauptet, dass es keine Eurokrise gäbe. Stattdessen behauptet man, es handle sich um eine globale Kapitalismus- oder Schuldenkrise.

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Das klinkt in neosozialistischen Ohren natürlich sehr euromantisch; ist aber Bullshit. Ich möchte jetzt nicht schwarz malen, aber sorry liebe Freunde, wir haben eine Eurokrise und wegschauen hilft nichts. Natürlich haben wir auch eine globale Schuldenkrise. Diese Krise kommt aber ontop und nicht ersetzend. Der Euro hat wesentliche Konstruktionsfehler und die Tatsache, dass wir eine globale geldsystembedingte Schuldenkrise haben, macht den Euro nicht gesund.

Der Euro legte erst das Fundament für die Überschuldung der Krisenländer. Die heutigen EU-Südländer hatten vor der Einführung des Euro ein Zinsniveau um die 15 bis 18 Prozent. Diese hohen Zinsen waren marktgerecht und Ausdruck einer schlampigen Haushaltsdisziplin. Die hohen Zinsen begrenzten aber effektiv die Neuverschuldung auf ein erträgliches Niveau, da weitere Schulden eben sehr teuer waren. Zinsen sind bekanntlich der Preis für Zeit und Risiko. Bevor der Euro eingeführt wurde begann die sog. Konvergenzphase. In dieser Zeit (1996 bis 1998) gleichten sich die Zinssätze in der künftigen Eurozone bereits an. Alle Staatsanleihen der frisch gebackenen Eurozone wurden in einen Topf geworfen und plötzlich mit dem gleichen (für die Südstaaten deutlich zu niedrigen) Zinssatz bepreist.

Die Südländer konnten sich ab 2002 extrem günstig verschulden. Und sie machten reichlich von dieser Möglichkeit Gebrauch. Es war auf einmal Geld im Überfluss da. Spanien erlebte einen Bauboom, Griechenland leistete sich einen riesigen Beamtenapparat mit viel zu hohen Gehältern, Italien ein üppiges Rentenniveau und so weiter. Der Euro hat den Marktmechanismus der Zinsen außer Kraft gesetzt. Die Politiker der Krisenländer konnten so viele Schulden machen wie sie wollten; es hat niemanden interessiert und Kritiker (ja, die gab es damals schon) hat man wie heute ausgelacht. Seit 2007 klappt dies nicht mehr so richtig. Der Markt hat gemerkt, dass das Risiko real ist. Seither verlangt der Finanzmarkt risikogerechte Zinssätze. Weil sich die Krisenländer aber keine höheren Zinsen leisten können (weil sie sich überschuldet haben), ist die Zentralbank eingesprungen. Auch hat man Rettungschirme aufgespannen, denn was der Kapitalmarkt nur noch gegen Aufschläge finanziert, das kann man immerhin vom Steuerzahler günstig finanzieren lassen. Der Steuerzahler ist manipulierbar und stellt nicht so viele Fragen.

Ja, wir haben eine globale Schuldenkrise und ja, unser Geldsystem ist auf Untergang gepolt; das ist eine mathematische Gewissheit. Trotzdem haben wir auch eine Eurokrise, weil mit Einführung des Euros die Märkte außer Kraft gesetzt wurden. Nicht der Markt war das Problem, sondern das fehlen des Marktes. Wer hat denn die vielen Staatsschulden gemacht, waren es Spekulanten oder waren es Politiker? Warum will man Spekulanten regulieren und nicht Politiker?  Die Eurokrise zu leugnen, nur weil man „proeuropäisch“ ist, ist absoluter Bullshit. Der Euro hilft den Krisenländern nicht aus der Krise. Europa zerbricht aktuell am Euro und deshalb sollte man ihn reformieren, damit es Europa bald wieder besser geht. Europa ist mehr als nur ein paar bunte Zettelchen. Man sollte menschliche Werte und den Frieden einer Zivilisation nicht an etwas so dreckiges wie Geld knüpfen. Viele Menschen leiden unter dem Euro. Wenn andere Menschen leiden, dann sollte man nicht wegschauen; helfen wäre besser.

Hierfür sollte man am Samstag in Stuttgart auf die Straße gehen!


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
oder via Twitter an http://twitter.com/_JennyGER_ Wer mit mir quatschen will, der kann mich gerne im SocialGame Utherverse treffen.

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liebe Grüße, eure Jenny

8 Antworten zu “Jetzt kommen die Leugner der Eurokrise

  1. Bravo, dem ist eigentlich nichts hinzufügen. Bleibt nur die Frage, wann die ganze Problemleugnerbande es endlich geschafft haben, das Kartenhaus zum Einsturz zu bringen. Je schneller dies geht, umso besser ist es für alle Beteiligten. Denn solange noch um den Euro gekämpft wird, solange können wir uns nicht auf die wesentlichen Probleme dieses Kontinents und dieser Welt konzentrieren.

  2. Wer am 14.09. gegen den €uro-Wahnsinn auf die Straße gehen will, und nicht in Stuttgart wohnt, kann das auch in Frankfurt am Main tun. Aus der Einladung:
    „Die Demonstration zieht vom Römerberg über die Hauptwache zur Europäischen Zentralbank und dann zurück. Die Abschlusskundgebung findet wieder auf dem Römerberg statt. Als Gast wird u. a. der frühere slowakische Parlamentspräsident Richard Sulik zu uns sprechen. Das Ende der Veranstaltung ist für spätestens 17.00 Uhr vorgesehen.“
    Fantareis gibt’s zwar nicht, den hätte ich gern mal wieder gesehen, aber Richard Sulik ist auch unbedingt hörenswert. Er ist m.E. der einzige Staatsmann, der sich in den letzten Jahren in Brüssel für deutsche Interessen eingesetzt hat.

  3. Das Problem ist die EU selbst. Die vereinigten Staaten von Europa will man schaffen, auch NOW genannt. Die perfekteste Diktatur die es jemals auf diesem Planeten gegeben hat.
    Der Euro ist nur ein Teil davon um die Mitgliedsländer zu entmündigen.

    Nach dem Modell der Bilderberger will man ein Gebilde ohne nationale Statten schaffen. Und man ist dabei schon sehr weit fortgeschritten. Es hat den Anschein dass es nationale Regierungen kaum nach abwarten können hoheitliche Kompetenzen an eine Zentralregierung abzutreten. Und die Menschen halten still.
    Konnte ein Volk im nationale Rahmen noch aufbegehren, ist das in einem Superstaat schon von den erforderlichen Mehrheitsverhältnissen nicht mehr möglich. (Selbst bei einer hypothetischen Volksabstimmung – wenn ALLE Deutschen gleich abstimmen würden – würde das nicht ausreichen um eine Zielstellung durchzusetzen.)
    Heutige Regierunge sind dann nur noch ausführendes Organ einer Zentralregierung ohne eigene Befugnisse. Womit auch ein Protest sinnlos werden. Je größer ein derartiges Gebilde ist m so geringer sind die Mit-gestaltungsmöglichkeiten des einzelnen Individuums.
    Nicht die Eingliederung in eine Weltgemeinschaft kann das Bestreben der Völker sein, sondern das harmonische Unterhalten gegenseitiger Beziehungen. Beziehungen von unabhängigen, souveränen Staaten, in denen wiederum einzelne Regionen über eigenständige Rechte verfügen. In denen die heimische Wirtschaft unterstützt und ggf auch durch Zölle geschützt wird, anstatt die Bürger zu zwingen, mit der internationalen Konkurrenz mitzuhalten.

    Zurück zur EU und dem Euro. EU das ist nicht nur der Euro und ESM. EU, das ist auch ACTA, CETA, INDECT, EUROGENDFOR, Vorratsdatenspeicherung, Passagierdatenerfassung, Abschaffung Bankgeheimnis. EU, das ist auch, GREEN ECONOMY mit all seinen Perversitäten, von der Energiesparlampe bis zum Emissionshandel.
    EU das ist Wasserprivatisierung, Patente auf Gene, Saatgutdiktat im Interesse von Konzernen, . . . ., EU, das ist Political correctness, sexistisch- feministischer Wahn.
    EU, das ist Reglementierungswahn nahezu alle Lebensbereiche betreffend.
    Wie krumm eine Banane sein darf,
    wann eine Gurke eine Gurke ist,
    wie laut ein WC-Druckspüler sein darf,
    das jedes Land eine Seilbahnverordnung haben muss, auch wenn sie keine Berge haben.
    das zur Ausstattung eines LKW eine Schneeschaufel gehört, auch wenn er durch die Sahara fährt.

    Die EU ist ein durch nichts legitimiertes undemokratisches Gebilde. Wer hat die Mitglieder der EU-Kommission wählen können? Wer den Präsident der Europäischen Kommission José Barroso oder den Präsident des Europäischen Rates Herman Van Rompuy? Wer hat den Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi auf einem Wahlzettel gesehen? Niemand!!! Woher nehmen diese Figuren die Unverschämtheit her für Europa zu sprechen oder für Europa etwas zu entscheiden?

    Fakt ist: Seit bestehen der EU geht es mit dem Lebensstandard der Menschen in allen EU-Staaten bergab. Nein noch mehr, mit der Freiheit der Bürger.

    Die gesamte EU muss zur Disposition gestellt werden. Nur dann wird es den Menschen besser gehen.

    Gruß Sabine

    • „Nach dem Modell der Bilderberger will man ein Gebilde ohne nationale Staaten schaffen.“
      Das glaube ich nicht. Die Nationalstaaten werden auf gar keinen Fall abgeschafft werden. Sie werden ja als Werkzeug zur Umsetzung der EU-Richtlinien benötigt. Das System EU funktioniert nur, wenn darunter weitere staatliche Ebenen existieren.
      Dass an der Demonstration nur die Partei der Vernunft und die Alternative für Deutschland mitmachen sagt schon viel aus finde ich.

  4. @Max Payne
    Leider richtet man sich nicht danach was sie glauben.

    “Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit.”

    [Frau Dr. Angela Merkel in Ihrer Rede am 16.06.2005 zum 60-jährigen Bestehen der CDU
    Das ist nun über 7 Jahre her. Also genug Zeit für Schlussfolgerungen um diese Aussage nicht Realität werden zu lassen. Und was ist geschehen – NICHTS. Das Volk hat anderes zu tun.]

    2011 Erklärte ein Herr Schäuble vor laufender Camera:
    “Dass es 2013 die BRD als nationaler Staat nicht mehr geben wird.“ Er hat das etwas anders formuliret, dass er sich vorstellen könne dass es in 2 Jahren keine nationalen Staaten mehr in Europa geben wird. Vom Inhalt her ist das ja das Selbe.
    http://sabnsn.wordpress.com/2012/12/21/2012-mein-jahres-resumee/

    Sie sollten sich etwas ernsthefter mit dem Thema NWO befassen.
    http://sabnsn.wordpress.com/tag/nwo/
    Wenn der Ball erst einmal eingelocht ist wird es kein zurück mehr geben.
    Die nationalen Interessen sind zu unterschiedlich als dass es dann zu gemeinsamen handeln der mitgliedsländer gegen eine Zentralregierung kommen kann. Und ganau aus diesem Grund will man die heutigen nationalen Staaten abschaffen.

    »Wie werden unsere Enkel leben?«
    Antwort:
    Was das Klima angeht, weiß das kein Mensch.
    Aber politisch und sozial werden sie zweifellos in einem nie dagewesenen Albtraum leben,
    aus dem es kein Erwachen mehr geben wird.

    Bilderbergs Ziele
    Der grosse Plan der Gruppe ist:
    „Eine-Welt-Regierung (World Company) mit einem einzigen, globalen Markt, der von einer Welt-Armee überwacht und finanziell von einer“Welt-Zentralbank „mit einer globalen Währung geregelt wird“.

    Gruß Sabine

  5. Christina Braunger

    Hi Jenny,
    ich finde kein Impressum auf der Seite. Irgendjemand hat einen Kommentar in meinem Namen abgegeben, und ich möchte den löschen

    • Die Seite „Impressum“ heißt bei mir „About“. Du kannst mir gerne eine Mail schicken, oder einfach hier nen neuen Kommentar posten mit der Url auf den zu löschenden Kommentar. Oder du sagst mir wo der Kommentar ist; mit Datum und Uhrzeit.

      lg

    • Habe leider noch keine Nachricht erhalten. Um welchen Kommentar handelt es sich denn? Bitte sag mir das doch einfach, dann ist er in 2-3 Sekunden gelöscht. Gerne auch per Mail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de

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