Aktienmarkt: Die Gier frisst nicht mehr

Wenn in der Finanzkrise ein Satz mit Wahrheit untermauert wurde, dann ist es das Sprichwort „Gier frisst Hirn“. Doch nun frisst die Gier nicht mehr, denn es ist nichts mehr zum Fressen da. Anleger benutzen für Entscheidungen nicht mehr ihr Hirn, denn sie sind völlig high von einer Überdosis Liquidität.

dax

Egal ob die Großmutter, die sich vor Inflation fürchtet oder ein neureicher Erbe; sie alle kaufen Aktien, weil ihnen die Rendite wichtig ist. Das Risiko wird mit Hilfe von Investmentfonds geschickt ausgeblendet. Die Anbieter versprechen Gewinnsicherung und Kapitalerhalt. Mit diesen Attributen wagt sich jedes „Omachen“ in den Kapitalmarkt. Der Privatanleger hat die dumme Angewohnheit, dass er teuer einsteigt und billig aussteigt. Während der Panik im Jahr 2008 haben viele Anleger die Reißleine gezogen, weil sie dachten, die Welt gehe unter. Wäre man zum damaligen Tief in den DAX eingestiegen, hätte man bis heute weit über 100% Gewinn.

Wir haben also wieder Höchststände, aber warum eigentlich? Selbst als die größte Volkswirtschaft der Welt vor einer historisch beispiellosen Pleite stand, zeigten sich die Aktienmärkte unbeeindruckt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass wir beim Aktienmarkt eine Blase sehen. Die Kurse sind nicht durch die Realwirtschaft gestützt und stiegen nur, weil die Gier das Hirn gefressen hat. Doch nun ist das Hirn gefressen, also nicht mehr vorhanden. Man spricht in solchen Fällen von Korrekturpotenzial. Das heißt, der Markt verbessert eine Fehlentwicklung um wieder auf einem „normalen“ Niveau zu sein. Einen Anhaltspunkt, wo es hin gehen könnte geben Industriemetalle. Die Preise von Kupfer, Alu, Silber und Co, haben sich nah an der echten Volkswirtschaft entwickelt und notieren seit 2011 schwächer. Diese Entwicklung könnte der Aktienmarkt nachholen. Es ist aber auch möglich, dass die Party noch einige Wochen weiter geht.

Nur ein Bruchteil der Deutschen hat Aktien? Falsch! Fast jeder hat Aktien, Staatsanleihen und alles andere, was sich aufblähen und krachen kann. Diese Assets befinden sich in Riesterrenten, Pensionskassen, Lebensversicherungen und vielen anderen kapitalbildenden Vehikeln. Wir alle sind abhängig von diesem System und wenn es zusammen bricht, dann sind wir alle in einem Boot. Den Aktien gebe ich hierbei noch die beste Überlebenschance, aber Staatsanleihen werden bei einer Pleite, wie wir sie bei der USA fast sahen, nicht mal mehr einen Penny wert sein. Und was macht die Politik? Sie fordert Regulierung. Wie dummdreist und naiv kann man eigentlich sein? Märkte macht man nicht durch Regulierung sicher. Man macht sie dadurch sicher, indem man Zentralbanken abschafft und damit Preisblasen  verhindert.


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
oder via Twitter an http://twitter.com/JennyGER Wer mit mir quatschen will, der kann mich gerne im SocialGame Utherverse treffen.

Mail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de

liebe Grüße, eure Jenny

Advertisements

4 Antworten zu “Aktienmarkt: Die Gier frisst nicht mehr

  1. Seit wann sollen Märkte eigentlich „sicher“ sein? Das Risiko gehört nunmal mit dazu! Alles andere wäre Sozialismus. Aber macht Euch nicht verrückt, denn wer sich mal den DAX-Kursindex anschaut, merkt schnell, dass wir (zumindest in Deutschland) von einer echten Überbewertung der Aktien doch noch ziemlich weit entfernt sind. Das gilt eher schon für den US-Aktienmarkt, aber da steht die allmächtige (?) FED dahinter, die den Geldhahn gar nicht mehr zudrehen KANN, sie hat schlicht keinen Exit-Knopf in ihre Liquiditätsflutung eingebaut… tja, dumm gelaufen… 😉

    • „Seit wann sollen Märkte eigentlich “sicher” sein? Das Risiko gehört nunmal mit dazu!“

      Stimmt absolut! Nur Wagnisse bringen Wachstum und Fortschritt.

  2. Aber „ewiges“ Wachstum bringt solange „Fortschritt“, bis alles zusammenbricht… aber das kann im Geldsozialismus (copyright: Roland Baader) verdammt lange dauern!! 😉

  3. In der Tat ist die Entwicklung des DAX insbesondere gegen Gold erstaunlich. Wir liegen nun bei einem DAX/Gold-ratio von ca. 9,3.

    Gehen wir zurück zum 20.09.2002, vor über 11 Jahren also, von Immobilienkrise, Überschuldung, Eurokrise und Finanzkollaps sprach niemand und an Gold, das barbarische Relikt, hat praktisch niemand gedacht, der DAX/Gold lag damals auch genau bei 9,3. Damals war also Gold (relativ zum DAX) genauso preiswert bzw. teuer wie heute.

    Gold kostete damals sage und schreibe 322$ je Unze und der DAX lag bei 3066 Punkten und hatte sein Tief nach der internet-Bubble noch nicht einmal erreicht.

    Aus heutiger Sicht wäre es also egal gewesen, was man damals gekauft hätte, den DAX oder Gold. Wirklich?
    Ich glaube nicht… wenn man das Bild in zwei, drei Jahren betrachtet.

    Ich bleibe dabei. Wir bilden im DAX/Gold ein Zwischenhoch aus, bevor es dann tief in den Keller geht, auch wenn ich die aktuelle Höhe des DAX/Gold nicht erwartet hätte und aufgrund der derzeitige Goldschwäche leider auch noch höhere Wert nicht mehr ausschließen will.

    Time will tell !

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s