Bundesbank warnt vor Immobilienblase

Büroimmobilien in Ostberlin oder später private Wohnimmobilien in den USA sind nur zwei traurige Beispiele von Immobilienblasen. Manch ein konservativer Gartenzweg-im-Vorgarten-Spießer wägt sich mit seiner deutschen Immobilie in Sicherheit. Egal ob zur Altersvorsorge oder zur Geldanlage: Die Deutschen haben seit der Finanzkrise kräftig unbeweglichen Beton gekauft. Nun warnt die Deutsche Bundesbank in ihrem Monatsbericht vor einer Überbewertung.

Das interessante ist, dass es diesmal nicht Gewerbe- bzw. Büroimmobilien sind, die überbewertet sein sollen. Die Bundesbank spricht in ihrem Bericht von  substanziellen Übertreibungen am Wohnimmobilienmarkt in Ballungsräumen. Es sei zu Preissteigerungen gekommen, die sich „fundamental nur noch schwer rechtfertigen lassen“, so die Bundesbank. Die Bundesbanker haben errechnet, dass die Preise in Großstädten um 10% bis 20% über einem normalen Niveau liegen. Auch Spekulationsmotive schließt man als Preisimpuls nicht aus. Die empirische Studie legt nahe, dass die Immobiliennachfrage stärker gewachsen ist, wie es die konjunkturelle und demografische Entwicklung erahnen hätte lassen können. Als Hauptgrund sieht man das ultraniedrige Zinsniveau und dessen Lenkungsfunktion für Investitionen. Vor allem Privatpersonen suchen in Immobilien „gefühlte Sicherheit“ und Inflationsschutz.

„Sollte es zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu Preiskorrekturen am Immobilienmarkt kommen, könne das bei Haushalten empfindliche Vermögensverluste verursachen“, heißt es in dem Bericht der obersten Währungshüter. Probleme am Bankenmarkt sieht man hingegen nur bedingt, denn die berühmte 100%-Finanzierung käme in Deutschland kaum vor. Die meisten Objekte sind vorsichtig und mit entsprechenden Abschlägen bewertet. Kurzfristig rechnet die Bundesbank nicht mit einem Platzen der Blase. Zahlreiche Experten sehen eine negative Korrelation von Immobilienpreisen zum Geldmarkt. Steigt der Zins, dann werden Immobilien zur Geldanlage unattraktiver. Zudem bekommen viele Kreditnehmer bei steigenden Zinsen Probleme mit dem Kapitaldienst. Auch dieses Real-Life-Beispiel zeigt, dass eine zentral geplante Geldpolitik zu gefährlichen Verwerfungen führt. Können sich diese Verwerfungen nicht in gesunden Stufen abbauen, dann entsteht erhebliches Krisenpotenzial. Eine weitere Erkenntnis ist, dass die Immobilie eben doch nicht die sicherste Geldanlage aller Zeiten ist.

Quelle: Bundesbank am 21.10.2013


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
oder via Twitter an http://twitter.com/JennyGER Wer mit mir quatschen will, der kann mich gerne im SocialGame Utherverse treffen.

Mail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de

liebe Grüße, eure Jenny

4 Antworten zu “Bundesbank warnt vor Immobilienblase

  1. Pingback: 21. Jahrhundert » Blog Archiv » Bundesbank warnt vor Immobilienblase | Jenny´s Blog

  2. Bei den sonst üblicherweise zurückhaltenden Formulierungen der BuBa ist diese deutliche Ansage schon mehr als ein Wink mit dem Zaunpfahl: Immobilien-Schafe, ihr werdet bald geschoren! Wenn die Immo-Blase platzt, platzen Eure Träume mit. Das Haus ist weg, aber die Schulden bleiben.

    Witzig finde ich in solchen Artikeln immer wieder den Begriff „Betongold“; witzig gleich aus 2 Gründen. Beton suggeriert stabil, beständig, unkaputtbar oder so. Wenn ich mir dann den Pfusch angucke, der da in den letzten 10 bis 20 Jahren teuer hingeklitscht wurde, hat das mit Qualität nun gar nichts mehr zu tun. Billigbauweise, teuer verkauft, von den drangeklebten Brandbeschleunigern in Form einer Isolierung und anderen Öko-Unsinn ganz zu schweigen.
    Wenns wenigstens Beton wäre!

    Und Gold? Gold steht für Sicherheit, krisenfest, anonymer und dadurch unsichtbarer, nicht besteuerbarer Besitz. Das alles bietet eine Immo nicht, wo Staatskrake und andere Verbrecher stets Zugriff haben.

    „Betongold“ ist also in doppelter Hinsicht eine Mogelpackung.
    Ich bleibe überzeugter Mieter und ziehe das echte Gold dem „Betongold“ vor.

  3. Ich finde es gibt sehr wohl Immobilien wo die Verwendung des Wortes „Betongold“ sehr zutreffend ist. Wie in jeder anderen Branche ist auch hier nicht alles Gold was glänzt. Ein Investment wird auch immer bleiben was es ist, nämlich ein Risiko.

  4. Sicherer ,,Wert,, ?
    Es gibt keinerlei Fix oder sicheren ,,Werte,,.
    Alle , insbesondere Geld- Kapitalwerte sind relativ.
    Relativ zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung.
    Letztlich entscheidet der Markt über den ,,Wert,,
    Stichworte. Nutzwert ,Spekulationswert, Tauschwert, usw.
    Aktuell explodieren als Folge der gigantischen Geldschöpfungs- Orgien vorrangig die Buch und Spekulationswerte in Relation zu den Realwirtschaftlichen Nutzwerten. Sind die Buchwerte nicht mindestens Verzinsbar ist das Ergebnis eindeutig. Das weiss jeder Buchhalter. Das Ergebnis heisst Insolvenz oder ganz profan Pleite. Nur noch eine Frage der Zeit bis auch sehr viele ,,Gewinner,, sich in die Rehe der Verlierer einreihen müssen. Letztlich werden da faktisch nur noch Verlierer übrig bleiben.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s