Unter der Lupe: Indexgebundene Rentenversicherungen

Private Rentenversicherungen ohne Garantiezins liegen derzeit voll im Trend. Fast alle namhaften Anbieter haben sog. „Indexgebundene Rentenversicherungen“ entwickelt. Statt wie üblich Garantiezins plus Überschüsse, gibt es hier eine Indexpartizipation. Ich habe mir die Produkte angeschaut und traue meinen Augen nicht.

Die zur Altersvorsorge und zur Geldanlage beworbenen Produkte funktionieren alle ähnlich. Auf die Einzahlungen gibt es keinen Zins. Mit diesem theoretischen Zins geht die Versicherung in einen Index. Relevant sind die Monatsentwicklungen des z.B. EuroStoxx50. Jede Monatsentwicklung wird aufaddiert bzw. subtrahiert. Positive Monate werden auf einen „Cap“ gekürzt. Nach 12 Monaten wird geschaut, was raus kommt: Ist das Ergebnis positiv, dann ist das die Rendite für die Verträge. Ist es negativ, dann wird es auf 0,00% erhöht. Diese Systematik gilt bei fast allen Anbietern.

Weil es sich rechtlich um eine Versicherung handelt, müssen die Berater kein aufwendiges Beratungsprotokoll erstellen (mehr dazu). Was Privatkunden hier angeboten wird, ist eine komplizierte derivative Struktur. Auch Kosten und Provisionen müssen die Berater, anders als bei z.B Fonds, erst auf Nachfrage offenlegen. Konsens sind Abschlusskosten in Höhe von 4%, bezogen auf alle Beiträge bis zum Laufzeitende. Die sich ergebende Summe, wird komplett zu Beginn des Vertrages in Rechnung gestellt. Je länger die Laufzeit, desto mehr Provision gibt es. Eine Versicherung wirbt dreist damit, dieses Produkt für Kinder abzuschließen. Dabei kommen oft Laufzeiten von über 60 Jahren heraus. Zusätzlich werden die Verträge mit 3% bis 6% Verwaltungskosten belastet. Bei Kündigung gibt es obendrein noch Stornoabzüge.

Alle Anbieter werben mit einer Kapitalgarantie. Dass im verwendeten Index „EuroStoxx50“ keine Dividenden enthalten sind, verschweigt man aber. Mit indexgebundenen Rententarifen hat sich die Versicherungsindustrie still und heimlich aus der Verzinsung verabschiedet. Ob die Kunden eine Rendite erhalten, liegt künftig am EuroStoxx und nicht mehr an einer Garantiezusage. Wer eine kapitalmarktbasierte Altersvorsorge mit Kapitalgarantie machen möchte, der ist bei „ungefördertem Riester“ wesentlich besser aufgehoben. Zum Schluss bleibt mir noch zu erwähnen, dass es für Versicherungsguthaben quasi keine Einlagensicherung gibt. Wer die derivative Struktur, alle Kosten und Bedingungen verstanden hat, der kann gerne eine indexgebundene Rentenversicherung abschließen. Allen anderen rate ich ab.

Es wird allerhöchste Zeit, dass MiFID auf ALLE Finanzprodukte ausgeweitet wird! Die CDU ist bisher dagegen und schützt Anbieter von diesen dubiosen Versicherungsprodukten. Hier weiter lesen…


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
oder via Twitter an http://twitter.com/_JennyGER_ Wer mit mir quatschen will, der kann mich gerne im SocialGame Utherverse treffen.

Mail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de

liebe Grüße, eure Jenny

10 Antworten zu “Unter der Lupe: Indexgebundene Rentenversicherungen

  1. Hallo Jenny,
    Wie ich bereits mehrfach ausgeführt habe, sind alle Finanzprodukte selbiger Industrie Schrott & Vera…..g des gemeinen Bürgen. Denn diese Knebelverträge nutzen nur den Versicherungen, Banken & Staatshydra! Bitte endlich aufwachen und die „Wertperspektive“ sich anschauen & verinnerlichen! Dazu noch die Wissensmanufaktur von Andreas Popp als Ergänzung! Dann sollte alles klar sein. Man verwaltet sein Geld „Selbst“! Selbst ist die Dame & Selbst ist der Mann! Finger weg von Verträgen mit diesen Meisterdieben!!!!!!!!
    Bitte Aufwachen!
    *Link gelöscht*
    Gruß
    Der Barbar

  2. Hallo Jenny,
    Es sollte mit dem folgenden Artikel allen Schäfchen in unserem Lande nun klar sein was wirklich kommt:
    http://www.buergerstimme.com/Design2/2013-12/rechnet-der-iwf-mit-einem-finanzkollaps/
    Das Papiergeldsystem ist kurz vor finito!
    Gruß
    Der Barbar
    Ich wünsche trotzdem einen schönen 3.Advent mit Kerzenschein & Pyramide

  3. Und ein Drittes:
    Aus dem Zauberlehrling:“ Herr die Not ist groß, die Geister die ich rief werd ich nun nicht los!“
    Anette Droste Hülshoff:
    Darum was die Schelmen nicht stehlen, das zertreten die Narren.
    Hier Auszüge aus der großen teutschen Narretei:
    http://gerhardbreunig.de/b2evolution/blog1.php/schaeuble-2-jpg
    und
    http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article122938144/Geheimbund-soll-Goldpreis-kuenstlich-niedrig-halten.html
    Hoch leben die Bürger von Schilda, äh Teutschen Schlafschäfchen!
    MfG

  4. Hallo Jenny,

    Vielleicht ist die folgende Petition ja auch von Interesse für dich und du hältst sie auch für unterstützenswert:
    Aktiensparen als Altersvorsorge statt Illusionen

    Beste Grüsse!

  5. Hier ein Kurzbeitrag zum besseren Verständnis, wie „Renten“ wirklich funktionieren.

    Die Rente ist eine Ente!
    MfG

  6. Hallo an Alle,
    Hier ein sehr guter Übersichtsartikel, wie es 2014 laufen wird (könnte), auch im Hinblick auf eine Ente, äh spätere Rente.
    http://www.marktorakel.com/index.php?id=5751676632206006197
    Die Chinesen haben in Deutschland schon jetzt alles aufgekauft, z.B. Putzmeister, sie werden dem Michel bestimmt keine Rente zahlen. Es sollte wirklich Jeder seine eigene Notenbank aufbauen!
    MfG
    Trajan

  7. Pingback: 21. Jahrhundert » Blog Archiv » Unter der Lupe: Indexgebundene Rentenversicherungen | Jenny´s Blog

  8. Ohne das Produkt an sich schönreden zu wollen, erlaube ich mir folgende Hinweise:
    – Beratungsprotokoll: Ein solches muss nicht nur bei Fonds, sondern auch bei der Vermittlung einer Versicherung erstellt werden, vgl. § 6 Abs.1 VVG
    – Offenlegung von Provisionen: Diese müssen nicht nur auf Nachfrage, sondern zwingend bereits vor Vertragsabschluss im Rahmen des Produktionformationsblattes offengelegt werden, vgl. §7 VVG i.V.m. §2 Abs. 1 VVG InfoVO
    – Abschlusskosten: Diese dürfen nicht komplett zu Vertragsbeginn in Abrechnung gestellt werden, sondern müssen gleichmäßig über mindestens die ersten 5 Jahre verteilt werden.

    • Bei aller Liebe zu Versicherungen gibt es trotzdem gravierende Unterschiede. Das Protokoll bei Versicherungen ist oft von der Software erstellt und im Wortlaut immer gleich. Es handelt sich um automatisch generierte Texte. Bei Finanzinstrumenten wie Fonds müssen die Berater in Freitext begründen, warum dieses Instrument in Frage kommt. Die Kosten von Versicherungen stehen in den VVG und diese müssen tatsächlich ausgehändigt werden; der Kunde kann dann innerhalb von „100 Seiten“ danach suchen. Bei Fonds MÜSSEN die Kosten mündlich genannt und ausgehändigt werden. Das Protokoll bei Versicherungen ist nicht mit dem bei Wertpapieren vergleichbar.

  9. Deine Aussage ist einfach nur plump und grundsätzlich falsch!
    1. Wer sich am Finanzmarkt auskennt, wird sicher nicht eine Indexrente abschließen!

    2. Wird die Rendite nicht addiert, bzw. subtrahiert, sondern es wird immer von Stichtag zu Stichtag die Differenz eingelogt.

    3. Ist diese Form der Rentenversicherung renditetechnisch mit das beste bzw. sicherste am Markt, da zwar der Cap nach oben bremst, aber bei negativer Entwicklung ausgenullt wird! Im Vergleich zum Markt, macht diese Investition auf jeden Fall Sinn! Mann schaue sich nur mal die Rendite der ETF´s an, die letzten Jahrzehnte, für den normalen Kunden besser als KLV oder fondsgeb. RV ohne Management!

    4. Wisst ihr hier immer nur was nicht gut ist, ich weiß, dass jeder Kunde unterschiedliche Vorstellungen von Sparen hat. Seit ihr wirklich so boniert, zu denken, dass alle Bürger ein Depot bei Comdirekt eröffnen um dann am Markt zu zocken? Diese einseitige Sichtweiße nervt gewaltig!

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