Propagandabegriff des Jahres: Wettbewerbsfähigkeit

Angela Merkel will, dass Deutschland wettbewerbsfähig bleibt. Wenn sie diesen Satz sagt, dann applaudieren massenhaft verdummte und total manipulierte Leute, während gekaufte Karrierejournalisten brav darüber berichten. Die Wahrheit ist: Wettbewerbsfähigkeit ist nicht immer was gutes.

Vereinfacht gesagt ist Wettbewerbsfähigkeit ein Zustand, bei dem Unternehmen günstig produzieren können. Hierfür ist es wichtig, dass die Lohnkosten niedrig sind. In Deutschland geht dies relativ einfach, denn wir exportieren mehr als wir importieren. Aber wer ist „wir“? Die Industrie exportiert und die Bürgerinnen und Bürger importieren. In jedem in Deutschland verkauften Produkt stecken im Schnitt zirka 60% sogenannte Vorleistungsimporte. Bei Benzin, Kaffee, Auslandsreisen und Textilien sind es oft 100%. Weil wir durch den Euro unsere Währung an die Währung schwächerer Länder koppeln, müssen wir für diese Importe zuviel bezahlen. Das ist gut für den Export, aber die Bürger exportieren nicht; sie importieren – sogar beim Binnenkonsum.

Wenn eine Gewerkschaft z.B. 2% Lohnerhöhung verhandelt, dann berichten die Zeitungen vom „großen Schluck aus der Pulle“. Genau diesen muss man wohl genommen haben, um sowas zu schreiben. Die Reallöhne in Deutschland sind seit Jahren rückläufig oder eingefroren, obwohl die Wirtschaft gewachsen ist. Wenn die Wirtschaft an den Bürgern vorbeiwächst, dann spricht man von Wettbewerbsfähigkeit. Dieses Dummwort hört sich zwar in Sonntagsreden gut an, gemeint ist aber, dass Arbeiter und Angestellte weniger Kaufkraft im Portemonnaie haben.

Bei negativen Realzinsen sprechen gutbürgerliche Sparer von kalter Enteignung. Warum überträgt man diese Logik nicht auch auf andere Einkommensarten? Wie die Bundestagswahl am 29.09.2013 gezeigt hat, finden über 80% der Wählerinnen und Wähler Wettbewerbsfähigkeit gut, weil ihnen die Propaganda noch nie erklärt hat, dass es sich hierbei um Reallohnverluste handelt. Im Gegenteil: Die Wählerinnen und Wähler sind sogar begeistert von Wettbewerbsfähigkeit. Warum das so ist, wissen sie aber selbst nicht so genau.

Uns wird immer gesagt, dass eine schwache Währung Wettbewerbsfähigkeit bringt und gut für den Export sei. Hat Deutschland vom Euro profitiert? Ja! Aber nicht ganz Deutschland. Alle die nichts zum exportieren haben, sind Opfer dieser Politik. Für mich ist es faszinierend, wie diese Verdummung funktioniert. Es bringt nichts, sich aufzuregen. Viel besser ist es, einfach vom Spielfeldrand dem ganzen Geschehen zu zu schauen. Wenn die Bürgerinnen und Bürger total verdummt und manipuliert betrogen werden wollen, dann soll ihnen dieser Wunsch gegönnt sein. Wann fordert endlich mal jemand Wettbewerbsfähigkeit für die Bürger statt für die Wirtschaft? Wäre es nicht mal an der Zeit, dass man in Deutschland den Import ankurbelt, indem man den Binnenkonsum anregt?

Frohe Weihnachten ❤


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liebe Grüße, eure Jenny

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7 Antworten zu “Propagandabegriff des Jahres: Wettbewerbsfähigkeit

  1. Pingback: In Bezug auf diese MERKEL ;) Propagandabegriff des Jahres Wettbewerbsfähigkeit | WTF ?

  2. Ein wenig undifferenziert der Text: Niedrige Lohnkosten sind es nicht, die für Wettbewerbsfähigkeit sorgen, es sind die niedrige Lohnstückkosten. Das sollte man nicht unter den Tisch fallen lassen, dass Löhne nicht alleine ausschlaggebend sind. Man denke nur an die Autobauer, die jetzt wieder Prämien von ~ 10.000 Euro an ihre Mitarbeiter zahlen und trotzdem wettbewerbsfähig sind.

    „Die Reallöhne in Deutschland sind seit Jahren rückläufig oder eingefroren“
    Das ist leider auch so ein Märchen, dass gerne verbreitet wird. Schaut man sich die echten Zeitreihen an, ist das Bild doch ein wenig erfreulicher. Dann findet man Reallohnsteigerungen 2008, 2010, 2011 und 2012. Siehe https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/03/PD13_114_623.html

  3. Hallo Jenny,

    na das war schön provokativ. Der Stammtisch lässt grüssen. Hoffentlch nicht ernst gemeint sondern Absicht, um ein paar Kommentare hervorzulocken. Ok, hier bin ich.

    >Alle die nichts zum Exportieren haben, sind Opfer dieser Politik.

    Und wen bitte, siehst Du damit als Opfer? Wer ist „alle“? Selbst der Bäcker, der Friseur und die Raumpflegerin lebt von den Kunden, die Arbeit haben. Und die haben letztlich Arbeit, weil die erzeugten Waren auch im Ausland wettbewerbsfähig sind. Sonst würden wir nur Waren / Dienste importieren und diese am Ende nicht zahlen können, siehe Griechenland.

    Zwischen 1990 bis 2005 sind die in Deutland geleisteten Arbeitsstunden massiv gesunken. Die Arbeitsplatzbesitzer wurden auf Teufel komm raus geschützt, die Arbeitszeit niedrig und die Löhne hoch gehalten. Mit dem Ergebnis, dass jede Menge zu teure Arbeitsplätze auf Nimmerwiedersehen exportiert wurden. Die Arbeitslosigkeit ist damals massiv gestiegen. Mit Agenda 2010 haben ausgerechnet Teile der SPD gemerkt, dass wir in einer globalisierten Welt doch tatsächlich auch mit dieser ganzen Welt konkurrieren. Für Politiker und noch dazu linke war das eine echt starke Leistung. Hätte ich denen niemals zugetraut.

    Und natürlich drückt diese weltweite Konkurrenz massiv auf das im Weltvergleich hohe Lohnniveau bei uns. Ganz besonders gilt das für die Löhne der nicht so dolle qualifizierten Kräfte und leider trifft es diese Kräfte auch ganz besonders. Schließlich wächst die Welt zusammen und der Rest der Welt hat genügend arbeitssuchende Kräfte, insbesonders sehr viele wenig qualifizierte.

    Ergebnis der ach so hässlichen Agenda 2010: seit 2005 bis 2012 sind die geleisteten Arbeitsstunden in D wieder gestiegen, immerhin auf das Niveau von 2000. Die Anzahl sozialversicherungspflichtiger Jobs war nie so hoch wie heute. Viele Leute ohne Job haben jetzt wieder einen. Und ja, das ist oft kein Vollzeitjob – aber eine gleichmäßigere Verteilung der Arbeitsstunden auf die Bevölkerung ist m.E. besser, als wenn ein paar alles haben und andere haben nichts. Und ja, der Job ist oft nicht so toll bezahlt und muss womöglich aufgestockt werden. Aber das ist m.E. besser als kein Job.

    Nur, was ist die Alternative?
    – Hohe Löhne und niedrige Arbeitszeiten? Das haben wir in den 80er und 90ern probiert. Das ging schon mal in die Hosen.
    – Gar kein Job statt eines schlecht bezahlten? Das mag emotional für den Einzelnen Sinn machen – solange die Gemeinschaft für ihn sorgen kann – also diejenigen, die einen Job haben (inkl. Selbständige). Für die Volkswirtschaft aber macht das keinen Sinn. Da fehlt einfach der Leistungsanteil.
    – Machen wir eine autarke Insel auf und bestimmen unsere eigenen Preise? Das schaffen nicht mal die Amis trotz deren viel grösseren Binnenmarktes.
    – Einziger Ausweg den ich sehe – Qualifizierung … Qualifizierung .. Qualifizierung.

  4. Bei weniger als 30 % Steuern kann man den Binnenkonsum mit mehr Lohn ankurbeln, bei über 50 % Steuern (40 % für den Mindestlöher und 30 % für den Hartzer) ist das fraglich. Darum radalieren die Rotmützen in der Bretagne und die Heugabeln in Italien. Die haben erkannt, daß es so nicht weitergeht.

  5. Melcus Trajan

    Jeder sollte sich in diesem Zusammnehang das Geheimprotokoll von Peru 1975 genauestens durchlesen, welches durch die Regierungschefs der damaligen G7-Staaten ratifiziert wurde. Dann ist für Jeden Leser die Sache ein für alle mal klar.
    Für deutsche Staatsbürgen gilt deshalb „Germania esse delendam“, denn die „Wettbewerbsfähigkeit“(Mehrwert) wird schon in Deutschland gezielt abgesaugt.

    *Video von der Moderation gelöscht*

    Die Gauckelei läßt grüßen.

  6. Conan der Barbar

    Man kann wirklich nur staunen, über welche ökonomischen Zusammenhänge hier schwadroniert wird, während die wirklich harten Fakten nicht annähernd zur Sprache kommen. Da glaubt doch tatsächlich jemand an Reallohnsteigerungen und macht dies an destatis fest, und nimmt zusetzlich dafür noch die Löhne der Autoschrauber her, um dies zu beweisen. Unfaßbar! Wo ist da die kalte Progression und nebenbei bemerkt ist die Autoindustrie, die am besten gepamperte Industrie Deutschlands. Welche übrigens in spätestens 5 Jahren verschwunden sein wird!
    Das unser gesamtes Lohn- und Preisgefüge spätestens seit der Einführung der Agenda 2010 unter Schröder bewußt vernichtet wurde & chinesischen Verhältnissen angeglichen wurde wird erst gar nicht thematisiert! Hier mal ein paar harte Fakten:
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/12/25/merkel-fuerchtet-untergang-wenn-wir-so-weitermachen-sind-wir-verloren/
    und
    http://www.marktorakel.com/index.php?id=7771045629107993511
    Hiermit sollte jedem klar sein, daß wir im finalen Endgame sind und genau jetzt die Dynamitschlafschäfchen reihenweise hochgehen!
    Man kann Vogel Straußpolitik betreiben Kopf in den Sand & alle mißliebigen Beiträge löschen, aber man sollte sich dann nicht wundern, wenn man ganz plötzlich und über Nacht von der wahren Realität mit Lichtgeschwindigkeit überholt wird!
    MfG
    der Barbar

  7. Conan der Barbar

    Hier noch ein paar Beiträge für Leute, die es bildhafter mögen:

    Der Flieger ist schon aufgetankt:

    Für arme Würstchen die einzige Alternative der Finanzrepression zu entkommen:

    Glück auf für Alle

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