Notenbanker in der Sackgasse: Die Fallhöhe nimmt stetig zu

Das seit Jahren ultraniedrige Zinsniveau versorgt Märkte und Staaten mit ausreichend Liquidität. Eine Nebenwirkung des billigen Geldes ist Reformstillstand und eine drastische Unterbewertung von Risiken. Ein künftiges Eskalationsszenario könnte vergangene Krisen in den Schatten stellen.

Zins ist der Preis für die zeitliche Überlassung von Geld zzgl. einer Risikoprämie. Je höher das Risiko, desto höher der Zins. Dieser Mechanismus sorgt dafür, dass die Marktteilnehmer dazu neigen, die Risiken abzubauen, denn „viel Risiko“ wird für einen Kreditnehmer ziemlich schnell teuer. Die verschiedenen Programme zur Eurorettung haben diesen Marktmechanismus außer Kraft gesetzt. Viele Risiken von Banken, Immobilien, Unternehmen und vor allem Staaten sind drastisch unterbewertet. Je länger die Phase der ultraniedrigen Zinsen dauert, desto schwieriger wird es, sie zu beenden, denn ein Zinsanstieg löst unweigerlich die nächste Krise aus.

Die Notenbanker sind in der Sackgasse: Belassen Sie die expansive Geldpolitik, dann kommt es zu enormer Blasenbildung und Verwerfungen („Chrash nach oben“). Normalisiert der EZB-Sovjet (russisch für EZB-Rat) hingegen die Geldpolitik, dann kann es zu einer plötzlichen Bereinigung kommen, die weitere Eskalationsstufen zünden kann. Der zu niedrige Zins ist vergleichbar mit einer KFZ-Versicherung: Verlangt sie zu wenig Beiträge dann geht sie pleite, sobald Risiken in normalem Umfang eintreten.

Besonders hart könnte ein Zinsanstieg die Bürgerinnen und Bürger treffen. Der Bund bezahlt jährlich zirka 30 Mrd€ Zinsen für seine Staatsschulden. Das sind immerhin noch 5 Mrd€ mehr, wie er für Verkehr und Bau ausgibt. Diese 30 Mrd€ bezahlt Deutschland allerdings schon mehrere Jahre, obwohl die nominelle Bundesschuld drastisch gestiegen ist. In 2005 hatten wir noch 1.500 Mrd€ Schulden; heute sind es knapp 2.200 Mrd€. Trotzdem ist die absolute Zinsbelastung in etwa gleich geblieben. So wie es Deutschland erging, so erging es fast allen Ländern: Die Politik konnte sich durch den Zinsrückgang ohne finanzielle Mehrbelastung verschulden. (PS: Der verdummte Wähler wollte es so!)

Was passiert nun, wenn der Zins steigt? Einfache Rechnung: Steigt der Zins, dann steigt auch die Zinsbelastung. Aufgrund der Schuldenbremse müssen dann allerdings andere Haushaltsposten gekürzt werden. Anders als der klassische Häuslebauer hat sich unsere dämliche Regierung die Zinsen nicht langfristig gesichert. Zirka 60% der Bundesschuld ist in den nächsten 4 Jahren fällig. Dies trifft nicht nur Deutschland. Auch andere Länder können in dieses Messer laufen. Bleiben die Zinsen hingegen niedrig, dann drohen neue Bankenpleiten. Volksbanken und Sparkassen kündigen das gerade an.

Die Fallhöhe nimmt stetig zu und ein Ausweg aus dem Papiergeldsystem ist politisch nicht gewollt. Trotzdem bricht das System nicht zusammen. Warum das so ist, könnt ihr hier nachlesen. Die hier dargestellten Herausforderungen sind keine Probleme des Euros oder der EU. Es handelt sich um ein Phänomen des ungedeckten Schuldgeldsystems.


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liebe Grüße, eure Jenny

10 Antworten zu “Notenbanker in der Sackgasse: Die Fallhöhe nimmt stetig zu

  1. „Unsere“ Regierung?
    Tatsächlich?

    Wann versteht der eine oder andere eine einfache wenngleich auch unbequeme Erkenntnis:
    1. Die Westliche-Werte-Demokratie ist uns und vielen anderen Völkern mit Gewalt aufgezwungen worden.
    2. Sie ist das Produkt und die politische Waffe der Globalisten.
    3. Ihre Handlanger mimen hier die Demokraten, grün, rot, gelb, schwarz lackiert.
    4. Sie exekutieren hier ihr Programm z.B. Geldausgeben für sinnlose Projekte und Tribute in alle Welt – um uns immer tiefer in einer dauerhaften Zinsknechtschaft zu knebeln.

    Mit welchen Waffen führen die Demokraten uns am Nasenring?
    1. „Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft.“ (Bernays – „Propaganda“).
    2. Seit mehr als 100 Jahren gilt daher in den Westlichen-Werte-Demokratien:
    a. Führung durch Suggestion und Manipulation.
    b. Die wirtschaftliche Versklavung der Menschen durch Steuertribute, private Zentralbanken, Zocker, Zinseszins und heute TTIP…
    c. Orwell-sche Überwachung
    Alle diese Aktivitäten passen hervorragend in dieses System!
    Anders ausgedrückt – sie zerstören nicht die Demokratie sondern sind integraler Wesens-Bestandteil der West-Demokratie.

    Warum stellen wir eigentlich nicht die Systemfrage?
    Hier geht es zu
    1. der passenden Studie: „Die erfolgreichsten Gehirnwäsche-Techniken. Der Globalisierungs-Fanatiker. Ein Psychogramm der Westlichen-Werte-Demokratie“ Die brandneue Studie berücksichtigt auch die neuesten Erkenntnisse aus der Hirnforschung und NLP.
    Zusammenfassung: http://www.gsm-grunwald.de/Gehirnwaesche_Zsfg.pdf
    http://www.gehirnwaesche.info/
    2. dem Interview-Auschnitt mit dem Buchautor:
    „Die erfolgreichsten Gehirnwäsche-Techniken“ – Nr 4: Vernichtungs-Strategien der Globalisten. http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=ZeKjbjyYFmo

  2. Na ja nüscht neues… da das FiatGeld-System seit 1913 extra so konstruiert wurde, ist der Zummenbruch natürlich erwünscht. Denn dann können die Monopol Kollektivisten in rettermanier wie 1929 die „armen & kapputen“ ehemals freien und unabhängigen Firmen recht preiswert ja fast zum Nulltarif einkassieren. Wie sagte Rockefeller so schön „Wettbewerb ist eine Sünde“
    Problem-Reaction-Solution 😀
    Und die Lösung wird sein „Die Währungen waren schuld an dieser Misere, daher kommt nur eine Weltwährung in Frage“ und alle Jubeln.

  3. Das heutige Geldsystem ist geradezu genial. Die oft bemängelten Zinsen fließen doch als Zentralbankgewinne an die Regierungen zurück! (Die Deutschen sind ein Sonderfall monetärer Dummheit, sie zahlen an die EZB, die EU und noch ihre Bilanzüberschüsse als „Rettung“. Zusätzlich zahlen sie seit Jahrzehnten „Dollarsteuern“.) Ohne dieses System stünden wir heute da, wo wir Mitte 1970 standen. Mich würde es nicht stören. Es gäbe weder Multikulti, noch Gleichberechtigung oder gar Ökowahn, nur um vollkommen sinnloses „Wachstum“ zu schaffen. Wirtschaftlich, technisch und gesellschaftlich hat das System zu gewaltigen Veränderungen geführt. Das waren zunächst tolle Fortschritte, aber seit etwas mehr als 10 Jahren scheinen (nicht nur) die Deutschen des Wahnsinns fette Beute zu sein. Überhaupt nicht genial ist der Mißbrauch des Geldsystems durch die Politik oder der Witz aus dem Irrenhaus, der sich Finanzindustrie nennt. Vor diesem „Markt“ fürchten sich diese Politkomiker auch noch, statt ihm eine Schrumpfkur zu verpassen. Vom „geretteten“ Euro, und QE-Dollar, die man nur noch als Perversion des Geldes bezeichnen kann, ganz abzusehen. Das System verlangt nach einer Inflationierung in der Euphorie die Deflationierung durch Pleite auf Kosten der Gläubiger. Es ist die Aufgabe der Politik und der von ihr eingesetzten Zentralbanker, die Euphorie nicht in den Himmel wachsen zu lassen und solche Ferkeleien wie die Finanzindustrie klein zu halten. Was machen diese Komiker? Sie pusten eine schillernde Seifenblase nach der anderen auf. Dadurch schwirrt immer mehr „Geld“ in der Finanzindustrie rum, während es dort, wo es gebraucht wird, um die Wirtschaft zu fördern, fehlt.

    Wir erleben seit Jahrzehnten kollektive Verantwortungslosigkeit der Politik. Wer ist die Politik? Es sind die wählenden Bürger, Denken ist zuviel verlangt. Dann zahlen sie eben den Preis ihrer „Wahl“. Das ist völlig in Ordnung so.

  4. Aktuell stehen die Staatsschulden im Focus. Die Unternehmens und Privatschulden werden weitestgehend ausgeklammert. Diese riesige weit grössere Masse wird zumeist ausgeklammert. Schuldverschreibungen egal ob öffentlich oder privat wirken entsprechend im Realwirtschaftsablauf.
    Zur Erinnerung der überhitzte Immobilienmarkt in den USA hat die aktuelle Finanzkriese eingeleitet.
    Da hat sich längst ein Ökonomischer Nuklearsprengsatz aufgebaut.
    Offen ist da nur noch wann resp. wo, der final gezündet wird.
    Ist das gewollt oder gar geplant? Ich habe da ganz grundsätzlich etwas Mühe mit dieser Deutung.
    Ich Type da eher auf Innkompetenz, Masslosigkeit und auf Verantwortungslosigkeit, sowie auf das Umständehalber getrieben sein, so einiger Macher. Aufmerksame Beobachter können immer wieder beobachten das Top Spitzenkräfte aus der Wirtschaft nur oft sehr eingeschränkt mit Ökonomischem Sachverstand und Kompetenz ,,gesegnet,, sind. Betriebsökonomie schnallen die ja meist noch ganz gut. Mit National oder gar Globalökonomie sind die leider zu oft nur sehr marginal gesegnet. Gewiss es gibt löbliche Ausnahmen leider eine zahlenmässig schwindende Minderheit.
    Da ist denn auch noch eine weitere Spezies die sog. Etablierten Berufsökonomen, mit honorigen Titeln. Gelegentlich einfach zum heulen was letztere so alles verkünden und empfehlen.
    ,,Geheimtyp,, einfach mal bei Gelegenheit einem entsprechenden ,,Experten,, so ganz naiv eine entsprechende Ökonomische Grundsatzfrage stellen. zb. was ist Inflation, was ist Geldschöpfung oder was auch immer hihihi. Entsprechend der Antwort können Sie dann entscheiden ob eine weitere Frage sinnvoll erscheint. Fällt die Antwort mau aus ???? keine weitere stellen, den das kann sie sehr schnell die Karriere oder gar den Arbeitsplatz kosten. Megalach.
    Freundliche Grüsse

  5. Pingback: 21. Jahrhundert » Blog Archiv » Notenbanker in der Sackgasse: Die Fallhöhe nimmt stetig zu | Jenny´s Blog

  6. Das beste Buch zur Krise!
    Hier entdeckt und gekauft. In einem Rutsch gelesen. GENIAL! Danke für den Hinweis!

    Titel:
    „Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“

    Anmerkung der Redaktion: Kommentar geändert. (Löschung eines Links zu Amazon und Einsetzen des Buchtitels auf den verlinkt wurde)

  7. Letzte Zeit aufzuwachen!-Prima Artikel von Wolfgang Arnold, der kurz & knackig die wesentlichen Fakten darstellt, auch die Sparkassen & Raiffeisenbanken-Volksbanken sind bankrott!
    http://www.goldseitenblog.com/wolfgang_arnold/index.php/2014/01/12/letzte-zeit-aufzuwachen
    Wer`s jetzt nicht schnallt, der sollte weiter den schwarzen Kanal mit Karl Eduard Schnitzler oder Sponge Bob und das große Schaf im Taka Tuka Land gucken!
    MfG

  8. Hier ein Beitrag zur Charakterisierung unserer Demokratiesimulation, wie Ilja Ehrenburg zu berichten weiß:

    Da brennt der Busch, auf das die Bienen in die Waden, ihren vollen Zorn entladen!
    Grüße vom Busch, Äh Wilhelm Busch

  9. Wer die Glocken der Währungsreform-Repression hören will, der hört sie auch läuten!
    http://www.focus.de/finanzen/doenchkolumne/truegerische-euro-rettung-das-endspiel-im-schulden-massaker-beginnt_id_3537237.html
    Noch ist Zeit, aber wie lange noch?
    MfG

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