Aktien und Termingeschäfte – alles böse?

In der aktuellen Krise zeichnet sich ein trauriges Bild ab. Finanzinstrumente wie Aktien, die nicht Auslöser der Krise waren, sollen nun über eine Finanztransaktionssteuer zur Finanzierung der Rettung herangezogen werden. Vor allem aber Termingeschäfte und Derivate stehen in der Kritik. Von Teufelszeug oder sogar Massenvernichtungswaffen ist die Rede. Rein von der fachlichen Seite her, lässt sich dies nicht bestätigen.

  •  Die Aktie ist älter als jedes Sparbuch

Zivilrechtlich gelten Spareinlagen als Darlehen nach § 488 BGB. Die ersten Sparbücher gab es im Jahr 1818 in Frankreich um der Regierung Ludwig XVIII zu helfen, die finanziellen Folgen der Napoleonischen Kriege zu schultern. Noch heute nutzen zirka 37 Millionen Franzosen diese Sparform. Die Aktie ist wesentlich älter. Aktien verbriefen Wagniskapital und tauchen bereits im Jahr 1288 auf. Die erste Aktiengesellschaft nach modernem Vorbild war die „Vereinigte Ostindische Kompanie“ aus dem Jahr 1602. Idee der Aktie war es immer, sich mit Kapital an einem Wagnis zu beteiligen. Die Anteilsscheine die dabei geschrieben wurden, konnte man bereits damals handeln. Es war auch die Geburtsstunde der Risikostreuung, denn die Investoren haben gemerkt, dass es besser ist, sich an z.B. 10 Schiffen statt nur einem zu beteiligen. Noch während die Schiffe unterwegs waren, und es kam vor, dass einige nicht mehr zurück kehrten, haben die Investoren ihre Anteile gehandelt. Viele andere Großprojekte wie der Panamakanal oder eine Ostwest-Eisenbahnverbindung in den USA wären ohne das Wagniskapital vieler Investoren nicht denkbar gewesen. Anders als das Sparbuch ist eine Aktie kein Darlehen. Aktien verbriefen einen Anteil an einem Unternehmen und berechtigen zum anteiligen Gewinnbezug. Der Tatsache, dass viele verschiedene Menschen zusammen Wagnisse eingehen, verdanken wir auch die Industrialisierung und einen gewissen Wohlstand. Viele Forschungen und Erfindungen wären ohne Wagniskapitalgeber undenkbar gewesen.

  • Termingeschäfte gab es schon vor Christus

Ein Bauer möchte auf einem Feld eine Frucht anpflanzen und kauft hierfür Saatgut. Er weiß, dass er bei normaler Wetterlage in zirka 6 Monaten ernten kann. Sein Abnehmer benötigt in 6 Monaten eine festgelegte Menge der Frucht, will aber bereits heute einen festen Preis wissen. Was tun? Die beiden schließen ein Termingeschäft. Der Bauer verkauft seine Früchte auf Termin. Der dabei entstehende Vertrag ist ein abgewandelter Vertrag, die Lateiner sagen „Derivat“. Alle sind glücklich: Der Bauer bekommt sofort das Geld für die künftige Ernte und kann damit das Saatgut finanzieren. Der Abnehmer hat einen festen Preis und kann vernünftig kalkulieren. Der Abnehmer weiß auch, dass er garantiert die festgelegte Menge (oder einen Barausgleich) bekommt, die im Vertrag steht. Somit hat der Abnehmer nicht das Risiko, dass die Ernte nichts wird. Der Bauer hat den Zinsvorteil, denn er bekommt das Geld früher. Solche Geschäfte wurden schon zu biblischen Zeiten gemacht. Im Mittelalter und im frühen Europa wurden  Termingeschäfte in Verbindung mit der Schifffahrt gemacht. Sie dienen immer der Absicherung, können aber auch zur Spekulation zweckentfremdet werden. Auch im modernen Privatrecht gibt es zahlreiche Termingeschäfte. Jedes Geschäft, bei dem die Bezahlung und die Erfüllung zeitlich auseinander klafft, handelt es sich um ein Termingeschäft. Selbst Bausparverträge oder sog. Forwarddarlehen sind Termingeschäfte; sie dienen der Absicherung.

  • Moderne Finanzderivate sind wichtig

Kaffe ist tödlich, Wasser ist tödlich und sogar Luft kann tödlich sein! Es kommt immer darauf an, wie es verwendet wird. Man kann mit einem 500 bar Wasserstrahl sicherlich Menschen töten. Soll man deshalb Trinkwasser in Flaschen verbieten? Selbst ein Luftstrahl kann töten. Muss man deshalb Luft verbieten? Wer täglich 50 Liter Kaffee trinkt, wird bestimmt davon krank. Soll man deshalb Kaffee verbieten? Es kommt immer darauf an, wie man die Dinge benutzt. So ist es auch mit Derivaten. Richtig eingesetzt sind diese Kontrakte harmlos. Zu teuflischen Massenvernichtungswaffen werden Sie erst, wenn sie zweckentfremdet werden. Verbieten muss man sie deshalb nicht. Finanzderivate sind für Absicherungszwecke unverzichtbar. Unternehmen müssen sich für eine verbindliche Preiskalkulation gegen Schwankungen am Währungs- oder Rohstoffmarkt absichern. Hierzu ist es wichtig, dass es Futures und Options gibt. Auch müssen Aktionäre die Möglichkeit haben ihre Depots abzusichern, ohne die Aktien zu verkaufen, denn wer seine Aktien verkauft, verliert das Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit von Derivaten ist die Verfolgung von speziellen Strategien. Egal welche Marktmeinung jemand hat, mit Optionen kann er sie umsetzen. Kreditderivate sind ebenfalls richtig und wichtig, denn sie sichern ab und streuen das Risiko. Gefährlich wird es erst dann wenn Finanzoligarchen solche Derivate für ihr spekulatives Gewinnstreben missbrauchen.

  • Populismus bringt uns nicht weiter!

Ja, manche Derivate sind in die Hose gegangen und es gibt ein Vielfaches an Derivaten im Vergleich zur Realwirtschaft. Viele Derivate sind einfach nur milliardenschwere Spielzeuge für Zocker. Dieser Missstand liegt aber nicht an den Vehikeln sondern eher an den Fahrern. Optionen, Futures, Swaps oder auch andere Derivate haben eine gute Absicht und sind wichtig. Auch die Aktie ist sehr wichtig, denn ohne Wagniskapital bekommen wir keinen Fortschritt. Neuere Bestrebungen der Politik machen einen gefährlichen Rundumschlag. Auf einmal werden selbst Aktien bestraft und sollen mit einer Transaktionssteuer belegt werden. Welche Aktie hat die Finanzkrise verursacht? Welche? Keine einzige! Welches zu Absicherungszwecken eingesetzte Derivat hat die Finanzkrise verursacht? Kein einziges! Wer das aufgeblähte Finanzsystem kritisiert, muss auch erwähnen, dass es sich bei Spareinlagen, Kontoguthaben und Versicherungsguthaben um Kredite handelt. Diese Kredite stehen komischerweise selten in der Kritik. Für die Politik ist es natürlich ein einfacher Trick Derivate und Aktien zu verteufeln, denn viele Bürgerinnen und Bürger kennen sich fachlich nicht aus. Es sind nicht Waffen, die töten; es sind die Menschen. Wer eine Versicherung oder eine Spareinlage hat, ist Gläubiger. Diese sog. Gläubiger sollen nach aktuellen Plänen bei Bankenpleiten noch vor dem Steuerzahler haften. Da lobe ich mir Eigentumswerte wie Aktien, deren Risiken ich derivativ managen kann. Wer das nicht kann, greift zu einem Fonds und delegiert diese Aufgabe an eine Gesellschaft.

  • Staatsanleihen sind schlimmer!

Dummdreiste Politiker sprechen immer wieder von „Massenvernichtungswaffen“, wenn sie über Derivate reden. Ein Blick in die Geschichte stellt allerdings klar, dass nicht Derivate Millionen von Menschen getötet haben. Sogenannte Staatsanleihen gibt es seit den 70er Jahren, davor nannte man sie Kriegsanleihen. Diese Kredite haben in den letzten 250 Jahren mehr Menschen getötet als Derivate. Hierbei muss man wissen, dass Sparguthaben und vor allem auch Versicherungsguthaben quasi vollständig in Staatsanleihen investiert wird. Das ist eigentlich pervers, oder? Der Bürger ist Investor und Schuldner zugleich, obendrein muss er noch Bürgen und die zwischengeschaltete Bank verdient prächtig mit. Dieses Schneeballsystem finden alle toll, aber Aktien und Derivate sind böse? Ja, manche Derivate sind böse! Pistolen sind auch böse! Aber sie können im Ernstfall auch beschützen. Wer Staatsanleihen kauft, der finanziert diesen Staat mit den geleckten und politisch korrekten Lügnern an seiner Spitze. Woche für Woche wird gelogen und bereits die Woche drauf ist bereits alles anders. Die Bürger leihen sich selbst Geld, für das sie selbst die Zinsen erknechten sollen. Politiker nehmen dann dieses Geld und verteilen Geschenke. Sagt mal, geht´s eigentlich noch?


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
oder via Twitter an http://twitter.com/_JennyGER_ Wer mit mir quatschen will, der kann mich gerne im SocialGame Utherverse treffen. Bitte beachtet die Richtlinien für Kommentare.

Mail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de

liebe Grüße, eure Jenny

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24 Antworten zu “Aktien und Termingeschäfte – alles böse?

  1. Hallo Jenny,
    Das Thema haben Sie wieder sehr gut ausgewählt, nur hinter Ihre Ausführungen muß man ein ? setzen, denn manche Aussagen sind in meinen Augen falsch.
    Die Aussage :“ Moderne Finanzderivate sind wichtig“ ist schlicht falsch, denn auch hier muß man sehr differenzieren. Ich schiebe hier mal ein Zitat von Warren Buffet ein:
    Zitat:
    „Derivate sind die Massenvernichtungswaffen der modernen Finanzindustrie“
    Damit hat der Mann voll in die 100 getroffen, denn CDS, CDO`s und Asset Back Securities sind das „Teufelszeug“ welches uns in diese katastrophale Krise geführt haben. Denken Sie nur an die verpackten Immopäckchen der amerikanischen Banken, die von unseren depperten Bankiers in Deutschland, in großem Stil gekauft wurden. Es sind sage und schreibe 5,2 Billionen € im Zeitraum von 2008 bis 2010 aus Deutschland über Nacht verschwunden! ( Tetra Hattrick Letters)
    Es sind momentan Derivate von 700 Billionen $ im Umlauf, und niemand weiß wieviel Leichen im Schattenbankensystem schlummern.
    Da hier viele Leute mitlesen, die kein tiefgreifendes Verständnis für das Finanzsystem haben, sollte man besser die Assetklassen erwähnen, die für den Privatanleger wirklich wichtig sind!
    z.B. Lebensversicherungen kann man nur warnen, da sie alle über Staatsanleihen finanziert werden.
    Die zweite Form von Derivaten macht durchaus Sinn, denn über Futurekontrakte sichern Farmer die Ernte ab und Minengesellschaften ihre Produktion! Hängt aber alles von Contango und Backwardation ab! Auch Zinsen und Valuten können abgesichert werden.
    Die Aktie als Anlageform für Ottonormalverbraucher ist da eher schon zu empfehlen, denn in einer Finanzrepression ist die finanzielle Notwehr unumgänglich! Das gilt aber auch nur in einer normalen „Krise“, denn die momentane Krise ist keine „normale Krise“, sondern eine Systemkrise, wobei diese Tatsache von vielen Ökonomen & Bankern nicht kapiert und noch nicht einmal ansatzweise verstanden & thematisiert wird!
    Erinnert sei hier an Ludwig Mises und die österreichische Schule der Nationalökonomie-Folgen des „Crack Up Bomms“ und die gewaltige Supernova des Finanzsystems, als ihr Ende!
    An dieser Stelle schlage ich dann den Bogen zu den Aussagen von Sandra, die völlig richtig das gesamte Finanzsystem in Frage stellt, womit sie absolut Recht hat.
    Wer absolute Klarheit haben möchte, dem empfehle ich den You Tube Beitrag “ Der Goldschmied Fabian“ oder warum immer Geld im Sytem fehlt! Die Seite Wertperspektive von Reschke oder in English from Mike Maloney sind empfehlenswert.
    MfG

  2. Liebes Fräulein Jenny,
    Sie sind wieder zum schmunzeln:
    Jenny:
    „Da lobe ich mir Eigentumswerte wie Aktien, deren Risiken ich derivativ managen kann. Wer das nicht kann, greift zu einem Fonds und delegiert diese Aufgabe an eine Gesellschaft.“
    Was ist wenn der Anleger im Börsensturm ganz plötzlich seine Aktien verkaufen will, die aber nicht mehr da sind, weil die Depotbank die Dinger vorher schon verliehen oder vertickt hat?
    Die Absicherungsderivate aber wie bei der Lehmann Pleite nicht mehr bedient werden? Emi-risiko
    Bei der Fondgesellschaft offiziell Aktiengesellschaft draufsteht, aber von dem Managementteam Prokonanleihen für 7% gekauft wurden?

    Jenny:
    „Kreditderivate sind ebenfalls richtig und wichtig, denn sie sichern ab und streuen das Risiko. “

    Ja wie die gebündelten CDO`s von Goldmumm & Sucks, JP Evening usw. und das dumb german money kauft dann den Immoschrott aus VSA. Mich deucht mir haut der Stegosaurus eine hinter die Löffel! 🙂
    Man kann dazu nur sagen Obacht geben & länger leben!
    Alles selber machen & die richtige Assetklasse wählen kann man da nur sagen!
    Zu den riesigen Nebenwirkungen erschlagen sie den….!
    Wie ich schon schrieb, Three peaks and the doomed house sind unterwegs, besteigen Sie sofort das Rettungsboot!
    Mit karnevalistischen Grüßen an die pinksliberale Lady! 🙂

  3. Hallo an Alle,
    Hier ein guter Übersichtsartikel für die Anlageentscheidung in der heutigen Jetztsituation:
    „http://martin-schweiger.com/2014/02/23/das-finanz-sachbuch-deja-vu-lehren-aus-historischen-wirtschaftskrisen-fur-eine-zukunftsorientierte-anlagestrategie-eine-einfuehrung-in-die-schwachen-des-falschgeldsystem/“

    Als Anregung zum Einstieg!
    MfG

  4. Es wäre einmal schön zu erfahren warum solche Menschen wie Sie liebe Jenny auf der einen Seite immer eine Vermögensvermehrung auf Kosten Dritter anstreben und auf der anderen Seite nicht bereit sind das volle Risiko für die eigene Investitionen zu übernehmen (und wenn es schief geht bekommt man auch noch sein Geld).

    Sind Ihnen beim Lesen Ihres eigenen Artikels die Zielkonflikte nicht aufgefallen? Die ganzen Absicherungsmechanismen stellen aus meiner Sicht ein sehr großes Problem dar, weil dadurch eine Marktbereinigung verhindert wird. Was ich von Aktien und Aktionären halte. hatte ich ja schon ausführlich beschrieben.

    Dies würde mich einmal wirklich ernsthaft interessieren, weil von der sehr großen Mehrheit von euch Menschen ein deratiges Wirtschafts- und Finanzsystem gewünscht ist, obwohl mitterlweile nur noch die oberen 10-5% (habe ich bewusst so geschrieben) von diesem System profitieren und allgemein nur jene erfolgreich sind, die am erfolgreichsten Dritten etwas wegnehmen können (vgl. meine früheren Kommentare und die Grundvoraussetzung für den Vermögensaufbau (Zielkonflikt sparen und konsumieren unter Berücksichtigung der exponentiellen Komponente und des Einkommensniveaus)).

    • Hallo Sandra,
      Ich bin mir dessen bewusst. Ich kenne das System und nutze es, so lange es noch läuft. Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht, denn das System ist demokratisch legitimiert. Lg

    • Hallo Jenny

      Ich finde Ihre Aussage

      „Ich kenne das System und nutze es, so lange es noch läuft. Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht, …“

      sehr problematisch. Ihre Einstellung sehe ich als symptomatisch für die Gesamtsituation an. Demokratisch legitimiert ja, jedoch ist die sehr große Mehrheit zu blöd um das Systm zu verstehen. Aber was möchte man von den typischen Ideos auch anderes erwarte? Ich finde es sehr traurig, dass die meisten Menschen nicht bereit sind sich weiterzuentwickeln.

      Aber das wirklich schlimme ist, dass die meisten gar nicht vom System profitieren, sondern draufzahlen (aber meinen, dass sie profitieren würden). Man sollte schon ein Vermögen im siebenstelligen Bereich haben, um vom diesem System noch profitieren zu können. Aber bei einem Zusammenbruch wird das meiste oder alles weg sein und die ganzen Immobilienbesitzer zahlen noch eine saftige Zwangshypothek.

    • Hallo Jenny, Hallo Sandra
      Ich glaube, daß ihr mit euren Positionen ziemlich nahe beieinander liegt, denn Jenny denkt kurzfristig,d.h. Crack up Boom nutzen, um der finanziellen Repression zu entgehen, während Sandra langfristig orientiert ist für „nach der Supernova“ der Finanzmärkte. Es kommt immer auf den Standpunkt des Betrachters an! Die von Sandra monierten Zielkonflikte sind natürlich vorhanden, denn keiner kann vor dem großen Knall (Supernova) das System verlassen, außer er wandert in die Wildnis aus und wird Trapper!
      Die Zeitperspektive, das timing spielt hier die entscheidende Rolle, man sollte aber nicht vergessen, das der Systemcrash, wie im You Tube -Video „Der Tag an dem der Dollar unterging“ in rasendem Tempo ablaufen kann!
      Deshalb sage ich ja hier auch ganz konsequent „be prepared…“
      ab in die Rettungsboote!
      MfG

    • Hallo Herkules

      Mich stört an allen Leuten mit einer Position wie sie von Jenny vertreten wird, dass Sie mit ihrem Verhalten die Krise befeuern/verschlimmern und der selbsternannten Elite in die Karte spielen, weil hierdurch diese doch noch die Möglichkeit gegeben ist die NWO bzw. zuvor die Vereinigten Staaten von Europa zu errichten, weil die selbsternannte Elite die Massen genau in die Ecke getrieben haben, in der diese die Massen haben wollten, um ihre Agenda vollständig umsetzen zu können. Unter hinterher will niemand etwas gemacht, gemerkt und gewusst haben, weil dies nicht bekannt war bzw. die notwendigen Informationen für die breite Masse nicht zugänglich waren (diese Wette würde ich gewinnen). Ich habe aber immer noch die Hoffnung, dass diese Akteure die exponentielle Komponente unterschätzt haben und nicht kontrollieren können. Oder es wird so ausgehen wie am Ende in der Matrix-Triologie. D. h. die werden zwar ihre Ziele erreichen, aber es werden nicht die erhofften Veränderungen/Folgen eintreten (u. a. Aufstieg zu Göttern) und das Leben wird ganz normal weitergehen.

      In der BRD wird der Pöbel von der Straße dies als Alternativlos ansehen und weiterhin treudoof den Politclowns folgen, obwohl eine sehr große Mehrheit mit den Politclowns und den Parteien unzufrieden ist und die Vereinigten Staaten von Europa ablehnen. In den anderen Ländern sieht es doch trotz Protesten nicht viel besser aus. Auch dort jammert der Pöbel von Straße und wählt dennoch weitestgehend dieselben Akteure.

      Am meisten nervt mich Jennys Haltung, weil sie in einem früheren Artikel „Systemzusammenbruch: Warum dauert das eigentlich so abartig lange?“ sich beklagte warum das System nicht zusammenbricht (Link: https://pinksliberal.wordpress.com/2014/01/04/systemzusammenbruch-warum-dauert-das-eigentlich-so-abartig-lange/ ). In diesem schreibt sie u. a.:

      „Die ausufernde Verdummung der Masse, die Denkverweigerung der Mittelschicht und die bedingunglose Systemtreue des Gutbürgertums als Grund für den ausbleibenden Zusammenbruch zu sehen, ist mir nicht ganzheitlich genug. Ich sehe die Ursache viel früher in der Wirkungskette. Es gibt nur wenige wirklich Schuldigen; vielmehr ist es das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Salpeter, Holzkohle und Schwefel sind alle nicht explosiv, aber zusammen sind sie Schwarzpulver. Deshalb kann man die Verantwortung der aktuellen Verwerfungen nicht auf eine Zielgruppe richten. Das System besteht aus Parteien, Wählern, Banken, Notenbanken, Medienkartellen und Karrierejournalisten. “

      Wenn ich den ersten Satz „Die ausufernde Verdummung der Masse, die Denkverweigerung der Mittelschicht und die bedingunglose Systemtreue des Gutbürgertums als Grund für den ausbleibenden Zusammenbruch zu sehen, ist mir nicht ganzheitlich genug.“ nehme, dann komm ich zum Schluss, dass die Jenny gemäß ihrer eigenen Aussage selbst dieser Gruppe zu zuordnen ist.

      Der Satz „Ich sehe die Ursache viel früher in der Wirkungskette.“ ist für mich nur Ausdruck einer Abschiebung der eigenen Verantwortung. Eine Verhaltensänderung eines Individuums bewirkt in der Regel nichts (abhängig von der Marktmacht), jedoch eine Verhaltensänderung einer sehr großen Anzahl in die richtige Richtung bewirkt sehr viel.

      Der Teilsatz „Es gibt nur wenige wirklich Schuldigen“ geht in dieselbe Richtung, weil man versucht seine eigene Verantwortung zu diversifizieren, auch wenn in der Tat eine Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure auszumachen ist.

      Den letzten Satz „Das System besteht aus Parteien, Wählern, Banken, Notenbanken, Medienkartellen und Karrierejournalisten.“ hätte man besser wie folgt geschrieben:

      Das System besteht aus Parteien, Wählern, Banken, Notenbanken, Medienkartellen, Karrierejournalisten und lernresistenten Renditenjägern.

      Letztendlich geht es mir darum, dass jeder Mensch begreift, dass jeder für sich und seine Zukunft selbst verantwortlich ist und man die Verantwortung für die eigene Handlungen niemals delegieren kann. Freiheit ist etwas sehr anstrengendes, weil man jeden Tag aufs Neue sehr viele Entscheidungen unter der Prämisse der Unsicherheit selbstständig und eigenverantwortlich treffen muss. Aber wie sagte bereits Marie Freifrau Ebner von Eschenbach so treffend: „Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.“

    • @Sandra

      Du bist also dagegen. Soviel habe ich verstanden.

      Klingt nach viel Emotion. Nur konstruktiven Inhalt finde ich nicht – vielleicht mache ich ja die Augen nicht weit genug auf. Klär mich doch auf. Vorzugsweise mit Bezug zum Thema. Thema war Geldanlage, insbesondere Aktien, deren Derivate und ihre moralische Bewertung.

      Wie soll ich denn nun mein Geld anlegen. Oder besser verbrennen? Verschenken? Willst Du es?

      Gruss
      Uwe

  5. willi uebelherr

    Liebe Freunde, liebe Jenny,
    ich zaehle mich nicht zu den kapitalistischen Fianzexperten. Aber 2 Textstellen will ich herausgreifen:

    „Viele Forschungen und Erfindungen wären ohne Wagniskapitalgeber undenkbar gewesen.“
    „…denn ohne Wagniskapital bekommen wir keinen Fortschritt.“

    Ich weiss nicht, ob du dir beim schreiben im klaren warst, was du da schreibst. Als ob Entwicklung auch nur das mindeste mit dem Geldsystem zu tun haette. Nur in einem geldgetriebenen Distributionssystem brauchen die Akteure Geld fuer ihre Aktivitaeten. Das bedeutet aber auch, dass ausserhalb dieses Distributionssytems fuer die Entwicklung kein Geld notwendig ist. Sondern nur Menschen mit der Lust zum Nachdenken.

    So siehst du, wie nahe ich Sandra stehe.

    mit lieben gruessen, willi
    Quetzaltenango, Guatemala

    • Ich finde Ihren Kommentar wunderbar, weil Sie das zentrale Problem ansprechen und dementsprechend auch verstanden haben wie der Hase in diesem gegenwärtigen System läuft. Im derzeitigen System wird nur das gefördert, das die Macht und den Reichtum der wirklich Mächtigen festigt bzw. mehrt und nicht jene Dinge, die wirklich sinnvoll sind. Dies bestätigen auch die Patentämter. Die sehen häufig sehr gute Ideen/Dinge, jedoch haben es Projekte, die zu einem Minderverbrauch/Minderkonsum/Umsatzrückgang/Gewinnrückgang führen weder entweder unbeachtet gelassen oder werden von solventen Unternehmen aufgekauft und in die Schubladen verbannt.

      Hierfür gibt es aus allen Bereichen/Branchen unzählige Beispiele. Tesla war hiervon z. B. sehr stark betroffen, weil einer seiner Förderer (JPMorgan) in Kupferminen investierte und seine Gewinne und Investitionen schwinden sah, wenn sich Teslas Erfindung (Drahtloseverbindung) durchsetzen würde. Der Schlüssel bildet das Geldsystem, wer dieses verstanden hat weiß auch warum wir eine solche Welt haben wie wir sie aktuell haben.

      Ich finden Ihren Satz „Sondern nur Menschen mit der Lust zum Nachdenken.“ wundervoll, weil dies der Schlüssel für eine bessere Welt ist, da nicht mehr die Profitgier im Vordergrund steht. Dies sehe ich auch als Grundvoraussetzung für die Abkehr vom künstlichen und fragilen Wohlstandsniveau an, das auf Basis einer vorsätzlichen und nachhaltigen Zerstörung der menschenlichen Lebensgrundlage erfolgt (Ziel: Wohlstand auf stabilen Füssen stellen, der im Einklang mit der Natur ist).

  6. Hi Jenny,

    prima Artikel. Deine Finanzartikel finde ich regelmässig gut. Danke. Weiter So.

    Uwe

    PS @Sandra. Und welche konstruktiven Vorschläge hast Du für denjenigen, der ein paar Spargroschen vermehren möchte?

    • @Uwe;

      Wenn Sie meine Kommentare richtig gelesen und verstanden hätten, dann würden Sie nicht so eine Frage stellen (Grund: Strebe ein ganz anderes Wirtschafts- und Finanzsystem an)?

    • Hallo Sandra,
      Zitat Sandra:
      „Letztendlich geht es mir darum, dass jeder Mensch begreift, dass jeder für sich und seine Zukunft selbst verantwortlich ist und man die Verantwortung für die eigene Handlungen niemals delegieren kann. Freiheit ist etwas sehr anstrengendes, weil man jeden Tag aufs Neue sehr viele Entscheidungen unter der Prämisse der Unsicherheit selbstständig und eigenverantwortlich treffen muss. Aber wie sagte bereits Marie Freifrau Ebner von Eschenbach so treffend: „Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.“

      Sehr weise Worte, die völlig korrekt sind! Nur wie sagte Vater Briest:“Das ist ein weites Feld!“ Die meisten Leute in unserem Lande sind aber für den gepamperten Nannystaat!
      Deshalb gilt wie Andreas Popp völlig richtig sagte:
      „Deme, Bürgerschaft und 95% Idios“
      Mehr braucht es nicht!
      MfG

    • @Sandra
      Ja Sandra, ich habe schon verstanden, dass Du gegen das jetzige System bist und dass Dir somit nichts passt, was sich mit diesem System kontruktiv auseinandersetzt bzw. es dem normalen Menschen veständlich macht. Du bist somit dagegen, dass Jenny überhaupt so einen Artikel schreibt.

      Das ist rein destruktiv und somit nicht hilfreich.

    • @Uwe:

      Sie merken noch nicht einmal wie sehr Sie von Gier getrieben sind. Damit haben Sie eindeutig gezeigt was für ein Kleingeist Sie sind und bei Ihnen Hopfen und Malz verloren ist.

      Wie hat selbst Jenny in einem früheren Artikel (Link: https://pinksliberal.wordpress.com/2014/02/01/umverteilung-durch-falsche-geldpolitik/ ) es wunderbar auf den Punkt gebracht:

      „Immer wenn jemand Geld verdient ohne zu arbeiten, dann muss jemand anderes arbeiten ohne dafür Geld zu verdienen.“

    • Extra für Sandra!
      Hallo Sandra,
      Hier ein prima Artikel, der Ihre Thesen vom heutigen Geldsystem voll unterstützen:
      http://www.goldreporter.de/zentralbanken-die-modernen-muenzverschlechterer/gold/39718/
      Es dürfte bald der Totalabriß des momentanen Finanzsystems kommen!
      MfG

    • Hallo Herkules

      Vielen Dank für Ihre Information. Mit Verlaub gesagt, mich hätte eine Widerlegung meiner Thesen zum Geldsystem schon extrem überrascht. 😀

      Aber trotzdem vielen Dank für diesen Link. Ich habe mir gerade eben diese Reportage angesehen. Die Inhalte des Films waren mir bis jetzt unbekannt. Diese Reportage sollten alle ansehen nicht nur Menschen wie ich.

  7. Hallo Jenny,
    Das System hat meinen Beitrag von 9.45 Uhr verschluckt, und doppelt veröffentlicht, bitte den Anonymusbeitrag löschen!
    Danke schön!
    MfG

    • Hallo Sandra,
      Sie sind dem Normalmichel sehr weit voraus, denn Sie haben die Brisanz des Geldsystems erfaßt! Der Fehler ( wenn es überhaupt einer ist!) ist, daß Sie zu idealistisch an das Thema rangehen, denn niemand kann momentan aus diesem System raus oder es ändern, da entweder die totale Wildnis oder das Ableben warten! Wie ich es schon beschrieben habe, „das richtige Timing“ ist im Leben entscheident, denn man kann noch soviel wissen, nur wenn keine Unterstützung da ist, dann wird das nix!
      Man kann momentan nur versuchen der finanziellen Repression zu entkommen, da der allgemeine Bankrun noch nicht en vogue ist!
      MfG

  8. Aktien sind langfristig (30 Jahre) unverwüstlich und bringen die beste Rendite! Natürlich keine kleine Klitschen, sondern die führenden Unternehmen auf der Welt!
    Kurzfristig oder wenn man sein gesamtes Geld auf einen Schlag investiert kann es natürlich zu Problemen führen. Langfristig baut man ohne gestört zu werden ein Vermögen auf!

    Und Derivate sind kein Teufelswerkzeug. Je nachdem wie man es benutz kann es es „gut“ oder „böse“ sein.
    „Gut“, wenn ich es z.B. als Absicherung des Depots verwende!
    „Böse“, wenn ich mein gesamtes Vermögen in ein hochriskantes Papier lege und hoffe, das es schnell in die richtige Richtung springt…

    Beste Grüße
    D-S

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