Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling: „Langfristig wird jedes Geldsystem durch Zins und Zinseszins zusammenbrechen“

Die Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling hat auf ihrer Website einen interessanten Text veröffentlicht. Wie so ein Text die Filter der „politischen Korrektheit“ durchdringen konnte ist mir ein Rätsel. Deshalb möchte ich hier daraus zitieren.

Danke an die Bananenrepublik für den Link!

„Darüber sind sich selbst die Fachleute selten einig. Ist es die Finanzpolitik? Sind es die nationalen oder internationalen Zentralbanken? Nein, es ist ein Konstruktionsfehler in unserem Geldsystem: der Zins auf Zins. Wir befinden uns in einem soliden „Denkgefängnis“, in dem wir uns in Bezug auf das Thema „Geld“ eingerichtet haben. Die Kritik am Geldsystem stimmt zwar, aber wir verfügen nicht über die Macht und den Willen, es zu ändern. Der Zins gehört zum Eingangsparadigma, das alle Ökonomen akzeptieren müssen – vom Bankberater bis zum anerkannten Experten der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Alle ökonomischen Modelle und Berechnungen setzen den Zins als gegeben voraus.“

„Langfristig wird jedes Geldsystem durch Zins und Zinseszins zusammenbrechen“, schreibt die Sparkasse und hat natürlich recht, wie historische Ereignisse belegen. Weiter heißt es im Text: „Doch unser Geldsystem ist nicht gottgegeben. Wir Menschen haben es geschaffen und könnten es auch wieder verändern. „ Können wir wirklich? Die zu klärende Frage ist: Ändern wir es VOR oder NACH dem Zusammenbruch? Die Sparkasse schreibt, man müsse Geld schaffen, das weder einem krankhaften Wachstumszwang unterliegt, noch eine ständige Umverteilung von der großen Mehrheit der Menschen zu einer kleinen Minderheit verursacht. Diese Forderung könnte auch von einer libertären Partei sein.

„Jeder natürliche, gesunde Organismus hört ab einer bestimmten Größe auf zu wachsen. Im Hinblick auf das Geld trifft dies jedoch nicht zu. Das auf Zins und Zinseszins basierende Geldsystem ist kein natürlicher Organismus. Dieses künstliche Konstrukt folgt einem grundlegend anderen Wachstumsmuster – dem sogenannten exponentiellen oder Verdoppelungswachstum – verursacht durch den Zinseszinseffekt. „… „Je höher der Zins, desto schneller, je niedriger der Zins, desto langsamer führt es zum Kollaps. Das gilt spiegelbildlich auch für die Schulden.“

„Ist ein immer größeres Wachstum, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), wirklich der ultimative Wohlstandindikator? Oder sollte man nicht Bedingungen schaffen, die das Streben nach möglichst hohem Bruttoinlandsglück fördern? Darüber sollten wir nachdenken.“

Mal schauen wie lange der Text noch online ist. Er stellt das System in Frage. Ein System in dem es einigen wenigen sehr gut geht. Ein System, das von der vom Wähler geliebten Einheitspartei gefördert und gnadenlos umgesetzt wird. So lange wir uns im von der Sparkasse angesprochenen Denkgefängnis befinden, wird sich bestimmt nichts ändern.


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
oder via Twitter an http://twitter.com/_JennyGER_ Bitte beachtet die Richtlinien für Kommentare.

Mail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de

liebe Grüße, eure Jenny

25 Antworten zu “Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling: „Langfristig wird jedes Geldsystem durch Zins und Zinseszins zusammenbrechen“

  1. Good find Jenny,
    Creepy … man fragt sich : wird ‚was bald passieren ?

    Eine der beste Informationen über der Ukraine-Krise FYI

    LG

    http://www.zerohedge.com/news/2014-04-30/battleground-ukraine-comprehensive-summary-russian-perspective

  2. Ich denke auch, dass es bald lods geht. Das System ist und kann nicht mehr sehr lange aufrechterhalten werden. Die Herrschenden versuchen zwar mit allen Mitteln zu retten was zu retten ist, damit diese auch weiterhin zumindest die Macht behalten können und alles beginnt wieder von Neuem (=> täglich-grüßt-das-Murmeltier-System).

    **Absatz von der Moderation gelöscht**

    Ein weiterer Grund warum es bald losgehen könnte ist, dass mittlerweile einige Menschen das Wirtschafts- und Finanzsystem verstanden haben und nicht mehr bereit sind die aus dem Nichts geschöpften Kredite und Zinsen zu bedienen (vgl. auch § 14 Abs. 1 BBankG => Giralgeld ist kein gesetzliches Zahlungsmittel, sondern einzig und allein Bargeld, somit besteht gar keine Rechtsgrundlage für die Bedienung der Kredite). Darüber hinaus wird es für die BRD-Verantwortlichen immer schwieriger ihr Unrechtssystem aufrechtzuhalten, weil mittlerweile mehr als 1000000 Menschen in diesem Land den BRD-Verantwortlichen die Folgschaft verweigern und keine Strafzettel, Steuern und Gebühren mehr bezahlen bzw. der Aufwand durch den immensen Schriftverkehr für die Betreibung zu hoch wird.

    Besonders interessant an diesem Artikel ist, dass dieser von einer Sparkasse stammt. Die Sparkassen gehören mit zu den übelsten Banken und zu den Wegbereitern für die Abschaffung des Bargeldes sowie der Einführung des kontaktlosen Bezahlens.

    Ich denke derartige Artikel dienen jetzt nur noch als Alibi. D. h. wir haben es euch gesagt und daher braucht ihr euch gar nicht zu beschweren. Sie erfolgte durch die Systemlinge nur partiell, aber der Pöbel von der Straße wird es glauben und diesem Gesindel aus Gewohnheit weiterhin die Stimme geben, da dieser zur Auffassung kommt, dass man diesen Politclowns doch vertrauen kann. Absolut unglaublich, jedoch entspricht es der Wahrheit. Entweder setzen die nun die Vereinigten Staaten von Europa um oder die EU wird aufgelöst. Spannend bleibt nur die Frage, ob die Herrschenden doch noch einen Krieg durch die selbstherbeigeführte Ukrainekrise entfachen können.

    Dieser Kommentar wurde durch die Moderation gekürzt. Bitte die Richtlinien für Kommentare beachten https://pinksliberal.wordpress.com/richtlinien-fur-kommentare/

    • Sie (Jenny) machen sich wirklich absolut lächerlich. Das war mein letzter Kommentar auf Ihrem Blog.

    • Liebe Sandra,
      entschuldigen sie bitte meine Zensur. Es ist mir klar, dass ich durch das Zensieren Gefühle einzelner Kommentatoren verletzte; das bedauere ich sehr – vor allem bei einer so wertvollen und treuen Leserin wie Ihnen. Trotzdem will und muss ich meine „Richtlinien“ durchsetzen. Ich möchte hier auf diesem Blog nicht stehen haben, dass die BRD eine Firma ist. Auch wenn es so ist, es gehört hier nicht hin. Das ist nichts gegen Sie persönlich und es tut mir auch leid. Was sie schreiben stimmt, aber ich will es hier online nicht haben. liebe Grüße Jenny

    • @Jenny:

      Wenn Sie meinen Kommentar bei den Richtlinien für Kommentare sowie den von Ihnen zensierten Teil meines obigen Eröffnungskommentars richtig gelesen und verstanden hätten, dann hätten Sie diesen nicht zensiert, weil gar kein Verstoß gegen Ihre Richtlinien gegeben war.

      Wenn Sie den Begriff Staatssimulation BRD mit BRD GmbH gleichsetzen, dann zeigt dies nur Ihre Inkompetenz in dieser Angelegenheit. Ferner gibt es gar keine BRD GmbH, sondern nur eine BRD Finanzagentur GmbH mit Sitz in Frankfurt/Main. Dies tätigt zwar für die BRD die Finanztransaktionen, jedoch bedeutet dies nicht, dass die BRD selbst eine GmbH ist (=Nonsens).

      Die von mir verwendete Bezeichnung Staatssimulation BRD charakterisiert nur eine Nichtregierungsorganisation. Dieser dient somit lediglich zur Statuspräzisierung der BRD mit dem fortbestehenden Besatzungsstatuts und der Abgrenzung von Deutschland (=Völkerrechtssubjekt [Deutsches] Reich in den Grenzen vor des Ersten Weltkriegs). Zur Vermeidung von Begriffsverwirrungen verwende ich i. d. R. die amtliche Bezeichnung für dieses Gebiet. D. h. das Bundesministerium des Innern (BMI) hat auf eine Anfrage im Jahr 2007 darauf hingewiesen, dass es sich bei den Begriffen Bundesrepublik Deutschland (Langform) bzw. Deutschland (Kurzform) nur um amtliche Bezeichnungen handelt. Die korrekte Bezeichnung dürfte unter Berücksichtigung des Artikels 133 GG n. F. „Vereinigtes Wirtschaftsgebiet“ sein. Genaues weiß man nicht.

      Es hat auch 1990 keine Wiedervereinigung stattgefunden. Es wurden höchsten die Trizone mit SBZ zusammengelegt. Und Berlin hat noch nie zur BRD gehört. Wenn Sie es nicht glauben möchten, dann lesen Sie einfach die drei nachfolgend genannten Bundesgesetzblätter:
      1.) BGBl. 1990, Teil I, Nr. 27, S. 1068, ausgegeben zu Bonn am 20. Juni 1990
      2.) BGBl. 1990, Teil II, Nr. 36, S. 1273-1276, ausgegeben zu Bonn am 2. Oktober 1990
      3.) BGBl. 1990, Teil II, Nr. 42, S. 1386-1389, ausgegeben zu Bonn am 9. November 1990

      Nun können Sie mit dem Kommentar machen was Sie möchten. Ich habe fertig.

    • Hallo Sandra, Hallo Jenny,
      Sandra Sie haben wieder einen prima Titanenartikel geschrieben & sich selbst übertroffen! Chapeau!
      Wie Andreas Clauss es veröffentlicht hat, ist das „Vereinigte Wirtschaftsgebiet“ tatsächlich eine GmbH & der CEO ist Cajo Koch-Weser, selbst das Bundesverfassungsgericht wird als Company geführt! Ist alles in den öffentlichen Datenbanken nachzulesen!
      Jeder hat deshalb auch einen „Personalausweis“ !
      Hallo Jenny,
      Du bist das Größte Unikum in Deutschland, denn Dein Artikel trifft voll in`s Schwarze, d.h. Du lädst mit Honig die Bären zur großen Tafel und wenn sie dann zum Fenster reinschauen, erschrickst Du und läßt die Bienen auf sie los! TsTsTs!
      Die Wahrheit ist nicht nur manchmal eine ungeheure Sache, sie ist immer so ungeheuerlich, daß sie von fast niemandem erkannt, geschweige denn geglaubt wird!
      Viele Grüße vom knasteralten Oheim Holländermichel!
      Ich lese hier immer gerne mit, denn es gibt immer wieder Lach- & Sachgeschichten von & über die liebe Spongebobguckerin ! 🙂

  3. Wow!

    Macht Screenshots!

    Hierzu passend ein pointiertes und sehr lesenswertes Interview:

    http://finanzmarktwelt.de/interview-mit-bestseller-autor-marc-friedrich-1821/

  4. Pingback: Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling: “Langfristig wird jedes Geldsystem durch Zins und Zinseszins zusammenbrechen” | Heinrichplatz TV

  5. Der Zins ist natürlich nicht das Problem, da er lediglich ein Entgelt für die vorzeitige Inanspruchnahme von Geld ist. Das Problem ist die Geldschöpfung (Giralgeldschöpfung). Dies eist nur in einem Papiergeldsystem ohne reale Grundlage möglich.

    • @Harry. Gratuliere. Einer der weinigen die es wirklich verstanden haben. Zins und! Zinsezins entfalten ihre katastrophalen Wirkungen nur auf ungedecktes Schuldgeld!!! In einer gesunden Wirtschaft ist der Zins Überlebensnotwendig.

    • „Der Zins ist natürlich nicht das Problem“:
      Wenn Alle ihre Schulden zurück bezahlen, dann gibt’s kein (Ponzi-)Geld mehr, ja sogar es fehlt noch etwas – nämlich Zins und Zinseszins! Der Betrug mit dem Geld aus dem Nichts kommt dann noch hinzu!

      … Wenn es nun noch immer nicht klar ist:
      Wie funktioniert Geld?

    • @Paula:
      Sie haben recht! Aber eben nur deshalb, weil es das Papiergeldsystem ohne Deckung gibt. Jede Bank „druckt“ sich selbst über die Giralgeldschöpfung neues Geld. Deshalb ist es ein Ponzi-System. Bei einer realwertgedeckten Währung kann kein Geld geschöpft (gedruckt) werden und es kann deshalb auch kein Ponzi-System entstehen.

  6. Die Sparkasse hat es nicht durchdacht. Es gibt nicht nur eine, sondern mehrere Arten von Zinsen. Lt. Wikipedia ist jedes (!) Entgelt für die Überlassung von jeglicher Art Kapital ein Zins. Profit ist der Zins der Unternehmenseigentümer, und die reichsten Menschen der Welt sind logischerweise Unternehmenseigentümer. In der Liste der Superreichen findet man so gut wie keine Geldverleiher. Das Zinsproblem ist folglich ein generelles Profitproblem. Einfach mal Zinsproblem googeln. Demnach müsste die Lösung des Problems der Umverteilung von Arm nach Reich darin bestehen, neben Geldzinsen auch alle anderen Arten Zins zu verbieten, also auch Profite. Damit wären wir beim toten Pferd des Kommunismus. Das Geldsystem ist also nicht das Problem. Dazu einfach „Schuldgeld“ googeln.

  7. Hallo,
    das “ Prozent“ ist noch vor dem Rad die genialste Erfindung der Menschheit. Damit wurde die Grundlage des Zinses geschaffen – und die der Besteuerung. Was schon aus dem Altertum mit „dem Zehnten“ als Abgabe bekannt ist war auch für Nichtmathematiker nachvollziehbar, wenngleich nicht unbedingt akzeptierbar.
    Nun ist allen bekannt, wie dieser Zehnte dabei ist sich umzukehren in den Zehnten , den man und frau gerade noch behalten darf vom Einkommen.

    Hilfreich dabei und richtig gefährlich macht das Ganze die Ausweitung der genalsten Erfindung: Der Zinseszins! Er ist sozuzsagen die Bugwelle, gegen die das Schiff ankämpft. Diese Bugwelle droht bei schwerer werdender See immer grösser zu werden bis sie auf das Deck überschwappt und schließlich den Kutter unter Wasser drückt. Oft genug wird der Zeitpunkt übersehen, wo die Bugwelle noch einzudämmen bzw. zu verringern oder abzubauen wäre und dann ist es zu spät. Der Untergang ist nicht mehr aufzuhalten.

    Bildlich gesprochen ist das die aktuelle Situation der Staatshaushalte.
    Diese Schulden werden nicht zurückbezahlt, sondern von denen greaubt, die gemeint haben weise vorzusorgen und nicht jeder Versuchung zu erliegen. Die Sparer profitieren vom Zinseszins in weitaus gerinerem Maße, als die Banken und Gesetzgeber. Letztgenannte Sadisten machen die Ersteren zu Masochisten.

    Eine Wurzel dieses Übels liegt in der gängigen Betriebswirtschaft, deren Credo es ist zu finanzieren und zu leasen damit dem Wachstumsgott (vielleicht besser:Wachstumsteufel) gehuldigt ist.
    Wirtschaftswachstum á la Zinseszins wird uns von klein auf indoktriniert.
    Wie aufgezeigt gibt es kein ewiges Wachstum in der Natur. Auch noch so gierige Menschen werden dieses Gesetz nicht aushebeln können. Vielmehr erwirken sie durch ihr Tun schließlich den Zusammenbruch.

  8. Nur weil das Geld unendlich wächst, heißt das nicht, dass es irgendwann nicht weiterwachsen kann. Es ist ja nur virtuell und Zahlen können tatsächlich ins Unendliche gehen. Das Problem ist lediglich die ungleiche Verteilung. Dagegen kann man jedoch etwas tun: Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Menschen, das an den Geldwert gekoppelt ist.

  9. Nein, liebe Jenny und NEIN, lieber Harry.
    Das Problem liegt eben nicht bei der Giralgeldschöpfung. Es ist ein Segen, daß die Menschheit Papiergeld zum Tausch von Waren benutzt, denn sonst würden wir immer noch tief im Dilemma stecken, das der Austausch ungleicher Waren mit sich bringt, des sogenannten „Coincidence of wants“. http://tinyurl.com/mtp9zqy
    Keiner von euch hätte ein Problem damit, wenn der Staat Giralgeld schaffen würde und den „Gewinn“, den er aus diesem Zinseszinssystem zieht, z.B. für Strassenbau oder den Betrieb von Schulen und Heil,- und Pflegebetrieben verwenden würde.
    Euer so geschmähtes Luftpapiergeld ermöglicht erst die Geschwindigkeit und Effektivität des modernen Handelns. Es ermöglicht weitestgehend freien, gleichen und anonymen Austausch und ist somit ein wunderbares Abbild von Freiheit und Gleichberechtigung.
    Nein, das eigentliche Problem ist auch nicht das PRIVATE Giralgeld.

    Jedes Zinseszinssystem bricht mathematisch sicher irgendwann zusammen. Das ist zwar wahr, wird aber nur ein Problem, wenn man der inhärenten Inflation als Sparer nicht entkommt. Gibt es aber eine sichere Möglichkeit, sein Papiergeld jederzeit in bleibende Werte zu transferieren, wird der Zahn der Zeit stumpf. Er knabbert zwar noch bei allen Vermögen einen klitzekleinen Teil ab, entreisst den Menschen aber nicht mehr die in Papiergeld gespeicherte Lebensleistung.
    Das Kernroblem ist also das derzeitige Fehlen eines SICHEREN und JEDERZEIT ZUGÄNGLICHEN Wertspeichers.
    Wenn wir unser Geld betrachten, dann wird es durch seine 3 Funftionen definiert:
    1) es ist ein Tauschmittel – unsere Währung wird hin und hergetauscht
    2) es ist ein Wertspeicher – unsere Währung speichert Werte und Wohlstand
    3) es ist eine Masseinheit, eine „Nummer“, die zum Vergleich relativer Werte verwendet wird, und zwar im Kopf und auf Papier
    Wenn aber Geld als Tauschmittel und Wertspeicher gleichzeitig benutzt wird, verliert das umlaufende Tauschmittel automatisch an Wert, da es als Wertspeicher dem inflationären Druck kein Gegengewicht entgegensetzen kann. Je mehr Geld gedruckt wird, desto schlechter wird Geld als Wertspeicher. Die Lösung dieses Dilemmas liegt übrigens NICHT im reinen Goldstandard, wie sehr viele meinen und wie historisch gesehen, auch sehr oft (vergebens) versucht wurde.
    Es liegt in der Entkoppelung der Funktionen unseres Geldes, also der Trennung von Tauschmittel und Wertspeicher.
    Wird nämlich Papiergeld zum Tauschen verwendet und beispielsweise Gold zum Sparen, kann der Sparer jederzeit in einen sicheren Wertspeicher wechseln, um dem inflationären Druck zu entgehen. Der Druck ist nach wie vor da, es gibt jedoch für alle eine Möglichkeit, ihm sofort und jederzeit zu entkommen.
    Geld ist dann nur zum tauschen da und Gold nur zum sparen. Die der Papiergeldschöpfung innewohnenden inflationären Tendenzen werden harmlos.

    Wenn es so leicht wäre, hätten wir diese Trennung von Tauschmittel und Wertspeichern nicht schon längst?
    Um Euch selbst diese Frage zu beantworten, bitte ich Euch, zuerst einen Blick in die Bilanz der Europäischen Zentralbank zu werfen:
    https://www.ecb.europa.eu/press/pr/wfs/2012/html/fs120828.de.html
    In der ERSTEN Zeile der Aktiva steht: Gold und Goldforderungen. Anhand der Höhe von 433.779 Millionen Euro sieht man, daß diese Aktiva zum MARKTWERT gerechnet sind, und zwar vierteljährlich. Fremdforderungen können so (notfalls) zum Marktwert mit Gold bedient werden. Dies ist eine strukturelle Trennung von Tauschmittel und Wertspeicher.
    Anders in der Bilanz der US-Notenbank FED:
    http://www.treasury.gov/resource-center/data-chart-center/IR-Position/Pages/04182014.aspx
    Die erst in Punkt (4) aufgeführten Goldbestände von 11,041 Millionen Dollar geteilt durch die angegebene Unzenzahl von 261.499 ergeben einen Unzenpreis von 42,22 Dollar, den bis 1971 geführten und seitdem angewandten fixen Interbankensatz. Also keinen flexiblen Marktwert!
    Dies ist deshalb signifikant, weil dieser geringe, fixe Satz der Treasury ermöglicht, Fremdforderungen mit sehr viel weniger Gold auszugleichen als die EZB es bei Fremdforderungen tun müsste. Jemand, der Forderungen an die US Treasury hat, wird also anstelle des sehr niedrig bewerteten Goldes Papierdollars bevorzugen. Die Weltreservewährung US Dollar wird so den anderen Reservebanken aufgezwungen. Die Folge: Tauschmittel und Wertspeicher bleiben verknüpft!

    Da es vor dem Euro noch keine Alternative zum Dollar gab, um grosse internationale Geschäfte abzuwickeln, gab es auch keinen Ausweg aus dem Dilemma der Weltreservewährung.
    Diesen Ausweg schuf man klugerweise mit dem EURO, einem Tauschmittel, das erstmals in der Geschichte des Geldes weder an einen Nationalstaat, noch an einen festen Goldsatz gebunden wurde. Klug deshalb, weil so sowohl die unheilvolle Verbindung zwischen Tauschmittel und Wertspeicher getrennt wurde, als auch die unheilvolle Beschränkung einer künftigen Weltreservewährung auf einen einzigen Staat, mit der damit verbundenen Gefahr, beliebig Papiergeld zu drucken.
    Eine Schöpfung, die innerhalb Europas zwar starken Druck auf die Mitgliederstaaten untereinander ausübt (wenn alle Länder einen Euro haben, müssen die schwächeren Nationen gestützt werden), ausserhalb Europas aber ungeheuren Druck auf den Dollar ausübt, nur dadurch, daß der Euro als (bessere) Alternative existiert.
    Den Schöpfern des Euro war von Anfang an bewusst, daß der EURO seine wahre Schönheit erst nach dem Zusammenbruch des Dollars entfalten konnte und gegen die Unzufriedenheit in den eigenen Reihen würde kämpfen müssen.
    Sobald der Weg für den Euro frei ist, weil das alte Dollarsystem nicht mehr existiert, werden die Zentralbanken das Gold, das sie derzeit ansammeln (CGBA III agreement, http://www.goldreporter.de/europaische-zentralbanken-haben-goldverkaufe-eingestellt/gold/28576/) revaluieren und die Schulden damit untereinander ausgleichen.
    Ein viel gerechteres Währungssystem wird regieren, befreit vom alten Ballast, denn obwohl private Banken nach wie vor Giralgeld erschaffen können, existiert dann ebenso ein für alle funktionierender Mechanismus, um die mit vermehrter Geldschöpfung verbundene Geldentwertung zu disziplinieren.
    Denken Sie bitte daran, wenn Sie wieder auf den Euro schimpfen: Es ist nicht der Euro, der die ganze Welt im Griff hat. Die EZB ist auf das Ende des Dollars bestens vorbereitet.

    Ihr Jörg A.

    • Sie verstehen offenbar nicht, was mit der Kritik am Papiergeldsystem gemeint ist. Es geht nicht darum, dass wir heute nicht mehr zwingend mit Goldstücken von Angesicht zu Angesicht sondern vorwiegend elektronisch bezahlen. Das ist absolut kein Problem.

      Das Problem ist vielmehr, dass wir mit etwas beliebig vermehrbaren „bezahlen“. Bei jedem Bezahlvorgang schaffen wir dadurch neue Schulden. Selbst wenn wir einen Kredit zurückzahlen, wird dadurch die Schuld nicht getilgt, wie da sbei einer nicht vermehrbaren Währung der Fall wäre. Stattdessen wird die Schuld nur weitergereicht.

      Jedes Kind versteht beim Monopolyspielen, dass das Spiel nur funktionieren kann, wenn der Mitspieler sich nicht selbst sein Spielgeld immer wieder druckt.

      Wer über das Geld herrscht, herrscht über die Politik und damit über die Menschen. Genau aus diesem Grund wurden Zentralbanken und ihr Monopol erfunden. Dabei sind Zentralbanken absolut überflüssig, schließlich gab es sie die längste Zeit der Menschheitsgeschichte ja auch nicht.

      Zwei Handelspartner können sich problemlos selbst darüber abstimmen, welches Tauschmittel sie zum Ausgleich ihrer gegenseitigen Forderungen akzeptieren. Beide werden dabei ein möglichst werthaltiges Tauschmittel anstreben. Irgend eine private (Zentral-)Bank mit Gewaltmonopol bedarf es dazu nicht.

  10. Bei so viel Weitsicht sollte man doch annehmen, dass die Sparkasse Rosenheim mit gutem Beispiel voran geht und keine Zinsen mehr auf Zinsen nimmt.

    Im Zeitalter von Hochleistungsrechnern kann nämlich niemand mehr behaupten, es wäre technisch oder organisatorisch zu aufwendig, den Zinseszinseffekt zu unterbinden.

  11. Weil ich grade die Richtlinien gelesen habe:

    *Verehrung der Autorin.*

    Eigene Meinung und Klugscheißerei gibt’s wann anders wieder… 🙂
    (Zinsdiskussionen langweilen mich).

  12. Danke für den Hinweis auf diesen Tolle Beitrag!

  13. Pingback: SenfLinks 18/2014 | senftimes.de | SenfTimes

  14. Geld basiert tatsächlich auf GLAUBEN und nicht auf Vertrauen. Geld ist kein Tausch-, sondern ein Manipulationsmittel. Der Zweck ist nicht der Tausch, der Zweck ist Manipulation und die Steuerung der vermeintlich dumpfen Massen.
    Über Glauben kann so herrlich gestritten werden, denn es gibt keinen überprüfbaren Nachweis. Alles ist folglich richtig und alles ist falsch. Der Streit kann bis zum Sankt Nimmerleinstag nicht gelöst werden.
    Bedauerlich für alle Gläubigen ist allenfalls, daß etwas, das es nachweislich nicht gibt, weder logisch noch vernünftig oder gar verstanden werden kann.
    Geld wohnt Magie inne, wahre Zauberkraft, was eben bei einigen zu völlig asozialem Verhalten führt. Nachzulesen beispielsweise bei vielen Studien, die Ernst Fehr und Kollegen durchführten.
    Wenn Glaube mit Fortschritt gleichgesetzt wird, dann ist das wohl die Anpassung des Menschen an die Dummheit, wahrhaft klug, diese Evolution.

    Gruß

  15. Man hatte Instrumente verwendet um dem Zinseszinseffekt zu dämpfen, nämlich (hohe) Steuern an den Spitzen.

  16. Alter Hut: Die Veröffentlichung stammt aus dem Jahre 2012!!!

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