Die nächste Blase

Es ist ruhig an den Finanzmärkten. Manchmal weht eine leichte Sommerbrise, doch unterm Strich scheinen die Märkte seit Jahren nur eine Richtung zu kennen: Nach oben und das mit ziemlich wenig Schwankung.

Der deutsche Aktienindex DAX steigt seit einem halben Jahrzehnt; Immobilienpreise sind astronomisch hoch und viele Anleihen vergüten nicht mal mehr das dahinterstehende Risiko. Diese Entwicklung ist sehr gefährlich, denn viele Anleger fühlen sich in Sicherheit, obwohl die Risiken (wie immer) potenziell vorhanden sind. Der DAX hat sich seit dem Tief in 2009 mehr als verdoppelt. Billiges, frisch gedrucktes Zentralbankgeld hat die Kurse von Aktien und Anleihen in die Höhe getrieben. Mangels Alternativen fließen Unsummen in diverse Assets und nähren den Trend zusätzlich.

Dabei ist die Krise alles andere als gelöst. Man hat sich nur freigekauft, aber die strukturellen Probleme nicht beseitigt. Ursache der Eurozone waren Verwerfungen, die durch die fehlenden Wechselkurse verursacht wurde. Auch zu billiges Geld hat die Staaten zum Verschulden animiert. Beide Ursachen hat man bis heute nicht beseitigt. Eine Rückkehr zu nationalen Währungen findet keine politische Mehrheit; also hätte man zumindest die Wirtschaftspolitik in der Eurozone homogenisieren müssen. Aber selbst das hat man nicht geschafft. Die radikaleuropäische Politik hat sich durch Zinsen nache Null Zeit gekauft. Gefährliche Zeit, in der neue Blasen entstanden sind, denn das billige Geld floss nicht wesentlich in die Realwirtschaft sondern eher in die Finanz- und Immobilienmärkte.

Schaut man sich Risikoanlagen an, dann sieht man erschreckend niedrige Renditen. Die Risiken werden nicht mehr korrekt bepreist, weil das viele Geld die Kurse nach oben treibt. Eine 10 jährige griechische Staatsanleihe bringt Stand heute 6,3% Rendite, das kriselnde Frankreich muss für einen 10 jährigen Kredit sogar nur  ca. 1,84% Zinsen bezahlen. Deutschland bezahlt dafür nur noch ca. 1,35%. Auch deshalb kann unsere Regierung einen „tollen“ Haushalt präsentieren, weil die Zinskosten so niedrig sind. Selbst ein Land wie die Türkei, der man sämtliche demokratischen Werte abspricht, muss für einen 10 jährigen Kredit aktuell nur ca. 3,84% bezahlen und selbst eine Firma wie z.B. Nestlé bekommt das Geld für einen 5 jährigen Kredit zu ca. 0,94% nachgeschmissen.

Ich möchte nicht schwarz malen. Die viele Renditen und Profite machen sich im Portfolio ziemlich sexy. Aber die Börse kennt eben zwei Richtungen! Die Ursachen der letzten Krise wurden bis heute nicht gelöst. Die Ungleichgewichte und die hohe Heterogenotät der europäischen Volkswirtschaften ist noch immer vorhanden, die Großbanken sind noch immer „to big to fail“ und die Märkte sind noch immer dereguliert. Alle Ursachen der letzten Krisen sind noch da. Das einzige was man gemacht hat ist billiges Geld zu drucken. Und genau diese Finanzströme blasen aktuell die nächsten Blasen auf. Wir legen aktuell den Grundstein für die nächste Krise. Spannen wir dann wieder Rettungsschirme? Schließen wir wieder Banken auf Mittelmeerinseln? Geben wir wieder Macht an kontinentale Stellen ab? Stärken wir dann wieder die radikaleuropäische Regierung, welche wir aber nicht wählen dürfen? Diese Fragen sind es, die man sich stellen muss. Aber diese Fragen werden von den gottverdammten, zwangsfinanzierten radikaleuropäischen Lügenpackmedien nicht gestellt, weil es ihr staatlicher Auftrag ist, den Status Quo zu erhalten.


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
oder via Twitter an http://twitter.com/_JennyGER_ Wer mit mir quatschen will, der kann mich gerne im SocialGame Utherverse treffen. Bitte beachtet die Richtlinien für Kommentare.

Mail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de

liebe Grüße, eure Jenny

Advertisements

15 Antworten zu “Die nächste Blase

  1. Pingback: Die nächste Blase | Der Blogpusher

  2. Spitze, Gratulation, genau auf den Punkt gebracht die Elende Lage.
    Ich bin mir da sehr sicher diese Einschätzung treibt auch die Spitzenelite der Westlichen Welt um. Natürliche nicht offen nein nein, ganz weit hinten ganz nahe am Genick. Weiter vorne da sträubt sich alles dagegen. Die Ratlosigkeit greift immer weiter um sich, der Frust steigt Rapide, Chaotisch destruktiver Aktionismus greift um sich.( Zeigt sich sehr deutlich an hi hi ,,süssen,, Ausrastern.) Kaum zu übersehen mit Vollgas mit den Rezepten ,Schamanismus, aus grauer Vorzeit, in die Zukunft.
    Beschwören, Gesundbeten, Blauer Himmel und Sonnenschein suggerieren.
    Bloss nicht auf die schweren Schwarzen Sturmwolken am Horizont schauen. Die Rat und Hilflosen Spitzen- Eliten des sog. Westens werden zunehmend zum unkalkulierbaren Megagefahr für den Westen. Die Hirne laufen immer heisser, die Gefahr für total destruktive Kurzschluss- Reaktionen steigt rasend schnell.
    Entschuldigung: Verdammt, Verdammt der Mensch vor allem wenn er ,,Führt,, ist sich selbst in seiner jämmerlichen Unzulänglichkeit und nicht selten Rechthaberischen Arroganz der schlimmste Feind.
    Tja wer zu spät, erkennt, denkt und Handelt den bestraft früher oder später die leider zu oft, grausame Realität.
    Freundliche Grüsse.

  3. Und wenn wir die steueroasen um uns herum geplündert haben, mit welchem geld stopfen wir die nächsten löcher? Und welchen buuh man haben wir dann fürs volk? Eines steht fest, es wird keiner aus der politik sein.

  4. Pingback: 21. Jahrhundert » Blog Archiv » Die nächste Blase | Jenny´s Blog

  5. Die Immobilenpreise sind tatsächlich inzwischen jenseits der Vernunft. Selbst in Gegenden mit schrumpfender Bevölkerung sind die Preise im zweistelligen Prozentsatz gestiegen. Hier lauert auch die für mich größte Gefahr, insbesondere, wenn die Immobilien kreditfinanziert sind. Die Niederlande haben dadurch einen witschaftlichen Einruch erlebt, der in der Presse aber höchstens mal ine einem Nebensatz erwähnt wird.
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eurokrise/rating-herabstufung-die-blase-in-den-niederlanden-ist-geplatzt-12686855.html

    Um die Aktien mache ich mir weniger sorgen. Die sind in der Regel aus Eigenkapital gekauft. Hier kommt der Effekt erst verzögert, wenn die zusätzliche Alterversorgung niedriger ausfällt als geplant.
    Bei Anleihen halte ich die niedrigen Zinssätze in vielerlei Hinsicht für eine Katastrophe.

  6. Liebes Fräulein Jenny,
    Hier ein direkter Hinweis, in welchem Blasenstadium wir uns befinden:

    MfG
    Herkules

  7. Pingback: Hyperinflatie van alle zintuigen voor woord, beeld en geluid. | hyperinflatie

  8. … Du siehst das nicht annähernd so realistisch düster, wie die Lage tatsächlich ist, Jenny. Tut mir leid Dir das sagen zu müssen. Ich schätze Deine Posts. Das z.B. das Risiko bei Staatsanleihen nicht richtig eingepreist ist, ist die Untertreibung des Jahrhunderts. 40% bei 10Y-Greek vor Draghi´s Bazooka und heute 6,3%. Portugal, Spanien, Italien … in der Nähe von US-T-Bonds … Das ist meschugge. Noch meschuggener Pleite-10YUS-T-Bonds bei 2,6%. Ohne Marktmanipulation würden wir vom vielfachen reden. Alle Märkte, alle Statistiken sind gefaked. ALLE! Siehst Du das nicht? Oder traust Du Dich auf einmal nicht mehr Tacheles zu schreiben. Gute Besserung …

  9. Hier eine besondere, platze Blasen…der Regierungsmedien, der SPON ist aufgewacht:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/verschwoerungstheorien-der-kopp-verlag-macht-geschaefte-mit-der-angst-a-967704.html
    Wie konnte das denn nur passieren?
    MfG
    Herkules

  10. Pingback: Die nächste Blase | FreieWelt.net

  11. Hallo Jenny,
    Warum sind meine beiden Beiträge gelöscht worden?
    Danke & Gruß

  12. Pingback: Die nächste Blase | Freie Netz Presse

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s