Tagesschau versteht den Witz nicht

Kennt ihr die Situation, wenn jemand einen Witz nicht versteht und alle in der Runde fremdgeschämt in die Luft schauen? Genau das ist der Tagesschau passiert. In einem per Zwangsgebühren finanzierten Keulenartikel nennt sie einen Tweet von mir „rechtsradikal“, weil der Redakteur den Witz nicht verstanden hat; nicht verstehen wollte.

Der Satz „Ich will mehr Europa, weil die EU wieder Lebensraum im Osten sucht“ ist völlig unzweifelhaft eine harsche Kritik an der gegenwärtigen Politik der EU, sich in die Ukraine auszudehnen, heißt es in den Kommentaren unter dem Artikel. Danke hierfür! Jemand scheint den Sarkasmus verstanden zu haben.

In dem Tweet mache ich mich sarkastisch über die radikaleuropäischen Bestrebungen der Kontinentalisten lustig. Das Posting dazu heißt Warum ich mehr Europa will. Wer den Witz versteht sieht, dass ich mich über das politisch korrekte „mehr Europa“ lustig mache. Hintergrund ist meine persönliche Meinung, dass aus national nun kontinental wurde, wobei die Absichten stets noch die gleichen sind. Die Tagesschau hat ein Fragment eines sarkastisch-satirischen Artikels herausgerissen und falsch verstanden. Die eigentliche Botschaft war eine andere: Ich lehne ein undemokatisches zentralitisches Regime auf europäischem Boden ab. Ich halte die Floskel „mehr Europa“ für extrem rechts, und lehne sie daher strickt ab. Auch den Nationalstaat lehne ich ab. Was die Hofschreiberlinge des Systems nicht verstehen wollen, ist dass Libertäre nicht rechts sind. Libertäre lehnen die EU ab, weil sie jede Form von zentraler Herrschaft ablehnen und die Freiheit bevorzugen. Ja, wirklich libertäre Menschen lehnen auch die BRD ab, denn sie wünschen sich alle Macht dezentral in den Kommunen oder Gemeinden.

Man sollte nicht alle Macht an eine kontinentale oder nationale Stelle geben. Demokratisch wäre es, wenn alle Macht vom Volke ausginge; von jeder einzelnen Person. Am 25.05.2014 liegt die Entscheidung bei den Bürgern: Wollen wir den neuen radikaleuropäischen Kräften erlauben, ein faschistisches Großreich auf europäischem Boden zu errichten, oder wollen wir das nicht? Ich will es nicht. Warum übrigens die AfD einen Tweet verbreitet, der EU und Nationalstaat ablehnt, erschließt sich mir nicht. Vielleicht hat auch die AfD den Witz nicht verstanden?

PS: Liebe Socialmedia-Experten. Manche Dinge kann man nicht technisch auswerten. Manchmal muss man sich mit den Inhalten im Internet beschäftigen. Dies hier ist ein perfektes Beispiel dafür, wie eine Socialmedia-Analyse auch falsche Ergebnisse liefern kann. Die ARD hat gezielt nach „rechten Inhalten“ gesucht und natürlich auch nur diese gefunden (Stichwort: Selektive Wahrnehmung). Dass es sich um Ironie handelte, hat wohl keiner gemerkt. Oder nicht merken wollen?

Lesetipps:


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
oder via Twitter an http://twitter.com/_JennyGER_ Wer mit mir quatschen will, der kann mich gerne im SocialGame Utherverse treffen. Bitte beachtet die Richtlinien für Kommentare.

Mail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de

liebe Grüße, eure Jenny

11 Antworten zu “Tagesschau versteht den Witz nicht

  1. Pingback: Tagesschau versteht den Witz nicht | Der Blogpusher

  2. Es gibt ein wirklich treffendes Gedicht von Kurt Tucholsky zum Thema Europa. Ja, es geht nicht um mehr oder weniger Europa, es kann nur darum gehen das wir die Beteiligung/ Partizipation der Bürger gestärkt wissen wollen.
    Europa

    Am Rhein, da wächst ein süffiger Wein –

    der darf aber nicht nach England hinein –

    Buy British!

    In Wien gibt es herrliche Torten und Kuchen,

    die haben in Schweden nichts zu suchen –

    Köp svenska varor!

    In Italien verfaulen die Apfelsinen –

    laßt die deutsche Landwirtschaft verdienen!

    Deutsche, kauft deutsche Zitronen!

    Und auf jedem Quadratkilometer Raum

    träumt einer seinen völkischen Traum,

    Und leise flüstert der Wind durch die Bäume …

    Räume sind Schäume.

    Da liegt Europa. Wie sieht es aus?

    Wie ein bunt angestrichnes Irrenhaus.

    Die Nationen schuften auf Rekord:

    Export! Export!

    Die andern! Die andern sollen kaufen!

    Die andern sollen die Weine saufen!

    Die andern sollen die Schiffe heuern!

    Die andern sollen die Kohlen verfeuern!

    Wir?

    Zollhaus, Grenzpfahl und Einfuhrschein:

    wir lassen nicht das geringste herein.

    Wir nicht. Wir haben ein Ideal:

    Wir hungern. Aber streng national.

    Fahnen und Hymnen an allen Ecken.

    Europa? Europa soll doch verrecken!

    Und wenn alles der Pleite entgegentreibt:

    dass nur die Nation erhalten bleibt!

    Menschen braucht es nicht mehr zu geben.

    England! Polen! Italien muß leben!

    Der Staat frißt uns auf. Ein Gespenst. Ein Begriff.

    Der Staat, das ist ein Ding mitm Pfiff.

    Das Ding ragt auf bis zu den Sternen –

    von dem kann noch die Kirche was lernen.

    Jeder soll kaufen. Niemand kann kaufen.

    Es rauchen die völkischen Scheiterhaufen.

    Es lodern die völkischen Opferfeuer:

    Der Sinn des Lebens ist die Steuer!

    Der Himmel sei unser Konkursverwalter!

    Die Neuzeit tanzt als Mittelalter.

    Die Nation ist das achte Sakrament –!

    Gott segne diesen Kontinent.

    ( Theobald Tiger Die Weltbühne, 12.01.1932, Nr. 2, S. 73. via textlog)

  3. Hallo Jenny,
    Prima Artikel, von Dir, deshalb hier noch einmal die Erinnerung für das liebe Stimmvieh, wie Wahlen ablaufen und „Wer wirklich das Sagen hat!“

    Wenn Wahlen wirklich etwas verändern würden, wären sie längst verboten!
    Allen ein schönes Wochenende!
    Gruß
    Herkules

  4. Gutartiges Geschwulst

    „Tagesschau versteht den Witz nicht“

    Warum auch?
    Jeder Organismus hat das Recht auf Selbsterhaltung, ob Mensch, ob Vieh,
    ob Tagesschau.
    Muss der Teufel das Weihwasser vestehen, trotzdem es ihm unzuträglich ist?
    Muss die Tagesschau sämtliche Witze verstehen, die außerhalb ihres geistigen Vermögens liegen, obgleich das Verstehen der natürliche Feind aller Tagesschauen ist?
    Wir sollten die Tagesschau nicht überfordern.

  5. Wir sollten das gute alte Thing wieder einführen ^_^ hat wunderbar funktioniert, bis die Römer kamen. Also Dezentralisierung und unbedingt kommunale Versorgung, eigener regionaler Finanz-Kreislauf. Gemeinsam „essbare Städte“ aufbauen, Verantwortung durch Mitbestimmung. So wie hier das Sterntaler-Projekt:
    http://www.regiostar.com/116.0.html

    Wir werden das nach dem Crash sowieso aufbauen müssen, besser schon gleich damit anfangen.

  6. @LOB | 05/24/2014 um 1:39 nachmittags

    das wir die Beteiligung/ Partizipation der Bürger gestärkt wissen wollen.

    und genau das kann nicht funktionieren. Je größer ein solches Gebilde angelegt ist,
    um so geringer ist die Einflussnahme des einzelnen Individuums.
    “Die Europäische Union (EU) ist ein Staatenverbund mit heute 28 Mitgliedstaaten in Europa.“
    All diese Menschen haben unterschiedlichste Interessen (kulturell, historisch, national geprägt, und auch noch individuell) die in Konflikt zueinender stehen können und stehen.
    Selbst wenn alle EU-Parlamentarier eines Landes Gleich anstimmen würden, (z. B. Deutschland gegen ESM) würden sie Überstimmt werden. Da es viel mehr Länder gibt die das Gut finden dass Deutschland zahlen wird NEIN MUSS) Ähnlich ist es mit der unkontrollierten Zuwanderung nach Europa. Und vieles in der EU wird am Parlament vorbei von der Kommission einfach bestimmt. Bestimmt von Kommissaren die kein Mensch in der EU gewählt hat.
    Die EU ist ein durch nichts legitimiertes undemokratisches Gebilde. Wer hat die Mitglieder der EU-Kommission wählen können? Wer den Präsident der Europäischen Kommission José Barroso oder den Präsident des Europäischen Rates Herman Van Rompuy? Wer hat den Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi auf einem Wahlzettel gesehen? Niemand!!! Woher nehmen diese Figuren die Unverschämtheit her für Europa zu sprechen oder für Europa etwas zu entscheiden?

    Ich wiederhole mich jetzt zum 99. Mal:

    Nicht die Eingliederung in eine Weltgemeinschaft kann das Bestreben der Völker sein, sondern das harmonische Unterhalten gegenseitiger Beziehungen. Beziehungen von unabhängigen, souveränen Staaten, in denen wiederum einzelne Regionen über eigenständige Rechte verfügen. In denen die heimische Wirtschaft unterstützt und ggf, durch Zölle auch geschützt wird, anstatt die Bürger zu zwingen, mit der internationalen Konkurrenz mitzuhalten. Je größer dieser Apparat aufgeblasen ist, umso verschwindender ist die Position des Einzelnen zu dessen Mitgestaltung.

    »Wie werden unsere Enkel leben?«, lautet eine beliebte Frage der Klima-Priester. Antwort: Was das Klima angeht, weiß das kein Mensch. Aber politisch und sozial werden sie zweifellos in einem nie dagewesenen Albtraum leben, aus dem es kein Erwachen mehr geben wird. Wenn wir jetzt nicht erwachen:

    Nicht der Euro ist das Problem sondern die EU. Der Euro ist nur ein Teil davon, die Geißel um alle Mitgliedstaaten zu entmündigen. Seit es den Euro gibt geht es mit dem Lebensstandard der Menschen in allen EU-Ländern bergab. Die Geberländer, vornehmlich Deutschland, werden ihres Wohlstandes beraubt und die Empfängerländer müssen sich einem die Menschenwürde verachtenden EU-Diktat unterwerfen.
    Aber weiter:
    Seit es die EU gibt wird die Freiheit der Menschen durch einen irrsinnigen Reglementierungswahn und sonstigen Verordnungen (bis hin zum Wasserprivatisierung und TTIP) – alle Lebensbereiche betreffen – kontinuierlich abgebaut.

    Da wir die Spielregeln der EU nicht beeinflussen können :
    Oberste Priorität muss also die Forderung RAUS AUS DER EU haben.
    Und man muss sie natürlich auch stellen. Sonst wird das nix.
    Ich werde also auch nicht an der EU-Wahl teilnehmen. Man kann ja keine Personen wählen nur Parteien. Und mir ist keine ernstzunehmende Partei bekannt, die dieses Ziel verfolgt.
    Spätestens seit dem Ausgang der BW2013 zweifle ich jedes Wahlergebnis an. Es ist für mich rational nicht zu erklären das Merkel trotz alledem nahezu die absolute Mehrheit bekommen haben soll. Und sollte das mit rechten Dingen zugegangen sein . . . . dann kann man den Deutschen auch nicht mehr helfen.
    Wenn man trotzdem an Europa festhalten will, sollte man au der Basis der einstigen EWG einen Neuanfang machen.

    http://sabn-spn.blog.de/2014/05/05/reden-montagsdemos-mal-18373657/
    Gruß Sabine

  7. Bitte den Link in meinem Kommentar auswechseln gegen diesen:
    http://sabnsn.wordpress.com/2014/05/05/alle-reden-von-montagsdemos-ich-dann-auch-mal/

    Gruß Sabine und DANKE

  8. Noch ein Beispiel für Bürgermitbestimmung

    Eine ROT-Grüne Mafia beabsichtigt in Berlin in einem Wohngebiet alle Wohngebiets-Parkplätze in Grünflächen umzuwandeln. Am liebsten würden sie ja alle Straßen gleich noch mit in Radwege umwandeln. (Was Auto- und Hundefeindlichkeit betrifft, sind die nicht mehr zu Toppen und dabei überbieten sie sich gegenseitig, noch grüner als die GRÜNEN sein zu wollen)

    Der Mittelstreifen der Karl-Marx-Allee soll nach Plänen des Senats einen grünen Mittelstreifen bekommen. Die heute noch graue Fläche wird als Parkplatz genutzt. Rund zehn Millionen Euro hat der Senat für die Maßnahme eingeplant. Doch die Anlieger sind alles andere als begeistert. Die Abendschau wollte wissen, warum.
    Beitrag von Ulli Zelle

    Videomitschnitt:
    Pläne für Karl-Marx-Allee stoßen auf Ablehnung rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg (1).avi
    http://www.4shared.com/video/rpWei1bkba/Plne_fr_Karl-Marx-Allee_stoen_.html

    Auch hier soll gegen die Interessen der davon betroffenen Bürger etwas durchgezogen werden.
    Ich kann mir vorstellen – alle NICHT davon betroffen, werden das Vorhaben begrüßen.
    Womit eine demokratische Mitbestimmung über dieses Areal hinaus, für die Betroffenen zum Horror wird.

    Ähnliches in einem anderen Wohngebiet in Berlin Prenzlauer Berg im Ernst-Thälmann-Park.

    Auch dort sollen alle Parkplätze verschwinden. Allerdings nicht um sie zu begrünen, das Wohngebiet eine Parklandschaft soll verdichtet werden. Man will die Parkplätze bebauen.

    Auch hier gibt es eine Bürgerinitiative die zur Farce wird, wenn von 300 Eingaben der betroffenen Bürger keine Einzige in der Planung Berücksichtigung fand.

    Wenn man auf demokratischem Weg nichts beeinflussen kann, müssen andere Formen des Protestes gefunden werden. Bis hin dass wir Bürgerwehren bilden müssen um derartige vorhaben zu verhindern.
    Nein um die Demokratie wieder herzustellen.

    Die Geschichte hat es uns in jüngster Vergangenheit vorgemacht. Wenn die Demokratie versagt ist der Bürger verpflichtet auf die Barrikaden zu gehen. GG Artikel 20 das Recht / die Pflicht zum Widerstand. Noch gibt es diesen Paragraphen.
    Oder wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht, das hat kein Geringerer als Bertold Brecht gesagt.
    Und diese Situation sehe ich hier für gegeben.

    http://www.4shared.com/video/YIxB5_42ce/Ernst-Thlmann-Park_Berlin__S_.html

    Und ich möchte auch nicht dass Personen darüber befinden die hier nicht wohnen. Wie ich auch Volksentscheide ablehne bei denen Leute darüber befinden, die überhaupt keine Beziehung dazu haben. Ich will nicht dass Kreuzberger darüber mitentscheiden ob im Thälmannpark die Parkplätze bebaut werden sollen.
    Wie ich mich auch raushalte zum berliner Bürgerentscheid – Bebauungsplan des tempelhofer Feldes.
    Die davon betroffenen Anlieger müssen das entscheiden können. Das verstehe ich unter Demokratie unter Mitgestaltung.

    Ich finde Demokratie macht nur in so fern einen Sinn, wenn die Entscheidungsfindung auf die Ebene der unmittelbar davon betroffenen beschränkt wird. Ansonsten ist das Diktatur, Diktatur durchs Volk zum Nachteil unmittelbar der davon betroffenen.

    Demokratie ist nichts anderes, als das Niederknüppeln des Volkes durch das Volk für das Volk.
    [Oscar Wilde – irischer Schriftsteller (1854 – 1900)]

    Gruß Sabine

  9. Pingback: Tagesschau versteht den Witz nicht | FreieWelt.net

  10. Reg Dich ab, Jenny. Man kann es auch so sehen: Du hast es in die Tagesschau geschafft, und das ist wie Werbung für Dich und Deinen Blog.

    Immer mehr Menschen erkennen, dass „rechtspopulitisch“ eigentlich ein Qualitätskennzeichen ist. So wie Made in Germany seinerzeit.

    Viele Grüße,
    Martin
    (Pöser rechter Rechtspopulist!)

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