FED-Kritik muss nicht antisemitisch sein

Die sogenannten Friedensdemonstrationen wurden durch die medialen Standgerichte sofort als „antisemitisch“ abgestempelt. Teilweise zu recht, denn scheinbar haben sich einige Trittbrettfahrer unter die Bewegung gemischt. Konstruktive und sachliche Kritik am Zentral- und Geschäftsbankensystem muss hingegen nicht antisemitisch sein.

Es gibt öffentliche Debatten über Gesundheitspolitik, Fiskalpolitik, Verkehrspolitik, Verteidigungspolitik, Familienpolitik und viele andere Bereiche. Nur für den Bereich Geldpolitik gibt es keine öffentliche Debatte. Geldpolitik wird als gegeben hingenommen. Es würde Sinn machen über das Geldsystem so offen wie über das Bildungssystem zu sprechen, doch einen solchen Dialog lassen die Medien nicht zu. Dabei ist die Geldpolitik tatsächlich nur ein politischer Bereich wie jeder andere. Wer beispielsweise die Verkehrspolitik kritisiert und das Verkehrssystem in Frage stellt, gilt nicht als rechtspopulistischer Verschwörungstheoretiker. Wer das selbe im Bereich der Geldpolitik macht, wird sofort als vorgenanntes abgestempelt.

Als Grund für die Antisemitismus-Keule führen die Standrichter stets das Argument an, dass viele amerikanische Großbanken jüdische Gründer gehabt hätten. Ich bin nicht der Meinung, dass z.B. die LehmanBrothers für ihre Leistung im letzten Jahrzehnt einen Orden verdient hätten. Bin ich jetzt antisemitisch? Die Investmentbank LehmanBrothers wurde von Juden gegründet und riss die Welt im Jahr 2008 in eine tiefe Krise. Das ganze hat aber nichts mit der Religion der Gründer zu tun. Das hätten auch Moslems oder Katholiken sein können. Auch konnten die Gründer im Jahr 1850 noch nicht absehen, welche Spielchen ihre Nachfolger später spielen. Kritik an LehmanBrothers ist berechtigt; es geht nicht um die Religion der Gründer sondern um die kritikwürdige Geschäftstätigkeit. Viele Verbraucherschützer und Politiker hatten damals die LehmanBrothers kritisiert. Ich gehe nicht davon aus, dass das alle rechtspopulistische Antisemiten sind.

Ein richtiger Youtube-Hit ist Erwin Pelzig, wie er das Geflecht von GoldmanSachs in der Sendung „neues aus der Anstalt“ kritisiert und erklärt. Auch die Arte-Doku „Goldman Sachs – Eine Bank lenkt die Welt“ wurde von vielen Menschen gesehen. Sie ist inzwischen auf Youtube weltweit gesperrt. Goldman Sachs wurde 1869 von dem deutsch-jüdischen Auswanderer Marcus Goldman gegründet. Sind Arte und das ZDF deshalb antisemitisch, weil sie öffentlich diese Bank kritisiert haben? Ich glaube eher nicht, denn auch hier werden die Machenschaften kritisiert und nicht die Religion der Gründer. Die Religion der Gründer spielt keine Rolle! Auch gibt es viele Großbanken, deren Gründer keine Juden waren (Beispiel: JP Morgan). JP Morgan gehört zirka 38% der amerikanischen Zentralbank FED. Viel Kritik gegenüber diesem Bankensystem hörte man auch von der Occupy-Bewegung. Diese wird aber dem linken Spektrum zugeordnet. Vielleicht aus einer spontanen Journalisten-Laune heraus?

FED-Kritik muss nicht antisemitisch sein. Auch Kritik an Großbanken und deren Geschäfte muss nicht antisemitisch sein. Das internationale Geflecht von z.B, Blackrock oder auch GoldmanSachs ist keine rechtspopulistische Verschwörungstheorie sondern Realität. FED-Kritik richtet sich an die US-Zentralbank, die zwar eine staatliche Einrichtung ist, sich aber in privatem Besetz einiger Banken befinden, wie Wikipedia schreibt. Die Federal-Reserve ist so „federal“ wie Federal-Express! Kein einziger Anteil der Fed wird von der amerikanischen Regierung gehalten. Eigentümer ist ein Konsortium aus Privatbanken, von denen die größten bekannt sind: Die Citibank und die J.P. Morgan Chase Company. Dass die Fed in privaten Händen ist, hat 1982 sogar ein Bundesgericht höchstrichterlich geurteilt (Lewis vs. US, 680 F.2d 1239).

Konstruktive Kritik am Geld- und Bankensystem ist heute wichtiger denn je. Wir dürfen das „System“ nicht als alternativlos und gegeben hinnehmen. Unser Geld und diejenigen, die es regieren, muss in einem demokratischen Prozess legitimiert werden. Wir sagen zwar „Geld regiert die Welt“, uns ist es aber egal, wer das Geld regiert. Die Religion irgendwelcher Gründer „von vor 150 Jahren“ spielt hiebei keine Rolle. Das Schuldgeldsystem und die grenzenlose Macht der Zentralbanken wird eine der größten Herausforderungen der Zukunft. Hierauf aufmerksam zu machen ist ehrenwert, absolut richtig und wichtig, und meist nicht antisemitisch. Natürlich gibt es Trittbrettfahrer von radikalen Spinnern, aber bei welchem politischen Themenbereich gibt´s die nicht? Beispiel: Die NPD fordert aktuell „Verbot sämtlicher gentechnischer Nahrungs- und Futtermittel“; die Grünen fordern das auch. Aber deshalb sind die Grünen noch lange nicht nationalistisch.


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liebe Grüße, eure Jenny

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12 Antworten zu “FED-Kritik muss nicht antisemitisch sein

  1. Pingback: FED-Kritik muss nicht antisemitisch sein | Der Blogpusher

  2. denkender Mensch

    Morgan war nur ein Strohmann der Rothschilds.

    Alle FED-Banken sind Rothschild-kontrolliert.

    Die City of London – die Krone, eine Handelsgesellschaft, nicht zu verwechseln mit dem britischen Königshaus der Windsors – unter anderem unter Führung von Rothschild – das ist die wahre Macht.

    Der Antisemitismus dient als Blitzableiter für Kritik an der Rothschild-Familie und der Krone.

    Und Religion spielt eine Rolle, denn sie ist der tiefste Antrieb. Es ist allerdings ein Irrtum zu glauben, dass es die mosaische Religion ist, welcher diese Menschen dienen.

  3. Das kleine ABC des Finanzkapitalismus

    Analyse

    1. Die Einkommen einiger weniger steigen exponentiell – die Mehrheit ist immer weiter entfernt vom Wohlstand dieser Minderheit. (Nr. 56)
    2. Dieses Ungleichgewicht geht auf eine Ideologie zurück, die die absolute Autonomie der Märkte und die Finanzspekulation verteidigt. (Nr. 56)
    3. Diese bestreitet das Kontrollrecht der Staaten, die beauftragt sind, über den Schutz des Gemeinwohls zu wachen. (Nr. 56)
    4. „Die Ausgeschlossenen sind nicht ‚Ausgebeutete‘, sondern Müll, ‚Abfall‘.“ (Nr. 53)

    Folgen

    1. Es entsteht eine neue, unsichtbare, manchmal virtuelle Tyrannei, die einseitig und unerbittlich ihre Gesetze und ihre Regeln aufzwingt. (Nr. 56)
    2. Außerdem entfernen die Schulden und ihre Zinsen die Länder von den praktikablen Möglichkeiten ihrer Wirtschaft und die Bürger von ihrer realen Kaufkraft. (Nr. 56)
    3. die Völkermord-Dimension des Finanzkapitalismus wird deutlich: „Diese Wirtschaft tötet.“ (Nr. 53)

    Was muß unsere Schlußfolgerung sein?
    „Das Geld muß dienen und nicht regieren!“ (Nr. 58)

    Ist diese Zusammenfassung ein Auszug aus einem nationalsozialistischen Werk?
    Nein.

    Alle Sätze sind wörtliche Zitate von Papst Franziskus. Die jeweils angegebene Nummer gibt die exakte Quelle an. Apostolisches Schreiben „Evangelii gaudium“ Nr. …
    http://www.vatican.va/evangelii-gaudium/ge/files/assets/basic-html/page39.html

    Was Du schon immer über die Westliche-Werte-Demokratie wissen wolltest – bisher aber nicht zu fragen wagtest…:
    „Die erfolgreichsten Gehirnwäsche-Techniken. Der Globalisierungs-Fanatiker. Ein Psychogramm der Westlichen-Werte-Demokratie“ http://www.gehirnwaesche.info

  4. Hast Du Dich mal gefragt, wie es sein konnte, dass so viele Menschen Hitler gewählt haben? Die Situation damals ähnelte der heutigen. Und auch schon damals wurde das Zins-Schuldgeldsystem als eine Ursachen der herrschenden Krise erkannt. Unter dem Motto „Brechung der Zinsknechtschaft“ zog die NSDAP in den Wahlkampf.

    Deswegen gelten die Themen Zins und Geldsystem heute als verbrannt. Aber wie sagte Jens Mährholz in einem 3sat Interview: „Warum darf man über manche Dinge nicht mehr reden, nur weil irgendwer sonst in der Vergangenheit auch schon mal darüber gesprochen hat?“

  5. Den Film „Goldman Sachs – Eine Bank lenkt die Welt“ findet man noch im Netz, z.B. hier:
    http://vimeo.com/49730552 oder
    http://www.moviepilot.de/movies/goldman-sachs-eine-bank-lenkt-die-welt

  6. Innzwischen herrscht in Sache Geld und Finanzwesen faktisch das nackte Chaos. Die Bildung von Nationalbanken ist eine ,,Begleiterscheinung,, der Bildung Selbstbestimmter Nationalstaaten. Das Ziel war klar umschrieben.
    Innerhalb einer Nation sollte es nur eine Währung geben die unabhängig zur jeweiligen Politischen Macht im Interesse einer geordneten Wirtschaftsentwicklung innerhalb einer Nation und damit eines einheitlichen Wirtschaftsraumes ein bestmöglich verlässliches Zahlungsmittel zur Verfügung stellt und entsprechend überwacht und Kontrolliert. Das ganze Unabhängig in seiner Entscheidung ausschliesslich der Geldwertstabilität verpflichtet. Denn eine bestmöglich stabile Leistungsverrechnungseinheit ist substanziell entscheidend für ein verlässliches Wirtschaften. Nationalstaaten haben nun einmal teilweise sehr unterschiedliche Real- Leistungsbilanzen.
    Aktuell zeigt es sich das eine einheitliche Währung bei unterschiedlichen Real- Leistungsbilanzen (EU / EURO) NICHT funktioniert.( Da wirken im Hintergrund eine ganze Palette weiterer Faktoren.)
    Vor der Einführung des Nationalbankensystems gab es eine Vielzahl von Währungen die von herrschenden Gruppen oder Absolutistischen Herrschern zumeist willkürlich bestimmt und oft massiv missbraucht wurden.
    Mit der sog. Neoliberalisierung wurde auch im Finanzwesen jegliche wirkungsvolle Kontrolle der Geldmenge, abgestimmt auf das Ergebnis der Realwirtschaftsleistung faktisch ausgehebelt.
    Ich wiederhole ohne bestmöglich verlässliches Geld= Leistungsverrechnungseinheit kann man , insbesondere längerfristig NICHT vertrauensvoll sinnvoll Wirtschaften.
    Das Problem ist NICHT das System Nationalbanken sondern die verheerend wirkende Aushebelung dieses Systems. Der verheerende Missbrauch des Mediums Geld = Leistungsverrechnungs- Einheit. Das Medium Geld ist längst zum Spielball der Politik verkommen, National, im Verbund von Staaten ZB. EU sowie Global für den inzwischen auf breiter Front laufenden Realwirtschafts und grenzenlosen Wettbewerbskrieg.
    Die massiv steigende Globale Geldmenge verzerrt und verschleiert zunehmend den Realwirtschaftlichen zustand ganzer Volkswirtschaft sowie der Globalwirtschaft.
    Tja da sind wir in der Vergangenheit gelandet im immer verheerender Wirkenden faktisch totalen Geldchaos mit den entsprechenden Wirkungen.
    Musste etwas lang werden um die Sache wenigstens ansatzweise rüberzubringen. (Entschuldigung die Sache ist sehr Vielschichtig.)
    Mit Simpelthesen wird man der Sache nicht einmal ansatzweise gerecht solches Gebaren erzeugt lediglich beobachtbares Chaos. Das ist in etwa so wie den PC mit dem Vorschlaghammer Reparieren.( Megalach)
    Freundliche Grüsse

  7. Wieder mal ein super Blog.
    Danke Jenny.
    Besonders die Verknüpfung des Bankensektors via Blackrock mit den Söldnertruppen Academi (ehem. Blackwater), welche zur Zeit auch in der Ukrakine agieren, jagt mit einen Schauer nach dem anderen über den Rücken.
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/05/11/us-soeldnertruppe-academi-kaempft-fuer-kiew/

    Antisemitismus ist m.E. nur vorgeschoben, um das Geschäftsmodel nicht zu beschädigen..

  8. Kritik an FED und Co ist natürlich nicht antisemitisch – ändert aber nichts daran, dass organisierte Nazi und Rechtsaußenesos ganz besonders in Berlin diese Wahnmachen organisieren und beständig mehr und mehr dummes Zeug von sich geben.
    Und das Geldsystem ist nun mal nicht DIE Ursache, sondern nur eine der Ursachen für Ausbeutung und Kriege – eine mehr als bedeutsame Ursache ist die mangelnde Bereitschaft großer Teile der Bevölkerung Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, dann brauchts keine Herrschaft mehr.
    Einfach das Geldsystem ändern und alles wird gut, das ist doch eine ziemlich mechanische Sichtweise auf die Menschheit. Bevor das möglich wird, muss noch eine ganze Menge mehr geschehen – Bewusstseinswandel, das System verstehen lernen und empathisch werden. Ich verabscheue die Nazikeule, aber leider gibt es viel zu viele braun angehauchte Trutherspinner und Esospacken und ebenso pseudolinke Faschoclowns – hoffentlich läuft bald die WM den WMs (Wahmachen) den Rang ab. Das erste Mal, dass ich einen Sinn in Brot und Spiele sehe – dieser Pöbel auf den Straßen und den Netzwerken ist unerträglich – von Frieden keine Spur…

  9. …noch zu ergänzen: Leider ist es oft auch andersherum: Kaum äußert man irgendwo Zins, Zinseszins und Geldsystemkritik, schon gesellen sich braun angehauchte Zeitgenossen dazu und ergänzen das mit einer Prise Judentum, muss halt mal gesagt werden…. Wen wundert da noch die Nazikeuel, die dann alle trifft?

  10. Selbstdenkender

    Sosososo Trittbrettfahrer des Friedens…denen sollte schleunigst das Handwerk gelegt werden. Frieden ist mit diesem System nun einmal nicht zu erreichen…hat jedenfalls in der Geschichte bisher wohl keinen Erfolg gehabt, sonst gäbe es das Thema ja gar nicht mehr (Frieden und so). Wenn sich also Systemkritiker in jeglicher Form an den Mahnwachen beteiligen, ist es als positiv anzusehen. Wir sind uns hoffentlich einig, dass jede Art von Extremen dem Untergang geweiht sind. Rechts sowohl als auch Links. Es geht doch um Menschen beim Frieden und nicht um eine Gesinnung. Ein aufeinander zugehen ist doch als positiv zu sehen, ausserdem sehe ich keine Mehrheit..weder bei Links noch Rechts. Die Mehrheit scheint einfach nur da zu sein um dem Wunsch Ausdruck zu verleihen, friedlich miteinander leben zu wollen. Vergessen wird dabei wohl auch oft, dass die NSDAP eine linke Partei war(jetzt drehen se mir den Hals um). Dem Namen nach ergibt sich das jedenfalls. Statt Patriotischer Natur waren die halt Fachistischer Natur. Damals wurde dem Volk ja auch mitgeteilt was man vorhatte, wenn man an die Macht käme und die Leute haben sie trotzdem gewählt. Heute erzählt man uns was man glaubt das das Volk hören will und macht hinterher einfach was man will. Es krankt am System, Leute, nicht an den Richtungen. Ich habe bei den Mahnwachen neben Rechts und Links auch Hoch und Runter Leute gesehen. Diese Spalter!!!

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