Die Lüge von der Mini-Inflation

Ein Schreckgespenst namens Deflation geht um. Die Inflation liegt angeblich bei zirka 1%. Die offizielle Inflationsrate ist völlig korrekt; aber sie sagt eben nichts über die wahre Geldentwertung aus, denn diese ist wesentlich höher. Die durch Trickserei und Propaganda gefälschte Inflationsrate hat viele Auswirkungen auf unser Leben.

  • Wem nützt eine künstlich niedrige Inflationsrate?

Nutznießer von künstlich niedriger Inflation sind alle Schuldner, denn sie können sich auf niedrige Zinsen freuen. Der größte Schuldner ist der Staat. Auch die Wirtschaft freut sich über eine Inflation die geringer ausgewiesen wird, wie sie tatsächlich ist. So haben Arbeitnehmervertreter kaum noch Argumente für Lohnerhöhungen, obwohl ihre tatsächliche Kaufkraft immer weiter sinkt. Auch Renten, Sozialleistungen und andere Transfers sind quasi an die offizielle Inflation gekoppelt. All diese Menschen werden durch diesen Taschenspielertrickt betrogen. Beispiel:  Im Statistischen Warenkorb sind Nahrungsmittel mit 10,3 Prozent und Stromkosten mit 2,6 Prozent gewichtet. Alles klar, oder? „Inflationsrate wird systematisch zu niedrig berechnet“. Zu diesem Ergebnis kommt auch der Investor-Verlag.

  • Der Warenkorb: Man rechnet wie man will

Dirk Müller bringt es in seinem neusten Buch toll auf den Punkt und erklärt den Sachverhalt wie folgt: „So wurde beispielsweise die Gewichtung von Lebensmitteln, deren Preise in den letzten Jahren dramatisch anzogen, von 13,1 Prozent im Jahr 1995 auf 10,4 Prozent im Jahr 2005 reduziert! Gleichzeitig wurde der Anteil von Freizeit und Kultur, zu dem auch die immer billiger werdenden Fernreisen zählen, von 10,4 auf 11,6 Prozent erhöht. Im Klartext heißt das: Man will der armen Rentnerin erklären, dass sie halt Pech hat, wenn ihr ganzes Geld, das sie nach den Ausgaben für Wohnen und Heizen noch übrig hat, für immer teurere Lebensmittel draufgeht. Würde sie weniger essen und stattdessen öfter nach Mauritius fliegen, hätte sie auch nicht so eine hohe persönliche Inflationsrate.“ Auch der Focus hat das Thema beleuchtet und erklärt den Betrug ziemlich genau.

  • Die Qualität der Waren nimmt ab

Es gibt zahlreiche Waren, die zwar im Preis gefallen oder gleich geblieben sind, aber in der Qualität sanken. In den 90er Jahren kostete eine Fertiglasagne 4 DM. Heute kostet sie 2€ enthält aber billigeres Pferdefleisch. Im Warenkorb schlägt sich dies nicht als Preissteigerung nieder, denn der Preis ist ja nicht gestiegen. Wie sieht es mit dem Service bei Flügen und Bahnreisen aus? Auch diese Dienstleistungen wurden nicht wesentlich teurer oder sogar günstiger. Aber die Qualität nahm subjektiv betrachtet deutlich ab. Was würde unsere Nahrung heute kosten, wenn sie kein Müll wäre? Wer heute die Qualität von damals will, muss wesentlich mehr bezahlen. Lebensmittel, die aufgrund traditioneller oder langjähriger gesetzlicher Vorgaben nicht schlechter werden dürfen, sind stark im Preis gestiegen. Beispiel: Der Bierpreis auf dem Oktoberfest erhöhte sich in den letzten 27 Jahren um jährlich ca. 4%. In den letzten 10 Jahren waren es sogar ca. 4,5% (Quelle).

  • Inflation sucht sich andere Ventile

Wir exportieren unsere Inflation. Was würde unsere Kleidung kosten, wenn sie nicht unter erbärmlichen Bedingungen hergestellt würde? Was würde unsere Nahrung kosten, wenn wir nicht unseren Heimatplaneten vergiften würden? Was würde unsere Energie kosten, wenn wir nicht unsere Umwelt zerstören würden? Wir verlagern einen Teil der Preissteigerungen auf die sog. dritte Welt und auf unsere Kinder. Viele Preise konnten nur deshalb stabil bleiben, weil wir die Dreistigkeit besitzen, andere Menschen und unsere Kinder dafür zu bestrafen. Durch Umweltzerstörung, Gentechnik, Lebensmittelchemie und Billigarbeiter sichern wir uns stabile Preise; die wahre Inflation bezahlen andere.

  • So berechnet man die wahre Inflation

Möchte man den wahren Kaufkraftverlust unseres Geldes ausrechnen, dann kann man das per „bottom up“, also einem Warenkorb machen, oder aber auch „top down“ über die Volkswirtschaft. Man muss sich einfach anschauen, wie das Verhältnis des vorhandenen Geldes zur realen Wertschöpfung aussieht. Die Formel dazu: Inflation = Zuwachs M3 minus Zuwachs BIP. Diese Inflation liegt aktuell bei zirka 4%. Die Seite „Realgeld“ rechnet zwischen 2003 und 2008 sogar mit bis zu 9% pro Jahr. Das unaufhörliche Gelddrucken der Notenbanken drückt die Inflation immer mehr nach oben. Der kleinste Teil dieser Geldentwertung zeigt sich im medienwirksamen Verpraucherpreisindex. Die wahre Inflation enteignet, versklavt, vergiftet und zerstört. Vereinfacht gesagt: Opfer dieser Geldpolitik sind alle, die auf Geld angewiesen sind, weil sie sich Sach- und Vermögenswerte nicht leisten können. Wann gehen diese Menschen gegen die Notenbanken auf die Straßen? ….. ach ja, da war ja was.


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liebe Grüße, eure Jenny

18 Antworten zu “Die Lüge von der Mini-Inflation

  1. Pingback: Die Lüge von der Mini-Inflation | Der Blogpusher

  2. Wir haben eine Miniinflation, denn z. B. der Preis für Kartoffeln ist um sage & schreibe 44% innerhalb eines Jahres gestiegen. Noch extremer ist es mit der Butter, 1 Päckchen billige Butter gab es bis vor1,5 Jahren für 99 Cent, heute kostet die teuerste Abpackung 2 € das sind schlappe 100 % aufwärts. Im folgenden der Zauberhokuspokus des hedonistischen Warenkorbs der EZB = Vollverarschung:

    Erklärung der Inflation für Normalos in Rekordzeit. Viel Spaß beim Schauen!
    Mfg

  3. Sorry falsches Video, deshalb noch einmal:

    MfG

  4. Sehr gute Zusammenstellung. Das Ding läuft schon lange so um die 30-40 Jahre. Insbesondere die sog. Globalisierung hat da so Einiges verschleiert.
    Tja die sog. Wirtschafts- ,,Wissenschaftler,, haben da so einiges zurechtgebogen.( Zumindest die erdrückende Mehrheit) Mit irgendwelchen Simpelthesen wird man der Sache kaum ansatzweise gerecht. Die Sache ist weit umfassender als uns das ein Heer von sog. Fachleuten weismachen will. Da grassiert den längst mehr Ideologiegequatsche statt möglichst solider Analyse und nüchternem Gesamtüberblick.
    Da gibt es allzu viele die haben es und werden es wohl bis in alle Ewigkeit nicht verstehen. Es wird auch im Bereich Ökonomie niemals ein Perpetuum- Mobile geben. Ein fataler Irrglaube mit absehbar verheerenden Folgen.
    Da ist noch etwas bezüglich sog. Wachstum, auch so ein Märchen. Das wird in Geldeinheiten präsentiert daraus ergibt sich angesichts der Irren Geld- Flut ein völlig falsches verzerrtes Bild zur tatsächlichen Realität. Faktisch ist insbesondere im Bereich Pro- Kopf Real- Einkommen der Zug längst voll auf Rückwärtsfahrt und das immer schneller. Die Geldschöpforgien der letzten rund 30 Jahre haben das lediglich verschleiert.
    Freundliche Grüsse vom Verfasser der Kernthese.
    Albert Einstein bei den Ökonomen.
    http://www.hans-von-atzigen.ch

  5. Pingback: Die Lüge von der Mini-Inflation | FreieWelt.net

  6. Vielen Dank für die Aufklärung

    • Hier ein guter zusammenfassender Übersichtsartikel zur wahren Inflation & dem statistischen Warenkorb:

      http://www.dewion24.de/?p=32918

      Kernaussage: Wir haben eine Kerninflation von 8-10% per anno seit mindestens 10 Jahren & der Strompreis ist seit der Einführung des Ökowahns seit mehr als 15 Jahren, um satte 300 % zu teuer!
      MfG

    • Außerdem zusätzlich kommt noch folgende (Inflation) Steuer für den deutschen Michel hinzu, erhoben seit 2008:

      Jetzt weiß man, warum der Monat mehr Tage, als Geld hat, Guten Abend!
      MfG

    • Jenny`s Blog macht Furore! 🙂

  7. Die Mangelökonomie nicht vergessen. Es werden nur Produkte angeboten, die entweder durch Rationalisierung oder Größennormierung die Kosten für Otto-Normalverbraucher akzeptabel/erschwinglich machen, oder aber es gibt bestimmte Produkte nur in Konzernketten, die sich eine geringere bzw. keine Gewinnmarge (Zusatzeinkauf) leisten können. Z.B. Wurstsemmel (in Deutschland Brötchen) ohne Schnicknack.. Schnickschnack muss sein, damit das Brötchen den höheren Preis rechtfertigen. Als Argument gibt es den Touch der Weltoffenheit in Form von Nahrungsmittelnamen die an Urlaub und Exotik erinnern. Mieten (erhöht durch Gelddrucken, Arbeitskosten und Oligarchenkosten müssen schließlich verdient werden).
    Man bekommt kaum einzelne Fleischteile oder gar Innereien in praktikablen Mengen. Hier ärgert mich z.B., dass in den Medien suggeriert wird, dass in unseren Weiten kein Bedarf dafür gegeben ist. und die armen notleidenden Länder dafür bedarf hätten? (Erinnert mich daran, dass ein erfahrener Autohandwerker der alle Probleme löst, nicht in der Lage ist, die Auflagen des Pickerls (i Deutschland TÜV) zu erfüllen,. Der Nachbarländer hingegen mit dieser Karre Jahre in unseren Landen rümdüsen darf) Vielleicht ist das alles deswegen, weil die Geldmengenausweitung durch Kredit notwendig ist und die Menschen doch lieber zu MC gehen sollten und um 6,90 eine Burger Menue zu bestellen. Immerhin bestehen die Oligarchen in Ö (gemeinhin bekannt als Gewerkschafter und Sozialisten – ich sage Kapitalisten) darauf, doch die Überziehungszinsen zu senken.

    Der Täter schreit haltet den Täter. Wir leben in einer verrückten Welt.
    Verhalten wird auch durch die Medien gelenkt und die Großaktionäre dieser Medien sind gleichzeitig die größten Geldgeber (Gläubiger der einzelnen Staaten).

    P.S. Ich bin heute nicht in der Lage mein Statement zu redigieren. Aber ich denke, man weiß was ich mitteilen wollte.

    Liebe Grüße

  8. Pingback: Linkschau 25 / 2014 | SenfTimes

  9. Hallo Jenny,

    nach längerem mal wieder reingeschaut und bei den Kommentaren die üblichen Verdächtigen gefunden. Bin gleich wieder weg.

    Eines will ich dennoch loswerden:

    Einen Augenblick war ich verblüfft: Zitat Jenny „Die offizielle Inflationsrate ist völlig korrekt; aber sie sagt eben nichts über die wahre Geldentwertung aus, denn diese ist wesentlich höher.“

    Was denn nun, niedrig = völlig korrekt oder doch wesenlich höher? Ach so, mal wieder das Argument mit den Warenkörben.

    Da gibt es einen schönen Link zu:
    https://saldenmechanik.wordpress.com/2014/05/30/uber-die-warenkorbe/

    und wenn wir schon dabei sind gleich auch noch zur oft verbreiteten „Inflationslüge“, wobei Du ja ausdrücklich zustimmst, dass die Inflationszahlen (für den verwendeten Korb) lorrekt seien:
    https://saldenmechanik.wordpress.com/2014/05/11/die-inflationszahlen-von-destatis-eine-gegenprufung/

    Was im Überigen die angeblich so schlechte Qualität der heutigen Nahrungsmittel angeht gegenüber früher (wann war das „früher“ nochmal – vor 20, 50, 100, 500 Jahren?): so rein objektiv naturwissenschaftlich/medizinisch ist die Behauptung zumindest zweifelhaft, steigt doch die durch Nahrungsmittel massiv beeinflusste Lebenserwartung und steigt und steigt und steigt. Und auch die Angebotsbreite war wohl nie so gross wie heute. Ich möchte jedenfalls in keiner anderen Zeit leben. So ein breites Angebot hochwertiger Nahrung wie heute gabe es vermutlich noch in keinem früheren Jahrhundert in der heutigen BRD. Und das gilt sowohl für denjenigen, der gerne selber kocht (sehr zu empfehlen) als auch für den, der eher dem Fertigfutter zugeneigt ist (wenn es denn gar nicht anders geht – ich hasse Glutamat/Hefeextrakt).

    Schönen Urlaub

    Uwe

  10. PS: Zitat „Das unaufhörliche Gelddrucken der Notenbanken drückt die Inflation immer mehr nach oben“

    Ja, ja, das glaub(t)en die Notenbanker (zunächst) auch. Hat zum allgemeinen Erstaunen nur nicht so recht geklappt in den letzten 5 Jahren.
    Du solltest vielleicht den geneigten Leser informieren, dass es durchaus verschiedene Verbleibsorte des „unaufhörlich gedruckten Geldes der Notenbanken“ gibt (Stichwort Assets und Assetinflation). So dass sich dieses Geld keineswegs in den Preisen der Bedarfsgegenstände niederschlagen muss, womit die schöne Beweisführungsrechnung leider hinüber ist.

    Und noch eines:
    Du argumentierst im ersten Absatz, der Staat habe als Schuldner ein Interesse an niedriger Inflation und somit niedrigen Zinsen.

    Nicht ganz. Der Staat braucht niedrige Zinsen – sonst kann er nicht mehr zahlen, freut sich aber gleichzeitig über moderate Inflation, dann dann steigen seine Einnahmen und seine Schulden werden relativ weniger wert. Exakt diese Situation wird derzeit seitens Zentralbanken (mit anderen Argumenten) angestrebt. Zinsen gedeckelt, Inflationsrate soll auf 2% hoch.

  11. Pingback: Deflation als Vorwand für mehr billiges Geld | Jenny´s Blog

  12. Pingback: Deflation als Vorwand für mehr billiges Geld | FreieWelt.net

  13. Pingback: Weizen so billig wie seit zehn Jahren nicht | Pinksliberal

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