Tödlicher Genuss

Der Fernsehkoch und Buchautor Christian Rach zeigte in seiner TV-Show „Rach tischt auf!“ wie Bratwurst gemacht wird: Vom Schwein bis zum Grill. Hierbei kam es zu hässlichen Schlachtbildern. Doch wer Fleisch isst, muss das ertragen können.

Christian Rach besuchte mit seinen Gästen einen Schlachthof. Es wurde ein Schwein herein gebracht, per Elektroschock betäubt, und mit einem brutalen Schnitt durch die Kehle getötet. Die Zuschauer waren wie gelähmt. Manche hielten sich die Hände vors Gesicht. Nachdem das Tier ausgeblutet war, wurde es kopfüber aufgehängt und längs aufgeschnitten. Der Schlachter entnahm die Gedärme und zersägt das Tier in zwei Hälften. Spätestens jetzt war der Schock perfekt. Es war zwar nicht live aber real. Rach erklärte seine Schock-Therapie wie folgt: „Wir wollten Sie nicht schockieren, sondern Ihnen zeigen, dass ein Stück Fleisch nicht nur etwas Abgepacktes ist, sondern einmal gelebt hat.“ Auch die Seite „Promiflash“ berichtete.

In der Tat essen viele Menschen Unmengen an Fleisch, wollen aber nicht wissen, wie das Tier dafür gestorben ist. Manche bilden sich wohl ein, dass die Filets in ansehnlichen Stücken auf einem Baum wachsen. Ich wäre dafür, dass man mit Schulklassen in Schlachthöfe geht. Jeder, der Fleisch essen möchte, sollte mal gesehen haben, wo es her kommt. Es spricht nichts dagegen, dass der Mensch Tiere tötet, um sie zu essen. Dies macht der Mensch seit tausenden von Jahren. Aber es muss bewusst geschehen. Nicht nur der Schlachter tötet das Tier, sondern auch der Konsument.

Eine weitere unglaubliche Story ist die Sache mit den Eintagsküken. Weil bei der Zucht von Legehennen die männlichen Küken keinen wirtschaftlichen Nutzen haben, werden sie unmittelbar nach dem Schlüpfen geschreddert, vergast oder zu Tierfutter verarbeitet. Das betrifft allein in Deutschland schätzungsweise 40 bis 50 Millionen Küken im Jahr. Wer Geflügel kauft, sollte sich dieses „Schreddern“ mal ansehen. Einfach mal 30 Minuten neben so einen Schredder stehen und zuschauen. Würde man auf diese Grausamkeit verzichten, würde jedes Ei um zirka 4 Cent teurer werden, schrieb neulich die Badische-Zeitung.

Ich möchte hier keine „veganverschwulte“ Ideologie verbreiten. Trotzdem finde ich, dass wir ein stärkeres Bewusstsein brauchen, wo unsere Lebensmittel herkommen. Billige Preise und hohe Profite bedürfen industrielles Töten und eine unwürdige Haltung. Fleisch im Supermarkt ist nicht nur ein Produkt; es hat auch eine Geschichte; ein echtes Lebewesen. Jeder Konsument sollte sich die Packung genau anschauen und sich vorstellen, wie das Fleisch ins Plastik gekommen ist.


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
oder via Twitter an http://twitter.com/_JennyGER_ Wer mit mir quatschen will, der kann mich gerne im SocialGame Utherverse treffen. Bitte beachtet die Richtlinien für Kommentare.

Mail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de

liebe Grüße, eure Jenny

Advertisements

11 Antworten zu “Tödlicher Genuss

  1. Pingback: Tödlicher Genuss | Der Blogpusher

  2. Es ist in der Tat so, dass man den Menschen verstärkt zeigen sollte, wo Lebensmittel herkommen und wie sie produziert werden. Und das bezieht sich nicht nur auf Fleisch, sondern auch auf den ganzen anderen Müll, der zum Teil in den Supermärkten im Regal steht. Die schockierten Gesichter wären ein Dauerzustand.

  3. Menschen können Schmerzen ausblenden, Tiere können das nicht. Durch das teilweise absichtlich zugefügte Leid entsteht eine große Last für uns alle, nicht nur für diejenigen, die das Leid, den Schmerz, mitessen.

  4. Es ist glaube ich sinnvoller, über den Preis zu regulieren. Früher konnte man sich einmal die Woche ein ordentlichen Sonntagsbraten leisten, die restliche Woche wurde vergetarisch gegessen. Aber dadurch, dass unser Fleisch so massivst subventioniert und künstlich verbilligt wird, sind viele wohl der Meinung, Fleisch gehört jeden Tag auf den Teller. Wenn diese Subventionen wegfallen, dann erledigt sich das Problem von ganz alleine, da sich dann eben nicht mehr jeder Fleisch leisten kann. Außerdem was heute auf den Tellern landet, kann man schwer als Fleisch bezeichnen, da ist so viel Chemie und Müll drin.

  5. Das eigentliche Problem ist doch, daß wir uns unserer ursprünglichen Lebensweise (Jäger und Sammler – später Bauern und Hirten) völlig entfremdet haben. Das wirklich Unnatürliche ist doch unsere heutige Lebensweise, die merkwürdige Lebens- und Ernährungsformen propagiert.

    Ich jage selbst, ich zerlege und verarbeite das Tier selbst und ich esse, was ich gejagt habe. Das Tier, das ich jage, hatte vorher ein weitestgehend natürliches Leben. Es musste nicht über viele Kilometer zu einem Schlachthof gekarrt werden. Es musste nicht in einem geschlossenen Stall leben und wurde nicht mit industriell hergestelltem, oft artfremdem Futter wie Soja gefüttert. Auch Medikamente hat dieses Tier nie benötigt.

    Vermutlich kommt jetzt von manchen Leuten wieder die Anschuldigung „Bambimörder“. Aber damit kann ich leben. Denn die Beleidigungen von Menschen, die der Natur längst völlig entfremdet sind; die nur eine idealisierte und irreale Disney-Weltsicht haben, trifft mich nicht.

    Wer negiert, daß in dieser Welt Gewalt und Tod zum Leben dazugehören, der lebt in einer rosaroten Scheinwelt. Nein – Gewalt und Tod sind weder angenehm oder schön. Vor allem, wenn man selbst die Gewalt weitestgehend delegiert und damit so stark abstrahiert hat, daß man selbst gar nicht mehr damit in Berührung kommt – gerade dann ist man sehr viel mehr erschüttert, wenn man dieser alltäglichen Gewalt plötzlich hautnah ausgesetzt ist. Die Verantwortung für das eigene Tun und Handeln ist oft so weit von der gelebten Realität entfernt, so daß man von einer unbegreiflichen Selbsttäuschung sprechen kann.

    Ein Tier zu töten und zu schlachten ist über Jahrhunderttausende für Menschen die normalste Sache der Welt gewesen. Heutzutage leben die meisten Menschen in einem selbstgeschaffenen „Lebensraum“ der mit Natur und natürlichem Leben nicht mehr viel zu tun hat. Viele Menschen haben noch nie im Leben ein lebendige Kuh oder ein Schwein gesehen – außer im TV und das zählt nicht. Ja – es gibt sogar Kinder, die glauben, daß Kühe lila sind. Die wissen nicht, wie Milch erzeugt wird, sie wissen auch nicht unter welchen Bedingungen Feldfrüchte, Obst und Gemüse hergestellt werden. Mit „natürlich“ hat das alles nicht mehr viel zu tun – genau so wenig, wie die industrielle Fleischerzeugung.

    Diese extremen Formen der Naturentfremdung gibt’s erst seit knapp 40 – 50 Jahren. Mal sehen, wie sich diese „Zivilisationskrankheit“ namens Entfremdung weiter auswirken wird. Schon jetzt sind viele Menschen so lebensuntüchtig, daß sie nicht mal selbst kochen können, sondern sich primär von Convenience-Food ernähren. Ich kenne Leute, die gerne Fleisch essen, es aber nicht mal anfassen können. Ist das schon Dekadenz?

  6. Prima Artikel. Ich sehe das ganz genauso. Ich persönlich handhabe es so, dass ich – weitgehend – nur das an Fleisch esse, was ich selbst gejagd habe. Ich habe aus dem Grund vor 5 Jahren einen Jagdschein gemacht, eben um die pervertierte Fleischindustrie in den Industrienationen nicht weiter zu unterstützen. Dabei gilt für mich: Ich jage, um das Fleisch zu essen! Keine Trophäenjagd, Gesellschafts – oder Treibjagden!
    Da ich nicht jeden Tag draußen sein kann und auch wenn ich draußen bin natürlich nicht jedes Mal Jagderfolg habe, hat sich der Fleischkonsum bei uns automatisch reduziert.
    Außerdem ist man von Anfang bis Ende bei dem Tier dabei. Man weiß, wo es herkommt, man hat es selbst zerlegt. Man kann dem Tier (auch wenn das vielleicht für manche jetzt merkwürdig klingt) Respekt bezeugen.
    Sicher kein Weg für jeden, aber eben authentisch.
    Dass die Leute wissen sollten, was mit den Tieren passiert, wie ihr Fleisch hergestellt wird, ist aber in meinen Augen das Mindeste. Viele verschließen davor die Augen, das ist auch meine Erfahrung. Ich habe schon oft Bekannten angeboten, doch mal mit auf die Jagd zu kommen. Viele meinten dann, dass sie das nicht könnten/wollten, weil sie es zu grausam fänden. Fleisch essen aber die meisten von ihnen… Da wird einfach nicht bis zu Ende gedacht.
    Mein einziges Problem bei unserer politischen Landschaft ist das Folgende: Wenn viele Leute sich damit auseinandersetzen würden, wie Fleisch heute industriell „produziert“ wird, danach konsequenterweise sagen, dass sie kein oder viel weniger Felisch mehr essen wollen, würde dieser höhere Anteil an Vegetariern von interessierter politischer Seite wahrscheinlich sofort genutzt, um das Fleisch essen generell gesetzlich ein zu schränken bzw. evtl. sogar den Versuch zu starten, es zu verbieten. Leider gibt es etliche Politiker, die genau so „ticken“…

  7. Schon wieder so eine linksgrüne Belehrung, was die Leute essen dürfen, und was nicht.
    Jenny, unser betrügerisches Geldsystem und der allgegenwärtige Sozialismus sind die Wurzel des Übels. Was Du hier anprangerst, sind nur Symptome!

    Verschwendung von tierischem Leben, aber eben auch in Massen vorkommende Vegetarier sind ein dekadentes Ergebnis der Überflußgesellschaft! Wer hart körperlich arbeiten muß, ist froh, wenn er Fleisch essen kann, und wird keine Küken hächseln.

    Darum: Weg mit allen Subventionen, weg mit dem Sozialismus, weg mit ungedeckten Geld, weg mit allen Konsumentenkrediten! Schon regelt sich das Ganze von selbst, auch über den Preis.

    Wie die Welt von morgen aussehen könnte (wahrscheinlich nicht könnte, sondern wird), kannst Du bei Akif Pirincci nachlesen. In „Deutschland von Sinnen“, beginnend etwa ab Seite 99, hat er sie beschrieben.
    Wenn es so kommt, und davon gehe ich aus, ist kein Platz mehr für Dekadenzen aller Art, einschließlich Vegatariern und veganverschwulten (schönes Wort 🙂 ) Bevormundern!

  8. Ein Quack twitterndes „Borschdi“ sieht Meno Tamm bei Gewitter und hat Angschd den Spongebob zu verpassen…selten so gelacht, das ist ein tödlicher Genuß den man jeden Tag haben muß, Jenny ist einfach köstlich! Zum totlachen, einfach kugelig. 🙂 😉 😉

  9. Extra für die Veganerin Jenny,
    Ein veganverschwultes Ökomampf:
    http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2014/07/22/gotu-kola-centella-asiaticaein-pflanze-zur-regeneration-fur-korper-und-geist/
    Ein tödlicher Genuß, wie beim Knolli.
    Wohl bekomms!
    MfG

    • Ich ernähre mich nicht vegan.

    • Liebe Jenny,
      Alles was Du bezüglich des Umgangs mit Nutztieren schreibst, ist sehr richtig, wer einmal Tiere betreut hat und diese befuttert & ausgemistet hat weiß das, nur in einem profitorientierten Falschgeldsystem gilt das Leben eines Tieres nicht viel und auch die Fleischkontrollen des Verbraucherministeriums sind für die Katz, denn die immer wiederkehrenden Lebensmittelskandale legen davon Zeugnis ab. Der schwarze Peter liegt wieder einmal im politisch-gewollten Lobbyfalschgeldsystem.
      MfG

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s