FDP-Chef Christian Lindner: „Der 22.09.2013 war keine Abwahl des politischen Liberalismus“

Man hat lange nichts mehr von ihm gehört, doch nun sagt Christian Lindner in einem Interview mit dem „TheEuropean“ sehr interessante Dinge. Seiner Meinung nach hat nicht der Liberalismus die Wahl verloren, sondern die FDP, weil sie den liberalen Maßstäben nicht gerecht wurde.

Lindner betont, dass Liberalismus nicht nur eine Lehrbuchtheorie sei, sondern dass es sich um alltagstaugliche Selbstbestimmung handle. „Wir müssen zeigen, dass die Menschen einen konkreten Vorteil haben, wenn es eine liberale Partei gibt“, meint er. Genau das ist es, was die FDP in ihrer Regierungszeit versäumt hat. Auch spricht er ein Tabuthema an: Das geteilte liberale Lager. Es gibt zum einen konservative Spießbürger, die sich liberal nennen und es gibt zum anderen „linksliberale“ und weltoffene Liberale. Erstere sind meiner Meinung nach wahrscheinlich zur AfD gewandert, letztere haben keine politische Heimat. Die Piraten hätten diese Lücke füllen können, haben sich aber nicht getraut. Christian Lindner will „diese beiden Pole“ in der FDP verbinden, damit eine gesamtliberale Partei entsteht. Den dritten Pol der „Libertären“ spricht er nicht an. Diese Richtung wird wie immer totgeschwiegen.

Lindner wünscht sich einen Staat, der Schiedsrichter ist, aber keine Tore schießt. Ein freiheitlicher Staat macht seine Bürger nicht zu Taschengeldempfängern, wie er sagt. Ich halte diese Aussage für sehr korrekt, halte sie aber nicht für durchsetzbar. Der durchschnittliche Deutsche will Taschengeldempfänger sein. Er liebt es abhängig und gefesselt zu sein. Die meisten Deutschen bevorzugen staatsgläubigen Gehorsam, denn so haben sie es im Merkelismus gelernt. Damit dieser Deutsche wieder Freiheit will muss er zuerst von seinem geliebten Staat zum frieren oder hungern gezwungen werden. Vorher tut sich da nichts. Aber das darf Lindner natürlich nicht so direkt sagen, denn er muss ja als Karrierepolitiker politisch korrekt sein. Ich sehe es da ähnlich wie die Autoren Weik und Friedrich: Der Crash ist die Lösung!

Lindner kritisiert auch die Beweislastumkehr, die viele Journalisten vornehmen. Es wird in gelernter linksgrüner Manier behauptet, dass zu viel Freiheit und „Deregulierung“ viele aktuelle Probleme verursacht. Man müsse deshalb die Freiheit begrenzen. Christian Lindner sieht das anders und möchte, dass man die Freiheit des Einzelnen und nicht von Oligarchen stärkt. Als Beispiele nennt er Facebook und Google. Man hätte aber auch die Zentralbanken nennen können: Durch unfreie Kapitalmärkte, Manipulation und das große Finanzoligopol entstanden Verwerfungen , mit denen wir heute noch kämpfen. Nicht die Freiheit der Märkte ist das Problem, sondern deren Unfreiheit. Trotz Bürokratie haben wir an den Märkten 6 Jahre nach Ausbruch der Krise noch immer „nahezu unkontrollierbare Risiken“, wie es Lindner beziffert.

Link: Das komplette Interview


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liebe Grüße, eure Jenny

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5 Antworten zu “FDP-Chef Christian Lindner: „Der 22.09.2013 war keine Abwahl des politischen Liberalismus“

  1. Pingback: FDP-Chef Christian Linder: “Der 22.09.2013 war keine Abwahl des politischen Liberalismus” | Der Blogpusher

  2. Das Kaiserreich war der letzte Deutsche Staat, der souverän war.
    Steuerquote 4% – für Topverdiener mit 100.000 Reichsmark.
    Und wie hoch ist heute die Steuerquote?

    Stellt Euch vor, wie es wäre, wenn wir die Sklavenketten abschütteln würden…

    „Die Entkolonialisierung von Deutschland ist eines der Projekte der Eurasischen Strategie. Deutschland ist eines der Länder das uns am nächsten steht. Dafür muss es aber ein anderes Deutschland sein: ein deutsches Deutschland, ein europäisches Deutschland, kein amerikanisches Deutschland, kein Marionettendeutschland, kein besetztes Deutschland. In Wirklichkeit braucht Europa einen nationalen Befreiungskampf gegen die amerikanische Hegemonie.” (Alexander Dugin, russischer Denker und Soziologe – Eurasienkonzept)

    Was Du schon immer über die Westliche-Werte-Demokratie wissen wolltest – bisher aber nicht zu fragen wagtest…:
    „Die erfolgreichsten Gehirnwäsche-Techniken. Der Globalisierungs-Fanatiker. Ein Psychogramm der Westlichen-Werte-Demokratie“
    http://www.gehirnwaesche.info

  3. Ich behaupte, daß nicht nur der Liberalismus, sondern die gesamte Politik bankrott ist. Folgender Beitrag beweist das:

    Das Schuldgeldsystem ist völlig absurd.
    MfG

  4. Warum kann denn Herr Lindner dann keine konkreten Vorteile benennen. Das ist das eigentliche Problem der FDP, nicht zu wissen, wofür sie wirklich einstehen möchte und was sie für einen Nutzen bringen kann. Das die Deutschen insgesamt wenig Freiheitsliebe besitzen würd ich so nicht unterschreiben. Es hat sich leider nur zu viel Bequemlichkeit breit gemacht gepaart mit einer Ohnmacht und Resignation. Also bleibt man der gewohnten Linie treu. Der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier. Selbst wenn es schlimmer kommt, wird er sich auch daran gewöhnen, es sei denn es gibt einen klar definierten persönlichen Anreiz daraus auszubrechen. 100´ zinslose Euro für jeden der eine Firma gründet und 3 Jahre Steuerfreiheit wäre da mal ein spannendes Projekt.

  5. lindner tut so als sei er liberal, in wirklichkeit ist er sozialist. eine labbertasche sondergleichen.
    der einzige libertäre in der fdp war frank schäffler. der hatte einige um sich geschart und und schon hatte die sozialistische führung in der fdp partei angst das die fdp zu libertär wird. also hat man sie fertig gemacht.
    lidner hat gar kein interesse daran selbst libertär zu sein oder gar die fdp libertär zu machen.
    lidner benutzt seine worthülsen rhetorik in interviews und vorträgen bewusst weil er genau weiss die meisten menschen haben gar keine ahnung von libertät.
    die die wissen wollen was eine libertäre partei ausmacht surfen lieber auf http://www.parteidervernunft.de
    http://www.oliverjanich.de/ ist ebenfalls eine ausgezeichnete anlaufstelle für libertät.
    lindner ist ein weiterer zerstörer von freiheit, was gleichbedeutend ist mit libertät. …und darüber ist sich lindner voll und ganz bewusst.

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