Zur Diskussion: Aktuelle Investmentstrategien

Ich gestalte meinen Vermögensaufbau mit 3 Säulen. Zum einen setze ich auf Edelmetalle und zum anderen führe ich ein „Trading-Depot“ für kurzfristige Ideen. Als drittes habe ich ein Fondsdepot. Im folgenden sind alle Fonds-Positionen erklärt. Ich bediene sie zu gleichen Teilen mit monatlichen Sparraten. Was meint ihr dazu? Ich freue mich auf wertvolle Ergänzungen und Ideen in den Kommentaren.

  • Aktien Osteuropa

Idee dahinter: Der Fonds investiert vor allem in Russland, Polen und der Türkei. Durch die monatlichen Käufe nutze ich aktiv die heftigen Marktschwankungen zu meinen Gunsten. Aktuell schwächelt das Portfolio und bietet gute Chancen günstig in den Markt zu kommen. Langfristig sollte es der Region im Vergleich zur heutigen Lage besser gehen. Vielleicht hat die lokale Krise in der Region auch eine mittelfristig bereinigende Wirkung. Die osteuropäischen Staaten sind kaum bis wenig verschuldet und können damit in Zukunft noch einiges an Wachstum finanzieren. Vorraussetzung hierfür ist politische Stabilität und ein gewisses Maß an Vertrauenswürdigkeit.

  • Hochverzinste Unternehmensanleihen

Idee dahinter: Der Fonds investiert in Unternehmensanleihen aus dem sog. Non-Investmentbereich. Er meidet dabei aber Junk-Bonds, Genussscheine und den grauen Markt. Zu den größten Positionen gehören Kredite an Unternehmen wie Peugeot, Renault oder HeidelbergCement. Ich erwarte von dieser Position eine Rendite in Höhe von ca. 5% pro Jahr, wobei Ausfälle diese Zahl immer wieder nach unten korrigieren können. Unternehmensanleihen mit unterdurchschnittlicher Bonität sind etwas unabhängiger von Zentralbankspielereien im Vergleich zu höherboniblen Anleihen.

  • Deutsche Nebenwerte

Idee dahinter: Der deutsche Mittelstand ist voll mit Marktführern und Spezialisten. Auch sind diese Unternehmen etwas abseits vom globalen Marktgeschehen. Werte aus MDAX und SDAX korrelieren meist weniger stark zu den führenden Indizes wie DowJones oder dem DAX. Der Fonds investiert in führende Deutsche Unternehmen der zweiten und dritten Reihe. Vertreten sind zum Beispiel ProSiebenSat1, HugoBoss, Bilfinger oder Fuchs Petrolub. Es handelt sich um einen spekulativen Aktienfonds mit langfristigem Anlagehorizont. Starke Schwankungen nehme ich in Kauf, damit die Rendite auf Sicht vieler Jahre optimal fruchten kann.

  • Globale Dividendenstrategie

Idee dahinter: „Gefressen und Gesoffen wird immer“. Deshalb verdienen die internationalen Größtkonzerne relativ nachhaltig gutes Geld. Diese Strategie setzt auf Unternehmen, die nicht mehr wirklich wachsen können, dafür aber kontinuierlich Gewinne (Dividenden) ausschütten. Der Fonds hat eine geringe Schwankungsbreite (Vola) und zählt daher zu einer eher konservativen Aktienstrategie. Typische Werte sind Pfizer, McDonalds, Nestle, Unilever, Novartis, GlaxoSmithKline, British-American Tabacco und viele andere mehr.

  • Aktien aus Schwellenländern

Idee dahinter: Dieser Fonds investiert in Aktien von Unternehmen mit Sitz in Afrika, Südamerika, dem mittleren Osten sowie Asien (ohne Japan). Der Fonds ist global ausgerichtet und kann somit auf aufstrebende Märkte setzen, ohne in lokalen Krisenherden gefangen zu sein. Zu den größten Positionen gehören Aktien von Hyundai, China Mobile oder Samsung. Durch die monatlichen Käufe nutze ich aktiv die heftigen Marktschwankungen zu meinen Gunsten. Dabei ist es egal, ob die Kurse steigen oder fallen. Dank „Cost-Average-Effekt“ müssen die Kurse für meine „Idee“ einfach nur heftig schwanken.

  • Aktien aus der Pharma- und Medizinbranche

Idee dahinter: Dieser globale Aktienfonds setzt auf das Thema „Gesundheit“. Die langfristige Idee ist, dass die Menschen immer älter, zahlenmäßig mehr, kranker und fetter werden. Der Fonds kauft Aktien von Unternehmen, die von diesem Megatrend profitieren könnten. Klassiker im Portfolio sind Werte wie Johnson and Johnson, Roche, Novartis, Pfizer, Merck oder Sanofi. Neben den USA ist der Fonds im Moment auch stark in der Schweiz investiert. Diese Strategie besitzt viele politische Risiken und ist daher nur für mutige und langfristige Anleger geeignet.

  • Sachwerteorientierter Mischfonds

Idee dahinter: Dies ist für mich eine Art „Sparbuchersatz“. Mit einer Rendite seit 01.01.2014 in Höhe von knapp 1% und einer Volatilität von 1,99% gilt dieser Fonds für mich als risikoarm. Er investiert in Geldmarkt, Gold, inflationsindexierte Anleihen, Aktien und Immobilien. Die Aktienquote liegt dabei maximal bei 30%. Die Strategie fruchtet erst bei aufkommen einer stärkeren Inflation. Die Gewichtung der einzelnen Assetsklassen erfolgt quantitativ aufgrund eines Trendfolgemodells.

  • Defensiver Mischfonds

Idee dahinter: Auch das ist für mich ein „Sparbuchersatz“. Dieser Mischfonds darf weltweit mit offenem Anlageuniversum anlegen. Die Gewichtung der Anlageklassen erfolgt aufgrund fundamentalanalystischen Bewertungen. Das Risiko wird aktiv gesteuert. Hierzu gilt die Regel, dass der Fonds nie mehr als 10% vom letzten Kurs verlieren darf. Bei 5% Verlust (immer zum letzten Höchststand) werden automatisch 50% aller Risikopositionen verkauft. Aufgrund dieser Risikosteuerung besitzt das Konstrukt eine für meinen Geschmack konservative Strategie. Die Rendite seit 01.01.2014 in Höhe von 2,35% schlägt sämtliche Geldmarktanlagen und war mit einer Volatilität in Höhe von 1,41% mit wenig Stress verbunden.

  • Globale Staatsanleihen mit gutem Rating

Idee dahinter: Dieser sehr bekannte und berühmte Fonds investiert weltweit in Staatsanleihen. Er nutzt dabei auch Währungschancen. Die meisten Anleihen im Korb haben ein Rating mit  „A“ oder „gutem B“. Die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer liegt im Moment bei nur 2,12 Jahren. Diese Tatsache und die tendenziell guten Ratings machen diesen Fonds zu einem stabilen Basisinvestment im Anleihen- und Währungsbereich. Der Fonds hat seit dem 01.01.2014 immerhin 3,70% verdient. Durch die globale Ausrichtung kann der Fonds ungünstigen Entwicklungen (z.B. Krisen oder das Platzen der Anleiheblase) aus dem Weg gehen. Die größten Positionen sind Anleihen von z.B. Südkorea, Polen, Serbien oder Mexiko. Die Strategie dabei ist, von der ausufernden Verschuldung der Welt zu profitieren.

  • Schwellenländer Anleihen in Lokalwährung

Idee dahinter: Dieser eher riskante Fonds investiert in Staatsanleihen mit unterdurchschnittlichem Rating und tendenzieller Weichwährung. Dabei konzentriert sich das Management aktuell auf Brasilien, die Türkei, Südafrika, Indonesien, Osteuropa, Thailand oder auch Malaysia. Seit dem 01.01.2014 haben Anleger mit diesem Fonds 6,76% verdient. Die Schwankungsbreite der Kurse kommt fast an einen konservativen Aktienfonds heran. Mit diesem Fonds ist man glücklich, wenn man langfristig von stärkeren Währungen in den Schwellenländern ausgeht, wobei Hartwährungen wie US-Dollar, Euro oder Yen an Wert verlieren sollten.

Zum weiter lesen: So geht Anlageberatung

Wichtiger Hinweis:  Die genannte Strategien gelten nicht als empfohlen; sie dienen als Beispiel! Irrtum vorbehalten. Der Kauf von Finanzinstrumenten erfordert Angemessenheit, Geeignetheit und eine ausführliche Beratung bzw. den ausdrücklichen Verzicht auf Beratung seitens des Anlegers. Dieser Text stellt keine Beratung dar. Marktpreise können und werden fallen, steigen oder gleich bleiben. Eine risikolose Geldanlage gibt es nicht. Mehr Ertrag = Mehr Risiko!


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
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liebe Grüße, eure Jenny

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20 Antworten zu “Zur Diskussion: Aktuelle Investmentstrategien

  1. Pingback: Zur Diskussion: Aktuelle Investmentstrategien | Der Blogpusher

  2. Hat dies auf Oberhessische Nachrichten rebloggt.

  3. Habe ich ein Brett vor dem Kopf oder fehlt überall der Name der Fonds?

  4. >>Die Strategie dabei ist, von der ausufernden Verschuldung der Welt zu profitieren.<<

    mir wird dabei schlecht, tut mir leid

  5. Jenny, Sie sollten alles auf die Aktie von ProSiebenSat1 setzen, denn die Umsätze bei denen müssen gigantisch sein, da ein Bunny Tag & Nacht Tamm guckt. 🙂 😉 😉

    • ProSieben könnte in den DAX aufgenommen werden. Dann ja, aber aktuell sieht es nicht danach aus.

    • Liebe Jenny,
      Kann AD nur Recht geben, Fonds sind der größte Besch….s der Menschheit. Wenn`s unbedingt ein Fond sein soll, dann schauen sie sich den Berkshire Hathaway B Aktie mal an. Der ist relativ stabil und hat bisher jeden Crash fast unbeschadet überstanden. Ein Investment ohne Tamm & lila Schmunzelhase. 🙂 😉
      MfG

  6. und wie sieht die Cash/Liquiditätsposition für Nachkäufe beim aktuellen Abwärtstrend aus?
    Was sind denn für die einzelnen Positionen die Exitstrategien?
    Gruß, AD
    P.S. Fonds würde ich niemals halten, alles Besch!ss: das einzige was dabei sicher ist, ist deren Provision. Wenn schon, dann auf „politisch unkorrekte Aasgeier“ setzen 😉

  7. Pingback: Zur Diskussion: Aktuelle Investmentstrategien | FreieWelt.net

  8. Guten Abend Jenny,

    vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Ich zähle oben zehn Fonds. Ist das nicht etwas überdiversifiziert? Ich weiß ja nicht wieviel Du monatlich in die Fonds einzahlst. Aber ich glaube für einen Durchschnittsverdiener, der im Monat maximal wenige hundert Euro sparen kann, sind das zu viele Fonds. Bleibt da für den einzelnen Fonds überhaupt ein sinnvoller Betrag übrig. Außerdem sehen die Fondsbeschreibungen nach happigen Ausgabeaufschlägen (meist 5%) und Gebühren aus, die der Fonds erstmal verdienen muss.

    Wie sieht das aus, wenn man monatlich einen kleinen Betrag (100 oder 200 EUR) in einen (oder maximal drei) passive Indexfonds (ETF) oder Indexzertifikate investieren will? Wenn man die Stücke selbst jeden Monat über die Börse kauft, zahlt man jedes mal die Transaktionskosten (bei meiner Bank rund 10 EUR). Mir verscheint das unverhältnismäßig viel. Geht das auch geschickter?

    Gruß

    Rudi

  9. Hey Jenny, guter Artikel. Was rudis bedenken bezüglich der Transaktionkosten angeht, kann ich die DAB-Bank empfehlen. Eine ganze Reihe von ETFs (dbx-tracker und comstage) lassen sich hier ohne TK erwerben. (zumindest bis September 2015. Danach hängt’s von deren Geldgier ab, ob sie das Angebot weiterführen)

  10. Bei HeidelbergCement stört mich persönlich, dass die via Israel in den besetzen Gebieten sehr viel Geld verdienen.
    Ansonsten sehr interessante Strategie

    • Auch Nestlé oder Novartis stört mich so einiges. Aber hier geht es wohl nur darum Profit zu machen, die Mitmenschen sind nur Abschaum den es auszunehmen gilt. Gewissen? Brauche ich nicht, macht ja (angeblich) jeder so, da kann dieses Verhalten ja nicht falsch sein. Des Südamerikanische Minenarbeiter oder der Indische Bauer kann es ja gleichtun, wir leben in einer fairen Welt.
      Habe diesen Blog immer gerne gelesen, nun ist Schluss damit.

    • Der Südamerikanische Minenarbeiter oder der Indische Bauer bekommt einen Pass, kann auswandern und serin Glück woanders versuchen.
      Das ist in den von mir angesprochenen Gebieten kaum möglich.
      Heute würde man hier auch moralische Bedenken haben wenn eine Baufirma eine Mauer mitten in Berlin hochzieht, oder.

  11. Diese Anlagen in Fonts sind es nicht wert diskutiert zu werden.
    Ich kann nicht verstehen wie jemand, der über die Problematiken des Finanzwesens und des Fiatgeldes bescheid weiss genau dieses Geld in sinnloser Art und Weise zu sammeln.
    Jeder weiss, dass neben den Rohstoffen auch die Aktien und Anleihen (und damit die Fonts) manipuliert sind. Die „Investition“ hat also nichts mit den Unternehmen zu tun sondern ausschließlich mit dem Vertrauen in die Politiker und Manager, die genau diese Manipulationen vornehmen.

    Wenn z. B. jemand an die Tür klopft und verspricht man könne bei ihm jedes Jahr 100€ verdienen wennn er in diesem Zeitraum mit meinem Geld 1000€ verdienen darf, so würde ihm jeder die Tür vor der Nase zuschlagen.
    Die Banken sind aber noch dreister und nehmen sich erst mal ihr Geld um danach zu sehen was für Profit übrig bleibt um zu teilen. Sollte Verlust eintreten, so zuckt die Bank mit den Schultern weil sie ihren Anteil längst erhalten hat. Das Risiko bleibt beim Investor.
    Und so sollte jedem klar sein, dass wenn er auch nur einen Euro verdient hat die Banken ihren Verdienst längst in der Tasche haben.

    Wie Jenny schreibt, ist der Profit höher wenn das Risiko steigt. Nicht jedoch bei den Banken denn dort ist der Profit garantiert und ist nur davon abhängig mit wieviel Geld der Investor spekuliert.

  12. Für mein Verständnis zu viel Diversifikation und zu viele Gebühren bei den Fonds. Ich bespare lieber günstige ETF’s (u.a. MDAX) und kaufe alle zwei Monate eine Unze Gold.
    Des Weiteren kaufe ich unterbewertete Qualitätsaktien die ich beim Erreichen des fairen Wertes wieder verkaufe. Dazu muss man natürlich wissen ob eine Aktie billig oder teuer ist. Value Investieren nach Buffett und Otte ist meines Erachtens der beste Weg um mit Aktien Geld zu verdienen. Im Momentum Markt der letzten Jahre aber nicht der erfolgreichste…..
    Chr.

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