Warum der Privatanleger fast immer verliert

Der DAX steht heute 9 mal so hoch, als noch im Jahr 1989. Anleger setzen lieber auf Bankeinlagen und misstrauen dem Unternehmertum. Warum eigentlich?

Die Deutschen hassen Aktien und lieben Zinsen. Immobilien gelten sowieso als sicher, denn eine Immobilienkrise wie in Spanien oder den USA haben wir hierzulande noch nicht gesehen. Es ist die Liebe zu „festen Erträgen“, die viele verleitet. Deutsche Anleger sehnen sich nach festen Mieteinnahmen, Zinsen oder auch Dividenen. Kein Wunder also, dass hochriskante Mittelstandsanleihen in jüngster Vergangenheit einen hohen Absatz fanden. Ein bisschen mehr Zins als auf der Bank und ein „Klimaschutz“-Etikett genügen, schon stürtzen sich die Anleger wie eine Horde verblendeter Schafe auf die Papiere. Der aktuelle Rückgang des DAX bestätigt die Anleger. Statt die günstigeren Kurse für  eine sukzessive Positionierung zu nutzen, fühlen sie sich am Spielfeldrand pudelwohl.

Der Privatanleger verliert fast immer, weil er langfristig denkt aber kurzfristig handelt. Er investiert mit der Absicht, die Position über einen längeren Zeitraum fruchten zu lassen, dabei bewertet er die Anlage von Depotauszug zu Depotauszug. Ein weiterer entscheidender Fehler ist, dass die Anlagen stets in Euro bewertet werden. Niemand würde sagen: „Ich lebe in 200.000€ Immobilienvermögen“. Man würde eher sagen: „Ich wohne im eigenen Haus“. Ein Haus wird immer ein Haus bleiben, eine Unze wird immer eine Unze bleiben und eine Aktie wird immer eine Aktie bleiben. Was soll diese irreführende Bewertung in Euro? Es ist sehr viel bequemer Sachwerte in Stückzahlen zu messen, statt immer nach dem Verkehrswert in der gerade gültigen Währung.

Der Privatanleger ist nicht dumm, aber ungebildet und beeinflusst. Es denkt Aktien seien böse, dabei ist es vor allem das Wagniskapital, welches uns Wachstum und Wohlstand bringt. Staatsanleihen (früher nennte man sie Kriegsanleihen) hingegen töten weltweit unschuldige Menschen. Heutzutage besitzt fast jeder indirekt über Altersvorsorgeverträge, Versicherungen und Bankeinlagen Staatsanleihen. Damit sind wir alle Gläubiger von uns selbst. Geht der Staat pleite, dann sind wir selbst pleite. Oder frei nach Jesus Christus: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Wenn wir diesen Satz ernst nehmen würden, dann gäbe es kein Geld mehr. Das Schneeballsystem aus Staatsanleihen kommt bei Privatanlegern gut an, denn reale Investitionen in Ideen, Menschen, die Umwelt und unseren Wohlstand hat man der breite Masse aberzogen.

Zum weiter lesen: So geht Anlageberatung


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liebe Grüße, eure Jenny

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9 Antworten zu “Warum der Privatanleger fast immer verliert

  1. Hat dies auf Oberhessische Nachrichten rebloggt.

  2. Hallo Jenny,
    Der Privatanleger von heute ist weder dumm noch ungebildet, sondern wurde vom Politbankstersystem kriminell über den Tisch gezogen und belogen & betrogen nach Strich & Faden. Man schaue sich nur die Konstruktion der Finanzinstrumente an, in Crashphasen zieht die Aktienfondmanagerin eben nicht die Notbremse, sondern fährt politisch korrekt das Einlagevolumen der Anleger politisch korrekt gegen die Wand. Oder eine Lehmann Bank weißt eben nicht auf das eigene Ausfallrisiko von Zertifikaten hin, bei eigener Insolvenz. Der Aktienmarkt hängt eben nicht von der tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung ab, sondern je nachdem wohin die FED die Geldmöhre für den Anlegeresel hinhängt, ob links oder rechts, wie die heurige Aktienmarktrally seit 2009 gezeigt hat, ganz zu schweigen vom Hochfrequenzhandel der Banken. Alles Lug & Trug in der Wirtschaft, eine Geldmarktfatamorgana.
    MfG

  3. Hier noch ein Stück aus dem politbanksterischen Tollhaus:
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/08/09/banken-rettung-merkel-und-steinbrueck-haben-voellig-unnoetig-2-milliarden-euro-verbrannt/
    Wer heute noch spart im herkömmlichen Sinne, ist der Dumme.
    Der Dow Jones ist seit 1913 von ca. 300 Punkten auf heute 17000 Punkte gestiegen, aber nicht weil die Wirtschaft so toll läuft, sondern die FED die Kaufkraft des Dollar um über 97% geschwächt hat.
    MFG

  4. Hallo Jenny,

    Herkules spricht mir aus dem Herzen. Aus diesem Grund ist auch dein Artikel https://pinksliberal.wordpress.com/2014/08/05/zur-diskussion-aktuelle-investmentstrategien/ für mich unverständlich.
    Wie kannst du Anlegern Unwissenheit vorwerfen, wenn sie im Gegensatz zu dir den unseligen Finanzangeboten aus dem Weg gehen? Ich finde, diese Leute haben mehr Durchblick als alle, die an der Börse versuchen von den paar einflussreichen Gaunern ein paar Euros abzubekommen.

    Ehrlichkeit, Vertrauen, Moral und Fairnis sind für mich Grundveraussetzung für Geldgeschäfte. Alles ist zur Zeit an der Börse nicht gegeben.

  5. Kein halbwegs intelligenter Mensch braucht eine Anlageberatung von einem Bankverkäufer. Nur leider sind die meisten zu faul um sich um ihre Geldangelegenheiten zu kümmern. Beim Kauf eines neuen Fernsehers wird intensiver recherchiert als bei der Wahl eines Aktienfonds. Dann schmeißen sie ihre paar sauer verdienten Kröten einem überbezahlten Fondsmanager hinterher der nicht mal den Dax übertreffen kann.

  6. Aus diesem Grund mein Rat: Jenny s Blog lesen und die Bücher von Friedrich und Weik. Haben mir enorm geholfen und zu diesem Blog hier geführt.

  7. Hier noch eine kleine Ergänzung:
    Die Massenmedien und die sogenannten „Experten“ der Bankster arbeiten zusammen und spielen bei den Fehlentscheidungen der Privatanleger oft eine große Rolle. Diese hypen oder bashen bestimmte Anlageprodukte in Übertreibungsphasen massiv. Bspw. wurde bei der Aktienblase in 2000 massivst mit irren Kurszielen über die Medien für den Einstieg in den Aktienmarkt getrommelt. Damals hatte ich noch vermutet, der Grund für diese desaströsen Empfehlungen wäre Dummheit. Das war es aber nicht. Hinter den Bankstern und Massenmedien stehen dieselben Eigentümer. Das war Kleinanlegerabzocke im ganz großen Stil. Und als der Markt dann wieder unten war, wurden dann Aktien wieder verteufelt und das Sparbuch empfohlen. Die Kleinanleger werden betrogen. Und der Gesetzgeber schaut dabei zu.

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