Hartnäckige Sportmythen

Rund ums Thema Sport und Fitness wird extrem viel Blödsinn verzapft. Durch die Werbung und hohlköpfige Journalisten haben sich sehr viele hartnäckige Mythen in den Gehirnen der Menschen eingenistet.

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  • „Jetzt sofort ein Sixpack“

Auf manchen TV-Sendern kommt als Dauerwerbesendung ein Gerät, mit dem man den Bauch trainieren kann. Es werden immer wieder Vorher- und Nachherbilder gezeigt. Erst sieht man eine fette Wampe und danach einen gebräunten durchtrainierten sexy Body. Natürlich alles mit diesem einen Gerät. Dass dies absoluter Bullshit ist, dürfte jedem klar sein. Was viele nicht wissen: Der Bauchmuskel ist extrem flach. Ab einem normalen Körperfettanteil kann man diesen Muskel nicht sehen. Erst bei niedrigem Körperfettanteil kann man das Sixpack sehen. Wer also nur für die Optik den Bauch trainiert, der wird keinen Erfolg sehen. Besser wäre Ausdauertraining um aktiv Fett zu verbrennen sowie eine gesunde Ernährung. Ein Gerät, um ein Sixpack zu bekommen, gibt es nicht.

  • „Wer den Bauch weghaben will, muss den Bauch trainieren“

Klar ist doch logisch, oder? Man trainiert den Po, damit er schlanker wird und man trainiert den Bauch, dass er flacher wird. Bullshit! Der Körper verbrennt nicht dort das Fett, wo man trainiert, sondern dort wo er will. Man kann auch durch z.B. Schwimmen Bauchfett verbrennen; hierzu muss man keine Situps machen. Im Gegenteil: Der Bauchmuskel ist extrem flach. Trainiert man ihn zu heftig, dann wird er dicker und schiebt die vorgelagerte Fettschicht nach vorne. Ist der Körperfettanteil gesenkt, dann kann man zur Muskelstraffung (Frauen) bzw. zum Muskelaufbau (Männer) übergehen. Hierbei wird dann tatsächlich etwas für die lokale Optik getan. Der Körper hat nur ein Stoffwechselsystem, deshalb kann das Fett nicht gezielt an bestimmten Stellen verbrannt werden.

  • „Frauen, die Krafttraining machen, sehen aus wie Männer“

Auch das ist Quatsch. Hierzu fehlt uns Mädls ein Hormon. Männer haben zirka 10 mal mehr Testosteron, wie wir. Deshalb bauen Männer beim Krafttraining mehr Muskeln auf. Der weibliche Muskel wird durch das Training zwar straff und stark, aber er gewinnt eben nicht so sehr an Volumen, wie ein männlicher Muskel. Frauen werden durch Kraftsport eher zur Pipi Langstrumpf und weniger zu Bud Spencer. Das Sexualhormon Testosteron wird übrigens direkt beim Sport ausgeschüttet. Deshalb führen sich Männer in Sportstudios manchmal wie Affen in der Paarungszeit auf.

  • „Muskelkater ist ein Ergebnis von falschem Training“

Muskelkater bekommt man immer dann, wenn man etwas neues macht. Wenn der Muskel eine neue Bewegung oder eine neue Intensität erlebt, dann kann Muskelkater entstehen. Sobald sich der Muskel an den neuen Reiz gewöhnt hat, verschwindet der Muskelkater wieder. Muskelkater ist also wichtig, denn er entsteht bei vielfältigen Variationen im Sport. Ein Muskel, der sich an einen Reiz gewöhnt hat, wird sich nicht verändern. Erst die ständige Variation von Übungen bringt neue Reize. Muskelkater gehört also dazu und mit der Zeit wird er auch angenehm.

  • „Sport macht aus Fett Muskeln“

Das wäre ein medizinisches Wunder! Fettzellen können sich nicht in Muskelzellen umwandeln. Das ist unmöglich! Fettzellen können aufgebraucht/verbrannt werden und Muskelzellen können gebildet werden, aber eine Umwandlung findet nicht statt. Bei falschem Training verbrennt der Körper statt Fettzellen sogar Muskelzellen. Das selbe passiert bei Mangeldiäten und beim Extremfasten: Der Körper verbrennt Energie aus den Muskelzellen und spart sich das Fett für „schlechte Zeiten“ auf.

  • „Mit Sport nimmt man ab“

Bullshit! Auch wenn Sendungen im Trash-TV immer wieder verschwitzte dicke Menschen zeigen, die nach 200 Metern Laufen nicht mehr können, der Mythos ist falsch. Mit Sport nimmt man nicht ab. Im Gegenteil: Durch den erhöhten Energiebedarf steigt der Hunger und der Körper legt für die zusätzliche Belastung Reserven an. Sport kann unterstützend wirken, eine ausgewogene und gesunde sowie kontrollierte Ernährung ist aber der Hauptgrund für Gewichtsveränderungen. Wer Pizza, Burger und Chips mit Joggen aufwiegt, wird keinen Erfolg haben. Sport kann helfen, ein Gewicht zu halten. Aber wer tatsächlich abnehmen möchte, muss dies neben dem Sport mit einer radikalen Ernährungsumstellung machen.

  • „Sport darf nicht weh tun“

Doch! Denn die Belastungsgrenze liegt hinter der Schmerzgrenze und durch regelmäßiges Training verschiebt sich diese Grenze nach hinten. Auch ein richtig aufgewärmter Muskel kann helfen, die Schmerzgrenze zu verschieben. Der Schmerz darf natürlich nicht krankhaft oder verletzend sein, aber gewisse Reize sind von Vorteil. Man kennt das vom Fahrradfahren: Man möchte einen Berg mit 1.200 Metern hochfahren. Nach 100 Metern denkt man, „das schaffe ich niemals“, irgendwann läuft es allein und auf einmal ist man oben. Manchmal muss man eben ehrgeizig sein und die Schmerzgrenze überwinden, damit man die Belastungsgrenze ausloten kann.

  • „Man kann gezielt den Busen trainieren“

Es wird immer wieder behauptet, dass Frauen mit gezieltem Training ihre Brüste vergrößern können. Naja, das stimmt fast. Der Busen an sich ist kein Muskel und kann daher nicht trainiert werden. Und wenn man Fett abnimmt, dann wird der Busen eher kleiner. Unter den zwei Hübschen sitzt aber der große Brustmuskel. Trainiert man diesen Muskel, dann unterfüttert man das Dekoltee. Durch Bankdrücken, Kurzhanteldrücken und Butterfly kann man also die Titten, Möpse, Melonen, oder wie auch immer man sie nennt, straffen und etwas praller machen. Bei Frauen mit einem eher geringen Körperfettanteil und tendenziell kleinerem Busen ist der Effekt gut sichtbar. Wichtig: Ein starker Brustmuskel muss unbedingt durch einen starken Rücken ergänzt werden, sonst wird es schmerzhaft.

PS: Ja, es ist Sommerloch….


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liebe Grüße, eure Jenny

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10 Antworten zu “Hartnäckige Sportmythen

  1. Vorsicht Jungs, in Freiburg wohnt Jenny Schwarzenegger, wo sie hinhaut ist die Birne Matsch, und Bud Spencer würde bei der Gewalt vor Neid erblassen. Janich die Jenny necken, sonst gibt`s Beulen gar fürchterlich. 🙂 😉 😉

  2. Der Youtuber Karl Ess hat , zumindest mit seinen älteren Videos wirklich alle Drecksbodybuilding Mythen aufgedeckt. Auch wenn er ordentlich Kohle mit verdient , für mich hat er jeden Cent verdient und die größte Welle in Richtung Sport mit Gesunder! Ernährung ausgelöst die es in Deutschland je gab.

  3. Sehr richtig Jenny.
    Frauen sollten grundsätzlich so trainieren wie Männer. Nicht stundenlang auf dem Crosstrainer rumhampeln sondern kurzes und schweres Krafttraining: Kniebeugen, Bankdrücken, Kreuzheben, Klimmzüge.
    Durch den Muskelaufbau steigt dann der Grundumsatz und Fett wird verbrannt.
    In den Sportstudios sieht man aber fast nur fette Menschen die nur Cardio-Training machen und sich noch die letzten Muskel wegtrainieren. Ist ja auch bequemer für die Trainer.
    Chr.

  4. Pingback: Hartnäckige Sportmythen | FreieWelt.net

  5. Wat ist den die perfekte Ernährung?

  6. Jenny räumt auf – mit den Fitness-Mythen – passend, also hinschauen und wahrnehmen… gleichsam eine Bilanz aufmachen, zwischen sitzen und bewegen… das Verhältnis erkennen und aufstehen statt sitzen bleiben; gehen statt im Benz fahren…. alles unter 2 km, kann jeder gut zu Fuß zurück legen …. – das Streben nach Erfolg hat etwas mit Ausdauer zu tun

  7. Hat dies auf LOB's Management Blog rebloggt und kommentierte:
    Heute trage ich die Sportkappe und trete als Körper Coach auf:
    Im letzten Jahr hat, die von mir geschätzte Bloggerin Jenny_GER, wichtiges zum Thema Fitness-Mythen geschrieben,
    Lest selbst, denn das Streben nach Erfolg und die Steuerung des eigenen Erfolgs hat etwas mit Ausdauer zu tun.
    Geht raus in die Natur, bewegt Euch, stellt ins Verhältnis, wie lange Ihr sitzt und wie weit die Wege sind, die Ihr zu Fuß geht? Wir wurden nicht zum Sitzenbleiben geboren, der Mensch ist ein Läufer!
    Sucht Euch einen Partner zum Laufen, um den inneren Schweinehund aus der Reserve zu locken, lasst es nicht zu, dass die Trägheit Euch an die Coach bindet. Wer will findet Wege, wer nicht will findet Ausreden. Gruß Euer Körper Coach – bewegt Euch, der Beginn aller Veränderung und Verbesserung.

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