EZB will Markttransparenz abschaffen

In der zweiten Oktoberhälfte veröffentlicht die EZB ihren großangelegten Banken-Stresstest. Ziel ist es, mögliche Pleitebanken möglichst schnell und zielgenau der neuen Aufsicht zu überführen. Doch wie nun das Handelsblatt und andere Medien berichten, dürfen die Bürger und auch Politiker nichts negatives von den Ergebnissen erfahren.

Schön war die Zeit, als es noch eine politische Kraft mit der Forderung nach „Transparenz“ gab. Ende Oktober weiß die EZB, welche Banken in der Eurozone gesund und welche krank sind. Aber die Parlamente und auch die Bürger sollen nichts davon erfahren. Aus „wenn es ernst wird, müssen wir lügen“ wird „wenn es ernst wird, sagen wir einfach nichts mehr“.  Die EZB hat alle Banken dazu genötigt,  eine Vertraulichkeitserklärung zu unterschreiben. Hierin war vereinbart, dass Banken nicht über die Ergebnisse und Inhalte des Stresstests reden dürfen. Auch solle man sicher stellen, dass innerhalb der Bank nur bestimmte Personen Zugang zu diesen Informationen haben. Banken sind nach EU-Kapitalmarktrecht dazu verpflichtet, alle kursbeeinflussenden Infos sofort zu publizieren. Massenklagen von Aktionären wären zu erwarten gewesen. Man kann auch von Zensur und Marktmanipulation sprechen.

Weil die Banken ausnahmsweise nicht wie von der EZB befohlen, gegen EU-Kapitalmarktrecht verstoßen wollen, haben sie Protest eingelegt. Deshalb wird die EZB ihre Vertraulichkeitserklärung überarbeiten. Egal was in dieser Erklärung steht: Allein die Tatsache, dass es eine solche Erklärung gibt, ist ein Skandal! Man sagt uns doch immer, dass die Banken sicher sind. Merkel und Steinbrück haben es in 2008 hoch und heilig versprochen. Warum zeigt man uns dann nicht alle Testergebnisse? Ich finde die Bürger und die Politik sollten ein Recht auf Transparenz haben und alle Daten verlangen. Dieser Vorgang zeigt erneut, wie gefährlich unsere Zentralbank ist. Sie ist nicht nur Hüterin der Währung sondern künftig auch Bankenaufsicht und Euroretter. Hierbei lässt sie sich unter anderem auch von Blackrock beraten (siehe Posting von gestern). Die Piratenpartei war doch früher immer für Transparenz. Warum jetzt nicht? Zu dumm dazu oder traut man sich nicht?


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liebe Grüße, eure Jenny

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5 Antworten zu “EZB will Markttransparenz abschaffen

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  2. Die Piraten wollen Transparenz. Immernoch. Nur leider war der Wille der Bürger bei der Wahl nicht erkennbar. Was sollen die Piraten machen? Laut schreien? Brungt nichts. Pressemitteilungen zu dem Thema werden von den Medien nicht übernommen. Wir sind nicht zu dumm. Die Medien sind zu dumm und trauen sich nicht!

  3. Wer den Versprechungen von Politikern glaubt, dem ist nicht zu helfen.
    2008 hatte bereits ein Bankrun eingesetzt. Das war der Auslöser für die „Versprechungen“ von Merkel und Steinbrück. Wäre die Bevölkerung etwas aufgeklärter gewesen, hätte sie dem nicht geglaubt. Steinbrück gab über ein Jahr später im Kamingespräch mit Schönenborn zu, dass sie das gemacht haben, da die Banken zu kollabieren drohten und das eigentlich nicht legitimiert war.

    Die Bevölkerung glaubt Schauspielern auf der Polit-Bühne. Aber solange die Masse unkritisch ist, läuft das Theater noch weiter.

  4. Nachfolgende wird den einen oder anderen erstaunen oder erzürnen.
    Megalacher.
    Doch mal ganz nüchtern und realistisch.
    Die Macher hinter den Kulissen haben bis Dato verdammt gute Arbeit geleistet. All die Massnahmen haben bis Dato das System am laufen gehalten. Zur Erinnerung. Im Kern war das ganze System bereits Ende der 80 iger Jahre am Rande des Zusammenbruches. Damals hat der USA Geheimdienst eingegriffen. (Klammheimlich) Tja es hat funktioniert.
    Mit der gleichzeitig aufgegleisten sog. Globalisierung schien die Sache gerettet im ,,Griff,,. Nun eben bis 2008 die kalte Dusche. Seither versuchen die wild entschlossen die Sache mit dem bekannten Rezept = Liquiditätszufuhr im grossen Stiel erneut in den Griff zu bekommen.
    Verbunden mit der vagen Hoffnung es würde sich selbst heilen.
    Hat bis Dato recht gut ,sogar erstaunlich gut funktioniert.
    Die entscheidende Frage lautet wie lange noch???
    Letztlich jedoch wird auch tricksen und verheimlichen das Ding nicht retten.
    Zum bitteren Ende wird er kommen der finale Zusammenbruch.
    Offen ist nur noch wann und an welcher Stelle des ,,Dammes,, das finale Leck sich öffnet das den ,,Damm,, unabwendbar zum Einsturz bringt.
    Noch sind die Risse im ,,Damm,, in der Fassade nicht offen sichtbar.
    Doch hinter der Fassade knirscht und kracht es ganz gewaltig die Risse werden immer bedrohlicher.
    Der wird dann mal ganz heftig der finale ,,Dammbruch,,.
    Freundliche Grüsse

  5. Pingback: Linkschau 38 / 2014 | SenfTimes

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