Vermögenskonzentration im Aufwind

Nachdem im letzten Jahrhundert grosse Teile der europäischen Vermögen durch die zwei Weltkriege und die Grosse Depression von 1929 vernichtet worden waren, besitzen die Bürger in Europa nun wieder zirka 56 Billionen Euro. Das ist mehr als vor der Finanzkrise.

In Europa (nicht EU) leben ca. 743 Millionen Menschen. Jeder Mensch in Europa, vom Kind bis zum Greis, besitzt also durchschnittlich ein Privatvermögen in Höhe von 75.370€. Bereits hier beginnen die Ungleichgewichte: Das mittlere Vermögen deutscher Haushalte beläuft sich laut Bundesbank auf rund 51.400 Euro netto. In Italien beträgt das Haushaltsvermögen rund 163.900 Euro, in Spanien rund 178.300 Euro. In Frankreich beläuft sich das Vermögen der Haushalte im Mittel auf 113.500 Euro, erklärte die Bundesbank weiter. Der für Österreich ermittelte Wert liege mit 76.400 Euro näher am deutschen Niveau. In dieser Rechnung fehlt aber Immobilienbesitz. Die Deutschen haben eine große Neigung zu Immobilien und vielleicht auch deshalb etwas weniger Barvermögen, als andere.

Interessant ist nicht nur wie das Vermögen unter den Ländern verteilt ist, sondern auch, wie groß der Anteil einzelner Bevölkerungsgruppen ist. Hierbei hilft der neu veröffentlichte «Wealth Report Europe» der Privatbank Julius Bär. Die reichsten 10% Europas besitzen mehr als die Hälfte des Vermögens. Die höchsten Vermögenskonzentrationen weisen Österreich und Deutschland auf: 40 bzw. 35 Prozent der gesamten Privatvermögen sind im Besitz der reichsten 1-Prozent. In diesen beiden Ländern funktioniert die Wirtschaft also am besten. Wirtschaft, das ist wenn einer der Wirt ist und der andere schafft. Ein Grund für die gewachsene Umverteilung ist, dass die Kapitalrenditen über dem Wirtschafts- und Lohnwachstum liegen. „Wachstum, Wachstum über alles“, das ist es was die Wähler mehrheitlich wollen. 100% der in deutschen Parlamenten vertretenen Parteien wollen genau diese Umverteilung.

Das Geldvermögen ist auch durch das billige Zentralbankgeld gewachsen. Nicht durch Zinsen aber durch gestiegene Kurse. Kapitalbesitz ist rentabler im Vergleich zu ehrlicher Arbeit. Leider hat niemand Interesse daran, dies zu ändern. Geldpolitik gilt als Verschwörungstheorie und das Thema Gerechtigkeit gilt als linke Spinnerei. Das elitäre Regiment schottet sich mit seinen Hofberichterstattern ab und setzt sich dreist für die Erhaltung des Umverteilungssystems ein. Als Beruhigungspille gibt es Brot, Spiele und einen ekelhaften Füherkult um Darsteller wie z.B. Merkel. Wir haben in Europa ein großes Problem mit den Arbeitslosen. Dabei gibt es zwei Arten von Arbeitslosen: Reiche Arbeitslose und arme Arbeitslose. Wie diese Studie nun wieder zeigt, sind die reichen Arbeitslosen das größere Problem. Auch sie leben von der arbeitenden Bevölkerung, denn immer wenn jemand Geld verdient ohne zu Arbeiten, muss jemand anderes arbeiten ohne dabei Geld zu verdienen.


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
oder via Twitter an http://twitter.com/_JennyGER_ Wer mit mir quatschen will, der kann mich gerne im SocialGame Utherverse treffen. Bitte beachtet die Richtlinien für Kommentare.

Mail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de

liebe Grüße, eure Jenny

Advertisements

14 Antworten zu “Vermögenskonzentration im Aufwind

  1. Pingback: Vermögenskonzentration im Aufwind | Der Blogpusher

  2. “Auch sie (die arbeitslosen Reichen) leben von der arbeitenden Bevölkerung, denn immer wenn jemand Geld verdient ohne zu Arbeiten, muss jemand anderes arbeiten ohne dabei Geld zu verdienen.“
    Nicht ganz; denn nur noch ein kleiner Teil der Kapitalrendite (z.B. Dividende auf Aktien) wird heute noch durch Arbeit und damit Werteschaffung generiert.
    Im Gegenteil werden durch das Generieren von Geld durch Geld (Spekulationsblasen) Werte zudem noch vernichtet bei gleichzeitiger stetiger Zunahme der Geldmenge. Auch die Rüstungsindustrie spielt dabei mit.
    Wo dies hin führt ist absehbar. In einer wiederholten und diesmal globalen totalen Kapitalvernichtung in Form von Hyperinflation.

    • Natürlich ist dies ein sehr langer Prozess bis es letztendlich zu einer Hyperinflation kommt. Vorher geht ein Wirtschaftskollaps ausgelöst durch Konsumverzicht. Das es erst einmal zu Deflation kommt ist daher völlig logisch. Am Ende aber werden die existierenden Werte im Verhältnis zur Geldmenge neu berechnet werden. Zudem ist Hyperinflation auch immer ein willkommenes Mittel zum Abbau der sich schon längst in einer exponentiellen Phase befindlichen Schuldenzunahme seitens der Staaten. Man kann auch vom Tsunamieffekt sprechen. Erst zieht sich das Meer zurück (Deflation) bevor dann die Monsterwelle (Hyperinflation) heran gerollt kommt. Dies hat auch schon der leider am 15 Jannuar diesen Jahres verstorbene Prof. Dr. Willhelm Hankel in einem seiner letzten Interviewest erklärt (8.25/10.13): https://www.youtube.com/watch?v=6ajtFEy92nw

  3. *Komentar von der Moderation gelöscht Bitte Richtlinien für Kommentare beachten: https://pinksliberal.wordpress.com/richtlinien-fur-kommentare/ *

  4. Ohne Zweifel Vermögenskonzentrationen sind Volkswirtschaftlich schädlich.
    Zweifelsfrei ist dies auch unter dem Aspekt der Moral teilweise den doch stossend. Einige wenige Prassen der Rest muss darben.
    Doch ist das denn der entscheidende Kern der Sache?
    Leider ist den wenigsten bekannt, bewusst.
    Das was die Superreichen ganz profan Verprassen ist ein recht bescheidener Anteil am Gesamtkuchen.
    Die ganz grosse Kapitalvernichtung läuft auf einer anderen Ebene.
    Auf der Ebene der Fehlinvestitionen. Auf dieser Ebene ist der Schaden sehr oft gigantisch. Entscheidend ist wohin das Kapital fliesst. In Real Produktive oder in Konsumative resp. Wertevernichtende Anlagen, Investitionen.
    Dummheit und Innkompetenz sind sehr sehr oft die Alles entscheidenden
    ganz grossen Wohlstands und damit Gerechtigkeit‘ s- Vernichter.
    Freundliche Grüsse

  5. Martin Kammann

    Warum soll ich für noch mehr wertloses Papiergeld arbeiten, wenn ich genug davon ohne Rendite rumliegen habe?

  6. Omarius (Mr Omarius)

    in bezug auf deine Kommentar richtlinien….:P

    Verehrung der Autorin

    Brilliant wie immer deine zusammenfassung…..

    schönen sonntag Liebes..

  7. Pingback: Vermögenskonzentration im Aufwind | FreieWelt.net

  8. Liebe Jenny,

    „Auch sie leben von der arbeitenden Bevölkerung, denn immer wenn jemand Geld verdient ohne zu Arbeiten, muss jemand anderes arbeiten ohne dabei Geld zu verdienen.“

    Wie wäre es, wenn Du Dich um Dein Zeugs kümmerst und nicht anderen Leuten vorschreibst, wie sie leben sollten? Wenn sich einer mein Geld leihen will, werden er und ich darüber entscheiden, ob und zu welchem Zins wir ins Geschäft kommen, NICHT DU!!!!111 (oder Popp&Konsorten).
    Wenn irgendwelche Konsumjunkies sich verschulden wollen und dafür mehr arbeiten wollen (und dementsprechend ab jetzt nix mehr bekommen, dennoch zu arbeiten haben), nur zu. Verstehe diese dämlichen marxistischen Parolen nicht. Oder benenn‘ Deinen Block um in: „Marx‘ Weisheiten“.

    • Danke für den Hinweis. Ich bin keine klassische Zinskritikerin. Es gibt nicht „den Zins“, denn Zins hat mehrere Bestandteile. Zins ist der Preis für ein Risiko und die Zeit. Dies ist völlig in Ordnung. Ich kritisiere stets nur den sog. risikolosen Anteil des Zinses (mathematisch: r nach CAPM). Meine Gedanken sind meist makroökonomisch wobei in individuellen „micro-situationen“ oft andere Regeln gelten können.

      lg,
      Jenny

    • Da gibt es nix zu kritisieren, da es soetwas wie risikolosen Zins/Ertrag nicht gibt (siehe auch Zypern oder Griechenland). Und selbst wenn es diesen nominell gäbe, bleiben weiterhin Opportunitätskosten/Zeitpräferenz. Keine Glaskugel der Welt kann Dir im übrigen garantieren, wieviel denn das nominelle(!) Geld (bzw.plus Ertrag) am Ende der Laufzeit/Liquidation „wert“ ist bzw. Dir kauft (vielleicht mag es Dir weniger Brot kaufen, aber dafür dreimal soviele Fernseher oder Learjets, Glückwunsch, wenn Du auf einen Next-Gen-Fernseher gewartet hast, Pech wenn auf Brot. Beispiel funktioniert natürlich auch umgekehrt).

      Wenn es was zu kritisieren gäbe, dann Staatswillkür, aber nicht das finanzielle Traum-Perpetuum-Mobile („r nach CAPM“ blabalablaba). Wenn man aber bei Popp&Konsorten genauer hinhört, sind es gerade die, die nach noch viel mehr Etatismus und Planwirtschaft schreien, welche wiederum zu finanziellem Nepotismus einladen.

    • Es gibt doch eine ganz einfache Gleichung. Das Geld dieser Welt nährt seien Wert aus allen (die Menschliche Lebensqualität) verbessernden Produkten, Einrichtungen und Dienstleistungen. Und damit reellen Werten. Diese zu schaffen bedarf es Können, Talent, Einsatz und harte unbequeme Arbeit. In einer Welt wo aber alle immer mehr Bequemlichkeit und Freizeit fordern auf der anderen Seite aber auch immer mehr monetären Reichtum anstreben (möglichst hohe Zinsen auf das Ersparte) kommt es halt unweigerlich zu einem Ungleichgewicht dieser beiden Größen. Wenn jetzt auch noch Seitens der Politik im Verbund mit den Zentralbanken nur immer dafür gesorgt wird das zinsbringende Ersparte zu retten und weiter zu mehren, durch immer höhere Steuern und damit zu Lasten der Werteherstellenden Seite, wird dieses Ungleichgewicht nur noch immer weiter verschärft. Solange diese Spareinlagen sich nur auf den Konten befinden und damit den Eignern eine trügerische Sicherheit vorgaukeln, geht durch den aus bereits genannten Gründen hervorgerufenen Konsumverzicht die Wertevernichtung zwar weiter aber man glaubt sogar, durch damit einher gehende Deflation, dass der Wert des Geldes noch zu nimmt. Freilich ist genau das Gegenteil der Fall, denn in dem Moment wo die Spareinlagen, hervorgerufen durch stetig zunehmende Verarmung, letztendlich für den Konsum aufgewendet werden (müssen) kommt es schlagartig zur Hyperinflation.

  9. „hervorgerufen durch stetig zunehmende Verarmung“

    na, wo ist denn die phöse phöse Verarmung in Europa? ClubMed hat seine Party die letzten 10 Jahre vorgezogen, dachte es sei Freibier und will jetzt die Zeche prellen, aber dennoch weitersaufen. Dort und beim Rest kann ich jede Menge faules Gejammere feststellen (z.B. FR, wo kurzerhand auch noch das Rentenalter runtergesetzt wurde und die Leute noch mehr Anspruchdenken an den Tag legen), aber keine reale Verarmung.

    Man schaue sich doch mal an, für was und welche Sh!ce die Leute Geld auf den Kopp haufen (z.B. Verkaufszahlen vom Spyphone und anderes modisches „Markenwegwerfzeugs“). Dieses „Verarmungsgejammere“ ist einfach nur lächerlich, es geht den Leuten viel zu gut, es sei ihnen auch gegönnt, aber endlich mal mit diesem Geheule aufhören.

    P.S.
    Zur Hyperinflation kommt es in dem Moment, in dem die Überschussproduzenten keine Lust mehr haben einen Überschuss an die Nehmer abzugeben, bzw. sich nicht mehr mit sozialistischem Staatsgeld abspeisen lassen. Wird das eintreten? Vermutlich nicht, denn vorher werden diese wie eine Zitrone vom Umverteilerstaat ausgequetscht, alles natürlich unter dem Denkmäntelchen der „Sozialen Gerechtigkeit“.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s