Vom Fetisch der Schwarzen Null

Die „Schwarze Null“ ist das wohl dreisteste aber auch effektivste Propagandainstrument dieser Regierung. Von „Nullverschuldung“ ist die Rede, als gäbe es keine Schulden mehr. Was die schwarze Null tatsächlich für eine Bedeutung hat, soll die breite Masse nicht wissen.

Die „Schwarze Null“ ist eigentlich ein Offenbarungseid. Die Regierung will uns sagen: „Schulden tilgen können wir zwar nicht, aber mit aller Kraft schaffen wir es, nicht mehr auszugeben als wir einnehmen. Zum ersten Mal seit 45 Jahren“. Alle Wahlplakate zur Schulentilgung und zu einem soliden Haushalt sind hierdurch ad absurdum geführt. Der Staat kann seine Schulden niemals tilgen, ober kennt jemand einen Staat, der das mal gemacht hat? Deutschland wird auch in 2015 Schulden machen, denn alte Schulden müssen refinanziert werden. Man bezahlt per Saldo die Minizinsen, aber getilgt wird nichts. Die Tatsache, dass man das in 45 Jahren nur einmal schafft und die Tatsache, dass man dies feiern muss, ist ein Armutszeugnis.

Wenn schon keynesianistisch, dann bitte richtig. Es klinkt schon etwas absurd, wenn der Staat angesichts niedriger Zinsen nicht investieren will. Wann will er denn investieren? Wenn die Zinsen wieder höher sind? Echter Keynesianismus würde bedeuten, in wirtschaftlich schwachen Phasen mit niedrigen Zinsen zu investieren und in Boomphasen mit hohen Zinsen zu tilgen. Die Schulden, die man in 2015 nicht macht, müssen eben später gemacht werden, denn die „Schwarze Null“ saniert keine Straßen und entlastet nicht die ausgebeuteten Leistungsträger. Die zusätzlichen Ausgaben der Koalition für die Mütterrente, die Rente mit 63 und die geplante Pflegereform belasten den Etat kaum, denn diese Ausgaben werden von der Sozialversicherung getragen.

Um Staatsschulden zu bremsen müsste man den privaten Vermögenszuwachs bremsen und das geht nur über eine Vermögensabgabe, höhere Steuern, eine Währungsreform oder Inflation. Damit gewinnt man aber keine Wahlen also begnügt man sich weiter mit einer Utopie. Durch die extrem niedrigen Zentralbankzinsen ist der Schuldenmarkt sehr manipuliert. Die EZB animiert die überschuldeten Staaten zu weiteren Schulden was den Anschein einer gesunden Wirtschaft erweckt. Schuldenabbau ist unmöglich, denn man müsste auch Guthaben abbauen. Jeder Politiker, der ernsthaft die Schuldenproblematik angehen möchte, der will unser Geldsystem reformieren. Eine entsprechende Forderung sieht man aber bei den etablierten Parteien nicht. Es ist alles nur ein Fetisch und wir alle werden dafür ausgepeitscht.


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liebe Grüße, eure Jenny

7 Antworten zu “Vom Fetisch der Schwarzen Null

  1. Pingback: Vom Fetisch der Schwarzen Null | Der Blogpusher

  2. Den Unwillen der Politiker, in guten Zeiten Schulden zu tilgen (Senkt auch die Staatsnachfrage G), hat Keynes in seiner Theorie nicht bedacht.

  3. Bill Debitismus

    Hab ich das jetzt richtig verstanden!? „Echter“ Keynesianismus….

    das ist an sich schon ein Irrglaube Frau J !

    Er ist eine Illusion, aufgebaut in theoretischem VWL Gefasel. Hochgehalten bis heute. Keynes ist und war Mittel zum Zweck. Hochgehievt für die Interessen der Hintertanen, der Machteilite, damit ihr dreckiges System weiter erhalten werden konnte und kann.

    In einer Eigentumsökonomie gilt immer der Zwang zum Aufschulden – von Beginn an. Ohne „Wenn“ und „Aber“. Es ist ein Schuldgeldsystem und lässt maximal eine Minderheit den Raum Schulden zurück zu bezahlen. Niemals lässt die Theorie „Keynes“ zu das ALLE ihre Schulden zurückbezahlen können. Klar soweit!?

  4. Hat dies auf Forum Politik rebloggt und kommentierte:
    Die „Schwarze Null“

  5. Pingback: Neu im CDU-Kino! “Der Herr der Null” | Jenny´s Blog

  6. Merkt denn wirklich niemand, wie die Politiker das Volk verhöhnen. Warum sagt nicht wenigstens ein Kind, dass der Kaiser nackt ist. Alle applaudieren und Schäuble lässt sich feiern wegen einer völlig irrelevanten Momentaufnahme, die im nächsten Augenblick von der Realität eingeholt wird. Das Perfide dabei ist, dass damit ja nur von den großen Problemen abgelenkt werden soll und das Volk weiter addiert werden soll. Schon bei den nächsten Milliarden für Griechenland, die übrigens kaum noch von der Öffentlichkeit oder der Presse wahrgenommen oder gezählt werden, ganz zu schweigen von den unabsehbaren Folgen der skandalösen, hilflosen und wirkungslosen EZB-Politik kann sich die schwarze Null in Luft auflösen. Dazu sagt der Priester der schwarzen null vorsichtshalber mal gar nichts und Herr Weidmann macht mal den Mund auf und gleich wieder zu, sodass er im Fall der Katastrophe wenigstens sagen kann, er hätte es ja versucht aber keiner hörte ihm zu.

  7. Die Autokorrektur hat einen Streich gespielt. Es soll im vierten Satz nicht heißen, ..das Volk weiter „addiert“ sondern „sediert“ werden soll.

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