Finanzwissen: Die Aktienanleihe

Im Bereich der Anlagezertifikate gibt es scheinbar unzählige Konstrukte, die durch den Anleger kaum zu durchschauen sind. Eines der einfachsten dieser Konstrukte ist die Aktienanleihe. Mit ihr kann man eine attraktive Seitwärtsrendite erzielen.

Die Funktionsweise von Aktienanleihen ist eigentlich simpel. Der Anleger erhält eine feste und garantierte Zinszahlung. Dieser sog. Zinskupon ist dem Anleger sicher; egal was passiert. Die Anleihe hat nun noch einen Basiswert (z.B. eine Aktie oder ein Index) und einen Basispreis. Fällt der Basiswert bis zum Fälligkeitstag (meist 1 Jahr) nicht unter den Basispreis, dann wird die Anleihe zu 100% zurück bezahlt. Fällt der Basiswert unter den Basispreis, dann erfolgt eine physische Lieferung des Basiswertes (bei Aktien) bzw. ein Barausgleich (bei Indices). Beispiel: Man kauft eine Aktienanleihe auf Daimler mit 4% Verzinsung und einem Basispreis bei 80%. Fällt die Daimler-Aktie bis zur Fälligkeit nicht mehr als 20%, dann bekommt der Anleger 100% seines Geldes zurück. Die 4% Verzinsung bekommt er ohnehin; demnach dürfte die Aktie sogar um 24% fallen, bis die Verlustzone beginnt. Fällt die Aktie um mehr als 20%, dann wird sie zum Basispreis geliefert. Dieser Preis ist 20% niedriger als der Startwert. Die Aktie ist dann also günstig und es ist vielleicht garnicht so falsch, sie zu bekommen. Risiko: Steigt die Aktie, dann steigt sie am Anleger vorbei. Mehr wie die 4% Verzinsung ist nicht drin.

Sonderformen: Natürlich gibt es hiervon auch Sonderformen. Um eine höhere garantierte Verzinsung zu haben, kann man auch auf abgewandelte Aktienanleihen zurückgreifen. So gibt es auch Variationen, die die Lieferung zum teureren Startwert vornehmen. Zudem gibt es auch Varianten, die keine Stichtagsbetrachtung machen sondern eine ständige Betrachtung. Das heißt, der Basiswert darf an keinem Tag der Laufzeit den Basispreis berühren. Solche Sonderformen sind oft komplex und haben mehr Risiko, bieten dafür aber eine höhere Verzinsung. Selbst professionelle Anleger benötigen hier einen kompetenten Ansprechpartner.

Geeignetheit: Aktienanleihen können für Anlegern geeignet sein, die ihr Geld kurz- bis mittelfristig anlegen möchten und hierfür im aktuellen Marktumfeld zirka 2% bis 4% Rendite erwarten. Käufer von Aktienanleihen haben eine positive Marktmeinung zum Basiswert. Sie kaufen aber nicht direkt den Basiswert, weil sie an einen Seitwärtstrend oder leicht fallende Kurse glauben. Wer eine Aktienanleihe kauft, ist bereit, den Basiswert geliefert zu bekommen und diesen zu handeln oder zu behalten. Bei der klassischen Aktienanleihe ist der Basiswert, wenn er geliefert wurde, wesentlich günstiger im Vergleich zum Startzeitpunkt. Wer eine Aktienanleihe zeichnet hat in der Regel keine Gebühren oder Ausgabeaufschläge. Aktienanleien eignen sich für Anleger, die eine feste Verzinsung wollen und bereit sind die Tilgung in einer bestimmte Aktie zu akzeptieren, sofern diese um einen vorher festgelegten Prozentsatz günstiger wurde. Typische Basiswerte sind Daimler, BASF, Deutsche Post, BMW, VW und andere Standardwerte.


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liebe Grüße, eure Jenny

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10 Antworten zu “Finanzwissen: Die Aktienanleihe

  1. Hat dies auf Oberhessische Nachrichten rebloggt.

  2. Die Ungleichheit im materiellen Vermögen und in der Macht besteht vor allem in der Dummheit und Ungebildetheit der Mehrheit der Menschen.

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