Alles hat seinen Preis

Qualität und Substanz hat immer einen Preis. Selbst abstrakte Dinge, wie Zeit oder Versprechen haben ihren Preis. Welchen Wert hat etwas kostenloses? Kann eine Währung, die keinen Preis abwirft, wertvoll sein?

Stellt euch vor, wir würden eine heftige Immobilienblase erleben und Mieter bekämen von ihren Vermietern Miete, weil sie die Wohnung bewohnen. Niemand würde eine Negativmiete für möglich halten, doch beim Zins ist genau dies der Fall. Bis zu 3 jährige Bundesanleihen werfen eine negative Rendite ab. Viele Risikoaufschläge anderer Anleihen sind negativ, und kürzen damit den Nominalzins auf ein kleines Etwas. Der Realzins ist schon lange negativ. Anleger können zurecht den Wert einer Währung anzweifeln, wenn sie ihnen schadet.

Die skizzierte Wertlosigkeit unserer Währung ist kein reines Euro-Problem, sondern eher die Folge einer neuen Geldpolitik. Die EZB hatte den Plan die Zinsen „vorübergehend“ zu senken, damit sich die Staaten reformieren können und hierbei nicht durch zu hohe Zinsen belastet werden. Auf Seite der Reformen ist bisher nicht viel passiert. Die EZB hat nun das Dilemma, dass sie aus dieser Situation nicht mehr heraus kommt und der Zins langfristig niedrig bleiben wird. Mario Draghi selbst sagte, dass er „…nur Zeit kaufen kann. Die wahren Probleme müssen die Staaten selbst lösen“.

Die Folgen von (zu) billigem Geld, mussten wir schon mehrfach sehen. Es bilden sich Spekulationsblasen, die beim Bereinigen stets neue Krisen verursachen können. Neu an der jetzigen Situation ist die Dauer. Der Zins ist schon fast ein halbes Jahrzehnt so niedrig! Bei früheren Zinstiefs konnten sich Anleger wie Versicherungen oder Fonds mit Festzinsanlagen über das Zinstal hangeln. Doch viele dieser hochverzinsten Anlagen waren längt fällig und müssen nun „zinslos“ angelegt werden. Die Rendite von Anleihenfonds oder Versicherungen wird langfristig darunter leiden und nicht mehr an der Renditen der Vergangenheit anknüpfen können.

Schaden entsteht nicht nur durch den abgeschafften bzw. niedrigen Zins. Der jeweils größere Schaden entsteht, wenn die Zinsen wieder steigen. Höhere Zinsen schlagen in den Staaten empfindlich in den Haushalten ein und sorgen für höhere Ausgaben. Selbst jetzt mit dem Minizins schafft es unsere Regierung gerade mal so, einen ausgeglichenen Haushalt für 2015 zu präsentieren. Getilgt wird aber nichts. Wie soll das werden, wenn Deutschland wieder 2% oder 3% bezahlen muss? Die andere Seite der Risiken stellen die Kurse von Anleihen dar. Steigt der Zins und werden die Ausfallrisiken nicht mehr manipuliert sondern fair bewertet, dann fallen die Kurse drastisch. Belastet werden hierdurch Fonds, Versicherer und Banken. Dann ist wieder der Steuerzahler gefragt und das Spiel beginnt von neuem.


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
oder via Twitter an http://twitter.com/_JennyGER_ Wer mit mir quatschen will, der kann mich gerne im SocialGame Utherverse treffen. Bitte beachtet die Richtlinien für Kommentare.

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liebe Grüße, eure Jenny

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11 Antworten zu “Alles hat seinen Preis

  1. Wir leben Weltweit und seit langem in einer Zeit wo Blender (und damit Nichtskönner) nicht nur den höchsten Preis einfordern (Schamlosigkeit ist ihre einzige Stärke), sondern ihn seitens der Entscheidungsträger (meist ohne Verdienst, wie z.B. Erbengemeinschaften, erworbene Position) auch noch erhalten. Das einzige was sie anbieten sind (leere) Versprechungen auf zukünftige Entwicklungen, die sie natürlich, mangels der Fähigkeit Werte zu schaffen, nie einhalten. Ergebnis; Schuldenexplosion bei gleichzeitiger Wertevernichtung.

    • Dazu kann einem nur das Zitat des Österreichischen Nationalökonomen Mises einfallen, der schon 1912 bemerkte: “Ein System dass auf Kreditexpansion beruht ist zum Kollaps verurteilt. Die Frage ist nur ob der Kollaps früher durch das Verlassen dieses System oder etwas später in Form eines Währungszusammenbruches statt findet.”

  2. Die wesentliche Erkenntnis müsste wohl lauten, daß durch die Niedrigzinspolitik der Notenbanken kein Problem gelöst, sondern eine notwendige Bereinigung in unverantwortlicher Weise hinausgezögert wird. Dabei ist die derzeitige gesamtwirtschaftliche Situation keineswegs so, daß man an ihrem Fortbestehen Interesse haben könnte, denn es gibt, insbesondere im Süden Europas,viel zu viele Verlierer. Solange aber einflussreiche Eliten, damit meine ich vorallendingen diejenigen, die an den Quellen der Geldschöpfung sitzen, ihren Reichtum noch vermehren können und die politischen Entscheidungsträger zu feige sind die Reißleine zu ziehen, wird das ganze weitergehen. Bis zu dem Zeitpunkt, wo das steigende Risiko (man könnte auch sagen, die zunehmenden finanziellen Fliehkräfte) zu einem sehr plötzlichen Systemversagen führt. Die Schlauen werden sich dann bereits aus diesem System verabschiedet haben und jedem Normalbürger kann nur empfohlen werden, maximale Distanz zum Geldsystem zu halten. Das perfide allerdings ist auch, daß die Flucht aus dem Geld für den Normalo kaum möglich ist, weil ihm diverse Wege (Steueroasen, Sachwerte im Ausland, vorteilhafte Rechtsformen etc.) verschlosen sind und andere Anlageformen (private Altersvorsorge, Betongold etc.) mit ihren spezifischen Risiken auch keine sicheren Häfen sind.

  3. Absoluter Knüller, Hammershootingkerze zum 2. Advent:

    Voller Superknaller, ohne Kommentar!

  4. Na Jenny, werden wieder die Beiträge alle wegzensiert? Oder ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt. Jenny stzicht, äh zensiert alles weg, davon wir aber auch nicht Alles gut.
    Gruß
    momo

    • Sorry, bin im Kurzurlaub und gebe die Kommentare via iPhone frei. Das dauert dann manchmal länger. Lg

    • Hallo Jenny,
      War wohl ein ziemlich tiefer,alkoholischer Adventsrauscher den die Bananenkaratetigerin da hatte. Wahrscheinlich die Tasten „Senden“ und „empfangen“ verwechselt, oder einer der 30 Bananenchampagnergläschen war wohl schlecht? 🙂 ^^
      rauschige Grüße 🙂
      momo

  5. Das gibt es ja gar nicht, der Beitrag erscheint sofort nach meiner Nachfrage… ist wohl doch eine Fatamorganaseite mit einer hackedichten Jenny. 🙂 🙂 🙂

  6. Pingback: Alles hat seinen Preis | FreieWelt.net

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