Karl Otto Pöhl – ein Mann, der es kommen sah

Ein Nachruf. Karl Otto Pöhl ist am 09.12.2014 im Alter von 85 Jahren verstorben. Mit manchen Personen beschäftigt man sich erst, wenn sie tot sind. Pöhl ist so ein Mensch. Er stand für die „alte“ SPD und eine Bundesbank, die sich noch nicht dem GoldmanSachs-Regime unterworfen hat.

Karl Otto Pöhl war zwischen 1980 und 1991 Präsident der deutschen Bundesbank. Er wollte zwar den Euro, doch er wollte, anders als Helmut Kohl, einen funktionierenden Euro. Im Jahr 2005 trat Pöhl aus der SPD aus, weil sie seiner Meinung nach zu weit nach links gerückt sei. Pöhl steht für eine sozialliberale Dimension, die man in der heute herrschenden neosozialistischen und radikaleuropäischen Zeit nur mühsam findet. Im Jahre 2006, 4 Jahre vor den Griechenlandhilfen und 2 Jahre vor „Lehman“ sagt er in einem Interview mit der WirtschaftsWoche, dass er erstaunt wäre, dass sich der Euro trotz fehlender wirtschaftlicher Union, so gut gehalten habe. Er hätte Krisen erwartet, weil die Wechselkursrelationen fehlen. Für das Jahr 2006 mag das stimmen, aber in 2010 hätte er recht gehabt. Pöhl hat also die Eurokrise kommen sehen und kannte schon 4 Jahre vorher die Begründung.

„Ohne Konvergenz der nationalen Volkswirtschaften kann eine Währungsunion aber auf Dauer nicht funktionieren. Und ohne einen gewissen politischen Rahmen ebenso wenig. Deshalb bin ich skeptisch, was die Zukunft des Euro betrifft.“ Auch diesen Satz sagte Pöhl bereits im Jahr 2006. Wie wurden solche Sätze von den Leitmedien damals behandelt? Als bedenkenträgerisch und antieuropäisch hat man solche Warnungen schon damals betitelt. Pöhl kritisiert auch den seiner Meinung nach falschen Umrechnungskurs der letzten beiden deutschen Währungsreformen. Beidemale (Ostmark zu D-Mark und D-Mark zum Euro) hätte man die deutschen sinngemäß beschissen. Pöhl kritisierte auch heftig die SPD. Die Partei hätte alles vergessen, was sie in den Fünfziger- und Sechzigerjahren nach vorne brachte. Er fordert eine liberale Wirtschaftsordnung. Liberalité ist Freiheit und alles andere ist auch meiner Meinung nach Bullshit. Es wird Zeit, dass die Deutschen mal wieder nach Hambach gehen. (Wer den Satz versteht, darf stolz auf sich sein)

Karl Otto Pöhl war ein Währungspolitiker und SPD-Mitglied vor dem ich mich verneige. Nicht weil „früher“ alles besser war und nicht weil die D-Mark besser war. Ich verneige mich, weil wir hier einen Menschen verloren haben, der noch mit wirtschaftlicher Vernunft denken konnte und dessen Warnungen man im heutigen Kontext berücksichtigen hätte müssen. Pöhl dachte noch befreit von verlogener radikaleuropäischer Propaganda und neosozialistischem Führerkult um Politdarsteller, die sich im  zwangsfinanzierten Rundfunk bewerben lassen. Wir brauchen heute mehr von der Sorte Banker und Politiker wie Herrn Pöhl. Er sah schon 1991 die Probleme des Euros, wurde ausgelacht und abgesetzt. Das radikaleuropäisch-neugrüne-neosozialistische Dreckspack aus dem verlogenen Parteienkartell regiert noch immer. Sind die Wähler schlicht zu dumm oder ist die zwangsfinanzierte Propaganda zu gut? Diese Frage kläre ich heute nicht. Ruhe in Frieden lieber Karl Otto Pöhl.


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liebe Grüße, eure Jenny

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11 Antworten zu “Karl Otto Pöhl – ein Mann, der es kommen sah

  1. Hi Jenny
    ich empfehle :
    „Gutes Geld & schlechte Politik“ – Dieter Balkhausen

    Da ist viel über Otto Pohl geschrieben , und wie er sagte …. „Am Ende, werden sie neue Währungen einführen müssen , genannt : Euro-Franc, Euro-Lire, Euro-DM, Euro-Gülde usw. usw. usw.

    Ich habe es vor über 10 Jahren gelesen … und bin immer noch Pohl’s Meinung.

    Übrigens …. kostet nur 1 Euro-Cent bei Amazon …
    Crazy … dass solche Bücher nicht gelesen werden.
    Grüße

  2. Gerne..
    per Zufall, habe ich sein Tot bereits in US Blogs gestern erwähnt ….. aber nicht so schön geschrieben wie in dein Beitrag hier.

    Leider sterben solche weise Herren zu früh.

    Hier ist ein Buch der von Merkel gelesen werden sollte :
    „The Rotten Heart of Europe“ von Bernard Connolly

    Ein EU/RO-Offenbarungseid !

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bernard_Connolly

    http://www.amazon.de/Rotten-Heart-Europe-Bernard-Connolly/dp/0571301746

    Grüße nochmals

    • Sabrina f

      Ich empfehle :

      *Link zum Buch “ Der Crash ist die Lösung: Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten (Gebundene Ausgabe)“ *

      Kommentar der Moderation: Bitte bindet keine affiliate-Links in Kommentare ein.

  3. „Sind die Wähler schlicht zu dumm oder ist die zwangsfinanzierte Propaganda zu gut? “

    Mischung aus Beidem und Ignoranz.
    Die ÖR sind aber auch ….

  4. Auch die Iniziatoren und Beführworter der Euroeinführung haben gewusst, dass der Euro nicht funktionieren würde. Alles was nach Einführung des Euro passierte und in Zukunft noch passiert, kommt nicht überraschend und unerwartet. Es war Alles genauso geplant!!!

  5. Pöhl hatte schon vergeblich vor der überstürzten Einführung der DM in der ehemaligen DDR gewarnt und den Folgen daraus: Da die dortige Industrie nicht so weitentwickelt war, waren die Produktionskosten zu hoch.
    Außerdem floß ein Großteil der Produktion nach Osteuropa, die DDR war Exportnation auch in den Osten. Aber auch Ikea und Neckermann ließen in der DDR produzieren. Ikea schloß kurz nach DM – Einführung die Produktion und verlagerte alles nach Polen etc.
    Pöhl wollte eine starke DM und die Erhaltung einer starken Wirtschaft in Mitteldeutschland, da Kohl eine andere Politik verfolgte, trat Pöhl zurück.

    Ob Pöhl unter Druck zurückgetreten ist ? Schließlich ist

    anzumerken , dass zwei Aufrechte – Alfred Herrhausen und Carsten Rohwedder – von Auftragsmördern der internationalen Finanzoligarchie beseitigt wurden , bevor sie die Ostindustrie sanieren konnten.
    Mit Birgit Breuel fand man dann eine geeignete Person zur Zerschlagung dieser Industrie samt Arbeitsplätze. ( Die sogenannte RAF war vermutlich ebenso eine Geheimdienstoperation wie die ‚Dönermorde‘ oder das Oktoberfestattentat .)

  6. @Adept
    Immer mehr Internet-Bloggers stellen die Frage, ob Merkel und Gauck (beide aus der DDR) erpresst werden (NSA) , dem Bieten der USA auszuführen.

    Ich würde ex-Präsidnet Wolff zu Ihrer Liste hinzufügen .. da er es wagte, den ESM in Frage zu stellen .. und wurde schnell aus dem Amt entfernt.

  7. Das Motto dieses Artikels heißt:“Karl Otto Pöhl – ein Mann, der es kommen sah“ – es müßte aber erweitert werden, um den Satz : “ und nicht handelte!“ Sicher war Karl Otto Pöhl ein Banker & Herr der alten Schule, nur er hat in seinem Amt nicht gehandelt, und damit in meinen Augen versagt. Er hatte die Möglichkeit als oberster Währungshüter die Ostmarkumstellung 1:5 zu verhindern, und er tat es nicht und fiel nicht einem Kohl in den finanzpolitischen Arm, er wußte um die €-Katastrophe und lies sie geschehen.
    „Nicht an ihren Worten sollt ihr sie erkennen, sondern an ihren Taten!“
    Andere Leute in weniger einflußreicher Position handelten, wie ein Schachtschneider oder Hankel zogen gegen den € vor das Verfassungsgericht. Oder ein Bolko Hoffmann der schon 1992 vor der Enteignung des deutschen Volkes durch den € gewarnt hat und klagte.
    Die Bundesbank ist aus der Bank deutscher Länder hervorgegangen und damit ein Kind der Alliierten, d.h. ein Sproß der FED und der City of London. Damit ist auch klar, das jeder Bundesbänker ein Angestellter der FED und der City ist, und somit deren Interessen vertritt. Ganz deutlich wird dies in der heutigen Rolle des Jens Weidmann gegenüber Mario Draghi, als oberstem Dienstherren. Goldman Sucks regiert die Welt über die FED und Mario Draghi ist ihr oberster Statthalter in ganz Europa.
    Ich teile daher den Pathos von Jenny gegenüber Karl Otto Pöhl als Amtsperson der Buba nicht, da er nicht gehandelt hat, um die Währungskatastrophe, den Untergang Deutschlands abzuwenden.
    MfG

  8. Hier ein guter Übersichtsartikel über den Istzustand des € und der EU:
    Leute wie ein Grillo oder Nigel Farrage, die handeln wollen, hoffentlich bald.
    http://www.gegenfrage.com/italiens-grillo-der-euro-ist-eine-oligarchen-waehrung/
    Deutschland kann wegen der Souverenitätsfrage nicht handeln, daher auch der Mißerfolg von Schachtschneider, Starbatty & Hankel vor dem Bundesverfassungsgericht.
    MfG

  9. Zur Erinnerung:

    Dieses wußte auch Karl Otto Pöhl, Deutschland der große € Verlierer durch selbstfinanzierte Exporte über Target 2!
    MfG

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