Peak Debt – Rien ne va Plus

Den Begriff  ‚Peak Debt‘ könnte man auch mit Schuldenmaximum übersetzen. Ähnlich wie die Theorie vom „Peak Oil“ ist er eine mathematische Gewissheit.  ‚Peak Debt‘ ist der Zeitpunkt, an dem die Menschheit so überschuldet ist, dass sie die Last der Zinsen nicht mehr tragen kann.

Der Zeitpunkt des Schuldenmaximums ist der Startschuss für den finalen Kollaps. Ich rede von genau der Systemkrise, vor der Krisentheoretiker und Sammler von Konserven seit Jahren warnen. Wir wissen zwar dass sie kommt, aber wir wissen weder wann noch wie sie kommt. Die Frage nach dem „Wann“ kann man mit  ‚Peak Debt‘ beantworten. Diese Begrifflichkeit ist heute noch sehr exotisch, wird aber spätere Generationen sicherlich beschäftigen. Wenn die Menschen die Zinsen und die Renditen für das vorhandene Vermögen nicht mehr aus eigener Kraft erwirtschaften können, dann verlieren Forderungen („Papiergeld“) ihren Wert.

Über den Zeitpunkt von ‚Peak Debt‘ lässt sich streiten. Meine persönliche Meinung ist, dass es noch länger gut geht, als viele glauben. Wenn es global mehr Schulden gibt, dann müssen auch global mehr Zinsen und Erträge erwirtschaftet werden. Die Empfänger dieser „Zahlungen“ werden immer weniger in Relation zu den Leistungsträgern. Peak Debt ist erst dann erreicht, wenn es bei der Geber-Seite nichts mehr zu holen gibt. Doch die Geber-Seite gibt gerne (siehe sog. „Wahlergebnisse“) und die staatliche Propaganda versorgt sie dabei mit Brot, Spielen und neuerdings auch mit Wodka und Döner.

Durch den konvexen Zuwachs der Schulden muss auch das BIP konvex wachsen. Nur so kann der Wohlstand in seiner gewünschten Maßgeblichkeit weiter existieren. Doch mehr BIP heißt auch mehr Innovation, mehr Arbeit und mehr Zinsen. Nicht Wachstum ist das Problem, sondern seine Notwendigkeit ist das Problem. Wo kommt denn das Wachstum an? Bei Friseurinnen und Erzieherinnen? Man muss sich klar machen, dass Kapitalismus und Sozialismus  zwei Seiten der selben Medaille sind. Das was wir aktuell als Kapitalismus bezeichen ist etwas anderes, es ist eine Kapitalplanwirtschaft. ‚Peak Debt‘ wird kommen. Je dümmer die Wähler, desto später kommt es. Die Leistungsträger hören erst dann auf zu „geben“, wenn sie nichts mehr haben.

Wir hatten die Steinzeit, die Bronzezeit und wir werden irgendwann auf die Papierzeit zurück blicken. Dann wird man in den Geschichtsbüchern lesen, dass die Menschen früher Tulpen, Pfeffer und sogar bedruckte Papierzettelchen für wertvoll hielten.


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liebe Grüße, eure Jenny

7 Antworten zu “Peak Debt – Rien ne va Plus

  1. Den Peak-Debt kann man vermutlich mathematisch bestimmen, den Zusammenbruch jedoch nicht.

    Brainstorming, einfach so:

    1. Die Schulden werden erlassen.
    Und schwupps, kann der Wahnsinn mit Zins und Zinseszins locker weitergehen.
    Schwund ist immer.

    2. Peak Debt ist meines Erachtens nicht der Punkt, an dem die Zinsen nicht mehr erwirtschaftet werden können, sondern der Punkt, an welchem es nicht mehr genügend Nachschuldner gibt.

    3. Noch mehr neue Schulden werden gemacht, es wird umgeschuldet.
    Siehe EZB, welche Staatsanleihen von Staaten kauft, die pleite sind.

    4. Mit Tricks und Schiebereien werden faule Kredite in Bad-Banks geschoben, die Mutter-Bank kann neue Schulden machen und geht nicht pleite.

    5. Währungsreform.
    Fast alle verlieren ihr Erspartes und oft auch Haus und sonstiges Vermögen. Eine Minderheit macht sagenhafte Gewinne.
    Und der Wahnsinn geht fröhlich weiter mit Zins und Zinseszins
    und ganz neuen Schulden oder mit dem Abarbeiten der alten Schulden.

    Das Papiergeld ist nicht daran schuld. Es gab Papiergeld, das stabiler als Goldmünzen war.
    Entscheidend ist nicht, ob das Geld einen Warenwert hat oder nicht, sondern entscheidend ist die Geldmenge im Verhältnis zur Gütermenge.

  2. in einem system ohne zentralbank und den daraus resultierenden megabanken gibts das nicht. die schulden sind immer verteilt auf viele leute und es fällt ein entsprechender teil aus. selbst große banken gehen einfach pleite, weil es keinen lender of last resort gibt, der unbegrenzte mittel hat. wenn sie auf der falschen seite investiert haben, sind die geldvermögen nun einmal futsch. somit gibt es gesamtwirtschaftlich keine singularitäten mit exponentiell ansteigenden guthaben. der gesamtschuldenstand oszilliert mit der konjunktur, zinsen werden immer gezahlt, aber durch die ständigen ausfälle wächst der stand nie über das tragbare niveau. deshalb sollte der zins nicht als „wahnsinn“ bezeichnet werden, er ist (zins=inflationsausgleich+risikoprämie+gebühr für die nutzung von eigentum) legitim und zerstört auch nicht die wirtschaft oder die natur. nur die regierung kann das.

  3. Zitat:
    Wenn die Menschen die Zinsen und die Renditen für das vorhandene Vermögen nicht mehr aus eigener Kraft erwirtschaften können, dann verlieren Forderungen (“Papiergeld”) ihren Wert. ——Ende.
    Danke, das wusste ich noch nicht.

  4. Ginge es mit rechten Dingen zu, dann würde der Artikel stimmen.
    Geht es mit rechten Dingen zu? Nein.

    Lügen sind wesentlich schwerer zu berechnen, weil sie eben nicht den Gesetzen der Wirklichkeit sondern der Illusion folgen. Und eine Illusion bleibt so lange bestehen wie man daran glaubt. Beziehungsweise man daran glauben will, weil man sich nicht dem stellen will, was wäre, wenn das, woran man glaubt, eben nicht wahr wäre. Uff.

    Und da beginnt der Artikel dann wieder zu stimmen. Anhand der Wahlbeteiligung sieht man wie Viele einfach an diese Illusion weiter glauben wollen.

    Schönen Gruß aus Bremen

  5. Hallo Jenny,
    Der Begriff Peak Debt ist genauso zu hinterfragen, wie Peak oil. Peak oil, die aufgestellte Theorie, gibt es nicht, da die Ölvorräte in der Praxis unendlich sind, und über die Lithosphäre ständig nachgebildet werden. Genauso ist die Begrifflichkeit von Peak Debt zu hinterfragen, da Geld an sich eine Illusion ist, denn Fiat money (es werde Geld). Von der mathematischen Betrachtung her hast Du absolut Recht, denn die Schulden des Einen, sind die Guthaben eines Anderen. Beide mathematischen Kurven bewegen sich exponentiell voneinander weg und laufen in`s Unendliche.Die Wirklichkeit sieht allerdings anders aus, da nur 10% allen Geldes ökonomisch gedeckt sind und 90% der Geldmenge sind heiße Luft- Bits & Bytes. Deshalb ist das Schattenbankenuniversum auch so groß! Theoretisch kann das momentane Geldsystem unendlich lange laufen, da die FED unbegrenzt Dollar-Noten drucken kann. Desweiteren befindet sich im Geldsystem mindestens noch ein 2-ter Kreislauf, der die großen Geldströme abblockt und nicht in den Wirtschaftskreislauf gelangen läßt. Deshalb haben wir auch momentan starke deflationäre Tendenzen in der Realwirtschaft zu verzeichnen. Große Teile des Mittelstandes haben kein Geld mehr, um weiterzukonsumieren, die Wirtschaft schrumpft, da die Nachfrage schrumft. (große Neuautohalden auf der Welt)
    Das zinsbehaftete Geldsystem verlangt nach Wirtschaftswachstum, aber das BIP-Wachstum ist natürlich begrenzt, wie jeder Markt auch. Viele Märkte sind schon gesättigt, und fallen damit für ein BIP-Wachstum aus. Hierin würde ich die Schnittstelle, für den Systemabbruch ausmachen, denn unendliches Wachstum in einer endlichen Welt gibt es nicht. Wenn die Geldmenge aus sich heraus sich vervielfältigt, dann stimmt etwas mit dem System nicht. Wenn der Konsument als Geldgeber ausfällt, dann muß der Staat seine Bilanz ausweiten, aber auch das ist nun seit 2008 nicht mehr möglich. Es gibt damit nur noch 2 Optionen. Die erste Option ist die Öffnung der Geldschleusen für die Realwirtschaft und als Folge dessen die Hyperinflation und angeschlossene Währungsreform zur Entschuldung des Staates.
    Die zweite Option ist Krieg, zur wirtschaftlichen Expansion und Erschließung neuer Absatzmärkte, sowie Entschuldung durch die Reparationszahlungen des Kriegsverlierers.
    Genau hier sind wir momentan angekommen, der Krieg findet momentan noch im Weltfinanzsystem statt.
    MfG

    • Frank Köhler

      Richtig, anschaulicher kann man unsere Wirtschaftliche Situation kaum darstellen. Die Illusion stirb nicht durch ein berechenbares Gesetz, sondern dann, wenn man ihr nicht mehr glaubt. Theoretisch könnte sich diese Illusion des Geldsystems in die Unendlichkeit bewegen. Da die Gier jedoch so groß ist, und durch das Zinssystem gestützt wird, wird irgendwann der Punkt erreicht sein, an dem die Werteverteilung so sehr zugunsten der Oberen verschoben sein wird, daß die Untersten nicht mehr an die Illusion glauben KÖNNEN. Mit den von Ihnen beschriebenen Lösungsmöglichkeiten. Das ist aber nicht wirklich berechenbar, aber doch irgendwie „erfühlbar“.

      Mit dem Peak Oil und dem nachbilden des Öls ist das so eine Sache. Eine These, aber noch zu ungesichert. In Dubai hat man jedenfalls einen Stand erreicht, der auch etwas anderes vermuten läßt. Denn auch wenn es vielleicht nicht so ist, daß das Öl Endlich ist, sonder sich auch nachbildet, ist es die Frage, ob es eben doch durchaus passieren kann, daß die Abnahme im Verhältnis zur Nachbildung so groß ist, daß das Nachbilden nicht mehr hinterher kommt. Es könnte also trotz der Nachbildung durchaus so sein, daß man auch die Öloceane „überfischen“ kann, sodaß sie aus dem inneren Gleichgewicht kommen und irgendwie versiegen. Und das scheint mir derzeit überhaupt das Hauptproblem zu sein. Das Gleichgewicht von Nehmen und Geben, sprich die Liebe versiegt.

      Schönen Gruß

  6. Hallo Jenny

    versuche mal etwas zu berechnen wenn eine Variable oder eine Konstante unendlich ist. Daran wird sich jeder Mathematiker die Zähne ausbeißen.

    Man kann sagen, dass eine Peak Debt unendlich lange verhindert werden kann aber auch, dass er unendlich oft wiederholt wird oder unendlich viele daran glauben müssen ehe er eintritt.
    Such dir was aus – es ist unendlich schön darüber zu spekulieren.

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