Links und Rechts als politisches Labeling

Am 12.01.2015 nahm ich ein interessantes Experiment vor. Ich ging der Frage auf den Grund, was eigentlich „links“ und was „rechts“ ist. Das Ergebnis ist ein wahrer Selbstfindungsprozess und eine für mich neue Definition von Links und Rechts.

Unter den Artikel vom 12.01.2015 haben sehr viele schlaue Menschen Kommentare gesetzt. Aus diesen möchte ich gerne zitieren. Man erklärt mir die Einordnung der Menschen in links & rechts sei eine übertragene Sitzordnung des Parlaments. Im Parlament der Weimarer Republik saßen Mitglieder der SPD, USPD, KPD auf dem “Linken Flügel” und die Politiker der bürgerlichen Parteien saßen auf dem rechten Flügel. „Nazis sind nicht rechts & Kommunisten nicht links, es sind 2 diametral entgegengesetzte Ideologien“, erklärt ein Kommentator. Wo man wirklich steht, das sieht man an seinem Kontostand – alles andere ist irrelevant – jedenfalls politisch. Dieses links- und rechtsgestempel soll uns einfach nur teilen, damit wir besser regierbar sind!

Die Unterscheidung in „Links“ und Rechts“ geht vielen nicht weit genug. Manche unterscheiden lieber zwischen autoritär und freiheitlich. „Rechts und Links sind die Grenzen des dir vom Staat zugebilligten Bewegungsspielraums“, schreibt jemand. Zur Mitte könne man sich zählen, wenn man in beide Richtungen den gleichen aber auch den geringstmöglichen Abstand hält, womit man somit höchstwahrscheinlich ein hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibender Spießer wäre, immer schön an der Leine von beidem.

Divide et impera, teile und herrsche. Der Klassenkampf ist wirklich de größte Schwachsinn, der nur zum teilen und herrschen vorhanden ist. Es heißt ja auch, wenn sich zwei streiten, freut sich der dritte. Rechts oder Links wird heute so formuliert, wie es gerade zum Konzept paßt. Wem nutzt es? Dem Volke? Sicher nicht, denn es hat ja mit rechts und links mit sich selbst zu tun, der Dritte schaut zu, freut sich und wartet ab, bis er das nächste Scheit ins Feuer legen kann. Die Welt in links und rechts einzuteilen halte ich für einen primitiven Orientierungsversuch von Menschen, die differenziertem Denken abgeneigt sind.

„Nazis sind nicht rechts. Da steckt nämlich das Wort Sozialisten drin. Und wie wir wissen , sind Sozialisten links“, schreibt jemand. Faschismus könne sowohl im rechten als auch im linken Lager herrschen. Nur Rechts alleine als politische Orientierung gibt es doch gar nicht mehr. Das Mindeste ist dann doch RECHTSEXTREM, und möglichst noch POPULISTISCH draufgesattelt. Alles was heute nicht systemkonform ist, ist rechtsextremeistisch. so einfach ist das. Political correctness machts möglich. Populistisch bedeutet im eigentlichen Sinne volksnah oder volksverbunden. Wieso ist das NEGATIV besetzt. Das Gegenteil davon wäre selbstherrlich / autoritär. Das soll besser sein?

Nach welchen Kriterien wird z. B. die NPD als “rechts” bewertet? Diese Frage versucht ein weiterer Kommentator zu beantworten: Die NPD ist antiamerikanisch, antikapitalistisch, antiisraelisch, gegen Atomkraftwerke, gegen Gentechnologie, gegen Globalisierung und für die Einführung von Mindestlöhnen. Nach meiner Erinnerung, sorgen all diese Ansichten auch im rot-grünen Lager für ausreichend feuchte Hosen. „Ich sage und behaupte gar, RECHTS – LINKS hat schon lange ausgedient, nur wird es durch die Politik NICHT unterstützt, weil es das “teilen und herrschen” ins wanken bringt“, schreibt jemand zum Schluss.

Und was bin ich nun selbst? Am Ende des Artikels war auch eine Umfrage. 8% meiner Leser halten mich für „rechts“ und 7% für „links“.  27% sagen ich sei beides und 58% sagen, ich wäre was anderes. Und genau hier liegt der neue Selbstfindungsprozess. Es gibt so viele schöne Dinge, die man sein kann, wenn man keinen Bock auf „links“ oder „rechts“ hat! Unter den 58% wurden viele Dinge mehrfach genannt: Pink, normal, libertär, vernünftig, blond, liberal, dumm, geil, anarchistisch, freiheitlich, sexy, und viele andere mehr.

Fazit: Rechts ist doof und Links ist doof! Es handelt sich hier nur um politisches Schubladendenken für die Propaganda. Wer frei denkt und freiheitlich unterwegs ist benötigt kein links oder rechts. Gewalt und Extremismus kommt von allen Seiten. Rechts- und Linksradikalismus sind zwei Seiten der gleichen Medaille.

Hinweis: Jedes Wort in diesem Posting ist per Copy & Paste aus den Kommentaren des Postings vom 12.01.2015.


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
oder via Twitter an http://twitter.com/_JennyGER_ Wer mit mir quatschen will, der kann mich gerne im SocialGame Utherverse treffen. Bitte beachtet die Richtlinien für Kommentare.

Mail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de

liebe Grüße, eure Jenny

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5 Antworten zu “Links und Rechts als politisches Labeling

  1. und da heisst es immer, Blondierte seien doof… 🙂

  2. Hallo Jenny,
    Hier wieder politisches Kabarett vom Feinsten, der Marke Hoellenfels, politisch gelabelt auf schwizer Freiheit & Unabhängigkeit:

    http://www.hartgeld.com/media/pdf/2014/Hoellenfels-wem-nutzt-es.pdf

    Der Tag der Reformation (Martin Luther) ist nicht mehr fern und was nützt es den Schafen, wenn der Oberhirte selber ein Superdynamitschlafschaf ist?
    Viel Spaß beim Lesen!
    lg rotes Herzchen 🙂

  3. Einordnen kann ja nur wer auch einen Ordner hat. Ordner muss man erst einmal haben und labeln.

    Gemeinsam ist beiden, den Nationalsozialisten und den Sozialisten/Kommunisten ihr Hass gegen die Bourgeoisie.
    Letztlich unterscheiden sie sich nur in der Frage ob mit oder ohne Nation. Letztere wollen den Internationalismus, die anderen die Nation. Beide sind Militaristen und wollen die Nation und die Internationale mit Waffengewalt erstreiten – eine Inklusion können und wollen sie sich nicht denken, beide brauchen zur Durchsetzung ihrer Interessen in den eigenen Reihen Wachhunde (Tugendwächter, Gedankenpolizisten).

    Die Wachhunde sind wieder unterwegs – hast ja gestern bei Tweeter erlebt und nur weil Du einen Hauptsatz und einen Nebensatz mit ABER verbunden hast – und schon bist Du verdächtig und die allergische Reaktion lässt nicht lange auf sich warten, wie Heparin ausgeschüttet wird, fallen die Tugendwächter ein.
    „People like scandal. They like to put the label on something they do not understand“

  4. Hat dies rebloggt.

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