DAX im Euphoriemodus

Der deutsche Aktienindex DAX schloss die vergangene Woche bei 11.401 Punkten. Anleger streichen in 2015 bereits einen Gewinn von zirka 14% ein. Es riecht nicht nur nach einer fälligen Korrektur, sondern  es stinkt erbärmlich danach.

Aufgrund geldpolitischer Manipulationen sind viele Assetpreise ziemlich verzerrt. 10 jährige Bundesanleihen werfen noch 0,38% Zinsen ab, während der Euro gegenüber dem Dollar in alleine in den letzten 3 Monaten um über 10% an Kaufkraft verloren hat. Anlager kaufen nicht Aktien, weil Aktien besonders attraktiv sind. Sie kaufen vielmehr Aktien, wegen des Anlagennotstandes. Wer eine Rendite will, kommt am Risiko nicht vorbei. Soweit so gut, soweit so normal.

Die Dividende ist der neue Zins. Viele Konzerne schütten Rekordsummen aus. Weil sie keine Investitionsideen haben und weil sie die Liquidität nicht sicher anlegen können, schütten die Gesellschaften das Geld lieber an die Aktionäre aus. Steigen die Kurse der 30 DAX Aktien nicht und bliebe die Dividende gleich, dann würden Anleger relativ sichere 2,6% verdienen. Der DAX ist nun sieben Wochen in Folge gestiegen. Die Vernaufpause wird und muss kommen, doch in diesen euphorischen Zeiten wird jeder Rücksetzer zum nachkaufen genutzt.

Viele Anlger stehen mit großen Beträgen am Spielfeldrand und warten auf einen günstigen Einstieg. Manche warten schon ewig, doch der erhoffte Rücksetzer kam nicht. Für viele Anleger ist die Aktie alternativlos. Diese Tatsache führt natürlich zu einer Blase. Der ehemalige Investmentbanker (Morgan Stanley) und heutige Buchautor von 9 Büchern zur Börsenpsychologie, Paul B. Farrell, rechnet in seiner Kolumne bei Marketwatch mit einer Korrektur im Juli 2015 sowie einem größeren BigBang mit bis zu 50% Verlust im Jahr 2016.

Die Crash-Propheten machen dabei natürlich immer den gleichen Fehler: Sie warnen immer! Ich erinnere mich an DAX-Stände bei 8.000 Punkten oder schon davor: Prophezeiungen für einen großen Börsencrash gab es immer. Das heißt aber nicht, dass an den Warnungen nichts dran ist. In der Tat ist der DAX völlig überkauft und wir befinden uns in einem „Crash nach oben„. Es herrscht Kaufpanik und die Preise sind künstlich verzerrt. Die Geopolitik sowie die Geldpolitik ist unberechenbar geworden. Der einzig einigermaßen stabile Faktor ist die Konjunktur.

Was tun bei kalten Füßen? Wer jetzt Angst hat und an einen Kursrutsch glaubt, der muss natürlich handeln. Passende Instrumente könnten Reversed-Bonus-Zertifikate sein, die eine attraktive Rendite abwerfen, sofern der Aktienmarkt leicht steigt, seitwärts läuft oder fällt. Auch eine Idee wären sog. Short-ETF´s. Sie laufen immer entgegengesetzt zum Basiswert. Profis sichern sich mit KO-Zertifikaten oder Optionsscheinen ab. Dabei gilt: Fügt man einem Depot, welches auf steigende Kurse setzt, ein Wertpapier hinzu, welches auf fallende Kurse setzt, dann sinkt das Gesamtrisiko des Depots. Die Partizipation nach oben wird also bei weiter steigenden Kursen eingeschränkt sein. Kommt es zum Rücksetzer, dann ist man ggf. abgesichert.

Wer langfristig an Aktien glaubt und sein Geld weiterhin gewinnbringend anlegen möchte, der macht das jetzt bitte nicht mit Einmalbeträgen. Wer jetzt mit großen Summen einsteigt, läuft Gefahr ein schlechtes Einstiegstiming zu haben. Besser geeignet ist der gestaffelte Einstieg: Man teilt den anzulegenden Betrag in 10 bis 20 Teile und steigt monatlich in den Markt ein. Somit ist das Timingrisiko über mehrere Monate gestreut. Auch ist es nicht sehr sinnvoll nur auf den DAX oder einzelne Aktien zu setzen. Wer global über mehrere Branchen und Wirtschaftsräume streut, wird langfristig den meisten Spass haben.


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Mail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de

liebe Grüße, eure Jenny

4 Antworten zu “DAX im Euphoriemodus

  1. Pingback: DAX im Euphoriemodus - Der Blogpusher

  2. Es ist nur noch krank, aber solange die Notenbanken die Schleusen offen lassen wird der wahnsinn weiter gehen. Irgendwann kommt die überfällige mega Korrektur

    Hierzu :

    • Die Analyse ist einwandfrei. Bezüglich Lösung. = Sachwerte?
      Für die Aktuelle Masse an Menschen steht einfach nicht die entsprechend Menge an Sachwerten zur Verfügung. Da klafft eine riesige Diskrepanz.
      Es gibt da NUR 2 Möglichkeiten.
      a.) Begrenzung der Bruttobevölkerung vorausschauend Freiwillig.
      b.) Die erzwungene Anpassung der Bruttobevölkerung an die Real verfügbaren “Sachwerte“.
      Tja a.) ist längst verschlafen so um die 50- 100 Jahre.
      Bleibt nur noch b.)
      Das wird deftig und ganz massiv.
      Prosit Gemeinde

  3. Das Ding steht massiv unter Spannung.
    Eine sog. sanfte Landung ist so gut wie ausgeschlossen.
    Das mit den Banken ist einigermassen im “Griff“.
    Die Realwirtschaft dreht noch jedoch mit stetig abnehmendem Schwung.
    Immer breitere Kreise gleiten stetig in die Verarmung resp. in schwindende
    Realeinkommen ab. Die Liquiditätszufuhr der Notenbanken hat bis auf weiteres einen beschleunigten Absturz abgebremst.
    Im Kern ist die Sache da wo sie vor 1929 stand.
    Eine Massive Diskrepanz von Realwirtschaftsergebnis und Brutto Geldmenge. 1929 haben die Notenbanken NICHT interveniert.
    Das Ergebnis ist bekannt innert sechs Monaten lag die Realwirtschaft am Boden.
    Ab 2007- 2008 wurde wird der andere Weg gefahren, das Ergebnis ist durchaus recht beachtlich.
    Kaum übersehbar die Börsen sind das letzte “Ventil“ in dem sich die Überliquidität staut.
    Wenn das bricht wird die Sache kritisch. Bleiben 2 Möglichkeiten.
    a.)Die Notenbanken halten still = das Szenario von 1929 wiederholt sich.
    b.)Die Notenbanken Intervenieren auf welchem Weg auch immer.
    Tippe auf b.) ein elendes Zeitlich gestrecktes Absaufen bis zum
    Finalen totalen Absurdum. Beschleunigtes einbrechen der Realwirtschaft,
    begleitet von sozialen Verwerfungen begleitet von Chaos das in den 3. Weltkrieg führt. Die Voraussage einer Zeitlichen “Choragrafie“ reine Spekulation. Sicher ist lediglich das Ding geht hoch.
    Freundliche Grüsse

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