DAX bei 12.000 Punkten fair bewertet

Die Börse kennt seit Monaten nur eine Entwicklung: Aktien rauf und Kaufkraft des Euros runter. Während die Armut steigt, geht es den Unternehmen relativ gut, denn im Gegensatz zu den Verbrauchern nützt ihnen der geringe Außenwert der Gemeinschaftswährung. Anhand fundamentaler Daten lässt sich eindeutig feststellen, dass die aktuell laufende Aktienhausse nichts mit der Blase aus dem Jahr 2000 zu tun hat, auch wenn jederzeit mit teils heftigen Rückschlägen zu rechnen ist.

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Preise können und werden steigen und fallen. Dies gilt auch für Eigentumsrechte an Unternehmen (auch Aktien genannt). Die Aktien der größten 30 deutschen Unternehmen bilden den DAX, die nächsten 50 den MDAX und die wiederum nächsten 50 den SDAX. Der Leitindex DAX steht im Moment bei rund 11.500 Punkten und ist in der Vergangenheit kräftig gestiegen. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in 2009 notierte das Barometer kurzzeitig bei unter 4.000 Punkten. Die Rendite stimmt also, aber wie kann es weitergehen? Fundamental nachgerechnet sollte der DAX noch Luft bis 12.000 Punkte haben. Naturgemäß marschiert er nicht an einem Stück zu solch einem Niveau: Es wird immer wieder zur Rücksetzern kommen, denn Korrekturen sind stets ein wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung.

Nimmt man alle Unternehmenswerte der DAX-Konzerne und addiert sie, dann kommt man auf den Buchwert. Auf Indexpunkte umgerechnet wären dies ca. 6.835 Punkte. Ein tieferer Indexstand wäre rechnerisch sehr unwahrscheinlich, außer die Unternehmenswerte würden aufgrund von Verlusten stark sinken. Hinzu kommt eine Risikoprämie, die Anleger für ihr Wagniskapital verlangen; diese Prämie macht ca. 1.700 Punkte aus. Wächst das BIP jährlich um 2,2%, dann komen noch einmal ca. 2.717 Punkte hinzu. Der DAX wird inklusive Dividenden berechnet. Die Gewinnausschüttungen kommen daher als Indexpunkte obendrauf. Hier kann man mit zirka 291 Punkten rechnen. In Summe haben wir nun einen theoretischen Indexstand von 11.543 Punkten, sofern die Unternehmensgewinne und das BIP-Wachstum für 1-2 Jahre auf dem aktuellen Niveau verbleiben. Aufgrund der niedrigen Zinsen und des daraus resultierenden Anlagenotstandes dürfte der DAX noch bis ca. 12.000 Puntke steigen, ohne dass wir von einer maßlosen Übertreibung sprechen müssen.

Der DAX startete im Jahr 1989 bei 1.000 Punkten. Heute steht er bei 11.500 Punkten. Im Vergleich zum MDAX ist dies noch garnichts, denn der kleine Bruder des DAX steht inzwischen bei über 20.000 Punkten. Im MDAX finden sich keine „zweitklassigen“ Nebenwerte sondern durchaus Großkonzerne wie Airbus, Bilfinger, Hugo Boss, Kabel Deutschland, Hochtief, Metro, Rheinmetall, ProSieben oder auch RTL. Während der DAX in den letzten 3 Jahren um über 63% gestiegen ist, hat der MDAX im gleichen Zeitraum eine Performance von über 84% aufs Parkett gelegt. Nur der SDAX mit Werten wie BVB, Zalando, Sixt oder auch Puma hinkt seinen beiden großen Brüdern etwas hinterher. Der kleinste der 3 Indizes schaffte in den letzten 3 Jahren „nur“ etwas mehr als 54%. Der Aktienmarkt ist definitiv heiß gelaufen. Er kann und wird auch wieder fallen, doch fair bewertet ist er einigermaßen. Vorausgesetzt die Fundamentaldaten bleiben gleich und werden nicht durch etwaige Eskalationsszenarien verzerrt.

Irrtum vorbehalten. Der Kauf von Finanzinstrumenten erfordert Angemessenheit, Geeignetheit und eine ausführliche Beratung bzw. den ausdrücklichen Verzicht auf Beratung seitens des Anlegers. Dieser Text stellt keine Beratung dar. Datenquelle: diverse. 


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liebe Grüße, eure Jenny

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11 Antworten zu “DAX bei 12.000 Punkten fair bewertet

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  2. Liebe Jenny, das sind ja ganz andere Töne als neulich…

    • Opps ja stimmt, im Posting „DAX im Euphoriemodus“ bin ich ein bisschen anderer Meinng. https://pinksliberal.wordpress.com/2015/02/28/dax-im-euphoriemodus/

      Frei nach Kostolany: Man muss von allem ausgehen. Auch vom Gegenteil.

      Manchmal bin ich bullish und manchmal bearisch. Je nach Tageslaune 😉

      lg

    • Ich vermute, Du hast trotzdem Recht. Nominal und Real unterscheiden sich doch gewaltig. Das Nominale täuscht, vor allem im Verhältnis von Kurs-DAX und Performance-DAX. Man sieht ja heute nur auf diesen Botox-DAX. Der echte DAX hat noch 5 % bis zu seinem Allzeithoch. Dabei feiert man schon seit Monaten jeden Tag ein neues Allzeithoch – ein nominales beim P-DAX. Nette Täuschung!

    • „Botox-DAX“ 😉

      Stimmt, der DAX-Kursindex braucht noch genau 40 Punkte, dann hat er sein Hoch vom 29.02.2000 erreicht.

      DividENDE gut – alles gut.

      lg

    • Der Vermutungsansatz von Frank Meyer ist meine ich voll Richtig.
      Zahlen sind wohl vermutlich kaum vorhanden resp. werden kaum verarbeitet und ins Gesamtbild eingearbeitet.
      Eine der gravierendsten Diskrepanzen ergeben sich aus der Berechnungen der Wirtschaftsleistung. Die werden anhand von Geldeinheiten erfasst und verarbeitet. Für ein Reales Bild müsste grundsätzlich die Sache um den Prozentsatz der riesigen Nominal- Überliquidität resp. Realproduktivitätssteigerung abgeglichen werden.
      Da klemmt es teilweise kaum erkannt vermute ich ganz massiv.
      Da werden teilweise ZB. Wachstumszahlen ausgewiesen die schlicht nicht in die Realität passen. In Wahrheit leben wir mit einer abnehmenden Realwirtschaftsleistung, Realendertrag, Pro Kopf aber auch Gesamtwirtschaftlich. Sehr komplexe und vielschichtige Zusammenhänge.
      Meines Wissens gab es in den 70. iger Jahren Denkansätze für andere Erfassung ’s und Berechnungsmodelle. Leider alles längst Versandet.
      Dies mit immer offensichtlicher fatalen Folgen, immer massiveres Auseinanderdriften von Nominal und Realwerten im Brutto- Real-Wirtschaftsablauf. Insbesondere der kontinuierlich gewachsene Geldüberhang nebst weiteren Faktoren, hat eine sich gesund Selbstregulierende segensreiche Marktwirtschaft längst ausgehebelt.
      Letztlich ,,Richtet,, es IMMER, der Markt idealerweise laufend in kleinen Schritten, oder das wird immer wahrscheinlicher in einem konzentrierten MEGASCHRITT.
      Freundliche Grüsse

  3. Eindrückliche Zusammenstellung.
    In der ganzen Zusammenstellung ist eine Entscheidende Kernaussage die wohl nur wenige beachten resp. sich dessen bewusst sind.
    1989 Stand 1000 Punkte 2015 12000 Punkte. Ein enormes Wachstum in Zahlen. Tja da bliebe dann noch die Bereinigung des Berechnungsmodus zum Realwert.( Jetzt wird es kompliziert, dafür währen noch so einiges an Zahlen und Abgleichungen notwendig.)
    Insbesondere die Notenbanken sind aktuell heftig in der Kritik, bezüglich Geldschöpfung. Leider übersehen zu viele, auch die Börsen waren und sind eine massive Geldschöpfmaschine. Kurse die erheblich schneller steigen als das Realwirtschaftsergebnis wirken Inflationär.
    Das Kernproblem ist und bleibt ,das rasend schnelle Auseinanderdriften von
    Realwirtschaftsergebnis und Nominalwerten im Gesamtwirtschaftsablauf.
    Die ganze Entwicklung ist längst ausserhalb jeglicher Reparaturmöglichkeiten. Idealerweise korrigiert der Markt laufend in kleinen Schritten. Doch davon sind wir längst meilenweit entfernt. gewiss ist nur eines der Markt ist ein unumstössliches “ Naturgesetz“, das aushebeln kann nur auf Zeit funktionieren. Egal wer oder was da aushebelt.
    Das kann auch die Dummheit der Marktteilnehmer sein, bei weitem nicht nur der Staat oder andere “Bösewichte“.
    Freundliche Grüsse

  4. Der „Botox-DAX“ steigt, aber nicht in Abhängigkeit von Gewinnen. Irgendwie ist wieder mal „dark matter“ im Einsatz. Es sind keine Käufer zu erkennen.

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