Banken: Böse Provisionen!?

Böse Banken wollen böse Provisionen! Sowas aber auch. Zunächst: Das war schon immer so. Verbraucherschützer und sogenannte Experten werfen nun Banken vor, dass sie von Dritten Provisionen bekommen und diese nicht an die Kunden weiter geben. Wo ist das Problem?

Banken müssen sich aufgrund des Honoraranlagegesetzes entscheiden, wie sie künftig vergütet werden wollen. Manche Banken verlangen Beratungshonorare und andere Banken erhalten Provisionen. Welche Form der Bezahlung stattfindet, klären Anbieter und Kunde in einem Vertrag bzw. in den AGBs. Die meisten Banken verlangen keine Honorare, weil die wenigsten Bankkunden dazu bereit sind, solche Honorare zu bezahlen. Bei einer Honorarberatung bezahlt der Kunde das Honorar für die Beratungsleistung; ähnlich wie bei Rechtsanwälten oder einem Steuerberater. Das Honorar wird mit der Beratung fällig, egal ob der Kunde das Angebot annimmt oder nicht. Bei den Provisionen geht es ehrlicher zu: Die Beratung und Folgebetreuung ist kostenlos. Kauft ein Bankkunde beispielsweise Fonds, dann bekommt die Bank von der Fondsgesellschaft eine Provision. Diese wird nicht an den Kunden weitergereicht, denn er genießt ja die kostenlose Beratung und die noch viel wichtigere Folgebetreuung. Die wenigsten Kunden möchten ihren Banker wie einen Steuerberater oder Rechtsanwalt „pro Stunde“ bezahlen. Das Provisionssystem ist nicht böse sondern genau das, was deutsche Anleger seit Jahrzehnten schätzen und nutzen.

Die meisten Banken entscheiden sich entweder für Honorarberatung oder Provisionen. Banken, die beides anbieten sind sehr selten. Übrigens: Die genaue Höhe der Provisionen, welche eine Bank von Dritten bekommt, wird im sogenannten Beratungsprotokoll ausgewiesen. Bei Fonds gibt es meist eine Einmalprovision aus dem Ausgabeaufschlag sowie eine Bestandsprovision für die laufende Betreuung. Bei Versicherungen ist es ähnlich, nur dort regt sich komischerweise nur selten jemand künstlich auf. Honorarberatung lohnt sich für die Kunden meist erst bei sehr großen Anlagesummen im Bereich des Portfoliomanagements. Kleinanleger haben meist keine Lust 50€, 100€ oder 200€ Honorar für 60 Minuten Beratung zu einem Fondssparplan zu bezahlen. Was die Politik hier wiedermal zu reglementieren versucht ist weder verantwortlich noch ursächlich für die Finanzkrise. Niemand arbeitet kostenlos; auch Banken nicht. Kaum eine andere Branche muss in einem Angebot so genau offenlegen, was sie verdient. Ich halte transparente Provisionen von Dritten und eine kostenlose Beratung sowie Folgebetreuung für die bessere Lösung.

Stellt euch mal die Reaktion der Verbraucherschützer vor, wenn eine Bank 100€ Beratungshonorar von einem RTL2-schauenden Assi verlangt, nur weil er sich zum Thema P-Konto beraten lässt. Das wäre amüsant…. ok, das war jetzt zynisch. Sorry. Nicht alle P-Kontoinhaber sind „assi“. Manche sind unverschuldet in der Situation.


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liebe Grüße, eure Jenny

4 Antworten zu “Banken: Böse Provisionen!?

  1. Wo ist das Problem ?
    Das beginnt in den Volksschulen.
    Da müsste man teilweise unsinnige Fächer ausmisten.
    Wirtschaft betrifft letztlich Jeden und das Täglich.
    Wenigstens minimales Wissen zum Thema Wirtschaft sollte
    man jedem Kind auf den Lebensweg geben.
    Selbstverständlich im Umfang dem Alter angepasst.

  2. Das Problem ist die Anreizstruktur. Werden Provisionen gezahlt, muss der Banker etwas verkaufen („beraten“ ist da in der Praxis doch etwas euphemistisch), um etwas zu verdienen. Er hat z.B. keinen Anreiz festzustellen, dass ein existierendes Portfolio völlig in Ordnung ist.

  3. … also ich würde mich NIE von einem „Berater“ mit Eigeninteressen beraten lassen. Ja, wie blöd ist denn sowas, sich vom Verkäufer beraten zu lassen? Ich zahle lieber Beratungshonorare. Und bei wichtigen Sachverhalten leiste ich mir gleich 2 oder 3 Berater. Hat sich bisher immer ausbezahlt. Und wer einen Banker braucht um sich bei der Geldanlage beraten zu lassen, ja dem ist eh nicht zu helfen.

  4. LiebeJenny,

    ich lese Deinen Blog schon lange, aber hier hast Du unrecht.

    Leider wird die Sachlage immer wieder völlig falsch dargestellt und auch Dein Beitrag unterliegt dem alten Verständnis von „guten Provisionen“ oder gar der Illusion, dass der Kunde auswählen kann. Es ist doch eher so, dass die Honorarberatung und Honorarvermittlung in Deutschland aus politischen Gründen keine Chance erhält und das daran die Medien einen beträchtlichen Anteil haben, da die Berichtserstattung eher für den Status Quo schreibt.

    Es gibt keine guten Provisionen in der Geldanlage oder Altersvorsorge, denn das einzige was Provisionen bewirken, ist die Überlegung des Verkäufers, wie er als „Berater“ auf seine Kosten kommen kann. Provisionen sind dabei langfristig für den Kunden immer wesentlich teurerer als ein Honorar, da sie auch dazu führen, dass die Produkte, die verkauft werden nicht bedarfsgerecht sind. Ich brauche dabei wohl kaum auf die 10.000 geschädigter Kunden erinnern, die Ihr Investment mit Hilfe von Zertifikaten und Beteiligungen vermindert haben.

    Die Beratung ist meiner Ansicht nach immer eher ein Verkauf und das hat mit Beratung wenig zu tun, ob nun Abschlussvermittlung oder „Folgeberatung“.

    Es geht auch anders. Meine Kunden erhalten 100% der Kickbacks der Investmentfonds und zahlen dafür nur eine geringe Einrichtungsgebühr des Depots. Dazu erhalten sie eine kostengünstige Beratung, sollte diese gewünscht sein. Das ist transparent, fair, kostengünstig und auch für Kleinanleger geeignet, da ich im Zweifel mein Honorar anpasse, so dass der Kunde immer Geld spart.

    Günstige Honorarangebote gibt es schon lange, leider wird darüber aber kaum berichtet.

    Herzliche Grüße

    Felix C. Schneider
    http://www.altersvorsorge-blog.eu

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