Sparer werden nicht enteignet

Die neukonservative Mittelschicht ist außer sich! Das Gespenst der Enteignung von Sparguthaben geht um. Die DZ-Bank hat errechnet, dass Deutschlands Privathaushalten seit 2011 über 190 Milliarden Euro an Zinsen entgangen sind. Zudem sei der Realzins negativ. Na und?

Dass der gelddruckende Amoklauf der EZB ungesund ist, dürfte unumstritten sein. Und dass uns hieraus resulierende Blasen in weitere Krisen stürzen ist ebenfalls klar wie Kloßbrühe. Aber der Sparer wurde sicherlich noch nicht enteignet. Es sind nämlich nicht alle Kapitalerträge auf ein ultraniedriges Niveau gefallen, sondern nur der als risikofrei geltende Geldmarkt sowie Staats- und einige Unternehmensanleihen. In was für einer Welt kann es Zinsen auf Guthaben, welches staatlich garantiert wird, geben? In einem echten Markt sollte es Erträge nur für Leistung geben.

Risikofreie Zinsen mit Bürgschaft durch die Allgemeinheit stellen leistungsloses Einkommen dar. Wenn diese Zinsen abgeschafft sind, dann ist dies zunächst als positiv zu werten. Wer Erträge möchte, muss Wagnisse eingehen und durch Investitionen einen kollektiven Mehrwert schaffen. Der Geldmarkt hat als Generator für ein bedingungsloses Grundeinkommen ausgedient. Geld, welches nicht „arbeitet“, nicht investiert ist und keinen volkswirtschaftlichen Mehrwert bringt, wird nicht mehr verzinst. Wo ist das Problem?

Es gibt durchaus ein Problem! Nämlich im Breich der Staatsanleihen. Die Renditen dieser Papiere sind künstlich nach unten manipuliert und stellen KEINEN risikolosen Zins dar. Anleger gehen hierbei also Wagnisse ein, und werden nicht dafür vergütet. Hier findet Enteignung statt, denn viele Anleger wie Versicherer, müssen Staatsanleihen per Gesetz (alternativlos) kaufen. Die oben genannten 190 Milliarden Euro halte ich für Bullshit. Wenn eine Volkswirtschaft einigen wenigen Anlegern bedingungslos und risikolos eine Vergütung zahlt, dann stimmt was nicht.


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog, oder via Twitter an http://twitter.com/_JennyGER_ Wer mit mir quatschen will, der kann mich gerne im SocialGame Utherverse treffen. Bitte beachtet die Richtlinien für Kommentare. Mail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de liebe Grüße, eure Jenny

13 Antworten zu “Sparer werden nicht enteignet

  1. Sie verkennen dabei eins. Die BürgerInnen sehen, dass Reiche immer reicher werden und sie immer mehr ausgeschlossen werden. Wenn kein Rei Grün, dann bitte für Alle. Das ist der Hintergrund ! Somit ist Ihre Einschätzung wohl richtig aber nicht gut durchdacht……im Sinne der BürgerInnen.

  2. solange edelmetalle nicht vom staat verboten sind, halte ich das lamentieren über die „enteignung“ für überflüssig – es gibt alternativen, man braucht sich nicht ausnehmen zu lassen.

  3. Nullzinsen entsprächen einem Goldstandard ohne dass neues Gold gefördert würde. Deflation garantiert. Mit Nullzinsen hält man die Inflation am Boden. Im Gegenzug kauft die EZB Staatsanleihen, um die Inflation anzutreiben. Das ist hirnrissig. Wie will sie aus der selbst gestellten Falle wieder rauskommen? Länder mit steigenden Staatsschulden ohne entsprechendes Wachstum der Wirtschaft müssten vom Markt über den Zins zur Haushaltsdisziplin gezwungen werden. Das funktioniert unter dem QE- und „Rettungs-“ Rahmen natürlich nicht. Bis Herbst 2016 herrscht für die Märkte Friede, Freude, Eierkuchen. Freibier für alle. Es kann natürlich sein, dass die Chinesen zwischenzeitlich Unruhe verbreiten. Die Wirtschaft wankt bedenklich und die offiziellen Zahlen der Volksrepublik schlagen selbst die zusammengelogenen US-Statistiken um Längen.

  4. Das ist ein ausgezeichneter Beitrag . Zinsen als wagnisfreies Einkommen sind ein Verbrechen an der Menschheit . Vor allem , es benachteiligt den Warenbesitzer . Ein Bauer der Tausend Sack Kartoffeln besitzt , muß seine Ware innerhalb kürzester Zeit verkaufen , um einen Gewinn zu machen .Außerdem verschwindet die Ware ganz schnell aus dem Kreislauf . Die Ware verfault ! Am Jahresende stehen nicht 1100 Säcke im Lager .Zinsen TÜRMEN nur ungedeckte Guthaben auf , verursachen einen POSITIVEN KREISLAUF ( im Sinne von NEGATIV ) . In der NATUR gibt es nur NEGATIVE KREISLÄUFE , d.h. sie gehen regelmäßig zu Ende !!!ZINSEN schwimmen in einem POSITIVEN , KREBSARTIGEN Kreislauf . Das ist unser Problem heute . Das müssen die dummen Sparer einfach begreifen . Leider wurden sie von den großen Kapitalbesitzern mit Zinsen korrumpiert und zu MITSCHULDIGEN an einem kranken System gemacht In der NATUR wächst kein Baum in den HIMMEL .Sie sollten froh sein ,´daß sie straflos Geld horten können , das ist ein Riesengewinn und ohne einen Haufen verfaulter Kartoffeln im Lager . Deshalb ist ein zukünftiges Geld mit einem Verfallsdatum von mindesten 3 Prozent pro Jahr notwendig .SPARER HABEN UNSER ELEND MITVERURSACHT , WEIL SIE ARBEITSLOSES EINKOMMEN GENOMMEN HABEN !!!

  5. Hallo Jenny,
    Du willst uns Leser wohl total auf den Arm nehmen ?
    Zitat:
    „Risikofreie Zinsen mit Bürgschaft durch die Allgemeinheit stellen leistungsloses Einkommen dar. “
    Mir scheint, Du hast das Geldsystem nicht verstanden! Die mikrigen Zinsen für die Einlagen der „Bürger“ (den Bürgen werden sie würgen!“ ist eine Verhöhnung sondergleichen, wenn sich die Bankster Geld erschaffen aus dem nichts und im Umkehrschluß Wucherzinsen von bis zu 32% bei Kontoüberziehung verlangen, sich aber als Privatbank Geld für lau bei der ZB besorgen können! Außerdem können sie das Geld für lau von der ZB wiederum bei der ZB für 2%-leistungslos verzinsen lassen!
    Ein besseres Geschäft gibt es nicht! Schau Dir mal mein letztes Video zum Thema Geld, Banken & Zinsen an, der Zinseszins ist die mächtigste Waffe im Universum & die Geschichte des Josephspfennigs! 😉
    Diesmal hast Du voll daneben gegriffen liebe Bananenkaratetigerin… 😀

  6. Liebes Investmentbunny, schau Dir mal folgenden Videobeitrag an, dann erkennst Du die Wahrheit:

    Das Geld & der Zinseszins der Banken machen die Menschen (Bürgen) vollständig abhängig.
    Damit dürfte alles klar sein!
    lg 😉

  7. …und noch ein Knaller:

    Da weiß man als deutscher Bürge, waß man an der EZB hat, Guten Abend.
    MfG

  8. And here voila, the creme de la creme:

    Rien ne va plui is the real fact of our days!
    MfG

  9. Hallo Jenny,
    netter Beitrag, wenn auch ich ihn als bewusst provokativ einordnen würde.
    Mittlerweile sehe ich persönlich keinen Unterschied mehr zwischen Geld auf dem Sparbuch/Konto (welches nicht arbeitet) und einem Investment in ein Unternehmen.
    Das Unternehmensinvestment ‚arbeitet‘, schafft Mehrwert für das Unternehmen und somit für die Gesellschaft. Und das Geld auf dem Konto ???
    Haben wir nicht in letzter Zeit gelernt, dass Spargeld ein Kredit an unsere Bank ist ? Nutzt nicht auch die Bank die Spareinlagen als Barvermögen um Kredite, zum Beispiel an obiges Unternehmen, mit einer Mindestreserve abzusichern (je mehr Sparer desto mehr Kredite möglich) ?

    In beiden Fällen kreditiere ich das Unternehmen, direkt oder auch indirekt und ermögliche Investitionen.

    Was ist mit risikobehaftete Investitionen gemeint – der Aktienmarkt statt Oma’s Sparbuch ?
    („Wer Erträge möchte, muss Wagnisse eingehen und durch Investitionen
    einen kollektiven Mehrwert schaffen.“)
    Ich denke da sofort an die Familie Quandt, welche jährlich hunderte Mill Euro verdient, bei dieser Summe sicherlich mit harter Arbeit und ungemein hohem Risiko, mein grösster Respekt dafür. Oder besser wirklich hart arbeiten, Anleitung hier – http://aktien-tipps.com/2013/02/wie-man-den-kurs-einer-aktie-manipuliert-am-beispiel-der-swingplane-ventures-inc-wkn-a1kagw/

    Nichtsdestotrotz, die 190 Mrd sind sicherlich eine theoretische Grösse, mathematisch richtig aber schwerlich auf das tatsächliche Leben übertragbar.
    Ich denke da gleich immer an die Diskussion mit der Arbeitszeit und den Rauchern, wo Mrd an Euro durch die Raucherpausen den Unternehmen verloren gehen und deshalb ausgestempelt werden sollte.
    Lösung: Einmal mehr mit dem Kollegen quatschen, n Kaffee mehr trinken bzw. ein zusätzlicher Toilettengang. Darüber diskutiert niemand, da geht bestimmt kein Geld flöten.

    Gruss aus Stuttgart

  10. Rein Rechnerisch ist null Zins bei null Inflation noch keine Enteignung.
    Auch das mit den ,,geretteten,, Banken ist eine Sache die offenbar nur wenige nachvollziehen können. Ohne diese ,,Rettung,, währen die Einlagen der Sparer futsch. Zumindest bei den im entsprechend Fall Pleite gegangenen. Die aktuellen Massnahmen haben bis auf weiteres eine Grossflächige Enteignung verhindert resp. in die Zukunft verschoben.
    Die ganze Problematik spielt sich auf einer sehr viel breiteren Ebene ab,
    mit der sind scheint es, sind die allermeisten überfordert.
    Das rasend schnelle auseinanderdriften von Realwirtschaftsergebnis= Realwachstum und Geldmenge- Wachstum. Eine Entwicklung die längst mit zunehmender Geschwindigkeit läuft.
    Wie lange das Spiel noch läuft resp. laufen kann weiss niemand.
    Enteignungen laufen längst auf vielfältige weise und Ebenen.
    Die Umfassende Finale ist bis dato ausgeblieben.
    Gewiss ist nur eines, die Gleichungen gehen auf breiter Front nicht auf.
    Es grenzt fast an ein Wunder das die Sache noch nicht Kollabiert ist.
    Schönen Sonntag

  11. @Ostgote
    So werden die Kurse vielleicht bei Pennystocks hochgetrieben. Der sensationelle Anstieg des DAX verdankt jedoch der Hebelung durch sogenannte Spezialfonds (dort gemischte Fonds) seine Höhenluft. Das kann so weiter gehen, bis die Zinsen steigen (also ewig) oder die „Schattenbanken“ von der Finanzaufsicht gemaßregelt werden (auch unwahrscheinlich). So ist es kaum verwunderlich, dass die Versicherungen ihre Aktien verkauften und stattdessen in „Fonds“ investierten. Wenn das Wasser abgelassen wird, werden wir sehen, wer nackt badete.
    Hier die „Wertentwicklung“:
    http://www.bundesbank.de/SiteGlobals/Forms/Statistik/ItsCharts/Its_Charts_Formular.html;jsessionid=0000N6cvARYusoEnEES2mMut4YM:-1?resourceId=9220&input_=9180&pageLocale=de&comparedTo=diffToPrevValueRel&comparedTo.GROUP=1&startDate=2000&endDate=&searchIssued=0&searchIssued.HASH=28c0782845b614042f46&frequency=M&frequency.HASH=d1c47ed5f6138274f6e3&tsId=BBSF2.M.1.S.00000.GEM01.I.F.NAV.Z5.00000.000000.Z01.00&tsId.HASH=156b8b5300bda7f2064d&listId=www_s140_nav_s_s5253&listId.HASH=9307d42e5da8c88f5958&submit=Grafik+aktualisieren
    und hier die Mittelaufkommen:
    http://www.bundesbank.de/SiteGlobals/Forms/Statistik/ItsCharts/Its_Charts_Formular.html;jsessionid=0000iQDkjEnD0grrB4z5hxt1zoe:-1?resourceId=9220&input_=9180&pageLocale=de&comparedTo=diffToPrevValueRel&comparedTo.GROUP=1&startDate=2000&endDate=&searchIssued=0&searchIssued.HASH=fa07787986c61455ec36&frequency=M&frequency.HASH=eab47ad4f6138675f6e3&tsId=BBSF2.M.1.S.00000.GEM01.I.F.MAK.Z5.00000.000000.Z01.00&tsId.HASH=befa965665bdbaf7634d&listId=www_s140_mak_s_s5455&listId.HASH=9fdb112e5da96d8f5959&submit=Grafik+aktualisieren
    Dass diese Typen die Stabilität des „Finanzmarktes“ gefährden darf man unbesehen glauben.

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