Selloff an der Börse: DAX macht Anstieg von 4 Wochen in nur 2 Tagen platt

An den letzten beiden Tagen war an der Börse richtig Aktion! Die Kurse gaben am Donnerstag heftig nach und am Freitag blieben die Käufer fern, was zu weiteren Rückgängen führte. Der DAX schloss am Freitag 686 Punkte unterhalb seines Rekordhochs.

Der deutsche Aktienindex steht somit über 5% unter seinem Rekordhoch. Der Abverkauf könnte nächste Woche in die Region von 11.400 oder 11.200 Punkte weitergehen, denn jetzt hat die Stimmung auf Korrektur gedreht. Ein Crash ist das noch lange nicht! Auf Sicht von 12 Monaten hat der DAX noch immer über 24% Gewinn inne. Interessant ist, wie schnell und heftig es die letzten beiden Tage nach unten ging. Es scheint als hätten fast alle Marktteilnehmer diese überfällige Korrektur erwartet und sich entsprechend darauf eingestellt.

Die 200-Tage-Linie verläuft irgendwo knapp über der 10.000 Punkte-Marke. Der Anstieg auf über 12.000 Punkte war einfach zu schnell und fundamental nicht gerechtfertigt. Auch US-Aktien und weitere Börsen gaben in den letzten beiden Tagen kräftig nach. Niedrige Zinsen als alleinigen Grund für die Attraktivität von Aktien zu sehen ist halt einfach nicht ausreichend. Viele Unternehmensdaten enttäuschen und einige Konjunkturindikatoren zeigen nicht den erhofften Boom. Es ist nicht nur der GREXIT, der Probleme bereitet sondern vielfältige negative Impulse aus Unternehmen, Konjunktur und Geldpolitik.

Wenn die Korrektur da ist, dann bleibt sie erst mal da. Viele institutionelle Anleger, Mischfonds und Vermögensverwalter sind nun einige Prozentpunkte in ihr persönliches Risikobudget eingetaucht. Die Aktienquoten lagen zuletzt am oberen Ende der Bandbreiten und sollten nun reduziert werden, was zu einem weiteren Verkaufsdruck führen kann. Damit der Markt weiter marschiert bedarf es Ergebniswachstum auf der Unternehmensseite und politische Stabilität. Auch China macht Sorgen. Insgesamt hat die Stimmung gedreht und viele Anleger nehmen jetzt einfach Gewinne mit.

Wann und auf welchem Kursniveau die Verschnaufpause endet, kann man natürlich nicht sicher sagen. Es wäre schön, wenn die Korrektur noch ein bisschen weiter ginge, denn noch immer haben wir in den internationalen Aktienmärkte eine Spekulationsblase und eine heftige Überhitzung. Ähnlich sieht es im Anleihenmarkt aus. 10 jährige Bundesanleihen werfen noch ca. 0,20% Rendite p.a. ab; 1 bis 6 jährige Papiere sind negativ. Die Anleihenblase ist im Vergleich zur Aktienblase unser größeres Problem. Inhaber von Rentenfonds sollten wissen, dass weitere Kurssteigerungen nur dann möglich sind, wenn die Kurse weiter steigen und die Renditen damit weiter fallen. In meinen Augen ein Ding der Unmöglichkeit.

Dieser Selloff zeigt wiedermal, wie wichtig eine richtige Diversifikation ist. Wer nur stupide einen DAX-ETF gekauft hat, war jetzt natürlich voll dabei. Aktiv gemanagte Depots, die das Risiko über mehrere Märkte und Anlageklassen streuen, stehen gerade in kritischen Phasen meist stabiler da. Jetzt ist nicht die Zeit einfach blind in den breiten Markt einzusteigen. Das Gebot der Stunde sind selektive Entscheidungen und eine breite Streuung über viele Märkte, Währungsräume, Ländergrenzen und Anlageklassen hinweg.


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liebe Grüße, eure Jenny

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8 Antworten zu “Selloff an der Börse: DAX macht Anstieg von 4 Wochen in nur 2 Tagen platt

  1. Pingback: Selloff an der Börse: DAX macht Anstieg von 4 Wochen in nur 2 Tagen platt - Der Blogpusher

  2. Das kann man unterschiedlich sehen. Die long-ETF-Spieler verloren jetzt etwas. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Allzeithochs irgendwann wieder eingestellt oder sogar überboten werden ist noch hoch. Je nachdem wie das geschieht, muss man dann vielleicht verkaufen. Zur Zeit ist noch nicht einmal der steil steigende gleitende Durchschnitt über 50 Tage angekratzt. Der steil steigende gleitende Durchschnitt über 200 Tage liegt aktuell bei 10100. Das ist das Problem bei derartig brutalen Anstiegen. Erst wenn die GD50 die GD200 von oben schneidet, gibt es Grund zur Unruhe. Diversifizieren freut Bankberater und bringt Provision, nutzt aber nichts, wenn weltweit die Börsen im Gleichtakt laufen. Entweder alle steigen oder alle verlieren. 2009 wäre es richtig gewesen die Nasdaq-Indexaktie QQQ zu nehmen und meist liegen zu lassen.
    http://www.etfreplay.com/backtest_ma.aspx
    Beginn 2.Januar 2009 bis heute, GD 200/GD50, Monatsende, die Einstellungen lassen sich variieren. NOCH ist KEIN Problem zu erkennen. Natürlich fährt man mit Einzelaktien vielleicht besser, eben nur vielleicht. Wer hätte denn gedacht, dass der am höchsten kapitalisierte Wert der Welt mal ein Handy-Hersteller wird, während sein Vorturner Nokia quasi unterging? Ist Apple wirklich die beste Firma der Welt??? Mit einem Index ist man nicht so erfolgreich, schläft aber bestimmt besser. Eine Rendite von 20% pro Jahr, wie bei QQQ, kann nichts mit wirtschaftlicher Realität zu tun haben. Das ist selbstverständlich irrational. Aber Fakt.

  3. Wer bei 5 % Kursrückgang von einem Selloff spricht, hat noch keinen wirklichen Börsencrash mitgemacht.

  4. Hallo Jenny,
    Du bist ein richtiger Spaßvogel, eben ein Investmentbunny. Die Big Boyz haben zum Verfall mit ihren Algo`s den Dax mit Dynamitstangen auf 12400 Points hochgeschossen und lassen ihn nun als „heiße Kastanien“ runterkacheln, das ist alles, und nix mit „Stimmung gedreht“. An der Börse handeln eben fast keine Menschen mehr und deshalb fliegt die Drachendynamitkuh Namens „Dax“, wegen der riesigen Liquidität am Pluto vorbei, und das ist es. Nix mit „Können die Norddeutschen oberhalb von Mannheim wohnen, endlich mal uffhören, Schwäbisch und Badisch gleich zu setzen.“ Ich kenne nur die Schwäbisch-Allemannische Fassenacht und die findet in Baden-Württemberg = Schwäbadisches Land statt. Alles eins! 😀
    lg 😉

    • Hallo Jenny,
      Analysiere mal folgende Übersicht, dann wird klar, was wirklich in den Märkten abläuft.
      Hier der Link:
      http://www.occ.gov/topics/capital-markets/financial-markets/trading/derivatives/dq414.pdf
      Der Finanzdynamitpluto läßt grüßen.
      lg

    • Die riesige Liquidität dürfte ein Märchen sein. Die wollen mit ihrer Bombenstimmung Dumme anlocken und abzocken. Man hat den Eindruck, dass die gewaltigste Propagandaschlacht aller Zeiten tobt. Gier wird ebenso gespielt, wie Angst und Panik. Ein unglaubliches Trommelfeuer auf die Köpfe der Sparer. Alles Sturm im Wasserglas. Die erratischen Bewegungen der vergangenen 24 Monate waren an den Gewinnen der Firmen ex. Rückkäufe „auf Kredit“ nicht nachvollziehbar. Also Hausse. Der folgt die Baisse, wenn die Kredite faul werden.

      Mir ist nicht klar, wie man sowas Plattes, wie US-Arbeitsmarktzahlen oder das Gesülze von Politikern und ihren Zentralbankern zocken kann. Immerhin, bei Draghi tanzte vergangene Woche die Puppe auf dem Tisch. 🙂 Sein Gesicht sprach Bände. Ich hätte mich vor Lachen geschüttelt. Konfettiregen, das wäre zur Karnevalssaison noch besser angekommen. 🙂

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