DAX: Buy in May and don´t go away

„Sell in May and go away“ ist ein international bekanntes Sprichwort, das seine Wurzeln an der Wallstreet hat. Doch dieses Jahr trifft es, wie so oft, nicht zu.

Das Sprichtwort hat seinen Ursprung in den Dividendenzahlungen, die bei Kursindizes zu Kursverlusten führen. Beim DAX zum Beispiel flossen seit 1988 im Schnitt 45% aller Dividenden im Mai. Den DAX kümmert das nicht, aber viele Kursindizes fallen eben in der Dividendensaison. Der DAX schloss den Mai im Schnitt mit +0,8% ab; ohne Dividenden wären es durchschnittlich -0,30%. „Sell in May and go away“ ist demnach ein bisschen irreführend. In 2015 wäre der beste Verkaufsmonat der April gewesen. Am 10.04.2015 erreichte der DAX sein Rekordhoch bei 12.374 Punkten – am 03.05.2015 steht er fast 1.000 Punkte darunter.

Das Öl ist billig, der günstige Euro stützt die Gewinndynamik und es gibt Geld im Überfluss und zum Nulltarif. All diese Argumente haben den DAX auf sein Rekordhoch gehoben. Und all diese Argumente haben sich nicht in Luft aufgelöst. Klar, der Markt ist mit über 11.000 Punkten nicht billig, aber jetzt zu verkaufen ist wahrscheinlich keine gute Idee; WEIL Mai ist. Wer „10 Jahre plus X“ Zeit hat und an einem langfristigen Aufwärtstrend partizipieren möchte, nutzt die Gelegenheit zum Nachkauf. Aktienkurse können und werden im zweistelligen Prozentbereich schwanken – das muss man aushalten können.

Das Korrektürchen ist nicht unbedingt ein Vorbote zum „Big Bang“ sondern ein notwendiges Durchatmen. Der Markt entspannt sich. Eine Korrektur ist ein wesentlicher Bestandteil eines gesunden und stetigen Aufwärtstrends. Kursrückgänge haben auch was gutes: Anleger können nachkaufen, Fondssparer profitieren vom Cost-Average-Effekt und viele Zertifikate (z.B. Aktienanleihen) können endlich wieder mit anständigen Koupons ausgestattet werden. Übrigens: Wer denkt „nur mit Gold hat man Sicherheit“ sollte wissen, dass auch der Goldpreis gefallen ist. Anleger in Euro verloren mit Gold in den letzten 6 Monaten ca. 6,5%.


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liebe Grüße, eure Jenny

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20 Antworten zu “DAX: Buy in May and don´t go away

  1. Liebe Jenny,
    Du betrachtest das was zur Zeit an den Börsen los ist als gesund?
    Da bin ich ganz anderer Meinung. Die Investoren sind hochsensibel weil der bigbang immer näher rückt. Da keiner der letzte sein will den die Hunde beissen ist die Volatilität entsprechend hoch.
    Aber es gibt immer noch genug Leute, die den Manipulationen genug Vertrauen schenken und die Kurse nicht noch mehr abstürzen lassen. Über 300 DAX Punkte an einem Tag sind alamierend und in keinem Fall als „gesundes Durchatmen des Marktes“ zu bezeichnen.
    Da ich nicht im Millisekundenbereich handeln kann bin ich schon einige Zeit kein Käufer mehr und warte (schon lange) auf den Aufschrei der Börsenteilnehmer.

    • Es ist mir durchaus bewusst, dass ich mich in diesem Posting im Vergleich zu anderen Postings widerspreche. Ich bin mit meiner Marktmeinung eben manchmal etwas flexibel. Man muss von allem ausgehen; auch vom Gegenteil.

      lg

  2. „(..)Da ich nicht im Millisekundenbereich handeln kann bin ich schon einige Zeit kein Käufer mehr (..)“ – „ask jenny in may and don’t go away!“ could be a other one

  3. Pingback: DAX: Buy in May and don´t go away - Der Blogpusher

  4. Liebe Jenny,
    „Das Öl ist billig, der günstige Euro stützt die Gewinndynamik und es gibt Geld im Überfluss und zum Nulltarif. „ das sind doch keine Argumente. Es gibt kein Geld im Überfluss, sondern Kredit ohne Limit. Das sind Schulden, die man zurückzahlen muss. Ob die Zinsen günstig bleiben ist unbekannt. Die Inflationserwartung zieht an. Das billige Öl und der stark unterbewertete Euro hat die Gewinndynamik in Deutschland bisher nicht gestützt. An den US-Leitbörsen haben diese Faktoren für Druck auf die ex. Aktienrückkaufe (oft auf „Kredit“) mickrigen Gewinne gesorgt. Die Konjunktur der USA, Chinas und Japans zeigen Schwäche. Europa kann noch etwas nachholen, aber der weltweite Zyklus ist wieder rum. Das besagt der Verfall der Rohstoffpreise. Daran kann keine Zentralbank der Welt was ändern. Man könnte meinen, die Idee alles zu verkaufen und auf den nächsten crash zu warten nicht falsch ist. Februar, Mai, Juni und August sind seit 2000 die schlechtesten DAX-monate. Gut sind seit 2000 April, Juli und Oktober bis Dezember. Den DAX würde ich spätestens Dezember in hoffnungsfroher Erwartung der US-Präsidentschaftswahlen 2016 glatt shorten. Der Rückgang beim SP 500 begann letztes Mal Mitte/Herbst 2007, bei uns wegen der Abgeltungssteuer später. Das war damals das Argument, mit dem die Kleinanleger in den Markt getrieben wurden. Heute sind es „Draghi“, „Griechen“, „Ukraine“, „Bargeldverbot“, …, und sonstwelche Katastrophen, das bewirkt nur noch ein müdes Gähnen. Fakt ist, dass die Leute aus der Mitte weltweit Einkommen durch Schulden ersetzen sollen. Das tun nur Dumme oder diejenigen, die an den Gelduntergang glauben. Ex Inflation stiegen die Einkommen für 99% der Leute seit 15 Jahren nicht. Warum sollten die ihre paar Spargroschen verzocken? Man darf sich nicht durch steil steigende Indizes blenden lassen. Die sind ein Zeichen dafür, dass die Party ihrem Ende entgegen geht.

  5. Hallo Jenny,
    Eine mutige Analyse von Dir, doch woher nimmst Du die Gewißheit, daß die Börsen im Mai weitersteigen und nicht weiterfallen?
    Mich würden Deine Beweggründe interessieren, billiges Öl ist relativ, hunderte von Bohrtürmen in den USA wurden stillgelegt, wir hatten schon mal Preise von 30$ und darunter (2008), günstiger € ist auch relativ, denn er steigt gerade steil an und ist mit dem Dax negativ korreliert und billiges Geld ist auch seit Jahren vorhanden. Welcher Faktor signalisiert Dir, daß man (Frau) gerade jetzt einsteigen sollte?
    Die Jahresstatistik der letzten 50 Jahre spricht gegen einen jetzigen Einstieg, denn wer am 30.April eingestiegen ist und am 31. Oktober Kasse gemacht hat, lag in den Miesen, und anders wer am 01.November eingestiegen ist und am 30.April Kasse gemacht hat, der war stark im Gewinn. Saisonalität & Zyklen scheinen bei Dir keine Rolle zu spielen?
    Welchen Investmentbunnyfaktor muß man denn unbedingt kennen? 😀
    lg

    • Ich zitiere aus dem Artikel: Wer “10 Jahre plus X” Zeit hat und an einem langfristigen Aufwärtstrend partizipieren möchte, nutzt die Gelegenheit zum Nachkauf.

      liebe Grüße

    • Hallo Jenny,
      Danke für Deine Ausführungen, Du stellst damit die Langfristigkeit in den Vordergrund, was man meiner Meinung nach sehr differenzieren muß. Der 100 jährige Dow Jones Index gibt Dir Recht, aber mittelfristig kann es genauso scheppern wie 1929, und dann haben wir einen Dow Jones bei 2000 – 3000 Punkten, ich würde das nicht aussitzen wollen, denn bis zur sicheren Währungsreform wird es keine 10 Jahre dauern. Einen weiblichen Paul Volcker – Janet Yellen werden wir meiner Meinung nach nicht erleben, denn dazu ist das Finanz- & Wirtschaftssystem viel zu labil.
      I would say, take care and open up your eyes!
      liebe Grüße

    • Ich rate ja auch keinem all sein Geld in Aktien zu stecken. Aktien gehören dazu, aber zuviel ist auch nix.

      lg

  6. Ob Deine Überlegungen richtig oder falsch sind Jenny, möchte ich nicht beurteilen. Eines jedoch dazu: Die Schwankungen am Aktienmarkt berühren (zumindest in Deutschland) nur seeehr wenig Menschen direkt. Ich wage einmal die Behauptung, dass mind. 80% der Bevölkerung keine Aktien hält. Diese (ich gehöre auch dazu) bemerken Kursschwankungen nur indirekt über die Erfolge/Misserfolge zwischengeschalteter Institutionen wie z.B. Lebens- oder Rentenversicherungen. Hätte ich jedoch Aktien, würde ich heute verkaufen und in „begreifbare“ Sachwerte investieren. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass der Aufwärtstrent noch längere Zeit ungebremst weitergeht.

  7. Dieser Artikel und die meisten der Kommentare sind reiner Bullshit.
    Jedem einigermaßen logisch überlegenden Menschen ist klar, dass es schon lange keine Angebot- und Nachfragepreise an der Börse mehr gibt.
    Wer dennoch in diese Papiere investiert braucht keine Ratschläge oder Informationen. Er muss einfach nur Glück haben wie jeder andere Lottospieler auch. Langfristige Überlegungen sind absolut überflüssig.

  8. Es wird für immer nur noch steigende Kurse geben. Schließlich ist diesmal alles anders : )

    • Einwandfrei richtig.
      Wir leben ja im Zeitalter der Genmanipulation.
      Kein Problem auch die Gene der Bäume sind manipulierbar.
      Ganz einfach das Gen, Wachstum ins Unendliche einpflanzen.
      Zweifler sind bloss Neider, Unbelehrbare.
      Megagrins.

    • Marc Fridrich.
      Die Analyse ist natürlich einwandfrei richtig.
      Ein möglichst stabiler Geldwert sehr sehr Wünschenswert.
      Nur eben???
      So eben auf die schnelle neues Geld aufgleisen, und alles ist Gut.
      Das ist denn doch ein schöner Traum.
      Etwa vergleichbar mit der aktuell gefahrenen Politik.
      Die lautet wer es noch nicht wissen sollte Geld(= Wert) vernichtet, dann einfach neues Machen= in den Kreislauf pumpen.
      Dazu eine kleine Geschichte:
      Geht der Vater mit seinem Sprössling einkaufen, dieser wünscht sich ein teures Spielzeug, darauf der Vater, dafür habe ich kein Geld, die kluge Antwort des Sprössling, dann mach doch Geld!? Megagrins.
      Jooooooo EZB und Co.???
      Ei ei ei ??? Megalacher.
      Freundliche Grüsse

  9. Hallo Jenny,
    Das Investmentbunny lag goldrichtig, das Pelztier ist heute tatsächlich gestiegen. 😀
    Der Investmentbunnyfaktor ist einfach unglaublich & phänomenal.
    lg

    • Da siehst du mal 😛

    • Ich sollte meinen Investmentladen zusperren und ihn an Jenny übergeben oder eine Investmentlehre beim Investmentbunny machen. 😉
      glG 😀

    • Vielen Dank, liebe Jenny, daß Du die Bären in Frankfurt höchstselbst,aus dem Käfig gelassen hast, jetzt rocken die Bärenbörsenrambos das Parkett & schütteln die Permalongies aus der Daxkrone. 😉
      Man sollte Dich öfter nach Frankfurt schicken, da kommt richtig Freude auf. 😉
      Dax 10000 wir kommen, bei einem Doomed house auch darunter!
      lg

  10. @ Thomas:

    Danke für das tolle Video. Ich bin ein Riesenfan der beiden. Wie immer klug und verständlich!

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