Wie das Internet die Inflation verhindert

Es gibt aktuell keine messbare Inflation. Als Grund wird meist die lahmende Konjunktur genannt. Doch an einen bestimmten volkswirtschaftlichen Faktor denken die wenigsten: Das Internet.

Inflation nennt man das Überangebot der Geldmenge im Verhältnis zur realen Gütermenge. Oft resultiert hieraus eine Steigerung der Verbraucherpreise. Diesen Effekt nenne ich zur Einfachung in diesem Artikel „Inflation“. Sie entsteht immer dann, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt. Grund hierfür kann sein, dass die Einkommen steigen oder dass Geld im Allgemeinen billig zu haben ist. Inflation, aber auch Deflation, sind Ventile, die eventuell vorhandene Ungleichgewichte von Angebot und Nachfrage regulieren.

Notenbanken versuchen, bislang ohne Erfolg, durch irre Gelddruckorgien die Inflation anzuheitzen. Doch die Notenbank scheint machtlos zu sein – die Preise steigen nicht. Kaum ein Gut ist knapp und viele Dinge werden tendenziell sogar immer günstiger. Zudem kann die Notenbank kein Nachfragewachstum generieren, denn gegen eine schrumpfende und alternde Bevölkerung hat sie nichts in der Hand. Wenn eines den Konsum in den letzten Jahren wesentlich verändert hat, dann ist es die Technologie.

Angefangen hat es mit Musik, Büchern und Sexspielzeug. Inzwischen kann man auch bequem Möbel oder auch Lebensmittel online bestellen. Das britische Statistikamt hat errechnet, dass die Online-Preise heute auf dem Niveau von 2005 sind – diese Preise sind also 10 Jahre lang nicht gestiegen. Unabhängig von Zinsen und der Druckerpresse fallen die Online-Preise, weil es im Internet weniger Kostentreiber gibt. Online-Händler sparen sich Kosten für Lager, Verkaufsräume, Personal und Bürokratie. Dies senkt die Preise, weil insbesondere Online-Händler in starkem Wettbewerb zueinander stehen.

Notenbanker machen heute eine Geldpolitik, die sie schon in den 1950er Jahren gemacht haben. Inzwischen hat sich die Welt aber ein bisschen verändert – das Konsumverhalten der Wirtschaftssubjekte ist nicht mehr mit dem aus 1950 vergleichbar. Das alternativlose Dogma mit „2% Inflation“ passt nicht mehr zur wirtschaftlichen Realität. Wir sollten uns überhaupt mal als Gesellschaft Gedanken darüber machen, was für eine Geldpolitik wir eigentlich wollen. Der Geldsozialismus aus den 50er-Jahren ist wirkungslos geworden – er schadet mehr, als er nützt.

Verweis: Ich habe nicht abgeschrieben, wurde aber wesentlich von diesem Artikel bei GT inspiriert.


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liebe Grüße, eure Jenny

 

6 Antworten zu “Wie das Internet die Inflation verhindert

  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG

    Hat dies rebloggt.

  2. Pingback: Wie das Internet die Inflation verhindert - Der Blogpusher

  3. Um es kurz und bündig zu formulieren: Würden die Preise tatsächlich steigen, dann würde denen ihr ganzes System sofort um die Ohren fliegen (daher können auch keine Zinsen steigen und es muss ein negativer Zinssatz eingeführt werden), weil die Einkommen der Menschen mehrheitlich geschrumpft sind und die gar nicht mehr über die Kaufkraft verfügen um diese ganzen (sinnlosen) Güter in dem bisherigen Ausmaß zu konsumieren.

    Daher haben wir auch seit vielen Jahren den massiven Ausbau der ganzen Leasingangebote und 0 % Zinsen in Verbindung mit den ganzen vereinfachten Ratenkäufen. Ohne all diese Instrumente wäre dieses System schon längst kollabiert. Leider hat die sehr große Mehrheit bis heuer nicht verstanden wie künstlich und fragil unser vermeintlicher Wohlstand ist.

    Die Mechanismen des Wirtschafts- und Finanzsystems und die hieraus resultierenden Konsequenzen möchte ich an dieser Stelle nicht erneut beschreiben (werden sowieso nur von den wenigsten verstanden).

    Wenn ich allerdings jetzt die Meldung auf SRF nehme (vgl. http://www.srf.ch/news/international/griechenland-kann-iwf-schulden-offenbar-nicht-zahlen ), dann wrd dieser Spuk wahrscheinlich bald vorbei sein. Ich habe zu einer anderen Meldung vom 11. Mai 2015 dort folgenden Kommentar geschrieben, der auch freigeschalten wurde:

    „Vorerst geht’s nun also noch weiter. Die Sommermonaten werden in der Tat sehr spannend. Hierzu möchte ich auf diesem Portal erstmals auf das Cover von der japanischen Ausgabe der Zeitschrift The Economist aus 01/2015(The World in 2015) verweisen. Ich weiss, dass dies zwar sehr spekulativ ist, jedoch ist dieses hoch interessant, weil auf diesem ein Geist mit einer Zeitschrift Holiday zu sehen ist. Dies könnte auch ein Zeichen für Geisterferien als Folge des Crashs sein.Lassen wir uns überraschen.“

    Der Hintergrund war, dass ich bereits in einem anderen Kommentar etwa drei bis vier Wochen zuvor rund um den 11. Mai 2015 mit einem Zahlungsausfall gerechtnet hatte. Mir ist zwar seit sehr langem bekannt, dass dieses ganze Finanzsystem nur eine Illusion ist, jedoch kann ich mich als eine der wenigen, die dieses Wirtschafts- und Finanzsystem wirklich verstanden hat, diesem ganzen Irrsinn und der gelebten Dummheit der Masse mit den hieraus resultierenden Konsequenzen leider nicht entziehen.

    Vielleicht liegen ich dieses Mal mit meiner Einschätzung richtig, nach dem ich mit meiner Einschätzung aus dem Herbst 2011 falsch lag. D. h. ich hatte in dieser primär für 2014 mit einem Crash sowie einer Zwangshypothek gerechnet. Meine Einschätzung beinhaltete auch das Jahr 2015, jedoch war dies nur sekundär von mir genannt. Allerdingsdings hatte ich damals die Möglichkeit von negativen Zinssätzen nicht auf der Rechnung.

    • Negativ-Zinssätze.
      Da liegt noch eine weitere Möglichkeit drin.
      Die Notenbanken schöpfen gleich auch noch einen Zinssatz drauf=
      Schulden machen wird zum Geschäftsmodell.
      Währe NICHT überrascht wenn auch das noch kommt.
      Das währe dann Irrenhaus absolut und total.

  4. Ich kann mich der Meinung von Sandra nur anschließen. Dieses gefakedte Finanzsystem ist völlig aus den Fugen und hat nichts mehr mit Angebot & Nachfrage zu tun. Außerdem schrieb ich, daß wir nicht nur 1 Finanzsystem haben, sondern mehrere. Das Internet spielt bei der Reflationierung überhaupt keine Rolle, das ist totaler Quatsch! Inflation und Deflation werden durch die Geldmenge auf der einen Seite & Waren & Dienstleistungen auf der anderen Seite bestimmt. Ein Gradmesser dafür ist außerdem die Geldumlaufgeschwindigkeit zur Menge der Geldschöpfung. Der Hauptfaktor aber ist die Geldverteilung innerhalb der Gesellschaft, und da in Deutschland schon seit Jahrzehnten die Löhne wegdeflationiert werden, wird sich auch keine Inflation zeigen, denn der Mittelstand, der kaufen könnte ist ausgelöscht und fällt als Hauptfaktor für eine Reflationierung völlig aus.
    Summasumarum können die ZB`s Geld drucken ohne Ende, solange die Einkommensschere innerhalb der Bevölkerung weiter wächst, wird sich gar nichts ändern. Das beste Beispiel für diesen Irrsinn sind die VSA, wobei hier schon 93 Millionen Arbeitslose von 300 Millionen Gesamteinwohnerzahl zu Buche stehen.
    Das Entscheidende ist die Verteilungsfrage der Geldmittel innerhalb der Gesellschaft und nicht das Internet, das ist totaler Unsinn.
    Wie sagte schon Henry Ford treffend:
    „Autos kaufen keine Autos & Hosen kaufen keine Hosen“.
    Gegen die gewaltige Deflationsspirale in der Realwirtschaft sind die ZB`s chancenlos, denn die Arbeitslosenheere steigen in`s Unermäßliche und im Zuge dessen machen immer mehr Firmen dicht!
    Ein Hauptfaktor, der noch nicht berücksichtigt ist, ist die robotergesteuerte Vollautomatisierung, die in Deutschland, wenn sie kommt sofort über 18 Millionen Jobs vernichtet.
    Wie Huxley`s schöne neue Welt dann aussieht, kann sich jeder selber ausmalen.
    MfG

  5. Das mit dem Internet ist sicher Zutreffend, jedoch nur ein relativ kleiner
    Teil in der Gesamtmasse.
    Ende der 80 iger Jahre wurde eine substanziell Kritische Linie überschritten.
    Ab dieser Zeit hat sich die Geldmenge über verschiedene Kanäle und Ursachen Massiv ausgeweitet. Gleichzeitig gab es massive Verschiebungen
    im Bereich Realproduktionsstandorte sowie weiterer Faktoren, Stichwort, China usw.
    Eine eingehendere Auflistung und entsprechende Einordnung und Erklärung
    der entsprechenden Faktoren würde den Rahmen dieser Kommentarmöglichkeiten massiv sprengen.
    Darum eine Kernfeststellung, Aussage.
    Das Gesamt- Welt-Wirtschaftssystem wird seit rund 30 Jahren mit steigender Geschwindigkeit aus dem Lot gefahren, längst Sterbenskrank.
    Vergleichbar mit Wirtschaft‘ s HIV oder Syphilis.
    Warum wurde diese Fundamentale Wirtschaftskriese ( Krankheit) nicht entdeckt und rechtzeitig Behandelt ?
    Die Kombination aus Deregulierung ZB. Kapitalverkehr usw. sowie
    völlig deregulierten Handelsströmen sog. Globalisierung, hat fatalerweise
    eine Scheingesundheit vorgegaukelt.
    Tja auch die sog. Globalisierung macht es NICHT möglich.
    Das Wirtschaft‘ s = Ökonomie- Perpetuum- Mobile.
    Kapiert??? Grins.
    Freundliche Grüsse
    PS. Innzwischen dämmert so einigen Klugscheissern das da irgendwas nicht aufgeht mit den ganzen Theorien Dogmen. Den wenigstens Grobraster- Überblick haben die immer noch nicht, denen Dämmert einfach
    das da so einiges nicht schlüssig ist sein kann.
    Tja innzwischen sind Rettungs- Versuche angelaufen, am anlaufen.
    In diese Kategorie gehören ZB. so Furzideen wie Bargeldverbot und der gleichen mehr. Grins??? dürfte bald vergehen den da ist, (Entschuldigung)
    Mega- Giga- Scheisse angesagt!!!

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