Kommt das Montenegro-Modell für Griechenland?

Was macht man wenn das Geld aus geht? Genau, man besorgt sich neues Geld. Kein geringerer als Wolfgang Schäuble hat die Schaffung eines Parallelwährungssystem für Griechenland ins Gespräch gebracht. Vorbild hierfür könnte die Republik Montenegro sein.

Montenegro hat keine eigene Währung nutzt aber den Euro. Das Land ist weder in der EU noch in der Eurozone, hat aber einseitig den Euro eingeführt – mehr dazu auf einer Wikipedia-Sonderseite. Griechenland könnte es so ähnlich machen. In einer hybriden Übergangssituation könnte sich das Land eine schwächere Währung geben, um wettbewerbsfähig zu werden, während die Banken untereinander noch in Euros handeln. Die griechische Regierung könnte ein alternatives Zahlungsmittel in Form von Schuldscheinen einführen, um ihre nationalen Verbindlichkeiten zu erfüllen. Auch die Investmentbank Goldman Sachs hat in einer Analyse mit dem Titel “Grexit is not a matter of black and white” das Montenegro Modell als ein mögliches Szenario beschrieben.

Eine Komplementärwährung träfe vor allem die Menschen in Griechenland. Während der Staat harte Euro-Schulden tilgen muss, bekommen die Menschen für ihre eingefrorenen Konten nur billiges Papier. Dies interessiert aber die neosozialistischen Radikaleuropäer nicht, denn für sie steht vieles auf dem Spiel. Im hybriden Währungssystem wäre Griechenland faktisch noch im Euro und die Ideologie der machtgeilen Versager wäre nicht gebrochen. Seit 2010 kann man dieses Theater nun schon beobachten – hätte man damals eine „geordnete Insolvenz“ mit Euroaustritt gemacht, dann stünde Griechenland heute schon wieder auf gesunden Beinen. Ökonomische Fakten mussten einer verlogenen Ideologie weichen, weshalb das Schauspiel sicher noch lange dauern wird.

Wer mehr über die Hintergründe der Eurokrise erfahren möchte, sollte unbedingt „Showdown: Der Kampf um Europa und unser Geld“ von Dirk Müller lesen.


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liebe Grüße, eure Jenny

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6 Antworten zu “Kommt das Montenegro-Modell für Griechenland?

  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG

    Hat dies rebloggt.

  2. Pingback: Kommt das Montenegro-Modell für Griechenland? - Der Blogpusher

  3. den schei..-amazon unterstützt man (frau) mit einer gesunden geisteshaltung NICHT!!!!! warum setzt ihr hier den link? ODER IST DIES ABSICHT???
    da hat dirk müller nicht verdient, ausserdem beleidigt dies seine intelligenz, besser im buchhandel bestellen…dies passt auch nicht mit den artikeln hier zusammen, also sollte grade hier soetwas gar nicht gefördert oder beworben werden!!!! „boykottieren statt demonstrieren!“ das ist die devise, die etwas bewirkt und das system ändern kann.nicht nur immer gscheit reden und schreiben… mit vielen grüssen!

    • Ja ist Absicht – damit verdiene ich 2,50€ und kaufe mir davon ein Eis. Ich mag Online-Handel, es ist bequem und günstig.

  4. Grau ist alle Theorie, aber wie soll das in der Realität funktionieren? Womit bezahlt der Handwerker seine Steuerschuld? Wenn er für seine Leistung die abgewertete Inlandswährung (Papier-Drachme?) erhält, kann er diese nicht in Euro bezahlen. Wenn die Bank von den Anlegern keine Euros als Spareinlage erhält kann sie auch keine Euros ausleihen. Und wenn ein Handwerker für seine Dienstleistung keine Euros sondern Papier Drachmen erhält, kann er kein Darlehn bei der Bank in Euros aufnehmen um zu investieren. Die Arbeitnehmer erhalten ihren Lohn in Papier-Drachmen . Das wird genau so gut funktionieren wie in der Ostzone (DDR). Da gab es die Ostmark als offizielles Zahlungsmittel, für die man aber wenig einkaufen konnte. Und da gab es die D-Mark als inoffizielles Zahlungsmittel, da konnte man dann im Intershop einkaufen wo die Waren zu kaufen waren die man sonst in der DDR nicht kaufen konnte. Die DDR ist trotzt der zwei Währungen in Konkurs gegangen. Wir haben es doch erlebt. Die einzig vernünftige Lösung für Griechenland wäre raus aus dem Euro, und der EU. Und einen Antrag in Washington auf beitritt zu den USA zu stellen.

  5. „Während der Staat harte Euro-Schulden tilgen muss, … “
    Man muß es immer und immer wieder wiederholen. Griechenland leistet keine Tilgung (und zahlt keine Zinsen), hat noch irgendetwas getilgt und wird auch nie irgendetwas tilgen, d.h. zurückzahlen.

    Alle „Zahlungen“ an IWF, etc., sind nur Summen die man vorher als „Hilfe“, d.h. neue Kredite, erhalten hat. Griechenland will also nicht „entlastet“ werden, sondern nur weiterhin die „Hilfen“ erhalten, den Teil aber, der für „Zinsen “ und „Tilgung“ vorgesehen sind, nicht abführen.

    Wenn ich die Zahlen richtig im Kopf, ist die „Ausplünderung“ Griechenlands so groß, daß immer noch ein jährliches(!) Außenhandelsdefizit in Höhe von rd. 15 Mrd. Euro besteht.

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