Anleihen-Crash: Privatanleger verlieren

Der Preis einer 10 jährigen deutschen Staatsanleihe fiel von 160,29% am 17.04.2015 auf aktuell 151,18%. Das Vermögen der Deutschen, das  in Rentenfonds angelegt ist, stieg seit Anfang 2014 von 163 Milliarden Euro auf 189 Milliarden Euro. Auch im ersten Quartal 2015 sind viele gierige Anleger blind in diesen Markt eingestiegen.

Die wenigsten Anleger verstehen, wie Anleihen (auch Bonds oder Renten genannt) funktionieren. Diese Papiere bestehen aus einem Nennwert, einem Zins und einem Kurs. Die Rückzahlung erfolgt immer zum Nennwert (Kurs 100%) und der Zins ist meistens fest. Über den Kurs verändert sich die Rendite für Anleger, die diese Anleihe während der Laufzeit kaufen möchten. Sinkt das Zinsniveau, dann steigen die Kurse von Anleihen, bzw. die Rendite fällt. Hierdurch entstanden in der Vergangenheit tolle Renditen bei Rentenfonds. Steigen die Zinsen (auch: Risikoprämien) dann fallen die Kurse auch wieder.

Viele Anleger waren wieder mal gierig und wollten 1%-2% Rendite mit Zinsprodukten haben. Jetzt sitzen viele von Ihnen auf Verlusten. Weil nicht alle Rentenfonds mit langen Laufzeiten arbeiten, sind diese Verluste meist nur gering. Der Rentencrash ist schnell und heftig und vielleicht noch lange nicht vorbei. Faustformel: Je 1%-Punkt Renditeanstieg einer deutschen 10y-Anleihe fällt ihr Kurs um knapp 10%. Weil Fondsanleger meist keine 10 Jahre Zeit haben, sondern täglich an ihr Geld wollen, spüren sie diesen Kursverlust schmerzlich im Depot.

Hat ein Rentenfonds in der Vergangenheit eine tolle Rendite, dann ist das ein Warnsignal und niemals eine Prognose! Anders als bei z.B. Aktien kann es bei Anleihen keinen „Trend“ geben, denn Anleihen haben eine natürliche Kursobergrenze, nämlich dort, wo die Rendite stark negativ würde. Wer auf Zinspapiere setzen möchte, der sollte international streuen und auch Währungschancen nutzen. So umgeht man das Risiko, von einer einzigen Geldpolitik abhängig zu sein. Anleger müssen sich klar machen, dass sich jeder Zinsanstieg, jede Versteilerung der Zinsstrukturkurve und jeder Risikoanstieg als Kursverlust bemerkbar macht. Warum haben die Deutschen seit 01.01.2014 über 40 Mrd. Euro in diese Produkte angelegt? Ganz einfach: Gier frisst Hirn.


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog,
oder via Twitter an http://twitter.com/_JennyGER_  Bitte beachtet die Richtlinien für Kommentare.

Mail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de

liebe Grüße, eure Jenny

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6 Antworten zu “Anleihen-Crash: Privatanleger verlieren

  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG

    Hat dies rebloggt.

  2. Pingback: Anleihen-Crash: Privatanleger verlieren - Der Blogpusher

  3. Im Beitrag gibt es 2 Fundamentale Kernaussagen.
    1.Gier frisst Hirn.
    Eine populäre Aussage.
    2.Die wenigsten Anleger verstehen wie Anleihen funktionieren.
    Da haben wir eine noch massiv gewichtigere Aussage,
    Schlicht und ergreifend eklatanter Mangel an Wissen, sprich Dummheit.
    Fazit:
    Gier ist so moralisch gesehen natürlich unschön.
    Substanziell wesentlich bedenklicher wirkender ist der
    Faktor Dummheit.
    Tja der Mensch ist mit sich selbst, seiner Dummheit, praktisch
    fast grenzenlos überfordert.
    Das fundamentale Kern- Dilemma der Spezies Mensch
    Freundliche Grüsse

  4. Hallo Jenny,
    Beim Anleihecrash verlieren die Privatanleger nicht, denn 1.)die Zinsen steigen und 2.) Wer auf Bill Gross gehört hat und den Short des Jahrhunderts auf die Bunds auch durchgeführt hat, der hat klotzig Geld verdient…wie schrieb ich .“ein Mann ein Wort…“ und er fiel von 160 auf 150 !
    Da klingelt so richtig das Kotlett! 😀 😉
    lg

  5. Pingback: Anleihen-Crash: Privatanleger verlieren | FreieWelt.net

  6. Ich habe hier mal auf ein paar Risiken einer sogenannten Mittelstandsanleihe hingewiesen: http://pabstblog.de/2016/06/soll-ich-die-anleihe-der-wiener-feinbaeckerei-heberer-zu-5-festzins-kaufen/

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