Selbstbestimmung statt Mitbestimmung

Alle wollen mitreden und mitbestimmen, doch die wenigsten wollen über sich selbst bestimmen. Das sollen schön mal andere machen. Die meisten Menschen geben die Verantwortung über ihr eigenes Leben an Dritte ab. Ein Plädoyer für einen gesunden Liberalismus.

Der Begriff „Mitbestimmung“ ist zunächstmal positiv besetzt. Er ist wohlklingend, demokratisch und herzerwärmend. Doch Mitbestimmung heißt immer auch über andere Menschen zu bestimmen. Die Mehrheit entscheidet und die Geschichte lehrt uns, dass die Mehrheit nicht immer recht hat. „Tausend Fliegen können nicht irren! Fresst mehr Scheiße!“ Manche sehnen sich nach Mitbestimmung, weil sie andere bevormunden wollen. Diese Menschen halten andere für dumm und meinen zu wissen, was sie brauchen und wie sie sich zu verhalten haben (sog. Gutmenschen). Andere hingegen sind devot und ganz glücklich darüber, von einer starken Hand geführt zu werden. Den meisten Menschen wurde es aberzogen, über sich selbst zu bestimmen.

Selbstbestimmung ist kein Gegensatz zum Gemeinwesen. Selbstbestimmung bedeutet, dass mein Körper und die Früchte meiner Arbeit mein persönliches Eigentum sind. In einer immer gleicher werdenden Gesellschaft geht die Vielfalt verloren. Egal ob Medien, Politik oder Wirtschaft: Alles wird gleichgeschaltet, monopolisiert und zentralisiert. Auch alle Menschen sollen gleich sein, aber ein Blick in die Geschichte zeigt: Nur Soldaten, Sklaven und Häftlinge sind wirklich gleich. Ich vertrete die radikale Ansicht, dass Menschen und die Natur kein Staatseigentum sind. Ich vertrete auch die radikale Ansicht, dass jeder einzelne Mensch besser über sich bescheid weiß, wie ein Staat oder mitbestimmende Dritte.


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liebe Grüße, eure Jenny

13 Antworten zu “Selbstbestimmung statt Mitbestimmung

  1. Deutscher EU-Austritt

    In Deutschland wird es zukünftig weder Selbstbestimmung noch Mitbestimmung geben.
    Jedenfalls nicht für Frauen.

  2. Hat dies auf rebloggt.

  3. bekannt@bekannt.de

    100 % Zustimmung

    Demokratie, der Gott der keiner ist.

  4. Das ist wieder einmal ein kurzer aber sehr schöner Gedanke von Dir! Die Ideen des gesunden Liberalismus bzw. der Libertäten Bewegung gefallen mir zunehmend gut, alleine schon deshalb, weil sie ein Gegenmodell zu unserer derzeitigen, völlig gescheiterten Politik darstellen.

  5. ********************

    Mitbestimmung meint ja letztlich über die eigene (Sub-)gruppe bestimmen zu können und verlagert damit die Entscheidungsmacht von einer oberen Ebene auf eine untere. Aus dieser Sicht bedeutet Mitbestimmung letztlich indirekt auch mehr Selbstbestimmung.

    Möglich, dass Mitbestimmung auch dazu missbraucht wird, über die anderen in der eigenen Gruppe zu bestimmen, habe ich in der Praxis aber so nicht als Motiv erlebt.

    Ich gehe mit, wenn es darum geht, selbst die Verantwortung für die notwendigen Entscheidungen wieder zu übernehmen, sei es mit- oder selbst bestimmend, statt dies bequem dem Staat (‚die da oben‘) oder bestimmten Aktivisten zu überlassen.

    „Ich vertrete auch die radikale Ansicht, dass jeder einzelne Mensch besser über sich bescheid weiß, wie [Anmk.:wie -> als] ein Staat oder mitbestimmende Dritte.“

    Sorry, aber ich denke, diese Aussage trifft in vielen Fällen nicht zu… 🙂

  6. Hallo Jenny
    „Den meisten Menschen wurde es aberzogen, über sich selbst zu bestimmen.
    Wo findet das Statt? In der Schule (natürlich auch zu Hause da die Eltern meist auch nicht unbeschadet aus dieser Erziehungsanstalt kamen.)

    Was man in der Schule wirklich lernt
    Erkenntnisse von John Taylor Gatto
    (War 30 Jahre Lehrer in New York und mehrfach Lehrer des Jahres.)

    Die 7 Lektionen des unsichtbaren Lehrplans.
    1. Verwirrung.
    2. Klassenbewusstsein.
    3. Gleichgültigkeit.
    4. Emotionale Abhängigkeit.
    5. Intellektuelle Abhängigkeit.
    6. Labiles Selbstbewusstsein.
    7. Überwachung.

    All diese Lektionen sind wichtiges Training für permanente Unterklassen, Menschen, denen für immer die Möglichkeit genommen wurde den Weg zu ihrem Eigenen selbst zu finden und ihre Stärken und Potentiale zu entfalten.
    Nur so ist es möglich Arbeitssoldaten zubekommen die ihr Heil im Kauf von Konsumgütern und dem Fernsehen suchen. Ohne solche Menschen wäre unser Wirtschaftssystem und Politisches Herrschaftssystem nicht möglich.

  7. Moeglich ist das. Nur, dass es auch das Ende des Sozialstaates bedeutet. Letztlich bedeuten diese ganzen Krisen seit Jahren ja nur, dass der Staat sich seiner sozialen Verantwortung entledigen will. Deshalb auch die gezielt ausgeloeste Voelkerwanderung von Syrern aus tuerkischen Lagern in die EU. Es ist nicht ganz einfach die ganze Tuerkei zu durchqueren. Zu Fuss schon garnicht und die Fluechtlinge sehen nicht verhungert aus. Dem schlossen sich noch ein paar Hunderttausend arme Balkanfluechtlinge an und schon war die EU ueberrannt. Ich glaube nicht, dass das der Weg ist, der den relativen Wohlstand in Europa foerdert. Ganz im Gegenteil. Auf jeden Fall muss Merkel notfalls mit Gewalt aus dem Amt entfernt werden. Deshalb wurden die Ueberwachungsgesetze vorbeugend geschaffen. So koennten nur die Ueberwacher sie entfernen. Die sagen sich: Wes Wein ich trink, des Lied ich sing ….. Wir leben in einer langsam richtig unangenehmen Zeit. Nichts geschieht zufaellig, ganz genauso ist es leider.

  8. Macht macht nicht weise sondern gierig ,überheblich und letztlich mörderisch.
    Ich habe nicht das Recht über andere zu bestimmen daher kann ich dieses nicht existente Recht auch niemandem übertragen. Ich kann mich freiwillig unterordnen und dies auch vertraglich vereinbaren , aber die freiwillige Unterordnung meines Nachbarn unter die Herrschaft von was auch immer schliesst doch nicht automatisch mich mit ein wenn ich dem nicht zugestimmt habe.
    Es braucht eine lebenslange Indoktrination durch den Staat um diese simple Logik nicht mehr auf die Reihe zu bekommen. Die allermeisten Menschen leben schon sehr selbstbestimmt. Sie fühlen sich nur überfordert alltäglich über das zunehmende Dickicht aus Knüppeln zu klettern die Ihnen der Staat zwischen die Beine wirft. Irrigerweise halten die Bürger das Knüppeldickicht mittlerweile für die natürliche Oberfläche des Planeten und zweifeln daher an Ihrer eigenen Fähigkeit.

  9. Jenny`s selbstbestimmte Realitätsverweigerung:

    Wie kann man nur so naiv sein.

  10. Mitbestimmung ist die Ausrede, wenn Selbstbestimmung und Autonomie in Frage gestellt werden. Die Frage ist doch, wieviel Autonomie einem zugebilligt wird – und wer letztendlich gegen dich Ansprüche erhebt und zwar gleich nach der Geburt – es klingt schön „du gehörst dir selbst“ und es ist sicherlich auch eine Grunderkenntnis, aber die Wirklichkeit folgt dem Prinzip „wem gehört das Kind“ – und die Reihe ist lang, die da Ansprüche anmelden.

    Der aktuelle Aufstand der Menschen aus den Flüchtlingslagern im Irak und der Türkei zeigt, was passiert, wenn Menschen wieder begreifen, dass sie sich gehören und ihr Leben selbst in die Hand nehmen und die Grenzen stürmen, gegen alle Verordnungen und Regeln – die hier sind, die haben es geschafft. Die Frage ist allein, ob sie sich in neue Abhängigkeiten geben, weil sie Schutz und Ordnung suchen oder ob nicht? – Das klingt nach viel Wildnis – wir werden sehen, wie das die Tage weitergeht, wann das Militär die Aufstände, den Sturm auf die Außengrenze der EU beendet – wenn Griechenland gewählt hat, wenn die Neo Dimokratia wieder den MP stellt?

    Die Griechen sind mächtig angepisst und haben sich jetzt revanchiert für die Demütigungen und die Weigerung der Eurogruppe mit ihnen auf gleicher Augenhöhe zu reden.

    Wer Selbstbestimmung will, muss auch für die eigene Ordnung und Sicherheit sorgen können, wenn nicht, dann ist die Freiheit, die ihm die Selbstbestimmung beschert, nichts wert – Wir gehören uns selbst, unser Körper und die Früchte unserer Arbeit – Ja und wir zahlen einen Preis dafür, dass wir dies mit anderen teilen.

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