Finanzwissen: Wie geht eigentlich Social Trading mit Wikifolio?

Wikifolio ist in aller Munde. Neue Anlageformen bergen neue Chancen, aber auch neue Risiken. Ich habe mir das „Social Trading“ genauer angeschaut.

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Wikifolio funktioniert ziemlich einfach: Trader führen auf Wikifolio Musterdepots ohne echtes Geld. Hierbei ist alles transparent: Jede Transaktion! Erreicht ein Depot gewisse Parameter, dann legt die Investmentbank Lang & Schwarz ein Indexzertifikat auf das Wikifolio auf. Dieses Zertifikat kann man über die Börse kaufen. Das geht bei jeder Bank und jedem Broker. Wikifolio selbst nimmt kein Anlagegeld entgegen. Wikifolio ist keine Bank.

Manche Broker, wie Comdirekt oder der S-Broker, welcher inzwischen der DekaBank gehört, bewerben Wikifolio an prominenter Stelle und bieten zum Teil sogar Sparpläne darauf an. „Gemeinsam besser investieren“ lautet das Motto. Doch spätestens jetzt müssen die Alarmglocken leuten. Die Vokabel „besser“ ist eine relative Bewertung. „Besser als was?“, muss man sich fragen. Inzwischen führen nicht nur private Trader erfolgreiche Wikifolios, sondern auch Medienunternehmen und Vermögensverwalter. Das kann sich lohnen, denn die Trader verdienen ein bisschen was.

Bei Wikifolio sind nicht alle Wertpapiere handelbar. Das Anlageuniversum erstreckt sich auf Aktien, ETFs, einige Fonds und Derivate ausgewählter Emittenten. Anleihen fehlen fast komplett. Es gibt im Musterdepot zwar keine Gebühren, doch bezahlt der Trader die klassischen Spreads von L&S. Der Hauptvorteil dieser Art des Social Tradings ist das hohe Maß an Transparenz. Jeder Trade ist nachvollziehbar und kann vom Trader kommentiert werden. Selbst den Kontoauszug eines Depots kann jeder einsehen. Lobenswert ist auch die Suchfunktion bei Wikifolio. Man kann die Depots nach unterschiedlichen Merkmalen filtern und somit ein geeignetes Portfolio finden.

Viele Depots sind nicht investierbar, was aufgrund der Anforderungen nicht verwundert. Etwas irreführend ist die sog. „Rangliste“. Unerfahrene Anleger finden meist sehr spekulative Depots, die aufgrund von „Glück“ vorübergehend auf den vorderen Plätzen stehen. Ein neues Risiko ist die Persönlichkeit des Traders. Wer sichert mir zu, dass mein Trader nicht plötzliche die Strategie ändert, einen Burnout hat, mit dem Saufen beginnt oder einfach nur durchdreht? Was ist, wenn mein Trader 4 Wochen in Urlaub geht oder krank wird? Solche Persönlichkeitsrisiken hat man bei aktiven Fonds eher weniger.

Hinzu kommt ein doppeltes Emittentenrisiko, wenn ein investierbares Wikifolio ein Zertifikat kauft. Das Wikifolio selbst ist ein Kredit an L&S und es selbst kann Papiere von HSBC oder auch der Société Générale beinhalten.

Social Trading ist spannend und macht Spass. Man kann viel lernen, sich austauschen und anderen Anlegern bzw. Tradern folgen. Man kann anderen über die Schulter schauen, ihre Ideen verstehen und sich Anregungen holen. Schön ist, dass Trader sich selbst kommentieren können. Schade ist, dass man selbst andere nicht kommentieren kann. Es ist dann eben doch kein „Facebook für Trader“. Das Fazit ist ernüchternd: Toller Trend mit genialen Möglichkeiten, aber keine Garantie für eine „bessere“ Geldanlage. Es wundert mich, dass nicht mehr Blogger ein Wikifolio führen. Es kostet nichts und hier könnten die ganzen Krisentheoretiker mal zeigen, was sie können.

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liebe Grüße, eure Jenny, @_JennyGER_

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Eine Antwort zu “Finanzwissen: Wie geht eigentlich Social Trading mit Wikifolio?

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