Die hohe Kunst Verpackungen zu lesen

Hierzulande können viele Menschen lesen. Allerdings verstehen viele nicht, was sie lesen. Am deutlichsten wird dies bei Lebensmittelverpackungen. Die meisten Verbraucher sind unfähig sie zu lesen.

  • „Unter Schutzatmosphäre verpackt“

Diese Aufschrift beruhigt. Man denkt sofort an einen sterilen Raum. Wird z.B. Fleisch unter Schutzatmosphäre verpackt, dann hat die Luft innerhalb der Packung eine andere Zusammensetzung. Dies sorgt dafür, dass das Fleich länger frisch aussieht. Es handelt sich hierbei um eine Reaktion an der Oberfläche des Fleisches.

  • „Glutenfrei // Lactosefrei“

Wenn dies auf einer Packung steht, dann gibt es 2 Möglichkeiten: Entweder es ist ein Werbegag und das Produkt enthält von Natur aus weder Weizenprotein noch Milchzucker, oder es wurde bei der Herstellung ausgespart. Wer einen Stoff verträgt, muss ihn auch nicht weglassen. Alle anderen bezahlen womöglich zu viel für ihr Essen.

  • „Mit wertvollen Antioxidantien“

Dies liest man ab und zu auf Saftverpackungen. Antioxidantien hören sich zunächst ganz toll an. Aber warum wertvoll …und warum anti? Antioxidantien benötigt, wer zu viele Oxidantien hat. Antioxidantien schützen unsere Zellen vor freien Radikalen. Ich sags wie´s ist: Wer in diesem Themenfeld Probleme hat, sollte zum Arzt gehen und nicht auf eine Saftpackung vertrauen!

  • „Mit viel Vitamin-C“

Vitamin-C ist zunächstmal ein Konservierungsmittel. Die Werbung hat es geschafft, diesen Stoff als gesund zu verkaufen. In der Tat ist ein Mangel an Vitamin-C schädlich. Doch kaum jemand in unseren Breitengraden hat so einen Mangel! Ausreichend Vitamine sind gesund, aber zu viele Vitamine sind schädlich. Wie eine Propagandaabteilung Vitamin C zum Allheilmittel machte, kann man im Buch „Vitamin C für alle“ von Beat Bächi nachlesen.

  • „fettreduziert“

Diese Aufschrift sagt mir, das das Produkt im Vergleich zu einem anderen Produkt weniger Fett enthält. Aber wieviel weniger? Oftmals haben fettreduzierte Produkte mehr Zucker. Nur weil der Nährstoff Fett reduziert ist, muss das Produkt nicht weniger Kalorien haben. Hier lohnt der Blick auf die Nährwerttabelle.

  • Höherwertige Eigenmarke

Rewe und Edeka verkaufen uns gnadenlos für dumm. Inzwischen haben die beiden Supermärkte neben „Ja!“ und „Gut & Günstig“ jeweils eine weitere Eigenmarke im Sortiment. Die Packung ist viel schöner, moderner und (optisch) hochwertiger. Doch vielmals ist darin genau das gleiche Produkt, wie bei der günstigeren Eigenmarke! Zu erkennen ist dies an den Zutaten, Nährwerten oder an sonstigen aufgedruckten Nummern.

  • „vegan“

Steht auf einem Produkt „vegan“, kann aber aus logischen Gründen nicht vegan sein, dann ist es ein Imitat. Beispiel: Wurst, Frikadellen oder Schnitzel. Veganes Fleisch enthält oft sehr viele Zusatzstoffe und Aromen aus dem Labor, damit es wie Fleisch aussieht und schmeckt. Finger weg von diesem Müll!

  • „frei von…….“

Immer wenn auf einer Packung groß beworben wird, was nicht drin ist, dann sollte man misstrauisch werden. Nur weil 2-3 böse Dinge fehlen, muss das nicht heißen, dass das Produkt gut ist. Meist handelt es sich um Selbstverständlichkeiten.

  • „kalorienreduziert“

Es gibt 4 Möglichkeiten, die Kalorien eines Lebensmittels zu senken: 1. Man fügt Luft hinzu. 2. Man fügt Wasser hinzu. 3. Man fügt Chemie hinzu. 4. Man tut weniger in die Packung. Es kann sich lohnen die Nährwerttabelle und die Zutatenliste mit ähnlichen Produkten zu vergleichen.


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog. Bitte beachtet die Richtlinien für KommentareMail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de.

liebe Grüße, eure Jenny, @JennyGER

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3 Antworten zu “Die hohe Kunst Verpackungen zu lesen

  1. „Verstehest Du auch, was Du liesest?“ heißt es schon in der Bibel …

    Was diese Packungsaufdrucke anbelangt, da bin ich wohl besser dran, als viele / die meisten meiner Mitmenschen: Ich lese sie allesamt nicht.
    Es ist mir ganz gleichgültig, ob dort Bio, Fair oder sonst was aufgedruckt ist – allenfalls nach dem Energieinhalt (kJ) sehe ich gelegentlich – nach mehr aber nicht.

    Bei Diskussionen sage ich immer gern: Meinetwegen kann die EU auch vorschreiben, dass jedem Hustenbonbon ein 50-seitiges Handbuch in allen EU-Amtssprachen beigefügt werden muss.
    Ich hoffe dann nur, dass neben der Kasse des Supermarkts ein großer Papierkorb steht, in dem ich diesen ganzen Müll sogleich entsorgen kann – ungelesen, versteht sich.

    Alles reine Ressourcen-Verschwendung …

  2. Die Kennzeichnung von Fertigverpackungen ist meiner Meinung nach an sich eine gut gemeinte Sache. Der Kunde kann sich über den Inhalt informieren, wenn gewünscht. Die Werbung für den Kundenfang sind Teil der Verpackung, weil Klappern zum Handwerk gehört. An sich ist die Information gerade für Allergiker und Intoleranzgebeutelte und andere Interessierte nicht schlecht, allerdings sollte sie dann auch vollständig sein. Aber da lässt ja leider das Gesetz wieder diverse Lücken; Stichwort Nicht-Zutaten. Die restlichen angesprochenen Aufdrucke und Aufmachungen sind eher wie Make-up, gut zu sehen und anlockend. Das sollte aber auch nicht verwundern bei der Vielzahl der Produkte in einem Supermarkt heutiger Ausmaße hat das schon wegen der Konkurrenz scheinbar ein Muss zu sein.

  3. Pingback: Ablasshandel im Supermarkt: Drei unbequeme Wahrheiten über Bio | Pinksliberal

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