Fitnessstudio: Runter vom Stepper!

steppergymIn jedem Gym stehen sie rum: Die Stepper. Für die meisten Sportlerinnen und Sportler halte ich diese Geräte für absolut ungeeignet. Trotzdem sind Stepper sehr beliebt.

Stepper funktionieren immer gleich. Man bewegt die Maschine mit Hilfe des Gluteus (Po-Muskel) und des Quadriceps (vorderer Oberschenkelmuskel). Hinzu kommt eine leicht drückende Aufgabe der Pectoralis (Brustmuskel), sowie ein leichtes Ziehen durch den Latissimus (Rücken) mit sekundärer Mitwirkung des Brachialis (Oberarmmuskel). Beim Vordrücken der Maschine kann der Trizeps (hinterer Oberarmmuskel) mitwirken. Insgesamt sind also sehr viele Musklen beteiligt. Doch abgesehen von Po und Oberschenkel entsteht kaum ein messbarer Reiz. Die Muskeln bewegen sich zwar, aber wirklich arbeiten tun sie nicht.

Die Kalorien, die auf dem Stepper verbrannt werden, sind völlig überbewertet. Oftmals zeigt das Display nach 30 Miuten „300 kcal“ oder sogar mehr an. Diese Zahl ist nach Meinung vieler Experten falsch. Man hat zwar tatsächlich die Energie in Höhe von 300kcal auf die Maschine übertragen, doch beim Stepper funktioniert vieles über das Thema Schwung. Hinzu kommt, dass viele Muskeln des Oberkörpers (s.o.) helfend mitwirken, dies aber mit so einem geringen Reiz machen, dass es lächerlich wird. Die Ineffektivität merkt man auch daran, dass man beim Steppertraining nie wirklich einen höheren Puls bekommt.

Was mich beim Stepper am meisten stört, ist dass die Gelenke zu sehr geschont werden. Gesunde Menschen müssen ihre Gelenke bei normalem Sport nicht schonen. Im Gegenteil: Es kann Sinn machen, die Gelenke (und auch andere Körperteile) regelmäßig zu reizen und zu belasten. Dies stärkt den Körper. Wer sich immer nur schont, der verkümmert. Der Mensch ist von seinem Naturell her ein Läufer. Unsere Gelenke halten einiges aus. Der menschliche Körper ist dafür gebaut um zu rennen, zu gehen und um zu springen. Der Stepper kann sehr sinnvoll sein, wenn jemand krank oder stark übergewichtig ist, damit die Gelenke geschont sind.

Warum der Stepper so beliebt ist, erschließt sich mir nicht. Beim Rennen verbrennt man wesentlich mehr Energie und trainiert den Körper ganzheitlicher, weil man auch die Gelenke belastet. Sport heißt „Reize setzen“. Sich schonen kann man zu Hause auf dem Sofa.

Zum weiter lesen: „Fitness-Mythos: Der Fettverbrennungspuls“


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liebe Grüße, eure Jenny, @JennyGER

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2 Antworten zu “Fitnessstudio: Runter vom Stepper!

  1. Hm. Ich hab nen Ruhepuls von um die 70 und auf dem Stepper gehts bis 150 rauf, Durchschnitt ist etwa 120. Da fließt ganz schön Schweiß.

    Rücken und Arme müssen allerdings zusätzlich trainiert werden und unter einer Stunde ist Stepper für normal trainierte Menschen eigentlich sinnlos. Es ist halt hauptsächlich Kardio-Training, nicht Muskelaufbau. Die Kalorienangaben auf Geräten sollte man grundsätzlich nicht ernst nehmen. Was das angeht, wird Sport immer überschätzt.

    Aber ich erlebe oft, wie selbst noch junge Frauen und auch Männer nach 20 Min total fertig vom Gerät fallen. Für die wär´s zum eingewöhnen gut, auf die Stunde hin zu trainieren. Und dann schön regelmäßig, dann kommen auch Ergebnisse.

  2. Fred Feuerstein

    Die Geräte sehen auf den ersten Blick aus wie Cross-Trainer, bei genauerem Hinsehen würde ich dann sagen eine Mischung aus Stepper und Cross-Trainer. Ich habe schon viele Fitness-Studios gesehen. In den meisten stehen reine Cross-Trainer. Das ist eine Bewegungsablauf, der dem Skilanglauf ähnelt. Ich habe auch schon richtige Stepper probiert, die dann hauptsächlich auf-ab funktionieren, mit einstellbarem Widerstand. Die fand ich ziemlich anstrengend, so wie permanentes Treppensteigen mit 2 Stufen auf einmal. Nach ein paar Minuten ist der Puls sehr hoch. Der Vorteil beim Cross-Trainer, so wie ich ihn kenne, ist, dass man über längere Zeit mit mittlerer Belastung trainiert und tatsächlich die Gelenke schont. Gerade Kandidaten, die abnehmen wollen, verbringen zum Teil eíne Stunde und mehr darauf. Jeseits der 40 gibt es sehr viele Sportinteressierte, die Knieprobleme oder Ähnliches haben. Und für diese Fraktion halte ich den Cross-Trainer für optimal.
    Vielleicht gibt es in der Schweiz ja wirklich überwiegend diese Mischform. Dann empfehle ich euch den „richtigen“ Cross-Trainer mit der Vor-Rück-Bewegung.

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