Darum wackeln wieder die Banken

Kaum vergeht ein Tag, an dem nicht irgendeine Bank negativ auffällt. Sie alle geben dem Niedrigzins die Schuld. Der Stuerzahler kann nicht verstehen, warum es den Banken schlecht gehen soll. Immerhin hat er die Institute seit 2008 im großen Stil gerettet.

Die Stammtische verstehen die Welt nicht mehr. „Die Banken haben sich jahrelang dumm und dämlich verdient.“, so der Tenor. Doch so einfach ist es nicht, denn eine Bank ist kein Privathaushalt. Wenn eine Bank Geld verdient, dann stärkt sie ihr Eigenkapital und schüttet einen Teil der Gewinne an die Eigentümer aus. Mit dem höheren Eigenkapital kann sie ihre Kreditvergaben erhöhen. Die Eigenkapitalquote, also die Relation des Kapitals zu den Kreditvergaben,  bleibt dabei immer gleich.

Die Zinsen sind nun seit 2008 niedrig. Viele höherverzinste Darlehen in den Bankbilanzen waren bereits fällig und wurden zum niedrigeren Zinsniveau verlängert. Die Kreditnehmer bezahlen nun für das gleiche Geld nicht mehr 4% sondern 1% bis 2%. Gleichzeitig verlangt die EZB inzwischen 0,4% auf Einlagen, die Geschäftsbanken bei ihr tätigen müssen, weil die Privathaushalte in Liquidität schwimmen. Weil es schwierig ist, diesen Negativzins an Privatkunden weiter zugeben, belastet dies zusätzlich die Ergebnisse.

Will eine Volkswirtschaft ein wachsendes Kreditvolumen, dann bedarf dies wachsendes Eigenkapital bei den Banken. Hierfür benötigen die Institute einen Jahresüberschuss und möglichst wenig Kreditausfälle. Die Gewinne der Vergangenheit sind in das Kreditwachstum (Stichwort Immobilienblase) oder an die Eigentümer geflossen. Bleibt das Zinsniveau nahe oder unter Null, dann können sich für die Steuerzahler noch einige Bankenrettungen ergeben. Ich glaube nicht, dass viele Politiker, die Verantwortung haben, wissen wie eine Bank funktioniert.

Die EZB ist nicht alleine schuld! Die Zentralbank wird gerne als Südenbock herangezogen, dabei haben die Banken auch hausgemachte Probleme. Der  Präsident der Europäischen Zentralbank hat stets betont, dass er nur Zeit kaufen kann.  Staaten und Banken müssen die Zeit für Reformen nutzen. Ähnlich wie die Merkelregierung, haben sich Banken einfach auf der Nullzinswelle ausgeruht und wichtige Weichenstellungen verschlafen.


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liebe Grüße, eure Jenny, @_JennyGER_

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4 Antworten zu “Darum wackeln wieder die Banken

  1. Das da viele nicht mehr wissen was eine Bank ist,kann man schon lange
    beobachten. Das mit den Stammtischen existiert nur noch sehr bedingt.
    Das Netz ist heute längst der kaum noch in seiner vormaligen Vorm
    existierenden Stammtisch abgelöst.
    Das Kinz und Kunz nicht mehr durchblicken ist nachvollziehbar.
    Leider grassiert das,denn doch fragwürdiger in der Politik.
    Und dazu, das ist denn doch erheblich fragwürdiger auch in Unternehmer
    und Konzernlenkerkreisen. Und besonders fragwürdig auch an den
    Hochschulen, mehr oder weniger.
    Dabei ist eine Bank schlicht ein Handelsunternehmen. Ein Unternehmen das mit Kapital und Wertpapieren unterschiedlicher Ausführung Handel
    betreibt.
    Die Ursachen des aktuellen Elendes reichen deutlich weiter zurück
    als 2008.
    Der ,,Grundstein,,geht auf die späten 70 iger und beschleunigt auf
    die 80 iger Jahre zurück.
    Beispiel EINER verheerend sich auswirkunden Entwicklung ist die Vormalige
    Trennung der Zinssätze in Diskount und Lombardgeld.
    Bis zur Abschaffung der getrennten Zinssätze hatten die Nationalbanken
    die Sache noch einigermassen im Griff.
    Danach kam die grosse Deregulierungswelle (Grins Chigago-Boys)
    Das ganze angereichert um die sog. Globalisierung.
    Innzwischen hat niemend mehr so recht den Überblick was denn so
    abgeht auf diesem Planeten.
    Dazu und da wirken noch so einiges an Realwirtschaftlichen Verwerfungen,
    und Fehlentwicklungen.
    Gelegentlich ist es Haarstreubend was da aus sog. Expertenkreisen
    so alles zum Besten gegeben wird.
    Solide Argumentierende ,,Universal-Ökonomen,, sind leider innzwischen
    zu einer aussterbenden ,,Spezies,, geworden.
    Da wirkt längst auch noch ein, in hohem Masse längst laufendes
    jämmerliches Versagen, der Ökonomischen Vorschung und Lehre.
    Von Klassisch soldem sind da nur noch ,,Restspuren,, auszumachen,
    resp. die verfechter sind längst ausgebootet.
    Das da so einiges nicht mehr im Loot ist dämmert innzwischen denn
    doch sehr vielen wehr oder weniger.
    Zum Thema warum wird nur noch sektoral und diffus bis zum
    gelegentlich Totalen Wiederspruch debatiert.
    Ökonomie ist deutlich breiter und vielschichtiger als die
    meisten wahrnehmen wollen und offenbar können.

  2. nursongedanke

    … vielleicht auch weil jede Popel-Sparkasse oder Volksbank vom Grössenwahn erfasst wurde. Riesenhauptverwaltung mit üppigen Gagen für Oberindianer, Riesenfilialnetz in das sich zunehmend nur noch die Oma verirrt, lausiges Onlineangebot, von oben an der Leine geführte „Berater“, mit dem fachlichen und moralischen Standard von Hühnenrdieben? Nein, das ginge zu weit – ich möchte unsere tapferen Hühnerdiebe nicht beleidigen!

    • Da liegen Sie im Ansatz richtig.
      Das beschränkt sich nicht nur auf die Sparkassen.
      Das ist eine allgemeine Erscheinung, bis weit in die Realwirtschaft.
      Da wurden Kapazitäten und Volumina aufgebaut die sind nicht mehr
      zu halten. Zunehmend löst sich der solvente Absatzmarkt in Luft auf.
      Kernursache ist die seit über 30 Jahren laufende enorme Ausweitung
      der Geldmenge.
      Die Investitonen und der Konsum wurden aus dieser Geldmengenausweitung gespeist,bezahlt.
      Grundsätzlich ist das längst bekannt, nachhaltigen Wohlstand kann man
      nur real erwirtschaften, Geld schafft nachhaltig keinen Wohlstand.
      Was da in den letzten Jahrzehnten gelaufen ist hat mit solidem
      Wirtschaften schon lange nix mehr am Hut.
      Da wird längst nicht mehr solide Ökonomie gepredigt und empfohlen,
      das verdient längst nur noch eine Bezeichnung Schamanenökonomie.

  3. Pingback: Wenn die Kuh nicht vom Eis wäre: Rettung der Deutschen Bank übers Wochenende | Pinksliberal

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