Thilo Sarrazin muss womöglich sein VWL-Diplom zurückgeben

Als die Euro-Krise im Frühjahr 2010 eskalierte, warnte der deutsche VWL-Professor Joachim Starbatty vor wachsenden Inflationsraten auf über 5 Prozent. Hans-Olaf Henkel, damals stellvertretender Sprecher der AfD, prognostizierte im Mai 2011: „Eine steigende Inflation steht vor der Haustür.“  Der Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sagte „mittelfristig drei bis vier Prozent“ voraus.

Zu dieser Zeit war es auch, als der Buchautor Thilo Sarrazin in Aussicht stellte, sein VWL-Diplom „zurückgeben und alles neu lernen zu wollen“, wenn die Inflation in den nächsten zehn Jahren nicht massiv steigt. Nun hat Sarrazin also noch etwas mehr als 3 Jahre Zeit, bevor er womöglich nochmal die Schulbank drücken muss….

Die offizielle Inflation in Deutschland wurde neulich mit 0,4 Prozent gemeldet.

Wahrscheinlich bekommen wir auch keine höhere Inflation, weil wir uns in deflationären Zeiten, ähnlich wie in der Weimarer Republik oder in Japan, befinden. Hierzu ein andermal mehr.


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liebe Grüße, eure Jenny, @_JennyGER_

8 Antworten zu “Thilo Sarrazin muss womöglich sein VWL-Diplom zurückgeben

  1. Tja, mit Inflation und Statistik ist das so eine Sache. Wer misst, misst Mist, wie ein alter Spruch dazu lautet. Wenn Du „offizielle“ Inflation schreibst, hegst Du vielleicht selbst leise Zweifel. Eine andere, auch häufig genutzte Methode lautet M3- BIP. Vom Anstieg der Geldmenge M3 wird der Anstieg des Brutto Inlands-Produktes abgezogen. Bei dieser „wahren“ Inflation liegen wir bereits seit Anfang 2015 so um die 3 Prozent. Ob man das einen massiven Anstieg nennen kann, weiß ich allerdings auch nicht.

  2. Die Betonung liegt auf „offizielle Inflation“!
    Da wird auch eingerechnet, dass ein 60″ TV letztes Jahr noch doopelt so teuer war, oder die Computerleistung letztes Jahr nur halb so stark war und folglich billiger wurde.
    Wenn man aber Kleidung und Schuhe (abseits von KIK und HM) anschaut gibt es kaum noch Jeans oder Schuhe unter €120,-. Die Liste könnte ich beliebig fortsetzen.

  3. Die klassischen Ökonomischen Theorien scheinen ausgehebelt.
    Sind die bei genauerem Hiensehen jedoch mit nichten.
    Nach klassischem Verständnis und Wahrnehmung macht sich Inflation
    =Realwertverlust des Geldes durch steigende Preise bemerkbar.
    Aktuell und seit einiger Zeit hat sich dieser Mechanismus ein anderes
    komplexeres Ventil gesucht. Da ist eine breite Palette.
    Zb.
    Das Investitionskapital stammt zunehmend aus der Geldschöpfung.
    Die Realeinkommen sinken. Letzteres konnte durch erhebliche Rationalisierungseffekte im Konsumgüterbereich kompensiert werden=
    erhebliche Preissenkungen.
    Dazu wirken da noch weitere Faktoren wie Globalisierung usw.
    vieles dazu, das nicht auf den ersten Blick und einfach erkennbar ist.
    Eines muss man den Verantwortlichen zu gute halten, mit sehr viel Glück und Triks konnten die das genze System bis auf weiteres vor dem
    finalen Kollaps bewahren, ausgereitzt, bis zum wann auch immer, schlicht
    geht nicht mehr. Nachhaltig kann und wird das nie und nimmer funktionieren.
    Auf sicher ist lediglich,wenn die Sache final kippt,dann geht das sehr schnell und umfassend tiefgreifend heftig über die Bühne.
    Keine sanfte ,,Landung,, auch kein allzulanges Siechtum.
    Eine Explosion,na ja den doch besser zu Umschreiben mit dem
    Begriff schnelle Implosion, mit explosiever Nachwirkung.
    Wir leben in einem Umfeld für das es in der Wirtschaftsgeschichte kein
    übertragbares eins zu eins Erfahrungs und Beispielbild gibt.
    Das macht die Sache erheblich kompliziert und nicht so einfach verständlich. Da werden sehr sehr viele etwas erleben das sie, hinten und vorne nicht verstehen und nachvollziehen können.
    Wann??? Irgend wann. Morgen, in einigen Jahren, Jahrzehnten eher weniger, sicher ist lediglich das kommt.

  4. Aktien, immobilen, mieten, essen – sorry da sehe ich ne saftige Inflation

    • Die Mieten sind ungefähr so gestiegen wie die Einkommen. Aktien sind nicht mehr billig, aber entsprechend des organischen Wachstums der Unternehmen gestiegen. Immobilien sind wegen des Niedrigzinses teuer. Lebensmittel ?? Die sind so günstig wie lange nicht mehr. Haferflocken für ein paar Cent, Milch für ein paar Cent, Butter für ein paas Cent, Fleisch für wenig Geld, Reis und Kartoffeln für wenig Geld und so weiter…., Inflation misst die Teuerung. Nur weniges wurde in den letzten 2-3 Jahren tatsächlich teurer. Teurer wurden Spezialprodukte wie z.B. „vegan“, glutenfree“ und so weiter, aber das sind Marketingwitze. lg

  5. Volkswirte unterscheiden, im Gegensatz zur Bevölkerung, zwischen Inflation und Preissteigerung. Das, was von der Bundesbank veröffentlicht wird, ist genau genommen die Preissteigerung und nicht die Inflation, auch wenn sie umgangssprachlich so bezeichnet wird. Sie kann unterschiedlich ausfallen, je nachdem, auf welchem Warenkorb (z.B. für einen 4-Personen-Haushalt) sie basiert, ganz unabhängig davon, mit welchen Tricks sie grundsätzlich „beeinflusst“ wird, etwa durch Änderungen in der Zusammensetzung der Warenkörbe, durch Veränderungen der Gewichtung einzelner Produkte oder Leistungen und durch die Berücksichtigung von Qualitätsverbesserungen bei einzelnen Produkten (Hedonik), etwa bei Computern. Die wirkliche Inflation ist aber die Preissteigerung bei den Vermögensklassen wie etwa Aktien, Immobilien, Edelmetalle. Wenn man Geld anlegen möchte, beispielsweise für die private Altersvorsorge, kauft man davon ja keine Milch oder Butter, sondern investiert es in den verschiedenen Vermögensklassen. Deren Preissteigerung gibt die Inflation, also die Geldentwertung an, die dann – allerdings zeitverzögert – auch Einfluss auf die Preissteigerungen der verschiedenen Warenkörbe hat. Und die aktuelle Inflationsrate ist auf jeden Fall höher als die offizielle Preissteigerungsrate der Warenkörbe.

  6. Pingback: Weizen so billig wie seit zehn Jahren nicht | Pinksliberal

  7. Hey, meinst du nicht, dass gemäß des Cantillon-Effekts die Inflation noch ein wenig braucht und sich erstmal anderweitig austobt, bevor sie bei Lebensmitteln etc. landet?
    1 Billion € mehr im Umlauf muss ja bedeuten, dass die anderen € entsprechend weniger Wert haben als vorher.

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