Aktien und Anleihen: Risikostreuung funktioniert nicht mehr

Bei der Geldanlage gilt seit Jahrzehnten der gleiche Grundsatz: Aktien und Anleihen werden zu einem Portfolio gemischt. Der Aktienanteil bestimmt das Risiko während die Anleihen einen stabilen Ertrag bringen sollen.

templeton

Die alte Zinswelt war sehr einfach. Wer zu 20% auf Aktien setzt und auf seine 80% einen festen Zins in Höhe von z.B. 4% bekommt, kann rechnerisch problemlos einen 16 prozentigen Einbruch seiner Aktien verkraften, ohne dass sein Portfolio einen Verlust aufweist. Im Moment gibt es diese 4% Zinsen nicht, aber ein zweistelliger Einbruch beim Aktienmarkt ist immer wieder denkbar. Insbesondere Mischfonds leiden unter der Zinslosigkeit. Ihr Risiko hat sich durch den Null- und Negativzins rechnerisch sogar erhöht.

Wer auf einen reinen Aktien/Anleihen-Mischfonds setzt, oder diese Struktur über ETFs nachbildet, sollte die nächsten Jahre keinen Spass damit haben, denn die Korrelation der beiden Anlageklassen dürfte ziemlich gestiegen sein. Bei Eintritt systemischer Risiken ist ein Rückgang beider Anlageklassen nicht unwahrscheinlich. Der Effekt der Risikostreuung verpufft! Eine Aufteilung in Aktien und Anleihen ist nicht dienlich. Es kann besser sein, über mehr als nur diese beiden Risikofaktoren zu diversifizieren.

Das Pärchen „Aktien und Anleihen“ ist im jetzigen Marktumfeld nicht attraktiv. Es sollte besser sein, auch Fremdwährungen, spezielle Anleihenarten, börsenunabhängige Beteiligungen, Immobilien, Hartgeld und Rohstoffe einem Portoflio beizumischen. Die Aktienquote an sich sollte in einem modernen Portfolio nicht mehr der hauptsächlich bestimmende Risikofaktor sein. Eine gesunde Mischung aus Wachstumswerten, Stabilität und fixed Income muss aus mehr als nur Aktien und Anleihen bestehen, damit das Risiko (wieder) optimal gestreut ist.

Viele Anbieter von Mischfonds reden sich mit einem Blick in die Vergangenheit heraus. In der Tat waren viele Fonds in der Vergangenheit ziemlich gut. Doch was sagt das für die Zukunft aus? Nichts, denn noch nie in der Vergangenheit hatten wir eine derartige Geldpolitik, wie wir sie aktuell haben. Neuartige Mischfonds berücksichtigen mehrdimensionale Risikofaktoren und steuern die Portfeulles aktiv. Wer auch weiterhin auf „Aktien und Anleihen und sonst nichts“ setzt, kann dem Geldputsch der EZB hilflos ausgeliefert sein.


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog. Bitte beachtet die Richtlinien für KommentareMail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de.

liebe Grüße, eure Jenny, @_JennyGER_

3 Antworten zu “Aktien und Anleihen: Risikostreuung funktioniert nicht mehr

  1. Hey Jenny, im letzten Absatz wirfst du die Frage auf, was die Vergangenheit für die Zukunft aussagt. Eine gute Frage! Leider lässt sie sich, nun, ja, je nach Gusto unterschiedlich beantworten. Im Hinblick auf Aktien, Anleihen und Einwirkung der EZB gibt es aber bereits eine Vergangenheit. Seit 2008 interveniert die EZB. Auf der heißen Herdplatte verbracht, kann sich das unangenehm lang ziehen. In der Zeit sind DAX und Bundfuture beide gestiegen. Tendenziell aber der eine tatsächlich immer dann besonders stark, wenn der andere schwächelte. Wer sich das genauer anschauen mag, die WKN des Bund Future lautet 965264.

    • Das Problem beim Bundfuture ist, dass er eine natürliche Bremse hat, nämlich immer dann wenn der Zins negativ wird. Hinzu kommt dass er nur deshalb so sehr gestiegen ist, weil viele Investoren (z.B. Banken) so anlegen müssen, ob sie wollen oder nicht. In den letzten Monaten kamen noch EZB-Käufe hinzu. Daher ist eine starke Überbewertung zu sehen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s