Zum Kinofilm Inferno: Was ist dran an der Apokalypse durch Überbevölkerung?

Im Kinofilm Inferno möchte ein besessener Biochemiker und Milliardär eine Seuche verbreiten, die die Menschheit nachhaltig dezimieren soll, um so etwas gegen die katastrophale Überbevölkerung auf der Erde zu unternehmen. Robert Langdon (Tom Hanks) versucht dies zu verhindern.

infernokino

Die unterschwellige Botschaft des Filmes ist pikant: „Ja, es gibt ein Problem mit der Überbevölkerung, aber radikale Lösungen sind unmenschlich.“ Die Argumente des Filmbösewichts werden mehrfach wiederholt: Die Menschheit hat Jahrtausende benötigt um auf eine Milliarde zu kommen. Zwischen 1960 und 2000 hat sich die Zahl der Menschen verdoppelt. Die Bevölkerungsentwicklung wird exponentiell dargestellt; ähnlich wie das Verhalten eines Krebsgeschwürs.

Tatsächlich sehen viele Eliten die Bevölkerungsentwicklung kritisch. Sie warnen vor Infektionskrankheiten, Hungersnöten und fehlender Energie, wenn der Trend nicht gestoppt werden kann. „Armut und Elend das unausweichliche Resultat“, schreibt der britische Ökonom Thomas Malthus  schon im Jahr 1798. „Wir müssen in den kommenden 40 Jahren die gleiche Menge von Lebensmitteln herstellen wie in den letzten 8000 Jahren“, sagte Jason Clay von der Umweltorganisation WWF. „Die Menschheit würde im Jahr 2050 drei Erden benötigen, um den Bedarf zu decken“, heißt es populistisch im Worldwatch-Bericht der UN zum Zustand des Planeten. Auch der Club of Rome zeigt uns die „Grenzen des Wachstums“. Irgendwie scheinen viele Eliten Angst vor einer Überbevölkerung zu haben.

Die Diskussion ist kurios. Deutschlands Bevölkerungsdichte ist etwa doppelt so hoch wie in China, dennoch wird von China oftmals behauptet, es sei überbevölkert, während man dies von Deutschland nicht sagt. Der politisch links stehende ehemalige UN-Sonderberichterstatter ist sogar der Ansicht, der Begriff lenke lediglich von sozialer Ungleichheit und politischen Fehlern ab, welche die tatsächlichen Ursachen des Welthungers seien. Beim Zusammenhang zwischen Armut und hohen Kinderzahlen würde einfach Ursache und Wirkung vertauscht. Tatsächlich sei es so, dass Armut zu einer hohen Geburtenrate führt und nicht anders herum.

In dem Film Population Boom (2013) vertritt der Macher Werner Boote die Auffassung, dass die Befürchtung einer Überbevölkerung unbegründet sei. Die Erde verfüge über genügend Nahrungsmittel und über genügend Raum für notwendigen Mehranbau, um mehr als 7 Milliarden Menschen zu versorgen. Natürlich kommen die Eliten dann stets mit der Klimawandelkeule: Mehr Menschen = CO2. Hierbei wird die Schuld von den Reichen zu den Armen verschoben. Wo die Tragfähigkeit der Erde ihre Grenze hat, ist und bleibt Gegenstand intensiver Diskussion und lässt viel Raum für Theorien.

Der Plan der Eliten die Weltbevölkerung zu dezimieren bringt nicht nur Hollywood auf den Plan. Verschwörungstheoretiker sammeln unter dem Begriff „Depopulation“ immer wieder scheinbare Aktionen der Mächtigen, die Bevölkerungsentwicklung zu steuern. Mit dabei sind natürlich Chemtrails, absichtliche Vernichtungskriege oder das bewusste Verbreiten einer Krankheit wie z.B. HIV. In Nazideutschland wurden sog. „nutzlose Fresser“  kaltblütig ermordert. Ob heute noch eine so radikale Form der Depopulation praktiziert wird, entzieht sich meiner Kenntnis.

Die Elite hat mehrere Möglichkeiten die Weltbevölkerung zu reduzieren. Zum Beispiel durch Kriege, durch Hungersnöte und Zerstörung der Nahrungsmittel, durch das Verbreiten von Krankheiten und Epidemien, durch die Bestrafung des Kinderkriegens (Ein-Kind-Politik) und durch Massensterilisierung (wie z.B. in Indien). Die UN-Organisationen WHO und UNICEF sind scheinbar schon mal dabei ertappt worden, „Tetanusimpfstoff“ der mit Hormonen zur Sterilisierung vermischt ist, an Mädchen und Frauen in Kenia verabreicht zu haben. Ob das stimmt, lässt sich nur schwer verifizieren.

Das Problem ist nicht die Anzahl Menschen auf der Erde, sondern die ungleiche Verteilung des Reichtums. Die Top-1-Prozent besitzen 41 Prozent des Weltvermögens, den Top-10-Prozent gehören 86 Prozent. Die Weltuntergangswarnungen wegen der Bevölkerungsexplosion, von der man regelmäßig in der Presse liest, ist völlige Pseudo-Wissenschaft. Sehr aufschlussreich ist die Doku „Mythos Überbevölkerung – Verblüffende Fakten zur Welt von morgen“, die sogar auf ZDF-Info lief. Diese Doku sollte man in jedem Kino direkt im Anschluss an „Inferno“ zeigen.


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liebe Grüße, eure Jenny, @_JennyGER_

6 Antworten zu “Zum Kinofilm Inferno: Was ist dran an der Apokalypse durch Überbevölkerung?

  1. Verblüffende Fakten?
    Hate eben einen längeren Lachanfall.
    Das Modell ist längst bekannt,und stammt aus den 60.iger Jahren. Der Mann ist Mediziener und Statistiker. Der entscheidende Fehler:
    Die ganze Theorie Basiert auf Statistischen Hochrechnungen,das eine Vielzahl von mitentscheidenden Faktoren ausklammert.
    Da auf diesem Portal,Ökonomie einen breiten Raum einnimmt spreche ich diese Sache an.
    Das sich die Lebensumstände bis dato auf breiter Front wie im Film
    dargelegt verbessert haben ist Fakt.Der Fehler in der Theorie diese Hochrechnung kann und wird so nicht aufgehen.
    Dem guten Herrn Professor feht es an solideren Ökonomischen Kenntnissen. Interessierte wissen, die Weltwirtschaft steht an einem sehr
    kritischen Punkt. Finanzkriese sowie div.weitere Elemente sind in einem
    sehr bedenklichen Zustand.Es drohen Tiefgreifende Verändrungen,
    eine tatsächlich Verbesserung, nicht in Sicht. Abgerundete real umsetzbare,
    Modelle, Thesen, Fehlanzeige. Alles reichlich diffus verschwommen.
    Auf breiter Flur Gebastel soweit das Auge recht. Zb.die heiss laufende Geldpumpe. Der aussichtslose versuch die Dinge wieder ins Lot zu drücken. Schlicht ein Bastlerrezept.Die Sache trieft von simplem Glauben.
    Fazit:
    Wenn die Wirtschaft kollabiert löst sich die ganze schön klingende
    Theorie,These postwendend ins nix auf.
    Mit einem gezielten( sicher möglichst humenen) abklemmen des Bevölkrungswachstums vor rund 50 jahren währen die sich abzeichnenden Entwicklungen, bestmöglich vermeidbar gewesen. Grins es ist nicht das berühmte 12oo Uhr es ist längst erheblich nach 12oo.
    Abwarten: Für viele gibt es dann eben scheinbare Überraschungen.
    Der Mensch ist eine Glaubensspezies, die an ihrer Gläubigkeit in ,,schönster,, regelmässigkeit scheitert.
    Grins im kleinen und im grossen,Gesamten.
    Freundliche Grüsse

  2. Wie Gandhi schon sagte. Die Erde hat genug für jedermann, nur nicht für jedermanns Gier.

    • Tja der Gandhi netter Mensch wie noch viele andere auch.
      Die Wirtschaftstheorien der meisten Religionen sind mit dem,
      Realsozialistischen Modell eng verwandt.
      Letztlich kann man eben, ob gerecht oder ungerecht, nur das real verfügbare Verteilen.
      Da gibt es eben auch noch das Peterprinzip,bassierend auf den
      Faktoren die im Bereich der Biologie, Basierend,beobachtbar sind.
      Die Übervorderung des verfügbaren Möglichkeiten erzwingt Korrekturen.
      Das Werk von Adam Smith beschreibt das recht ausführlich spezifisch,
      im Bereich Ökonomie.
      Lehre aus dem Peterprizip die Grenze der Möglichkeiten nicht übervordern.
      Alles ist letztlich Endlich, mit einer Ausnahme, das Universum.
      An dem wird der Mensch scheitern, auch so eine Illusion.

  3. Die Erde hat 150 Mio Quadratkilometer an „Landfläche“, wovon wiederum ein Drittel landwirtschaftlich genutzt wird.
    Das ist aber nicht alles Ackerland, dazu gehören auch steile Weiden, wo ein paar dürre Wiederkäuer grasen. Nur ein Drittel der urbanen Fläche ist Ackerland, ca. 1,5 Mrd Hektar. Also ernährt ein Hektar Ackerland momentan 5-6 Menschen.

    Ich spinne mal mit mehr oder weniger plausiblen Werten weiter. Bei einem Hektarertrag von z.B. 5 to Grundnahrungsmitteln (Weizen, Reis, Mais) sind das meinetwegen 5.000 KG x 3.000 KCal/KG = 15 Mio KCal. Ein Mensch benötigt 2 – 3.000 KCal pro Tag oder 1.000.000 KCal pro Jahr. Der Hektar Acker könnte also 15 Menschen ernähren. Rein rechnerisch ist es also möglich, mehr als die doppelte Menge Mensch zu ernähren. Erst wenn wir mehr als 20 Mrd sind, wird es knapp. Aber selbst wenn wir in Utopia lebten und alle nur gerechten Mais- oder Getreidebrei essen, irrt der gute Gandhi: irgendwann gibt es mehr hungrige Mäuler als der Acker Getreidebrei liefert.
    Es sei denn die menschliche Population stoppt ihre Expansion. Danach sieht es aber nicht aus.

    Wie sieht es in der realen Welt aus.
    Wir fressen mit Soja gemästete Tiere, weil es billig ist. Unsere Busse im ÖPNV fahren mit Rapsöl, weil es CO2-neutral ist. Wir kippen lastzugweise Mais in die Biogasanlage, damit wir im Winter einen warmen Arsch haben. Wir brauchen die Hektar um unseren Lebensstandard zu halten.
    Wir werden keinen Deut von unserem Lebensstandard aufgeben nur um eine explodierende Bevölkerung der Südhalbkugel zu ernähren. Wir werden aus Eigeninteresse kostenfrei Handfeuerwaffen und Munition nach Afrika liefern.

    Ich kann nicht nachvollziehen, dass die Sache mit dem Bevölkerungswachstum nicht so tragisch sein soll. Wie die Sache mit dem Zins und seinen Kindern / Kindeskindern ist auch die Sache mit den Menschen und ihren Nachkommen eine, na was wohl?, Exponentialfunktion.

    • Guter Beitrag
      Noch kleiner Ergänzung. Die aktuelle Landtechnik und Struktur,kann die
      aktuelle Ernährungs-Kalorienzahl nur produzieren, wenn diverse Voraussetzungen verfügbar sind. Von Technischem Gerät, bis Pflanzenschutz und Düngemittel.Die ganze Infratruktur wiederum hängt auch an Weltweit funktionierenden Massen-Transportmitteln.
      Einfach ein kleiner Ausschnitt aus dem Gesamtgetriebe.
      Immer wieder spassig zu beobachten was gew. Klugsch. und Grün-Biof.für Simpelrechnungen anstellen.
      Lacher, null Ahnung wie das Getriebe funktioniert.
      Freundliche Grüsse

  4. Nun, die Welt ist sehr unterschiedlich dicht besiedelt, so gesehen ist scheinbar noch viel Platz, in Afrika, in Asien, in Südamerika, in Australien. Aber es geht natürlich um die Ressourcen vor Ort, vor allem um Wasser und um Energie, und sekundär um die Dinge, die für die Seele wichtig sind, aber im Neoliberalismus keine Rolle mehr zu spielen scheinen, wie Raum, Ruhe und Natur. Dass die sogenannten Eliten (selbstredend üppig mit Raum, Ruhe und Natur ausgestattet) ausgerechnet in einem der am dichtesten besiedelten Länder der Welt, Deutschland, massenhaften Menschenimport befördern, während schon Schweden, kaum ein Fünftel so dicht besiedelt, meint, gesellschaftlich aus allen Nähten zu platzen, ist Realzynismus. Bevölkerungsdichte bedeutet Stress und ist unnatürlich. New York, Hong Kong, Singapur, Rio, das ist wenig Romantik, sondern vor allem Überlebenskampf für die untere Hälfte. Der Mensch ist für das Kleinteilige gemacht, das gilt für Staatsgefüge ebenso wie für Häuser. Alles andere ist Ideologie, die von den Machthabern gefördert wird. Kriege, Seuchen und Brände haben immer Platz für Neues geschaffen, denn mittelfristg gab es mehr Ressourcen für die übrig Gebliebenen und deren Nachfahren. Hieraus kann man als moralisches Wesen jedoch keine Konsequenz ableiten, sonst führt Darwinismus zu Eugenik. Aber man kann zumindest versuchen, ideologischen Irrsinn und blanke Gier zu verhindern, wenn man ein Volk ist, das sich selbst respektiert. Also nicht die Deutschen.

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