Soja-Wahn: Vegan, laktosefrei, glutenfrei

Immer mehr Verbrauchende kaufen Fleischimitat oder anderen Müll, der in vertriebsoptimierten Hochglanzverpackungen steckt. Hauptsache vegan, laktosefrei und glutenfrei muss es sein, dann ist alles in Ordung? Die Wahrheit ist bitter.

soja

Bei Soja haben viele Bilder vom Bioladen im Kopf. Doch Soja hat nichts mit romantischer Bauernhofidylle zu tun. Dabei ist die Sojapflanze eigentlich nicht zum Essen gedacht: Nur ca. 1% der weltweiten Produktion landet auf dem Teller. Der Rest wird Viehfutter oder Treibstoff. In Südamerika wächst Soja meist in riesigen Monokulturen auf abgeholzten Regenwaldflächen. Dort benötigt man besonders viele Pestizide. Auf das Prädikat „Bio“ können viele Verbrauchende verzichten; hauptsache das Produkt ist vegan, laktosefrei, & glutenfrei.

In Nord- und Südamerika werden fast nur noch gentechnisch veränderte Sorten angebaut. Weltweit liegt der Gentechnik-Anteil an der Sojaproduktion bei weit über achtzig Prozent. Rechnerisch werden jährlich 63 Kilogramm Soja für jeden EU-Bürger aus Süd- und Nordamerika in die EU importiert. Der allergrößte Teil des Welthandels mit Sojabohnen und -schrot (ca. 90 Prozent) entfällt auf die Länder, in denen fast nur noch gentechnisch veränderte Sojabohnen angebaut werden. Soja ist eine Hightechpflanze, die für den normalen Verzehr eigentlich nicht geeignet ist!

Viele Sojaprodukte, wie beispielsweise Fleischimitate, sind zudem mit viel Chemie vollgestopft, damit die Pampe einigermaßen nach etwas greifbarem schmeckt. Im Juni 2016 untersuchte Öko-Test vegetarische Fleischersatzprodukte und fand unter anderem gentechnisch veränderte Soja-DNA (in einem Bioprodukt), viel Salz und Fett sowie Elemente eines breiten Chemiebaukastens. Manchmal nimmt man auch „natürliche Aromen“, wobei es sich dann oftmals um Backterienkacke oder Pilzkulturen handelt.

Und dann kommt da immer das Eiweißargument. Soja gilt als eiweißreiche Pflanze. Doch Proteine sind nicht immer gleich auch Proteine, denn sie bestehen aus Aminosäuren. Je mehr von diesen Säuren in einem Protein enthalten sind, desto besser kann es vom Körper verarbeitet werden. In Soja fehlt Methionin und müsste über eine andere Proteinquelle ergänzt werden. Wer nur Soja isst, könnte Mangelerscheinungen bekommen. Das Verfahren zur Herstellung eines Sojaprotein-Extrakts wurde übrigens von der Firma Nestlé patentiert. Kritiker werfen dem Verfahren eine Denaturierung der Pflanze vor.

Mehr zum Thema: „Soja-Wahn“ – Wie eine Bohne ins Zwielicht gerät


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog. Bitte beachtet die Richtlinien für KommentareMail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de.

liebe Grüße, eure Jenny, @_JennyGER_

3 Antworten zu “Soja-Wahn: Vegan, laktosefrei, glutenfrei

  1. Bei dem Thema ist es auch interessant, den Beitrag eines Lebensmittelchemikers als Quelle zu nennen. Die Soja-Story ist eine lesenswerte Abhandlung über die Geschichte des Soja und die m.E. gesundheitsschädliche Vermarktung. (Zu lesen unter http://euleev.de/) Allen ein schönes Wochenende🙂

  2. Das meiste Soja, insbesondere das gentechnisch veränderte, wird zur Fütterung von Masttieren (Rinder, Schweine) eingesetzt.

  3. Russland ist eines Länder m. W., dass auf Gentechnik im Soja-Anbau verzichtet!
    (Noch ein Grund mehr für diesen Monsanto-Staat, dieses Land v. d. Bildfläche zu bomben.)

    P.S.: Wann kommt _JennyCH_?😉🙂

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