Im Check: Friedrich & Weik Wertefonds

Die Autoren von „Der größte Raubzug der Geschichte“, „Der Crash ist die Lösung“ und „Kapitalfehler“ machen es wie Dirk Müller oder auch Max Otte: Sie haben nun ihren eigenen Fonds. Die Zeichnungsphase läuft bereits seit 06.12.2016. Ab dem 02.01.2017 soll der Fonds auch über die Börse Stuttgart erhältlich sein.

wertefonds

Der sog. Wertefonds ist ein Mischfonds, der auf Beschränkungen bei den Anlageklassen fast komplett verzichtet. Es soll überwiegend in Edelmetalle (z.B. Gold, Silber und Diamanten), Aktien sowie Immobilien investiert werden. Beim Thema Immobilien werden den Anlegenden auch Sondertemen wie Wald oder Ackerland versprochen. Hinsichtlich der Wertentwicklung gibt es kein genaues Renditeziel. Die Wertentwicklung soll „gleichmäßig“ und „kaufkrafterhaltend“ sein, heißt es in den wesentlichen Anlegerinformationen. Der Fonds hat sich selbst auch mindestens drei Dinge verboten: Staatsanleihen, Wertpapierleihe und Nahrungsmittel.  Es wird empfohlen, den Fonds „5 Jahre plus X“ halten zu wollen, wenn man ihn kauft.

Im Werbematerial wird der Fonds als „Deutschlands erster offener Sachwertfonds“ bezeichnet. Das stimmt natürlich nicht. Es ist EIN Sachwerte Fonds, aber sicher nicht der erste. Ich könnte ad hoc 50 Fonds nennen, die es schon vorher gab. Trotzdem ist dieser Fonds neuartig. Es sollen keine Staatsanleihen gekauft werden und der Cashbestand soll scheinbar in bar (im Tresor) gehalten werden. Investierende, die in diesem Konzept eine krisenresistente Vermögenssicherung sehen, könnten geneigt sein, an dem Fonds gefallen zu finden. Eine Besonderheit ist, dass viele Assets physisch gehalten werden sollen. Das gibts zwar am Markt auch schon, ist aber eher selten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Fonds kein Girokonto haben wird. In der Praxis werden die Manager auch immer ein bisschen Buchgeld brauchen.

Die Cash-Quote kann bis zu 100 Prozent betragen und soll bei Rückschlägen zum antizyklischen Nachkauf genutzt werden. Friedrich & Weik sind die Initiatioren des Fonds und haben eher eine beratende Funktion. Tatsächlich verwaltet werden die Assets von einem Team aus Experten. Innerhalb ihrer jeweiligen Mandate betreiben die Fondsmanager durch die Steuerung der Investitionsquote sowie temporär eingesetzter Absicherungsinstrumente ein eigenes aktives Risikomanagement. In der Startallokation ist eine Aktienquote von 50% vorgesehen (20% davon Goldminenaktien). Die Volatilität des Fondspreises dürfte sich daher im Bereich eines offensiven Mischfonds bewegen.

Ist der Wertefonds gut? Vielleicht!, … das zeigt sich nach 1-2 Jahren. Man wird die Qualität des Fonds erst dann beurteilen können. Bis dahin kauft man nur eine Story – eine Idee. Für mich persönlich ist das ein Kandidat für die Watchlist. Besonders revolutionär oder innovativ ist der Fonds nicht. Andererseits soll der Wertefonds in Assets investieren, die es zum Teil seit Jahrtausenden gibt. Vielleicht soll der Fonds ja garnicht revolutionär oder innovativ sein, sondern einfach krisensicher und werterhaltend. Auf der Website der beiden Initiatoren findet man viele Infos, die man benötigt um festzustellen ob dieses Finanzinstrument geeignet für einen ist.

Wichtig: Mit dem hier vorliegenden Posting kann und wird NIEMAND eine Anlageentscheidung treffen können. Dieser Text ist weder eine Beratung noch eine Empfehlung. Der Kauf von Finanzinstrumenten erfordert Angemessenheit, Geeignetheit und eine ausführliche Beratung bzw. den ausdrücklichen Verzicht auf Beratung seitens des Anlegers. Marktpreise können und werden fallen, steigen oder gleich bleiben.

Zum weiterlesen:


Ich freue mich über zahlreiche Kommentare hier im Blog. Bitte beachtet die Richtlinien für KommentareMail: JennyGERmail-blog (at) yahoo.de.

liebe Grüße, eure Jenny, @_JennyGER_

10 Antworten zu “Im Check: Friedrich & Weik Wertefonds

  1. Hans von Atzigen

    Der ,,Kreativität,, oder besser Naivität sind keine Grenzen gesetzt.
    Was da seit der sog. Finanzkriese so alles angeboten und empfohlen wird.
    Es gibt lediglich mehr oder weniger spekulative Anlagevormen.
    100% Sicherheit wie so einige sugerieren gibt es nicht.
    Zur Zeit ist einfach alles im ,,Fluss,,.
    Die Gesamtlage ist nun einmal ganz erheblich flächendeckend
    und komplex verbockt.
    Wenn das ganze verbockte Ding kollabiert,kann man je nach Anlagevorm
    etwas länger oder weniger lang durchhalten.
    Zum bitterend Ende ist dann alles eine Frage von Glück oder eben auch Pech.
    Auf ein Gutes, interessantes 2017.

  2. Klingt interessant.
    Schau ich mir mal an.
    Danke.

  3. Interessanter Ansatz und doch tatsächlich einzigartig und neu.
    Im Gegensatz zu anderen Sachwertfonds sind diese bei diesem Fonds tatsächlich hinterlegt laut fondsinformationen (WGZ Bank Wiesbaden). Mein erster Eindruck ist sehr positiv auch die Kosten sind sehr anständig und deutlich unter dem Durchschnitt.
    Ziel des Fonds ist wohl keine Rendite sondern Kapitalerhalt. Sie schreiben dies auch auf der Webseite.

  4. Es ist immer wieder erstaunlich, daß es immer noch Leute gibt (oder schon wieder), die die großen Crashs der Geschichte vergessen haben oder ignorieren und sich freiwillig erneut ins Portemonaie langen lassen.
    Wenn es nur um Kapitalerhalt gehen soll, gibt es doch weis Gott bessere Alternativen bspw. in einer liechtensteinischen Genossenschaft.
    Dort wären die „physischen Assets“ nämlich auch noch im Falle vor „willkürlichem staatlichen Zugriff“ geschützt.
    Und obendrein wäre mit der gesetzlich vorgeschriebenen Selbsthilfe auch noch in jeglicher Krisensituation Gewinn erzielbar.

    • Liechtenstein – das finde ich mutig.
      Die machen so schnell die Grenzen dicht so schnell kann man gar nicht schauen.

      Dann lieber edles anonym erworben und hier in Deutschland wo ich Zugriff darauf habe.

      Der Fonds eigent sich zur diversifikation und ist allemal besser als der Bankenpapierdreck.

      Schönes neues Jahr allen!

    • Hans von Atzigen

      Lichtenstein ist ein Kleinstaat dessen Wirtschaft ein entsprechendes,Volumen Masse hat. Die Finanz-,,Industrie,, hat einen erheblichen Anteil am BIP.Logo die können nicht alles zur verfügung gestellte Kapital in Lichtenstein investieren,auch die müssen auf den
      maroden Weltkapitalmarkt umleiten,investieren.Fallen diese Investitionen aus,= Entwertung, kann Lichtenstein schlicht und einfach,mangels Masse
      für dieses Kapital nicht haften.Geld,Kapital repräsentiert immer einen
      ,,Realwert,, ist dieser Realwert nicht vorhanden,ist der Wert des Geldes,Kapitals= Null. Das ist doch der Kern der aktuellen Misere, das Verhältnis von Geldvolumen und vorhandenen ertragreichen Realwerten
      ist längst verheerend aus dem Gleichgewicht.Unglaublich wieviel Naivität
      und Unkenntnis da so herumgeistert. Realwirtschaft und Geldwirtschaft sind aufs engste ineinander verwoben,das kann man nicht trennen.
      Mit Verlaub so Kenntnisse kann man sich bis zu einem gewissen Grade,
      mit rational nüchternem Lernen und Denken erwerben tja vorausgesetzt man will.LOGO kein Mensch kann alles Wissen,doch die elementarsten
      Kernelemente der Ökonomie sollte man schon kennen, um so wenigstens im Grobraster die Sache zu verstehen.
      Lacher wenn man den Kern der Materie einmal geschnallt hat,hat man echt Mühe zu schnallen,Grins, das man das nicht schnallen kann.
      Eine schlüssige Gegenthese wird sehr gerne zur Kenntnis genommen.
      Bin da sehr offen und Lernwillig.
      Freundliche Grüsse

  5. Na, ja, wer auf niedrige Gebühren steht, kann dem Teil nichts abgewinnen.
    1,84% Verwaltungsgebühr ( https://www.boerse-stuttgart.de/de/Friedrich-Weik-Wertefonds-R-Fonds-DE000A2AQ952)
    2 % Differenz Geld/Brief.
    Und das Schlimmste, was ich überhaupt nicht verknusen kann: Eine Performance Gebühr! (Siehe Verkaufsprospekt Punkt: Kosten S. 51)
    Markus ( https://der-5-minuten-blog.de )

    • ricarda77@web.de

      Bedeutet Performance Gebühr nicht, daß diese nur anfällt wenn der Fonds überdurchschnittlich läuft oder liege ich falsch?

      Mit 1,6 bzw. vlt. 1,84 immer noch günstiger als zb Kaldemorgen mit 2,29, Pictet mit über 2% und Flossbach mit 1,9

    • peter.reinhart@t-online.de

      Sorry Markus, aber da muss ich dir widersprechen. Die TER (hier 1,84%) sind am Anfang immer geschätzt, weil ja noch gar keine Erfahrungswerte vorhanden sind. Auch eine Performance Gebühr ist bei vielen Fonds üblich und wird von jedem Anteilseigner gerne bezahlt – denn das bedeutet, dass der Fonds gut läuft 🙂

      Nach kurzem Check ist den beiden, mal wieder, ein großer, zeitgemäßer Wurf gelungen. Ich werde das Ding im Musterdepot beobachten und eventuell ansparen.

      Grüße Peter

  6. Die Konditionen sind fair, der Ansatz wegweisend und sie haben sehr oft richtig gelegen. Ich werde investieren.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s